Erneuerbare Energien / Energiewende
Kosten und Subventionen der konventionellen Energieträger
Das hilft bei der Diskussion um die angeblich zu hohen Föderung der Erneuerbaren.
Hier eine "gute Frage" zum Thema:
http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/versteckte-kosten-der-konvetionellen
In den Antworten zu der Frage ist bereits einiges an Information zu finden.
Ich habe die Frage und die Antworten mal hierher kopiert:
Versteckte Kosten der konvetionellen Energieträger
Angesichts der aktuellen Diskussionen über Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen würde mich interessieren, ob Ihr schon gute Studien gefunden habt, die Hintergrundinfos geben über die versteckten Kosten der konventionellen Energieträger. Über das EEG werden die Kosten für Erneuerbare Energien sichtbar aufgeschlüsselt. Das passiert nicht für die konventionellen Energieträger.
Versteckte Kosten:
- Forschungsgelder für Kernkraftwerke und Endlager, Kernfusionsreaktoren
- Stromschulden für Investition in konventionelle Kraftwerke
- Braunkohle, z.B. http://www.greenpeace.de/themen/energie/nachrichten/artikel/braunkohlesubventionen_und_schluss_jetzt/
- Steinkohle, z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlepfennig
- Umweltschäden
- Nachsorge
- etc.
Gerade in den Spiegel-Artikeln wird zum Thema Solarenergie kein sauberer Vergleich gemacht zu den konventionellen Energieträgern.
Antworten:
Ich habe zwei Studien der UNEP (United Nations Environment Programme) zum Thema gefunden.
November 2009
Weltweit fließen jedes Jahr Milliarden Euro an Subventionen. Ein Bericht des UN-Umweltprogramms weist nun darauf hin, dass das Geld zur Zerstörung der Natur beiträgt, die ZEIT, 13.11.2009:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2009-11/unep-studie-umweltschutz
TEEB report released on the Economics of Ecosystems and Biodiversity for National and International Policymakers, 13 November 2009:
http://www.unep.org/Documents.Multilingual/Default.asp?DocumentID=602&ArticleID=6371&l=en
August 2008
Cutting Fossil Fuel Subsidies Can Cut Greenhouse Gas Emissions Says UN Environment Report, 26. August 2008:
http://www.unep.org/Documents.Multilingual/Default.asp?DocumentID=543&ArticleID=5902&l=en
Heute habe ich eine Mail von Greenpeace bekommen mit einer Antwort zu meiner Frage:
ja, es gibt Hintergrundinfos und Auflistungen über die Kosten von konventioneller Energie. Im letzten Jahr haben wir zwei Studien zu dem Thema vorgestellt
"Umweltschädliche Subventionen und Steuervergünstigungen des Bundes"
www.greenpeace.de/themen/energie/presseerklaerungen/artikel/bundesregierung_34_milliarden_euro_fuer_umweltzerstoerung/
und "Staatliche Förderungen der Atomenergie", in der die Subventionen der Atomenergie detailliert aufgeführt sind:
www.greenpeace.de/themen/atomkraft/presseerklaerungen/artikel/atomenergie_kostet_bundesbuerger_bereits_258_milliarden_euro/
Einzelne Aspekte der Kosten von Kohle haben wir immer wieder thematisiert, wie z.B. die s.g. Windfallprofits bei der Vergabe der Emissionszertifikate
www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/artikel/klimakiller_zahlen_statt_kassieren/
www.greenpeace.de/themen/energie/nachrichten/artikel/milliardensubventionen_fuer_klimakiller/
EXTERNE KOSTEN
Bundesministerium für Umwelt: http://www.erneuerbare-energien.de/files/erneuerbare_energien/downloads/application/pdf/broschuere_ee_zahlen_bf.pdf
S. 36ff
Für eine umfassende ökonomische Bewertung der erneuerbaren Ener-gien sind die auf den Vorseiten ab-geleiteten Angaben zu den Kosten des EEG allerdings nicht ausreichend, denn als betriebswirtschaftliche Grö-ßen spiegeln sie nicht die Tatsache wider, dass die Stromerzeugung aus nicht erneuerbarer Energie trotz al-ler umweltpolitisch bedingten Fort-schritte der letzten Jahrzehnte im-mer noch deutlich höhere Umwelt-schäden und damit Kosten verursacht als Strom aus erneuerbaren Energien.
Diese so genannten externen Kosten gehen noch nicht verursachergerecht in die Strompreise ein.
Nach einer wissenschaftlichen Stu-die für das BMU [39] spielen dabei die Treibhausgasemissionen eine zentrale Rolle: Für die hierdurch verursachten Klimaschäden kön-nen als derzeit „bester Schätzwert“ Schadenskosten von 70 EUR/t CO2 angesetzt werden. Ein Teil davon wird bereits über den Emissionshan-del im Strompreis berücksichtigt. Gewichtig sind daneben auch die durch Luftschadstoffe verursachten Gesundheits- und Materialschäden sowie in geringerem Umfang land-wirtschaftliche Ertragsverluste.
Für die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle ergeben sich so – selbst unter Berücksichtigung moderner Technik – externe Kosten in einer Größenordnung von 6 bis 8 Cent/kWh. Für moderne, gasgefeuerte GuD-Kraftwerke liegen sie immer noch bei etwa 3 Cent/kWh1).
Demgegenüber verursacht die Strom-erzeugung aus erneuerbaren Ener-gien nur vergleichsweise geringe ex-terne Kosten (i. d. R. unter 0,5 Cent/kWh; nur Photovoltaik derzeit noch etwa 1 Cent/kWh). Der Bau und die Entsorgung der Anlagen ist bei die-sen Berechnungen einbezogen.
Weitere externe Effekte (Beeinträchtigung von Biodiversität, Ökosystemen und Ver-sorgungssicherheit sowie geopolitische Ri-siken) der fossilen Stromerzeugung können aus Mangel an belastbaren Daten kaum quantifi ziert werden. Die o.g. Größen sind damit nur eine Teilsumme der derzeit tat-sächlich zu erwartenden externen Kosten.
Der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) hat einiges an Informationen auf seine Seiten zusammengestellt:
http://www.wind-energie.de/de/themen/wirtschaftsfaktor/externe-kosten/
http://www.wind-energie.de/de/themen/wirtschaftsfaktor/subventionen/
Diese Links habe ich auf die Schnelle gefunden:
http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/Themen_A-Z/Subvention/studie_uba_braunkohle.pdf
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E4995616396E44676804E6AE91DBA916F~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://www.umweltdaten.de/uba-info-presse/hintergrund/braunkohle.pdf
http://www.g-o.de/wissen-aktuell-1784-2004-10-22.html
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/subventionen-der-staat-als-klimasuender;2495892
Viel mehr Förderung für fossile Energien als für Erneuerbare
9.8.2010
43 Mrd USD für Eneuerbare - mehr als 550 Mrd USD für Fossile
Kompletter Beitrag und Quelle: http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1052447
Umweltschädliche Subventionen kosten 48 Milliarden Euro
Haushalt entlasten, Umwelt schützen – Umweltbundesamt legt Subventionsbericht vor
Dessau-Roßlau, 04.06.2010
Umweltschädliche Subventionen kosten den Fiskus gut 48 Milliarden Euro pro Jahr; das entspricht rund einem Fünftel des Bundeshaushaltes. Und die Tendenz ist leider steigend. Fast die Hälfte der Subventionen begünstigt direkt den Verbrauch fossiler Energieträger und macht so Anstrengungen im Klimaschutz teilweise zunichte.
„In Zeiten der Rekordverschuldung müssen alle Subventionen auf den Prüfstand. Der Abbau sollte allerdings nicht nach dem Rasenmäherprinzip erfolgen, sondern gezielt bei umweltschädlichen Subventionen ansetzen“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA).
Mit der aktuellen Studie gibt das UBA der Finanzpolitik eine Entscheidungsgrundlage an die Hand: „In der Krise besteht die einmalige Chance zum ehrlichen Kassensturz. Umweltschädliche Subventionen belasten den Haushalt zweimal: Heute durch Mehrausgaben und Mindereinnahmen des Staates und morgen durch erhöhte Kosten für die Beseitigung von Schäden an Umwelt und Gesundheit.“, so Flasbarth.
mehr lesen: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2010/pd10-032_umweltschaedliche_subventionen_kosten_48_milliarden_euro.htm
Renovable schrieb am 13.10.2010: Greenpeace-Studie: Atomstrom kostet Bundesbürger 304 Milliarden Euro staatliche Förderung
Zu finden unter: Community / Gruppen / Atomkraft? - Nicht schon wieder! / Forum / Argumente gegen die Atomkraft
Das kostet Strom wirklich (August 2012): http://www.greenpeace-energy.de/engagement/energiepolitik/das-kostet-strom-wirklich.html
Zitat:
In der Debatte um die Kosten der Energiewende müssen immer wieder die erneuerbaren Energien als Kostentreiber herhalten. Konventionelle Energien wie Kohle und Atom verursachen jedoch deutlich mehr Kosten, als auf der Stromrechnung ausgewiesen werden. Verbraucher zahlen diese versteckten Zusatzkosten unter anderem über Steuern und Abgaben.
Würde man die Kosten aufsummieren und auf die Verbraucher umlegen, läge diese Konventionelle-Energien-Umlage 2012 bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde und wäre damit fast dreimal so hoch wie die derzeitige EEG-Umlage. Das ist das Ergebnis der Studie "Was Strom wirklich kostet" von Greenpeace Energy.
Wie die Studie zeigt, profitieren gerade die konventionellen Energien von umfangreichen staatlichen Förderungen.
Während
Steinkohle-Verstromung zwischen 1970 und 2012 insgesamt 177 Milliarden Euro,
Braunkohle 65 Milliarden und
die Atomstromproduktion sogar 187 Milliarden Euro an Förderungen erhielt,
kommen die erneuerbaren Energien bis heute gerade einmal auf 54 Milliarden Euro.
![[image]](/uploads/assets/user/45211/e6ac7530df.jpg)
Neben Stromkosten und staatlichen Förderungen summiert die Studie auch die externen Kosten der einzelnen Energieträger wie Klimaschäden oder Folgekosten eines nuklearen Unfalls auf.
Diese Zusammenstellung ermöglicht einen transparenten Vergleich der verschiedenen Energieträger. Demnach liegt der Preis für eine Kilowattstunde Windstrom 2012 bei 8,1 Cent und für Wasserkraft bei 7,6 Cent. Steinkohle kostet unter Einbeziehung aller Kosten 14,8 Cent pro Kilowattstunde und Atomkraft mindestens 16,4 Cent.
Die Studie zeigt: Die Investitionen in erneuerbare Energien sind Investitionen in Deutschlands Zukunft, die sich auszahlen. Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien müssen die Folgekosten von Kohle- und Atomstrom jedoch noch Jahre nach dem Abschalten der Kraftwerke bezahlt werden. In der Debatte über die Kosten der Energiewende muss diese Tatsache zur Kenntnis genommen werden.
Die Studie steht als Kurz- und als Langfassung zum Download zur Verfügung.
Kumulierte staatliche Förderung der Stromerzeugung 1970-2012
http://www.unendlich-viel-energie.de/de/startseite/detailansicht/article/19/kumulierte-staatliche-foerderung-der-stromerzeugung-1970-2012.html
Zitat:
In der vorliegenden Grafik werden die kumulierten staatlichen Förderkosten der Jahre 1970-2012 für die Stromerzeugung aus den Energieträgern Steinkohle, Braunkohle, Erdgas und Atomenergie sowie für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien gezeigt.
Die Förderkosten der erneuerbaren Energien wachsen erst seit den letzten Jahren - gleichzeitig hat die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie, Biomasse, geothermie und Wasserkraft im ersten Halbjahr 2012 schon einen Anteil von 25 Prozent am Bruttostromverbrauch erreicht - und damit deutlich mehr als Erdgas, Steinkohle oder Atomenergie.
Bisherige Entwicklung der Ausgaben unserer Volkswirtschaft für Energieimporte:
2000: 39,9 Mrd Euro
2009: 54,9 Mrd Euro
2010: 65,0 Mrd Euro
2011: 81,2 Mrd Euro
Annahmen zur Preisentwicklung fossiler Energieträger: http://www.unendlich-viel-energie.de/de/startseite/detailansicht/article/19/wie-teuer-wird-die-energiewende.html
Eine neue Studie dazu ist zusammengefasst unter anderem abrufbar (Ergebnisse) unter www.planet-energy.de und/oder bei www.greenpeace-energy.de
(genauen Link liefere ich in Kürze nach; siehe dann folgende Seite dieses Threads hier)

