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Erneuerbare Energien / Allgemeines

Erneuerbare Energien: Weniger Geld, mehr Ökostrom

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Beiträge (9 )
 
Jens.Hansen schrieb am 19.01.2011 um 10:57
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Erneuerbare Energien: Weniger Geld, mehr Ökostrom

Solarpanele boomen. Das ist aus ökologischer Sicht zwar gut, aber die

Förderung der Sonnenergie kostet damit immer mehr. Paradox: Wird der

Zuschuss nicht gekürzt, implodiert das System.



Ein Kommentar von Michael Bauchmüller



Die Attacke gegen den Ökostrom ist in vollem Gange. Vor nicht allzu

langer Zeit priesen selbst die großen Stromkonzerne noch die Vorzüge

erneuerbarer Energien. Seit sie aber die Kernkraft zur

Brückentechnologie umwidmen konnten, die angeblich dem erneuerbaren

Strom zum Durchbruch verhelfen soll, wird der Ton rauer.



Mehr oder weniger verhohlen blasen sie zum Angriff auf die

Ökostrom-Förderung. Mal geißeln sie die Belastung der Stromkunden, mal

fordern sie, wie jüngst Eon-Chef Johannes Teyssen, ein neues, EU-weites

System der Förderung. Die Zukunft des Ökostroms in Deutschland ist

plötzlich gar nicht mehr sicher.



Tatsächlich liefert das System Grund zur Kritik - aber nur seines

immensen Erfolges wegen. Bisher gibt es für Strom aus Wind, Sonne und

Wasser fixe Preise. Er kostet mehr als anderer Strom, der Kunde bezahlt

dies per Umlage. Wer Ökostrom erzeugt, kann seine Erlöse damit fest

kalkulieren. Das System ist so reizvoll, dass es auch bei privaten

Bauherren einen Boom ausgelöst hat.



Massenhaft pflasterten sie ihre Dächer mit Solarmodulen. Die Folge: Die

Förderung wächst den Deutschen über den Kopf. Mehr als 13 Milliarden

Euro dürften in diesem Jahr umgelegt werden, die Hälfte davon für

Solarenergie. Das erhöht den Strompreis - und lässt sich zunehmend

schwer vertreten, vor allem gegenüber Bedürftigen. Das System droht zu

implodieren. Selbst der günstige Windstrom geriete dann in

Mitleidenschaft.



Nicht anders sähe das bei einem neuen, EU-weiten Fördersystem aus, wie

es auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger vorschwebt. Die

bisherigen Garantiepreise würden hier einem komplizierten Quotensystem

weichen. Damit aber ließen sich die Erlöse vieler Projekte kaum mehr

kalkulieren, sie würden gar nicht erst finanziert werden. In

Deutschland, wo Mittelständler, Stadtwerke oder Private den Ausbau der

Öko-Energie stemmen, stünden viele Pläne zur Disposition. Der Umbau des

Strommarktes, wie ihn auch das schwarz-gelbe Energiekonzept anstrebt,

würde viel schwerer.



Für Deutschland wäre das fatal. Kein anderes großes Industrieland der

Welt ist auf dem Weg zu einer umweltschonenden Energieversorgung so

weit gekommen wie dieses. Mehr noch: Die Ökoenergien sind derzeit die

einzige Perspektive für mehr Wettbewerb in der Stromerzeugung. Weil

sich Eon, RWE und Co. beim Ausbau der erneuerbaren Energien hierzulande

bisher zurückhalten, entstehen neue Windparks und Solaranlagen vor

allem in Regie der kleineren Konkurrenz.



Ein größerer Plan



Die Attacken gegen den Ökostrom folgen daher einem größeren Plan: Käme

der Ausbau zum Erliegen, wäre auch die Marktmacht der vier

Stromkonzerne abgesichert. Dann dominierten sie weiter den Markt mit

Kohle- und Atomstrom.



Paradoxerweise kann der Ökostrom sich nur behaupten, wenn die Förderung

sinkt. Andernfalls würde vor allem die Solarenergie die Strompreise

weiter steigen lassen; Eigenheimbesitzer mit Solardach bereicherten

sich so auf Kosten von Mietern. Ähnliche Probleme ziehen bei der

Biomasse auf. Auch hier sorgt die Förderung für einen Boom: Landwirte

bauen im großen Stil nachwachsende Rohstoffe an, um daraus Strom zu

erzeugen. Nur verteuert das vielerorts die Pachten, ergo steigen die

Lebensmittelpreise. Der Anreiz lenkt zum unerwünschten Ziel.



Im Interesse künftiger Generationen führt am Ausbau der erneuerbaren

Energien kein Weg vorbei. Nur damit lässt sich auf Dauer Strom, Wärme

und Mobilität so bereitstellen, dass es weder dem Klima schadet, noch

die Ausbeutung der globalen Ressourcen voraussetzt. Ob Deutschland als

Modell für andere taugt, wird sich aber jetzt erst entscheiden: Ist

dieses Land auch in der Lage, die Förderung so zu reformieren, dass sie

den Ausbau nicht abwürgt, gleichzeitig aber einen Ausgleich findet

zwischen den Interessen der Konsumenten und einer stärker werdenden

Ökostrom-Lobby? Das wäre dann wirklich vorbildlich.



http://sueddeutsche.de/geld/erneuerbare-energien-weniger-geld-mehr-oekostrom-1.1048072
    Hannilein schrieb am 19.01.2011 um 11:04
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    Muss eigentlich immer jeder, mehr oder weniger schlecht recherchierte, Artikel ungeprüft direkt einkopiert werden und damit zur Verbreitung von Desinformation beitragen?

    Jens.Hansen schrieb am 19.01.2011 um 11:11
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    Es handelt sich hierbei um einen Kommentar, der verbreitet wird.

    Damit bietet der Text auch eine Grundlage zur Diskusion.

    Steffen Walter schrieb am 19.01.2011 um 11:20
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    Bei der Biomasse stimme ich dem Autor zu (Tank/Teller-Problem), aber zur Stromversorgung schreibt er teilweise hanebüchenen Unsinn: "Andernfalls würde vor allem die Solarenergie die Strompreise weiter steigen lassen; Eigenheimbesitzer mit Solardach bereicherten sich so auf Kosten von Mietern."

    Dazu nur eines: Die Strompreiserhöhungen, die viele Versorger (und besonders heftig die Großen Vier und ihre Ableger) im Januar durchgezogen haben, sind in der Regel um mindestens 30-40 % höher, als es der EEG-Umlage entsprechen würde, also auf Gier und Selbstbedienungsmentalität vor allem der Konzerne zurückzuführen. Wer sich hier an wem bereichert, dürfte damit klar sein.

    Dazu folgende Quelle: http://www.gruene-bundestag.de/cms/energie/dokbin/348/348969.strompreis.pdf

    Und ein "Ausgleich zwischen den Interessen der Konsumenten und einer stärker werdenden Ökostrom-Lobby" - was ist das denn für ein Quatsch? Wir als Verbraucher werden trotz aller Scheinargumente der Fossil-Lobby erkennen (müssen), dass die Interessen der sogenannten "Ökostromlobby" und unsere Interessen eigentlich deckungsgleich sind (Stichworte Dezentralität und regionale Erzeugung).

    Dude schrieb am 19.01.2011 um 11:32
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    Ich habe es mir nicht bis zum Ende durchgelesen, aber allein diesen Satz finde ich so was von daneben: "...Die

    Förderung wächst den Deutschen über den Kopf. ..."

    So lange die Strompreise nicht die wahren Kosten von Kohle und Atomstrom enthalten ist so eine Aussage untragbar. Allein die Kosten für die Rückholung des Mülls aus dem Versuchsendlager Asse 2 kosten mehrere Milliarden. Und man könnte eine sehr lange Liste mit vielen weiteren Kosten aufmachen, die wir in zukunft für die dreckige Stromerzeugung über unsere Steuergelder bezahlen werden. Die paar Euro, die jeder von uns für die EEG Umlage zahlt ist dagegen absolut lächerlich.

    Steffen Walter schrieb am 19.01.2011 um 11:47
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    Dafür einen fetten Lesenswertpunkt!

    Jens.Hansen schrieb am 19.01.2011 um 12:06
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    Solange in Deutschland ca. 10 mal so viel Strom gehandelt als vebraucht wird, bleiben die Preise künstlich hoch.
    Der RWE Boss hat es ja mal klar fallen lassen: Die Preise werden nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern durch die Schmerzgrenze der Verbraucher.
    Solangen den großen 4 nicht die Kunden in Scharen wegbrechen wird sich nicht viel ändern.

    berniewa schrieb am 19.01.2011 um 12:21
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    20.11.2011/20:11/ 20+11sek. Stromanbieterwechsel hat umso mehr gute Gründe,

    Also bitte macht Alle mit! - was v.a. bedeutet, es im Voraus bekannt zu machen, vgl. dazu z.b. auch http://www.utopia.de/gruppen/erneuerbare-energien-203/diskussion/am-20-11-2011-um-20-11-h-grosse-20-11-sek-dauernde-aktion-192437


    und natürlich davon unabhängig und darüber hinaus auch das Tripel-VW-Konzept ... wie ich es nenne, vgl. z.B: http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/das-tripel-vw-konzept-zur-klimarettung-und-darueber

    inaktiver User 38734 schrieb am 23.01.2011 um 21:40
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    Solarförderung, 100 Prozent Erneuerbare und Australien

    Immer wieder samstags: Unsere fünf Herausgeber erzählen im Wechsel, was in der vergangenen Woche wichtig für sie war. Heute: Michael Müller, SPD-Politiker und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium.


    MÜLLERS WOCHE

    Greenpeace hat wieder eine Studie vorgestellt, nach der sich Europa bis 2050 fast zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen könnte. Warum glaubt die Bundesregierung noch immer nicht daran?

    Dass die schwarz-gelbe Bundesregierung nicht so recht an ihren eigenen Mut glaubt, zeigt ihre blinde Haltung zur Atomkraft. Wer unnötigerweise an der Atomkraft festhält, der ist nicht fähig, große Sprünge in der Energiepolitik zu machen. deshalb kommen wir nicht voran. Die traditionelle Verbundwirtschaft hat sich systembedingt immer mit der Energiewende schwer getan. Daran scheint sich nichts zu ändern. Bedauerlicherweise hat sie die Bundesregierung im Boot.

    Die Solarumlage soll zum 1. Juli um 15 Prozent gekürzt werden, zum Jahresende eventuell noch einmal um weitere neun Prozent. Warum ist die Solarbranche dafür?

    Ich halte diese immer kurzfristigeren Änderungen der Rahmenbedingungen für die Förderung der Erneuerbaren Energien für schädlich. Meines Erachtens ist die Photovoltaik sowieso anders zu sehen als andere Bereiche der Erneuerbaren. Sie sind vor allem eine industriepolitische Aufgabe, die unverzichtbar ist, um auf den ökologischen Märkten stark zu sein. Es ist meines Erachtens kurzsichtig, diese Kürzungsorgien fortzusetzen, weil es auch die Berechenbarkeit erschüttert. Deshalb sollte grundsätzlich darüber nachgedacht werden, die Photovoltik-Förderung dauerhaft stabil zu halten, zumal die Konkurrenz wächst und hart ist. Vielleicht sollte nicht nur der Forschungsbereich dauerhaft aus den Einnahmen des Emissionshandels gefördert werden.

    Und was war die Überraschung der Woche?

    Die Überraschung der Woche für mich war das Schweigen der Bundesregierung zu den Überschwemmungen in Australien und Brasilien. Völlig unverständlich. Die Globalisierung spielt scheinbar nur bei Finanz- und Wirtschaftsfragen eine Rolle.

    Quelle:

    http://www.klimaretter.info/kolumnen/kolumne-ueberraschung/7783-solarfoerderung-100-prozent-erneuerbare-und-australien


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