1969 veröffentlichte die Ärztin Elisabeth Kübler-Ross ihr Buch "Interviews mit Sterbenden". Es setzte eine umfassende Diskussion über den Tod im Westen in Gang. Die Ärztin traf auf die erstaunliche Tatsache, dass viele Menschen mit Nahtoderfahrungen während ihres kurzzeitigen Todes in das Jenseits blicken konnten. Sie waren mit ihrer Seele aus dem Körper ausgetreten, hatten Erfahrungen mit dem Jenseits gemacht und konnten nach ihrer Wiederbelebung ausführlich darüber berichten. Während ihres Erdenlebens blinde Menschen konnten plötzlich im Jenseits sehen. Sie konnten vom Jenseits aus das Geschehen auf der Erde beobachten. Die angegebenen Tatsachen wurden überprüft und stellten sich als wahr heraus. Wie konnte ein Zeit seines Lebens blinder Mensch im Zustand der Bewusstlosigkeit nach einem Verkehrsunfall seine Mitmenschen sehen und nach seiner Wiederbelebung genau beschreiben? Die einzige vernünftige Erklärung war, dass der Mensche eine Seele hat, die vom materiellen Körper unabhängig ist.
Besonders bekannt ist der sogenannte Gebissfall. Ein älterer Mann wurde in einem Krankenhaus in den Niederlanden operiert. Ihm wurde sein Gebiss herausgenommen, damit der Beatmungsschlauch gut eingeführt werden konnte. In der Hektik der Operation verlegte die Krankenschwester das Gebiss und konnte es nachher nicht wiederfinden. Zum Glück trat der Mann während der Operation aus seinem Körper aus und beobachtete von oben die Krankenschwester. Als er später wieder ins Bewusstsein kam, konnte er genau sagen, welche Krankenschwester das Gebiss wohin gelegt hatte.
1975 schrieb Raymond Moody sein Buch "Leben nach dem Tod". Darin protokollierte er die Nahtoderfahrungen von 150 Menschen. Viele berichteten, dass sie nach ihrem Tod durch einen dunklen Tunnel geflossen und in eine Dimension des Lichts gekommen waren. In der Lichtwelt trafen sie auf heilige Lichtwesen und auf ihre bereits verstorbenen Verwandten. Sie erfuhren Dinge, die sie vorher nicht gewusst hatten. Nach ihrer Nahtoderfahrung stellten viele Menschen ihr Leben vollkommen um und orientierten sich vorwiegend an spirituellen Werten.
Viele Forscher überprüften die Erkenntnisse von Kübler-Ross und Moody. Mit einer Flut von Gegenargumenten versuchte man, die Nahtodforscher zu widerlegen. Im Wesentlichen bestand die Gegenargumentation darin, dass es sich bei den Nahtodvisionen um biochemische (materielle) oder psychische (geistige) Reaktionen des Gehirns auf den sich nähernden Tod handele. Kurz vor dem Tod habe ein Mensch Halluzinationen. Das Gehirn reagiere auf den Tod mit einer Hormonausschüttung.
Einer der Hauptkritiker war der Arzt Michael Sabom. Nachdem er das Buch von Moody gelesen hatte, beschloss er, die Dinge selbst gründlich nachzuprüfen. Er interviewte über hundert Patienten, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt worden waren. Erstaunt stellte Sabom fest, dass die Menschen im außerkörperlichen Zustand Dinge gesehen hatten, von denen sie vorher nichts gewusst hatten.
Der große wissenschaftliche Durchbruch gelang Sabom 1991. Die 35-jährige Pam Reynolds musste am Gehirn operiert werden. Ihr Blut wurde aus dem Gehirn abgeleitet. Die Patientin wurde in einen Kälteschlaf versetzt. Ihr Kopf wurde mit Messgeräten verkabelt. Es wurde klar festgestellt, dass in dieser halben Stunde in ihrem Gehirn keine Gehirnströme flossen. Die Denktätigkeit war blockiert. Eine Hormonausschüttung war nicht mehr möglich. Halluzinationen konnten nicht mehr geschehen.
Und genau in dieser Zeit hatte Pam Reynolds ihre außerkörperlichen Erfahrungen. Sie schwebte mit ihrer Seele aus dem Körper heraus. Sie beobachtete von oben herab alle Einzelheiten der Operation. Dann schwebte sie durch einen Tunnel in eine Lichtwelt. Dort traf sie ihre verstorbene Großmutter und einige andere Menschen. Diese Wesen lebten in einer Paradiesdimension und besaßen viel Glücksenergie. Mit ihrer Energie stärkten sie Pam Reynolds, so dass sie die Operation gut überstehen konnte. In einem späteren, vom britischen Fernsehen (BBC) dokumentierten Interview erklärte Pam Reynolds, dass sie in der Lichtwelt den Atem Gottes wahrgenommen hatte.
Das Besondere an dem Fall Pam Reynolds besteht darin, dass hier erstmalig mit modernen Messgeräten nachgewiesen werden konnte, dass das Bewusstsein eines Menschen auch dann denken kann, wenn das Gehirn materiell ausgeschaltet ist. Es muss also ein vom Körper unabhängiges Bewusstsein geben. Körper und Seele sind zwei von einander unabhängige Energiemanifestationen. Anders sind die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft nicht erklärbar.
Der Fall Pam Reynolds wurde bis zum Jahre 2001 in vielen Untersuchungen mit anderen Patienten nachgeprüft. Sie alle bestätigten das Ergebnis von Sabom. Es wurde festgestellt, dass die Nahtoderlebnisse nicht durch biochemische oder geistige Gehirnprozesse verursacht sind. Sie sind unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, von der Religion und von dem Land der Menschen.
Den Gegnern der Seelentheorie blieb jetzt nur noch ein Argument: Die Hellsichtigkeit. Pam Reynolds hätte die Fähigkeit der Hellsichtigkeit besessen. Sie hätte damit nach der Operation in die Vergangenheit gespürt und so die Einzelheiten der Operation beschreiben können.
Dieses Argument kann damit widerlegt werden, dass die meisten Nahtodpatienten nachweisbar nicht hellsichtig sind. Hellsichtigkeit ist eine spirituelle Fähigkeit, die nur wenige weit entwickelte Menschen haben. Unter Hunderten von Nahtodpatienten ist immer nur ausnahmsweise einmal ein Hellsichtiger.
Darüber hinaus beweist gerade die Fähigkeit der Hellsicht, dass es das Jenseits und ein Leben nach dem Tod gibt. Wenn man Pam Reynolds für hellsichtig erklärt, dann muss man nicht nur ihre Operationskenntnisse, sondern auch ihren Bericht von der Lichtwelt als wahr akzeptieren. Hellsichtige können in das Jenseits blicken und beweisen deshalb die Existenz der jenseitigen Welt.
Insgesamt ergibt eine genaue Abwägung aller Argumente, dass wir nach dem heutigen Stand der Wissenschaft von einem Leben nach dem Tod ausgehen müssen. Sabom hat mit dem Fall Pam Reynolds 1991 den großen wissenschaftlichen Durchbruch geschafft. Kontrolluntersuchungen (Pim van Lommel/Holland 2001, Sam Parnia/ Universität Southampton 2001) bestätigten die Erkenntnisse von Sabom.
2007 kam sogar die Zeitschrift "Der Spiegel" in einem Artikel zu dem Ergebnis, dass die Unsterblichkeit der Seele wahrscheinlicher sei als das Erlöschen des Geistes mit dem Tod. "Der Spiegel" vollzog damit eine große Kehrtwende in seiner vorher sehr atheistischen Position.

