Erneuerbare Energien / Wichtige Weblinks
Studien und Publikationen
http://www.foes.de/
Publikationen und Studien zu Ökologischen Steuerreform
http://www.foes.de/publikationen/
Enertgieprognose ExxonMobil 2009-2030
http://www.exxonmobil.de/unternehmen/service/publikationen/downloads/files/Energieprognose09.pdf
Die ökologische Steuerreform
http://www.oeko-steuer.de/
UPI - Umwelt- und Prognose-Institut e.V.
- gemeinnütziges Forschungsinstitut -
http://www.upi-institut.de/
Felix Ekardt
Soziale Gerechtigkeit in der Klimapolitik
Die vorliegende Studie widmet sich der Frage, wie sich die zwei vielleicht größten Herausforderungen unserer Zeit besser zusammendenken und in der Lösung verknüpfen lassen: Die Wahrung bzw. Herstellung sozialer Gerechtigkeit national, europäisch und global – und die Bewahrung eines stabilen Globalklimas, ohne welches jedes friedliche Leben und damit auch jede Sozialpolitik womöglich Makulatur wäre. Das Thema soziale Gerechtigkeit ist im Klimadiskurs immer noch relativ „neu“. Und wenn es doch einmal auftaucht, so wie in diesen Wochen im Umfeld der grandios (wenngleich vorhersehbar) gescheiterten Kopenhagen-Konferenz, dann wird es ausschließlich auf das Nord-Süd-Verhältnis bezogen und auch insoweit nicht ansatzweise befriedigend behandelt. Soziale Verteilungsfragen stellen sich jedoch auch national und nicht nur global. Beide Dimensionen versucht
die vorliegende Untersuchung zu berücksichtigen und zusammenzuführen. Zugleich bietet die Studie (erneut) ein inhaltliches Konzept an, das aufzeigt, wie nach (und trotz) Kopenhagen eine radikale Klimawende konzeptionell möglich wäre – und zwar wohlgemerkt im Eigeninteresse fast aller (!) Menschen und Staaten weltweit.
Die Untersuchung entstand im Herbst und Winter 2009 im Auftrag und mit Finanzierung der Hans-Böckler-Stiftung. Sie gibt dabei ausschließlich die Auffassung
der Mitarbeitenden und nicht notwendigerweise die der Stiftung wieder. Die Studie steht im übergreifenden Zusammenhang meiner (aus knapp 30 aktuellen und angehenden Doktoranden bestehenden) Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik, die juristisch, aber auch interdisziplinär (aufgrund meiner Ausbildung dann vor allem soziologisch und philosophisch) vielfältige Fragestellungen
bearbeitet, welche sich – politisch und wissenschaftlich – im Zuge des notwendigen Umsteuerns moderner Gesellschaften auf mehr Nachhaltigkeit (also auf mehr Generationengerechtigkeit und globale Gerechtigkeit) ergeben. Neben Fragen beispielsweise der Klimapolitik spielen dabei auch die sozialen Zusammenhänge
unter den Bedingungen der Globalisierung eine wesentliche Rolle für unsere Arbeit. Nähere Informationen finden sich unter www.sustainability-justice-climate.eu.
http://www.boeckler.de/pdf/p_edition_hbs_249.pdf
Der Welt-Statusreport Atomindustrie 2009
Unter besonderer Berücksichtigung wirtschaftlicher Fragen
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/welt_statusbericht_atomindustrie_0908_de.pdf
Auszüge:
...Im Juni 2008 teilte die IAEO mit, dass die globale Atomstromproduktion 2007 um 2 % gesunken sei, das war die größte jährliche Einbusse, seit der erste Kernspaltungsreaktor 1954 in der damaligen Sowjetunion ans Stromnetz angeschlossen wurde. In der EU betrug der Rückgang sogar 6 %. Die Einbuße von ca. 60 TWh entspricht der durchschnittlichen Jahresproduktion von zehn Reaktoren bzw. einem höheren Atomstrom-Output, als jeder von zwei Dritteln aller AKW-betreibenden Staaten durchschnittlich pro Jahr ins Netz liefert. Zu diesem Ergebnis trugen insbesondere folgende Faktoren bei: die sieben Reaktorblöcke des japanischen AKW bei Kashiwasaki bleiben seit einem schweren Erdbeben im Juli 2007 abgeschaltet; in Deutschland waren bis zu sechs Reaktoren gleichzeitig wegen größerer Reparaturen vom Netz genommen; und in Frankreich mussten zahlreiche Reaktoren Inspektionen und Wartungsprogramme durchlaufen, nachdem an den Dampferzeugern ein „generisches“ Problem aufgetreten war. In Frankreich wird damit gerechnet, dass dieses Problem auch in den Jahren 2008 und 2009 die Auslastung des Reaktorparks um zwei bis drei Prozentpunkte verschlechtert.
Die weltweite Atomstromproduktion erholte sich auch 2008 nicht und sackte einen weiteren halben Prozentpunkt ab.
...wie man am Beispiel des Berichtsjahres 2008 sehen kann:
• Fünf Reaktoren sind offiziell unter „langfristiger Betriebsstop“ aufgeführt, vier in Kanada und einer in Japan. Die kanadischen Reaktoren haben seit 1995 (Bruce-1) bzw. 1997 (Bruce-2, Pickering-2 und -3) keinen Strom mehr ins Netz eingespeist. Der japanische “Schnelle Brüter” bei Monju steht seit einem Natriumbrand 1995 ebenfalls still.
• Mindestens 17 Reaktoren, die von der IAEO für 2008 als „in Betrieb“ aufgelistet sind, haben in diesem Jahr keinen Strom geliefert. Von diesen Reaktoren sind zehn in Japan, vier in Indien, zwei in Deutschland, und einer im Vereinigten Königreich. Dreizehn Reaktoren sind schon
länger als ein Jahr außer Betrieb, einer schon über zwei Jahre, zwei über vier Jahre, und einer hat gar seit 2001 keinen Strom mehr produziert (Siehe Tabelle 1). Tatsächlich hat Chubu Electric, Betreiber von zwei Reaktoren bei Hamaoka in Japan, am 22. Dezember 2008 seine
Entscheidung bekanntgegeben, dass man das AKW endgültig stilllegen werde, “weil eine Wiederinbetriebnahme unwirtschaftlich wäre“.
...Obwohl es in den vergangenen zwei Jahren zunehmend Probleme mit dem Betrieb von Reaktoren vor allem in Frankreich, Deutschland und Japan gab, scheint die weit verbreitete offizielle Begeisterung über die Atomenergie darunter nicht gelitten zu haben.
...In Deutschland nimmt das Kompetenzdefizit dramatische Ausmaße an. 2004 hatte eine Analyse der Ausbildungs- und Nachwuchssituation bereits erkennen lassen, dass der Mangel rapide zunimmt. Die Beschäftigungslage im Atomsektor wird weiter abnehmen, einschließlich der Bereiche Reaktorbau und Wartung. Die Anzahl der Stellen soll jährlich um etwa 10 % abnehmen und 2010 etwa 6 250 erreichen.
Dies schließt 1 670 Einstellungen bereits ein. Die Anzahl der Hochschulen mit atomrelevanten Lehrangeboten ging von 22 im Jahr 2000 auf zehn im Jahr 2005 zurück. Im Jahre 2010 sollen nur noch fünf übrigbleiben. Haben 1993 noch 46 Studenten in Deutschland einen Abschluss in einem atomtechnischen Fach gemacht, war es 1998 kein einziger mehr. Zwischen 1997 und Ende 2002 haben ganze zwei Studenten einen Studiengang mit Hauptfach Atomtechnik absolviert.
Insgesamt haben 50 Studenten Atomthemen nebenbei belegt. Es liegt auf der Hand, dass sich Deutschland einem dramatischen Mangel an Ausbildung und Personal gegenübersieht und zwar gleichermaßen in der Industrie, bei den Betreibern, in der Forschung und bei den Überwachungsbehörden.
...In den Anfängen der Atomindustrie hielten sich private Versicherer wegen des potentiellen Schadensausmaßes von Reaktorunfällen aus der Versicherung gegen Unfallrisiken heraus. Schon im Anfangsstadium kam die US-Regierung zu Hilfe – mit dem Price-Anderson-Gesetz von 1957, dessen Geltung seither periodisch fortgeschrieben wurde. Dieses Gesetz setzte für die Haftung für Schäden an Leib und Vermögen aus Reaktorunfällen eine Obergrenze fest. Diese Obergrenze ist selbst in den Vereinigten Staaten niedriger angesetzt als die Obergrenze für Sturmschäden, deren Ausmaß oft diese Obergrenze überschreitet. Eine solche obere Begrenzung stellt eine Subvention dar, da die AKWBetreiber an den Versicherungsprämien sparen können.
...Mit Ausnahme Deutschlands ist in keinem weiteren Land ein solcher Pool gebildet worden, sondern man findet meist eine Kombination von Betreiberhaftpflicht und staatlichen Gewährleistungen und Versicherungsschutz in einem Flickwerk aus internationalen Konventionen und einzelstaatlichen Gesetzen.
...Frankreich ist in der internationalen Atomenergiewirtschaft eine Ausnahmeerscheinung. Vor 35 Jahren lancierte die französische Regierung der Welt größtes staatliches Atomenergieprogramm als Reaktion auf die sogenannte Ölkrise von 1973. Damals wurden allerdings ganze 12 % des französischen Ölbedarfs für die Stromerzeugung eingesetzt. Dreißig Jahre später hat Frankreich seinen Verbrauch an fossiler Energie (Öl, Gas und Kohle) nur um 10 % senken können, der Mehrverbrauch an Öl im Verkehrssektor übersteigt bei weitem die im Stromsektor durch Atomenergie eingesparte fossile Energie. Der Pro-Kopf-Ölverbrauch Frankreichs ist heute höher als in Deutschland, Italien, dem Vereinigten Königreich oder als der Durchschnitt aller EU27-Länder.
2008 lieferten 59 französischen Reaktoren346 76,2 % des französischen Netzstroms (2003: 77,7 %), obwohl lediglich 55 % der installierten Kraftwerkskapazität auf Atomenergie beruhen. Am 6. März 2009 ging der mit 36 Jahren älteste französische Reaktor, der Schnelle Brüter Phénix in Marcoule, definitiv vom Netz. Die Betreiber (EDF und CEA) enthielten sich, die Öffentlichkeit zu informieren. Dabei ist dies durchaus ein historischer Moment, der das Ende der einst vielversprechenden operationellen Brütertechnologie in Frankreich bedeutet. Es sollen noch einige Experimente durchgeführt werden, bevor er im November 2009 endgültig abgeschaltet wird.
Frankreich hat eine riesige Überkapazität mit der Folge, dass es seinen Stromüberschuss zu Dumpingpreisen in die benachbarten Märkte drückt und den Stromeinsatz für höchst ineffiziente thermische Anwendungen gefördert hat. Eine einsame Winterbedarfsspitze von 92 GW steht einer installierten Kapazität von knapp 120 GW gegenüber. Selbst bei Vorhaltung einer komfortablen Kapazitätsreserve von 20 % könnte man auf 20 der 34 900 MW-Blöcke eigentlich verzichten. Kein Wunder also, dass ein Äquivalent von etwa 10 Reaktoren für den Export arbeitet, und dass Frankreich weiterhin das einzige Land der Welt ist, das über 40 seiner Reaktoren nicht nur in der Grundlast fährt, sondern die Produktion der Lastkurve anpasst (load following).
Andererseits sind die saisonalen Lastspitzen seit Mitte der 80er Jahre wegen der Verwendung von Strom für Raumheizung und Warmwasser geradezu explodiert. Etwa ein Viertel aller französischen Haushalte heizen mit Strom – eine der verschwenderischsten Formen der Primärenergieverwendung, weil der größte Teil davon bei der Energieumwandlung und bei Transport und Verteilung von Strom verloren geht. Der Abstand vom tiefsten Lasttal im Sommer zur höchsten winterlichen Lastspitze beträgt jetzt 60 GW. Das ist ein sehr ineffizienter Verlauf einer Lastkurve, da erhebliche Kraftwerkskapazitäten für sehr kurze Bedarfsperioden im Winter vorgehalten werden müssen. Dieser Verbrauchssektor wird nicht nur mit Atomstrom bedient, sondern vor allem mit fossilen Kraftwerken oder mit teurem Spitzenlast-Importstrom. So musste Frankreich 2008 19 TWh Spitzenstrom zu einem wahrscheinlich sehr hohen Preis aus Deutschland zukaufen. Als Reaktion darauf hat der staatliche Stromversorger EDF zwei sehr alte Ölkraftwerke reaktiviert – das älteste ist 1968 erstmals ans Netz gegangen – und baut neue thermische Kraftwerke, um mit dem Spitzenlast-Phänomen fertigzuwerden. Heute liegt der pro-Kopf-Stromverbrauch Frankreichs 25 % höher als der Italiens (das nach dem Tschernobyl-Unglück 1986 aus der Atomenergie ausgestiegen ist) und 15 % höher als der Durchschnitt aller EU27-Staaten. Auch der pro-Kopf-Verbrauch an Primärenergie ist in Frankreich bedeutend höher als zum Beispiel in Deutschland.
ENERGIE: 100 Prozent Ökostrom ist möglich
Der Ausbau der erneuerbaren Energien macht einen massiven Netzausbau nötig
POTSDAM - Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel hat gezeigt, wie es geht. Die Forscher haben bewiesen, dass allein Sonne, Wind und Biogas Deutschland zuverlässig mit Energie versorgen könnten. Die Wissenschaftler schalteten bundesweit drei große Windparks, 26 Sonnenstrom-Anlagen und vier Biogas-Kraftwerke unter anderem in Brandenburg quasi zusammen und zeigten, dass so etwa 8000 Einwohner dauerhaft und vor allem kontinuierlich nach ihrem konkreten Bedarf mit Ökostrom versorgt werden könnten.
...weiter und Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11892868/64289/Der-Ausbau-der-erneuerbaren-Energien-macht-einen-massiven.html
Renewables 2010 Global Status Report:
http://www.ren21.net/globalstatusreport/g2010.asp
The year 2009 was unprecedented in the history of renewable energy, despite the headwinds posed by the global financial crisis, lower oil prices, and slow progress with climate policy. Indeed, as other economic sectors declined around the world, existing renewable capacity continued to grow at rates close to those in previous years, including grid-connected solar PV (53 %), wind power (32 %), solar hot water/heating (21 %), geothermal power (4 %), and hydropower (3 %). Annual production of ethanol and biodiesel increased 10 % and 9 %, respectively, despite layoffs and ethanol plant closures in the United States and Brazil.
Interaktive Karte zur EE-Situation in den jeweiligen Staaten:
http://www.ren21.net/map/

