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Erneuerbare Energien / Allgemeines

Wie sinnvoll ist Ökostrom angesichts des Emissionsrechtehandels der EU?

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Beiträge (111 )
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JustMeWithPants schrieb am 08.02.2011 um 23:34
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Nachdem ich das: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606532,00.html gelesen habe, habe ich meine Zweifel, wieviel Positives (echter) Ökostrom bewirkt.
Was meint Ihr dazu?
    Dude schrieb am 09.02.2011 um 10:21
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    Diese Zweifel sehe ich als völlig unberechtigt an. Man sollte die Ursachen nicht mit den Symptomen verwechseln. So heißt es in dem Artikel:

    "... Schuld daran ist ausgerechnet die Klimapolitik der Europäischen Union: Denn der EU-weite Emissionshandel legt die Gesamtmenge an CO2 fest, die Stromkonzerne und Industrie ausstoßen dürfen (siehe Kasten). Und diese Menge ist unveränderlich - egal wie viele Windräder errichtet werden. ..."

    Ökostrom ist also nicht schelcht für das Klima, sondern der Emissionshandel (siehe auch: http://storyofstuff.com/capandtrade/ oder auf deutsch http://www.youtube.com/watch?v=qc2GokuYFLY )

    Und es steckt sogar eine falsche Aussage in dem Artikel. Die Menge des im Emissionshandel gehandelten CO2 ist nämlich veränderlich. Es wird von den Staaten festgelgt, also kann es auch geändert werden. Als erster Schritt könnten die nicht in Deutschland verwendeten CO2 Zertifikate von der Regierung einbehalten werden oder zu extrem hohen Preisen verkauft werden.

    Außerdem hat echter Ökostrom noch weitere Effekte als nur CO2.
    - Kohlekraftwerke stoßen immer auch zig Kilogramm Quecksilber, Arsen und Cadmium aus. Das würden wir wenigstens in Deutschland damit verringern.
    - Mit Ökostrom können wir den Atomausstieg selber machen: http://atomausstiegselbermachen.de/

    JustMeWithPants schrieb am 09.02.2011 um 16:55
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    Vielen Dank für diese gute Antwort!

    Das der Emissionshandel das Problem ist, war mir jedoch schon klar. Aber das Atomausstiegargument überzeugt. Die giftigen Stoffe aber werden dann, wie das CO2, einfach in anderen Ländern enstehen, vermutlich sogar in ärmeren Ländern, sodass mehr Schaden durch sie entsteht als hier.
    Was meinst Du dazu?

    Bada schrieb am 09.02.2011 um 17:15
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    Mit dem Wechsel zu einem der VIER ECHTEN ÖKOSTROMANBIETER setzt jeder ein Zeichen - gegen Atom und gegen den leider legalen RECS- zertifaktenschwindel.

    www.atomausstieg-selber-machen.de

    Dude schrieb am 10.02.2011 um 08:14
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    Klar werden die giftigen Stoffe in anderen Ländern emittiert. Auch dort müssen sich die Bürger gegen eine Menschen- und Umweltschädigende Energiepolitik wehren und sich für saubere Energie einsetzen. Aufklärung ist dafür der erste Schritt.

    Ich habe selbst erst Anfang letzten Jahres erfahren, dass Kohlekraftwerke Quecksilber, Arsen und Cadmium in Unmengen ausstoßen. Bei Unterschriftensammlungen habe ich festgestellt, dass es in der Bevölkerung so gut wie gar nicht unbekannt ist.

    Wir müssen die Probleme häufiger benennen, damit jeder bescheid weiß und sich nicht mehr von Wirtschaft, Politik und Medien verarschen lässt.

    inaktiver User 96603 schrieb am 27.05.2012 um 19:34
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    Ökostrom kaufen bringt eh nix. 93% des in Deutschland hergestellten Ökostroms werden eh als konventioneller verkauft. Wenn ein paar Kunden dazukommen, dann sinkt das eben auf 90%. Für die Produktion und den Zubau von Ökostrom ist ausschließlich das EEG wichtig. Die Idee das man mit dem Ökostrom privat kaufen, noch Einfluss üben kann ist irreal, denn der Markt ist hier vollkommen im Windschatten des EEG. Darum hat Ökostrom auch den gleichen Preis wie normaler Strom. Auch bei den ach so tollen "echten" Ökostromanbietern wie Greenpeace.

    Ich hab das mal vollständig zusammengefasst unter

    http://erleutherung.blogspot.de/2012/05/hilft-es-wenn-man-okostrom-kauft-nein.html

    Das mit den Zertifikaten stimmt. Wenn der Effekt mit dem EEG nicht davor käme. Ökostrom kaufen ist also doppelt dusselig. Aus trotz jetzt Ökostrom zu kaufen, kann man machen. Bringt nix. Kostet auch nix. Ökostrom ist gleich teuer. Man sollte sich aber auch nicht einbilden was für die Umwelt zu tun wenn man Ökostrom kauft. Genauso wenig wie man was für den Urwald tut wenn man sich das Dschungelbuch anschaut.

    lukita schrieb am 29.05.2012 um 11:12
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    @TimLeuther, danke für die Mühe, die Du in die Auswertung gesteckt hast. Die Schlussfolgerung kann ich allerdings nicht teilen.

    Ja, in erster Linie hat das EEG dafür gesorgt, dass wir inzwischen tatsächlich einen nennenswerten Teil an Stromerzeugungs-Anlagen am Netz haben, die Strom über die erneuerbaren Energien produzieren.

    Das EEG ist allerdings eine politische Errungengschaft, die auch die Unterstützung aus dem Volk braucht. Und das Volk kann seine Unterstützung u.a. dadurch signalisieren, dass die Bürgerinnen und Bürger zu Ökostrom wechseln. Das ist dann auch ein deutliches Signal an die Politik und an die Betreiber konventioneller Kraftwerke, zumal ich mit Bezahlen meiner Stromrechnung ausschließlich Investitionen in Erneuerbare Energien unterstütze.

    Mit Deiner Argumentation macht es wahrscheinlich auch keinen Sinn, Fairtrade Produkte oder ökologisch produzierte Artikel zu kaufen.

    Meiner Meinung nach geht es immer um ein sowohl als auch: Ich fange schon mal mit meinem privaten Konsum an. Und äußere gleichzeitig meinen deutlichen Wunsch an die Politik. Idealerweise werde ich auch selbst politisch aktiv und sorge dafür, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter ausgebaut werden.

    Ohne deutlichen Willen des Volkes ist die Energiewende nur schwierig zu machen. Es geht hier um einen Systemwechsel, der die Vormachtstellung der großen Stromkonzerne in Frage stellt.

    Dude schrieb am 29.05.2012 um 12:45
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    Stimme Lukita zu.
    Wenn ich Ökostrom z.B. Greenpeace Energy kaufe, dann hat es noch den positiven Nebeneffekt, dass die Gewinne nicht hauptsächlich bei den Geldsäcken landen, die sowieso schon mehr als genung haben und die bei ihrer Gier nach immer mehr keine Moral kennen. Es ist also doppelt (oder dreifach) Sinnvoll sich für echten Ökostrom zu entscheiden.

    inaktiver User 96603 schrieb am 29.05.2012 um 12:49
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    @Lukita
    Gut, wenn es um das politische Signal geht. Dann kann es sinnvoll sein. Aber direkte Auswirkungen hat das nicht. Das Politische Signal kann man auch durch Abstimmungen, Leserbriefe etc. zum Ausdruck bringen. Ein Vorteil ist auch (achtung komik) das Greenpeace die Rechnung auf Recyclingpapier druckt.
    Der Argumentation hab ich mich gar nicht gewidmet, mir ging es um die Fehlinformation bezüglich des Stromssees. Die wird in einem -eigendlich nicht mehr ganz legalem maße- betrieben..

    UND NEIN: Fairtrade und reguläre Ökoprodukte kaufen macht sinn. Sie führen direkt zu mehr Nachfrage und zu mehr Angebot an Fairtrade und Okoprodukten. Anders (übertragen auf den Strom Fall) wäre es wenn es eh eine gesetzliche 10% Fairtrade Quote gäbe und der Absatz von explezit als Fairtrade ausgewiesenen Produkten bei 1% läge, und die anderen 9% als normales verkauft würden. Dann würde man durch den Kauf nichts bewirken.
    bei Bioessen gibt es dann ja noch das Argument mit der Qualität und den Giften. Da würde es auch in diesem Quotenfall sinn machen. Man kann ja auch aus egoistischen Gründen Bio essen. (Wobei ich die Qualitätsunterschiede für überschätzt, wenn auch vorhanden halte)

    inaktiver User 96603 schrieb am 29.05.2012 um 12:55
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    @Dude
    Dem Land Baden-Württemberg und ein paar schwäbischen gemeinden (100% EnBW) zum Beispiel? Oder meinen Sie den schwedischen Staat (100% Vattenfall). Oder am ende die Städte im Ruhegebiet (Viele Anteile an RWE)?

    Sie würden sich wundern wenn Sie mal nachschauen wem diese Firmen gehören.

    Platte Kapitalismuskritik ist zu einfach.

    Die machen/machten (im Moment läufts ja net so) übriegeds das Geld in der Produktion. Die müssen das nicht an Endkunden verkaufen um Geld zu verdienen.

    lukita schrieb am 29.05.2012 um 12:59
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    TimLeuther schreibt: "Aber direkte Auswirkungen hat das nicht. "

    Aktuell mag das stimmen, da das EEG so unerwartet viel Resonanz hatte und zu höheren Zubauraten geführt hat als prognostiziert. Es ist meines Erachtens nach aber nach wie vor wichtig, Ökostromanbieter weiterhin zu unterstützen.

    Je weniger Gewinn die großen Energierkonzerne machen, desto weniger Geld haben sie auch, um die Medien einseitig zu beeinflussen ...


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