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Erneuerbare Energien / Energie in Bürgerhand

Bürger kaufen Berliner Stromnetz

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Beiträge (9 )
 
think sunny schrieb am 25.04.2012 um 14:47
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Hier was aktuelles, wichtiges und inspirierendes von der "Sonnenseite"!


"25.04.2012 In einem beispiellosen Gemeinschaftsprojekt treten Bürgerinnen und Bürger an, gemeinsam das Berliner Stromnetz zu kaufen.

Mit der Genossenschaft BürgerEnergie Berlin eG i.G. (BEB) wollen sie das Netz der Hauptstadt in Bürgerhand bringen, um ein weithin sichtbares Zeichen für die Demokratisierung der Energielandschaft zu setzen und die Energiewende voranzutreiben. Die Konzession mit dem jetzigen Netzbetreiber Vattenfall läuft Ende 2014 aus und wird in den kommenden Monaten neu vergeben. Damit eröffnet sich die Möglichkeit zum Kauf des Netzes.

Jeder BürgerIn ist eingeladen, sich entsprechend seiner finanziellen Möglichkeiten am gemeinschaftlichen Kauf des Stromnetzes zu beteiligen. In Form von Genossenschaftsanteilen und Treuhandeinlagen sammelt die BEB die für den Netzkauf nötige Summe. Die erste Million dafür ist bereits beisammen

Die BEB hat in der vergangenen Woche offiziell ihr Interesse an der Konzession gegenüber dem Berliner Senat bekundet und damit den ersten Schritt zu einem bürgereigenen Stromnetz getan. Die Fraktionen aller im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien haben in Gesprächen ihre Offenheit gegenüber dem Konzept der BEB zum Ausdruck gebracht.

Luise Neumann-Cosel, Vorstand der BEB, erläutert die Ziele der Genossenschaft: „Stromnetze gehören in Bürgerhand. Denn wenn die Energiewende gelingen soll, braucht es echte Bürgerbeteiligung. Die Gestaltung unseres zukünftigen Energiesystems ist nicht allein Sache von Politik und Wirtschaft, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir Bürgerinnen und Bürger wollen aktiv mitgestalten und für eine zukunftsfähige Energielandschaft sorgen.“

Die Gelder aus dem Netzbetrieb sollten nachhaltig genutzt werden, etwa indem die regionale Wertschöpfung gefördert würde. „In Berlin wird an allen Ecken gespart. Gleichzeitig fließen die Gewinne aus dem Netzbetrieb aus unserer Stadt ab. Es wird Zeit, dass wir unser Stromnetz in die eigene Hand nehmen“, so Neumann-Cosel weiter.

Cornelia Ziehm, Rechtsanwältin und Leiterin Klimaschutz und Energiewende der Deutschen Umwelthilfe und Mitglied des Aufsichtsrats der BEB: „Wir wollen eine sichere Versorgung der Berlinerinnen und Berliner mit Strom. Darüber hinaus wollen wir uns aber auch für die Integration erneuerbarer Energien in die Netze, für eine dezentrale Energieerzeugung und für den Ausbau intelligenter Stromnetze einsetzen.

Gerade intelligente Stromnetze sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Die dafür notwendige Umrüstung der bestehenden Netze ist nur mit Netzbetreibern möglich, die sich der Energiewende konsequent verpflichten. Berlin hat die Chance, Zeichen für die Energieversorgung der Zukunft zu setzen.“

Die BEB wolle jedoch nicht nur die Rolle des Netzbetreibers neu gestalten, sondern auch darüber hinaus Zeichen setzen: „Kann die BEB das Berliner Netz übernehmen, soll ein Teil der Gewinne aus dem Netzbetrieb direkt in Projekte zur Förderung einer klimafreundlichen und effizienten Energieversorgung fließen“, so Ziehm weiter.

Lukas Beckmann, Vorstand der GLS Treuhand und ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat der BEB: „Wir verbinden mit unserem Netzkauf die Idee der Gemeingüter in Bürgerhand mit dem Engagement für die Energiewende und nachhaltiger Geldanlage.

Das trifft bei vielen Menschen einen Nerv: Mehr als eine Million Euro sind für den Kauf des Stromnetzes bereits zusammen gekommen. Hier wird deutlich, welche Wirkungsmacht Bürgerinnen und Bürger haben. Wenn sich jetzt viele Menschen zusammentun, können wir auch mit kleinen Beträgen Großes bewirken.“

Die BürgerEnergie Berlin eG i.G. wurde im Dezember 2011 von Berliner Bürgerinnen und Bürgern gegründet und wirbt nun in Berlin und bundesweit um Mitstreiter. In der Genossenschaft hat jedes Mitglied eine Stimme, unabhängig von der Höhe des eingebrachten Kapitals.

Die Genossenschaft wird geleitet von den Vorständen Peter Masloch und Luise Neumann-Cosel. Der Aufsichtsrat der BEB besteht aus Hartmut Gaßner (Aufsichtsratsvorsitz; Rechtsanwalt, Kanzlei GGSC), Lukas Beckmann (Vorstand GLS Treuhand), Arwen Colell (Studentin), Dr. Michael Sladek (Vorstand Elektrizitätswerke Schönau), Steffen Walter (Dolmetscher) und Dr. Cornelia Ziehm (Rechtsanwältin, Deutsche Umwelthilfe)."

Quelle:
BürgerEnergie Berlin eG i.G. 2012

http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Buerger+kaufen+Berliner+Stromnetz+,6,a22073.html
    Steffen Walter schrieb am 25.04.2012 um 15:14
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    Danke fürs Weiterverbreiten!

    Wir hatten heute Vormittag die Auftakt-Pressekonferenz, die aus unserer Sicht gut verlief. Über Berlin hinaus soll das Projekt natürlich auch bundesweite Strahlkraft entfalten. Insofern: Jede Unterstützung (Mitgliedschaft, Treugeber, Mitstreiter) ist herzlich willkommen!

    Weiteres in Kürze auch in meinem Utopia-Blog.

    Alle Informationen unter www.buerger-energie-berlin.de

    think sunny schrieb am 25.04.2012 um 15:50
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    Hier noch ein aktueller Beitrag im 'photovoltaik-Magazin online' der ( unfreiwilligerweise ) als Indikator par excellence dienen kann, warum Stromnetze in Bürgerhand gehören:

    "Knapp 1.700 Euro verlangt beispielsweise Vattenfall in Berlin für den Einbau einer sogenannten Prozesserfassungseinheit. Diese sei nötig, um das Einspeisemanagement für Photovoltaik-Anlagen, wie es im EEG 2012 vorgeschrieben ist, normkonform umzusetzen. Andere Netzbetreiber lösen das Problem für wesentlich weniger Geld."....

    Den ganzen (sehr lesenswerten) Artikel gibts hier :
    http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/details/beitrag/teurer-netzanschluss_100007781/

    Melanie_ohne_Atomstrom schrieb am 25.04.2012 um 16:39
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    Die Genossenschaft ist aber nicht die einzige Initiative in Berlin, die derzeit für Energie in Bürgerhand aktiv ist: Seit März läuft ein Volksbegehren für die Rekommunalisierung der Energieversorgung der Hauptstadt, damit die Konzessionsverträge nicht weiter an Vattenfall vergeben werden! Infos unter www.berliner-energietisch.de
    Bis zum 25.06. müssen zunächst 20.000 Unterschriften gesammelt werden, was von einem großen gesellschaftlichen Bündnis unterstützt wird!

    Steffen Walter schrieb am 25.04.2012 um 16:50
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    Das ist richtig, Melanie - unsere Ziele sind relativ ähnlich, die Wege aber unterschiedlich:

    Unsere Initiative verfolgt das Ziel einer direkten Bürgerbeteiligung am Berliner Stromverteilnetz mittels der aus unserer Sicht demokratischsten Unternehmensform der Genossenschaft, und wir haben vor Ablauf der vom Berliner Senat gesetzten Frist am 16. April eine offizielle Interessenbekundung für die Übernahme der Netzkonzession eingereicht.

    Der Energietisch strebt wie von Dir geschrieben ein dreistufiges Volksbegehren an, das an andere zeitliche Abläufe gebunden ist: Wenn die ersten zwei Phasen der Unterschriftensammlung geschafft sind, steht die entscheidende Phase im September 2013 an (in Verbindung mit der dann stattfindenden Bundestagswahl). Vorgesehen ist bei einem Erfolg die gesetzliche Verankerung einer Anstalt des Öffentlichen Rechts als Netzbetreiber.

    Insofern sehen wir uns nicht als "Konkurrenzveranstaltungen", und man kann ja sowohl den Energietisch unterstützen als auch bei der BürgerEnergie Berlin Mitglied werden :-)

    Bada schrieb am 25.04.2012 um 17:11
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    tolle Initiativen - drücke Daumen und alle verfügbaren Finger und Zehen:-))

    Melanie_ohne_Atomstrom schrieb am 25.04.2012 um 17:23
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    Genau! Ich wollte nur deutlich machen, dass die Stromnetze bzw. die Demokratisierung der Stromnetze in Berlin gerade ein echt dickes Thema sind, das von mehreren Seiten angegangen und von vielen Menschen unterstützt wird.

    Steffen Walter schrieb am 25.04.2012 um 17:32
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    So ist es, Melanie - insofern völlige Einigkeit :-)

    Und es kommt darauf an, das Netz für die Erneuerbaren "fitzumachen". Das langfristige Ziel muss auf der Erzeugerseite "Berlin - 100 % Erneuerbar" heißen. Dazu braucht es einen Netzbetreiber, der nicht nur wie bisher reaktiv ist, sondern die Einbindung der Erneuerbaren aktiv fördert und das Netz entsprechend "bewirtschaftet".

    Uwe-Sievers schrieb am 26.04.2012 um 08:17
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    "Denn wenn die Energiewende gelingen soll, braucht es echte Bürgerbeteiligung!!

    Die Gestaltung unseres zukünftigen Energiesystems ist nicht allein Sache von Politik und Wirtschaft, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!!

    Diese beidren Sätze sagen ALLES aus, was zu sagen ist.
    (Mit EE versteht sich ja von selbst.)


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