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Ist 'Fair Trade' automatisch 'bio'?

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Beiträge (17 )
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Gundula schrieb am 19.09.2008 um 23:03
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Ich habe es noch nicht rausgefunden:
Werden "Fair-Trade" Produkte eigentlich immer auch unter ökologischen Aspekten hergestellt? Sprich: Könnten sie das Biosiegel bekommen? Oder gibt es da Unterschiede/ spezielle Kennzeichnungen?

Und ist es sinnvoll sich lieber "Fair-Trade" als einheimisch "bio" zu ernähren? z.B. bei Honig.
Oder was ist besser: Fair-Trade aus dem Ausland oder Bio aus dem selben Land. Also z.B. Biokaffee oder Fair-Trade Kaffee?

Die Fragen sind jetzt durch die Fair-Trade Woche bei mir aufgekommen.

Vielleicht hat jemand Antworten...
    Horst schrieb am 20.09.2008 um 10:53
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    Fairtrade und Bio haben zunächst nichts miteinander zu tun. Bio-Produkte aus dem Bio-Fachhandel, sind aber oft auch Fair. Nicht unbedingt über das FairTrade-Logo, manche Hersteller haben einfach eigene Projekte. Prinzipiell legt ein Hersteller Wert auf Qualität, was nur funktionieren kann, wenn die Produzenten auch etwas davon haben. Für Discounter-Bio dürfte das eher nicht gelten.

    Wobei ich es immer noch wichtiger finde, auch die eigene Region zu unterstützen. Regionale und saisonale Produkte sind sowieso besser. Es macht sehr viel Sinn den Bio-Bauern vor Ort zu unterstützen. Oder auch vernünftig wirtschaftende konventionelle Landwirte. Sowas gibt's noch. Spannend finde ich Wirtschaftsgemeinschaften.

    Im Moment macht KarmaKonsum auch einen Blog-Karneval zum Thema FairTrade. Dazu habe ich auch was geschrieben:
    Fair Trade - Blogkarneval

    Viele Grüße
    Horst

    Blindschleiche schrieb am 21.09.2008 um 19:12
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    Hallo Gundula,

    Fair Trade kümmert sich v.a. um bessere Arbeits-, Lebensbedingungen und besseres Einkommen für kleinbäuerliche Strukturen. Da die Bio-Siegel auch mit Prüfaufwand verbunden sind, können es sich die Kooperativen in Lateinamerika oder Afrika einfach finanziell nicht leisten auch noch dieses Siegel zu erwerben. Aber es gibt immer mehr, die auch ohne Bio-Siegel biologisch produzieren. Aber eben nicht alle!

    *Ironie-Modus an* V.a. nicht die 95%, die laut Milchproduzent viel klüger sind und die billigen Dünge- und Spritzmittel einsetzen *Ironie aus*

    Und die Bio-Produkte aus EU erhalten das Fair Trade-Siegel nicht, weil sich Fair Trade bisher nur um Afrika, Asien, Lateinamerika kümmert, da es dort außer Fair Trade keine Alternativen für die Bauern gibt, bei welchen sie ihre Ernte loswerden können.

    Ich hoffe, ich habe nichts verdreht! :o

    Gundula schrieb am 21.09.2008 um 19:16
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    @Jochen Walter
    Steht es denn trotzdem irgendwie auf den Verpackungen drauf, wenn Bio angebaut wird? Sprich: Wie erkenne ich bei Fair-Trade, ob Bio oder nicht?

    inaktiver User 1251 schrieb am 22.09.2008 um 09:14
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    hallo gundula

    wenn zusätzlich ein biosiegel draufsteht, dann kannst du sicher sein, das es bio ist
    naturland engagiert sich da insbesondere im ausland.

    anonym schrieb am 22.09.2008 um 23:42
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    ich habe gerade den Kaffeeeinkauf für unser Kollegium übernommen. Dabei bin ich auf einen Kaffee gestossen der bei www.memo.de angeboten wird. kommt aus dem mexikanischen Hochland. Er hat das EU-Biosiegel aber kein fair-trade siegel. der Importeur und Röster hat jedoch mit den Kleinbauern langfristige Lieferverträge geschlossen mit Preisen deutlich über dem Weltmarktniveau. Mein Vertrauen in memo ist hinreichend, dass ich diesen Kaffee als fair bezeichnen würde auch ohne Siegel.
    Letztlich ist Bio vermutlich einfacher nachzuweisen über eine Rückstandskontrolle, als der faire Handel, den sehe ich der physischen Qualität des Produktes nicht mehr an. Letztlich sorgen faire Lieferverträge mit Preisen über dem Weltmarktniveau auch dafür, dass die Kleinbauern nicht gezwungen sind, mit Pestiziden das letzte aus dem Boden herauszuholen und daher ist damit schon eine Voraussetzung für Bio geschaffen.
    Ich würde regionalen und saisonalen Bioanbau dem fairen Import vorziehen und nur Produkte einführen/-kaufen, die bei uns wirklich nicht wachsen, wie eben Kaffee - wobei ich selbst keinen Kaffee trinke.
    utopische Grüße
    Christoph

    Diana K.-Riechers schrieb am 23.09.2008 um 10:11
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    Aus meiner Ladnerinzeit habe ich die Firma Rapunzel noch in guter Erinnerung. Sie haben das sogen. Hand in Handprojekt, dass für bio plus fair steht.
    siehe: www.rapunzel.de
    Heute wechsel ich, mal kauf ich im Bioladen, mal im Eine Weltladen.
    Kaffee trinke ich auch nicht, aber Tee.....und Kakao,Bananen, Datteln, Reis, viele Gewürze gibts nicht regional.

    Gundula schrieb am 25.09.2008 um 00:48
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    ...erst bio regional, dann Trans-Fair bio übersee, dann bio übersee und dann Trans-Fair und dann konventionell übersee...

    Und am Besten insgesamt möglichst wenig Übersee.

    Moment - wohin gehört denn da konventionell regional? Hinter Trans-Fair Bio übersee? Hm, weiß ich jetzt auch nicht. Wer hilft weiter?

    Auf alle Fälle: Bio bei Trans-Fair hat aus kostengründen nicht immer das EU-Bio Label, sondern ist individuell anders als "Bio" deklariert...

    Ist das so richtig zusammengefaßt?

    Danke!

    anonym schrieb am 25.09.2008 um 20:30
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    ich würde konventionell regional vor fernbio setzen, aber letztlich hängt das auch wieder sehr stark von der spezialität des jeweiligen produktes ab, da müsste jetzt schon mal eine ökobilanz her.

    malibu schrieb am 28.09.2008 um 10:46
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    hallo,
    wie viele, anfänglich gute ideen, wird inzwischen auch fair trade
    plus bio von grossvermarktern gekapert und als marketing ploy benutzt, da viele bauern in afrika und südamerika gar nicht die mittel haben, die fälligen gebühren zu bezahlen und beamte vor ortzu schmieren. ich sah vor kurzem eine dokumentation darüber.zwar bekommen die bauern ein paar cent mehr für ihre produkte, aber das grosse geld machen wieder die grossimporteure und vermarkter in europa und den usa.
    lg.

    Amei Poensgen schrieb am 21.10.2008 um 19:30
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    ...erst bio regional, dann Trans-Fair bio übersee, dann bio übersee und dann Trans-Fair und dann konventionell übersee...

    Und am Besten insgesamt möglichst wenig Übersee.



    Ist das so richtig? Ganz egal, was der Produzent der Kaffeebohne verdient, hauptsache ich habe meinen Biokaffee?
    Und diese ganzen Diskussion um regional oder nicht regional: Vielleicht nicht doch besser eine Freilandtomate aus Afrika als eine aus dem Gewächshaus hier?
    Deutschland ist nach wie vor einer der Exportweltmeister, große Teile der Wirtschaft funktionieren, weil es den Welthandel gibt. Sind wir da nicht ein bisschen schizophren, wenn wir darauf bestehen nur regional zu kaufen?

    Ein bisschen provozieren....


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