Essen & Trinken / Allgemeines
Pflanzen essen?
Informationen können sogar von Pflanze zu Pflanze weitergegeben werden.
Pflanzen habe Organe, einen Stoffwechsel, sie verarbeiten Sinneseindrücke, manche können sich aktiv wehren, manche passiv, d.h. sie erkennen Bedrohungen. Sie kommunizieren untereinander, manche sogar mit Tieren, z.B. Insekten. Verletzungen heilen ganz ähnlich wie bei Tieren und Menschen. Sie passen sich verschiedenen Lebensbedingungen an und letztlich können sie durch die gleichen Mittel getötet werden wie Tiere und Menschen.
Also warum wird dermaßen konsequent zwischen Tiere und Pflanzen unterschieden?
Weil Pflanzen nicht flüchten?
Weil sie uns nicht so ähnlich sind?
Weil sie nicht schreien?
Weil sie keine Augen haben?
Weil es unsere Kultur so vorgibt?
Weil es wirtschaftlich ist?
Weil ihre Säfte unserem Blut nicht so sehr ähneln?
Weil unsere Religionen das so sagen?
Weil wir ja nicht auf alles verzichten können?
Weil sie kein Bewußtsein haben (haben Tiere eins?)
Wir wollen keine Massenhaltung von Nutztieren, bauen unsere Nutzpflanzen aber problemlos auf isolierten Flächen dicht an dicht an, was ja ebenfalls nicht den natürlichen Bedingungen entspricht, von der Weiterverarbeitung ganz zu schweigen.
Natürlich können wir nicht auf Jäger und Sammler zurückschalten, auch wenn manche davon träumen.
Können wir nicht einfach akzeptieren, daß wir Teil einer Vielfalt von Leben sind? Warum dieser Anthropozentrismus, zuerst die Menschen, dann die, die wir als menschenähnlich erkennen (wollen), dann das Andere, das schon ganz anders aussieht?
Ich möchte das hier als Frage aufwerfen und lesen, wie ihr darüber denkt. Bitte macht da keine Weltanschauung drauß, ich will wirklich nur darüber reden und niemanden bekehren. :)
Vor vielen Jahren hatte mich ein Buch mit dem Titel "Das geheime Leben der Pflanzen" tatsächlich bekehrt, ein wissenschaftlich bis esoterischer Ansatz, der behauptet, daß Pflanzen- wie Tierzellen über Photonen "kommunizieren". (Dieser Umstand wird in anderer Hinsicht noch bedeutsam, bei der Frage, wie wir unser Essen zubereiten.)
Tatsache ist, unsere Zellen sind aus Pflanzenbestandteilen mit aufgebaut, stellen somit etwas anderes dar (physiologisch, die Bewusstseinsebene würde ich hier gerne ausklammern), nicht automatisch etwas "Besseres". Die Frage, ob wir Menschen uns bei der Energie- wie Nährstoffversorgung der Pflanzen bedienen sollen, impliziert sofort: wovon sonst ?
Nun haben wir Vegetarier (in der Mehrheit der Forenleser !?) den Schritt weg vom Tier geschafft und du willst uns die Pflanzen nehmen ?:confused: :D Aber die Frage ist berechtigt, die Argumente müssen mit derselben Ernsthaftigkeit vorgebracht werden.
Sind wir physiologisch Pflanzen- oder reine Obst-Esser ? Mit der Beschränkung auf geschenkte, überflüssig produzierte Samen und andere (von den Pflanzen) mit der Fortplanzung produzierten "Einhüllungen" könnten wir dem Dilemma entkommen. Nichts würde getötet oder geraubt. Unsere Rolle wäre ein Leben im Paradies ähnlich den Bienen auf der blühenden Wiese. Was für eine Utopie. :)
Viele Tiere bringen ebenfalls mehr Junge zur Welt als es zur reinen Arterhaltung nötig wäre. Es ist bereits eingeplant daß sie anderen Tieren (Menschen?) zur Nahrung dienen, ähnlich den "geschenkten" Samen und Früchten.
Zum anderen gibt es doch ein paar physiologische Probleme, wenn wir uns nur auf Samen und Fallobst beschränken sollten. Für die Versorgung größerer Menschenmassen wäre doch auch intensiver Anbau nötig.
Ich möchte niemanden das nehmen, wofür er/sie sich entschieden hat. :)
Ich suche nur nach einer natürlichen Einordnung, ohne Weltanschauliche oder (quasi)religiöse Gründe.
Für die Versorgung größerer Menschenmassen wäre doch auch intensiver Anbau nötig.
Grenzt ja fast an Ausbeutung ... :D
Ein schönes Gedankenspiel dieses Zusammenhanges birgt der SciFi-Film "Matrix", in dem Menschen als Batterie-Ersatz zur Energieversorgung der Maschinen angebaut werden, immerhin werden den Menschen dort (aufgrund höherer Ausbeute) virtuelle Welten injeziert, die den Abgezapften ein normales Leben suggerieren. Müssten wir unseren Nutz-Pflanzen nicht Ähnliches anbieten ? Oder ist das bereits eine weltanschauliche Argumentation ? ;)
Die natürliche Lebensordnung ist das Recht des Stärkeren oder Klügeren, das ein Fortkommen der eigenen Art begünstigt. Unsere menschliche Klugheit haben wir unter dem Begriff Ökologie der natürlichen Ordnung übergestülpt, wir Menschen schützen bedrohte Tierarten, die uns - selektive Wahrnehmung - als erhaltenswert erscheinen. Wir essen solche Pflanzen oder durch Optimierung/Auslese veredelte Pflanzen, um unsere Physiologie aufrechtzuerhalten. Bei der Gentechnik fischen wir im Trüben, vielleicht ein Merkmal unseres angeboreren Experimentiertriebes, das unvermeidbar ist und eine noch unerkannte Evolution auslösen wird (ich glaub´s nicht).
Würden wir als Fleischfresser uns von schwachen/überzähligen Jung- bzw. Alttieren ernähren, um unsere (vermeintlich) wichtige Tierproteinezufuhr zu erreichen, hätten wir den Status von Raubtieren oder Aasfressern. Als Jäger pflegen wir (heute noch) lokale Lebensräume/Jagdgebiete, um keiner Tierart eine exzessive Ausbreitung zu ermöglichen. Wir greifen massiv bis in die kleinste Nische ein, mit sehr unterschiedlichen Motiven und Verantwortungsauffassungen.
Ziemlich planlos das ganze menschliche Herrschaftsszenario. Als Tier oder Pflanze (falls Bewusstsein noch unentdeckt) ist der Mensch die Bedrohung des freien Welt schlechthin. (Die in der Entwicklungsgeschichte stets vorkommenden bedrohten bzw. kaum überlebensfähigen Arten würden uns Menschen vielleicht mit ganz anderen Augen beurteilen.) Nicht nur das, der Mensch strebt nicht weiter nach Vervollkommnung seiner Art, durch zahlreiche Umweltgifte schwächt er seine Art, die Fruchtbarkeitsanalysen der Spermien mögen ein Indiz dafür sein, der Fortpflanzungstrieb wird unterdrückt/sublimiert/in Frage gestellt. Von der Reproduktion nach gesellschaftlichen Schichten ganz zu schweigen, ein heißes Eisen, ich werde off topic. Klammer zu.
ganz schön kniffelig. Matrix habe ich gesehen, und nicht nur einmal, sowie andere Filme.
Ich denke, wir sollten uns damit abfinden, daß unser Platz (ernährungstechnisch) mitten in der Natur ist, zwischen Tieren und Pflanzen, dafür sind wir auch physiologisch geschaffen. Durch unsere Möglichkeiten der Zubereitung können wir mehr pflanzliche Nahrung zu uns nehmen als es roh möglich wäre, deshalb bedeutet es einen geringeren Eingriff wenn wir uns bevorzugt pflanzlich ernähren.
eine Tatsache und Sichtweise die viele Veganer gar nicht sehen wollen.
Auch Pflanzen sind Lebewesen...
Die Wahl, sowohl als auch der Anbau/Haltung, sollte immer ethisch sein - fuer Tiere und Pflanzen - das heisst auch weniger Verrschwendung.
Naehrstoffe die ethisch genutz werden, ob Pflanze oder Tier, werden fuer ihre Aufgabe im Lebenskreislauf 'geehrt' und nicht fuer selbstverstaendlich hingenommen.
Unsere Einstellung ist wichtiger als wir denken, denn Essen kann auch schaden - und tut es in unserer Gesellschaft auch oft (ich denke zB an Obesity/Krebs/etc-Probleme in vielen westlichen Laendern).
Am Ende sind wir auch nur Duenger/Futter fuer die Pflanzen/Tierwelt ;)
Suzy
eine Tatsache und Sichtweise die viele Veganer gar nicht sehen wollen.
Auch Pflanzen sind Lebewesen...
Ich sage dazu nur etwas, weil es logisch irgendwie nicht so hin haut.
Es gibt wohl nicht "den Veganer" und Du hast wohl am ehesten "militante Tierrechtler" kennen gelernt. Sehen das Veganer so? Bzw was denkst Du denn was sie behaupten, dass Sie kein "Leid" anrichten? Ich kenne ein paar und die sind alle wenig militant, ziemlich "normal" und es geht ihnen um Leidminimierung, keiner würde sagen, er "richtet keines an". Tiere müssen Pflanzen essen (bekanntermaßen mehr (bzgl Nährwert) um später den gleichen Nährwert zu erzeugen), keine Tiere zu essen ist somit in jedem Fall, auch ganz abstrakt gesehen, eine Leidminimierung selbst auf die Pflanzen alleine bezogen. Ich finde was ich schreibe auch recht bizarr, nur ich denke, dass es eben den logischen Fehler, den Du vermutlich machst, aufdeckt. Nicht für ungut :)
... und gefressen werden, das ist der Kreislauf, in dem auch wir drin stecken. Nur hat der Mensch da etwas falsch verstanden, siehe Massentierhaltung und Lebensmittelüberproduktion.
Es geht nicht hauptsächlich darum, ob man Fleisch isst oder Milch trinkt, es geht um das Bewusstsein WAS und WIE VIEL wir an Pflanzen/Tieren essen.
Theoretisch leben die Tiere aller in freier Wildbahn und der Mensch geht auf Jagd und erlegt hier und da mal ein Viech. Weil er so oft Pech hat, gibts vielleicht nur ein mal pro Woche Fleisch, ansonsten müssen Pflanzen bzw. Obst und Gemüse herhalten. Hat schon was mit Steinzeit zu tun, jedoch ist das meiner Meinung nach der Kreislauf, so wie er sein sollte.
Wenn man sich aber vorstellt, dass alle Tiere frei rumlaufen und man muss Angst haben, auch erlegt zu werden, irgendwie haut das auch nicht hin...
fragen zu stellen ist meist ein gutes zeichen, bei kleinen kindern und bei großen. die sophisten im alten hellas sind dafür bekannt, dass sie geschickt fragen zu stellen verstanden. die studierenden in den 60er und 70er jahren ebenso. das in-frage-stellen oder problematisieren ist in der wissenschaft zum prinzip geworden.
wenn ein kleines kind das erste mal "warum?" fragt, freut es den erwachsenen, denn es zeigt den erwachenden geist an. wenn aber dann das kind gar nicht mehr aufhört, warum zu fragen, ohne noch das ende der antwort abzuwarten, weiß mensch, dass es nur ein spiel oder ritual ist.
wollmütze, du hast wahrscheinlich übersehen, dass wir auch als strenge vegetarier/innen oder veganer/innen eine menge tierchen verspeisen, die bei der feldbestellung, ernte und verarbeitung der pflanzen dran glauben müssen. daran haben schon die altindischen dschainas gedacht, weshalb sie niemals bauern waren.
aber wir mit dem mikroskop bewaffnet sehen auch die mikroben, die bei jeder mahlzeit en masse vertilgt und im magen getötet werden. weshalb nach dem grünzeug im garten oder auf dem acker schielen, wenn es auf der zunge nur so wimmelt von tierischen lebewesen?
Hi!
Ich lebe seit Monaten vegan, mit einem sehr guten Gewissen. Mir ist schon klar, dass es gar nicht möglich ist, kein "Leid" anzurichten, denn ich gehe auch davon aus, dass Pflanzen Empfindungen haben, aber eben kein zentrales Nervensystem oder ein erkennbares Bewußtsein. Und wenn ich kein Fleisch esse, dann trage ich dazu bei, dass ich nur ca. 10% der Pflanzenmenge esse als wenn ich ein Tier essen würde, denn aus zehn Pflanzenkalorien baut ein Tier eine Fleischkalorie (hab ich gelesen). Und daher minimiere ich durch den Verzicht auf Fleisch auch den Verbrauch an Pflanzen. Und ich denke, wenn die WEltackerfläche nur für die pflanzliche Ernährung von Menschen genutzt würde, dann wäre in Sachen Bekämpfung des Welthungers alles okay. Und wenn ich Pflanzen esse, dann kaufe ich sie auch nicht im Supermarkt, sondern bei meinem Bioladen aus deren Anbau oder aus meinem Garten. Ich kann damit sehr gut leben.
Ciao, Wonda

