Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Energie / fossile Brennstoffe

Peak oil - das Ende des Erdölzeitalters ist nahe

Thema abonnieren
Beiträge (22 )
1 2 3  >
MR schrieb am 08.06.2008 um 12:28
Bedenklichen Inhalt melden
Dystopia statt Utopia?

In den vergangenen Jahrzehnten seit dem 2. Weltkrieg erlebte zumindest die soganannte 1. Welt einen phänomenalen wirtschaftlichen Aufschwung.

Viele Menschen haben während ihres Lebens nur immerwährendes Wachstum gekannt und können sich eine Umkehr des Trends vermutlich nicht mehr vorstellen, selbst eine Stagnation wird als Versagen angesehen.

Der Club of Rome warnt zwar seit 1972 von einem Ende des Wachstums, seine Modellszenarien wurden aber von dem meisten als Zukunftsprognosen fehlinterpretiert und so verhallte die Warnung wirkungslos, weil man sie für nicht zutreffend hielt.

Mit dem gigantischen Anstieg des Rohölpreises nun erreicht das Thema der Endlichkeit fossiler Ressourcen wieder die Massenmedien, wobei viele das nach wie vor als kurzfristiges Phänomen von Spekulanten ansehen.
Anders kann man sich weder das Kaufverhalten bei Neuwägen, noch die Art, wie Wohnungen gebaut, eigene Leben/Existenzen geplant (Pendlerverkehr!) noch so Details wie extrem niedrige Lagerbestände in privaten Heizöltanks erklären.

Spekulation wird sicherlich eine Rolle spielen, aber der Kern des Problem liegt weitaus tiefer und es ist ein aktuell auf konventionellem Wege scheinbar unlösbares Problem.
Das Öl geht zu Neige. Nicht in 40 Jahren sondern heute. Natürlich nicht auf einen Schlag, aber es wird 1. nicht mehr genug für alle geben und es wird 2. kein billiges Öl mehr geben.

Wer meint, dass 138US$ ein teurer Preis für 159l Rohöl sei, der möge mal mit dem Fahrrad 10 Tage lang strampeln, um das Energieequivalent von 1 Diesel zu erzeugen.
Man würde in (naher? ferner?) Zukunft theoretisch auch 1.000$ oder 10.000$ pro Barrel bezahlen, z.B. für das Öl, das man für lebenswichtige Medikamente braucht.
Wer dann aber Öl für sowas banales wie eine Heizung oder sein Auto benötigt wird Pech gehabt haben.
Nicht morgen und nicht übermorgen, aber die Tendenz hat mittlerweile begonnen und wird sich, abgesehen von sicherlich vorhandenen Zuckungen, nicht mehr umkehren lassen.

Gestern erst den tollen Neuwagen mit 200PS und 9l/100km auf Kredit gekauft? Gehen die Käufer den tatsächlich davon aus, dass man in 15 Jahren Benzin für lächerliche 1,50€/l bekommt?
100km tägliches Pendeln zum Arbeitsplatz? 3000l Öl pro Jahr für die Heizung?
Ich könnte da nicht mehr ruhig in den Zukunft (10 Jahre!) blicken...

[image]

http://www.energiekrise.de

Die 2. Ölkrise war das Ergebnis einer Angebotsverknappung von ca. 5%. Wie wird die Welt wohl aussehen, wenn 10%, 20% oder 50% zuwenig Öl gefördert werden kann?
(Teersande & Co ist da alles schon mit drin)

Ein bißchen was zum lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Peak-Oil

http://www.theoildrum.com/

http://www.peak-oil-forum.de/

und mittlerweile auch auf deutsch verfügbar, wenn es etwas ins Detail gehen soll:

http://www.energywatchgroup.org/fileadmin/global/pdf/2008-05-21_EWG_Erdoelstudie_D.pdf

Die Gegenstimmen?

Eine nach der anderen bröckelt weg.

Der Lukoil Chef behauptet, Russland hätte 2007 gepeakt, USA und Europa sind längst über dem peak, die Förderung in Mexiko (Cantarell war mal das 2. produktivste Ölfeld der Welt) und Norwegen bricht derzeit viel dramtischer zusammen, als man es gedacht hätte, selbst von den Saudis, die die Daten seit Jahren weitgehend geheim halten dringt jetzt mehr und mehr nach draußen, dass die am absoluten Limit sein sollen.
BGR und IEA (nach vor 2-3 Jahren Verkünder von jahrzehntelangem Wachstum) sind die letzten Wochen in den Prognosen gravierend zurück gerudert...

"Peak oil" ist heute vielen noch ein unbekannter Begriff.

Ich befürchte, dass sich das in spästens 5 Jahren geändert haben wird.

Mal zum Nachdenken: Wieviel ct/kWh seid ihr denn bereit oder in der Lage für Eure Heizung zu bezahlen (1l Heizöl = ~10kWh), wo liegt Eure Schmerzgrenze beim Benzin?
Und das ist ja noch nicht alles! Wieviel könnt und wollt ihr z.B. für Eure Nahrung ausgeben? (da stecken irrsinnige Mengen an fossiler Energie drin, Dünger, Pestizide, Transport, Traktoren, Kühlung, Verarbeitung, usw...)

Ich glaube nach wie vor nicht, dass die Welt untergehen werden wird, aber ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass das aktuelle System, basierend auf überwiegend quantitativem Wachstum zu Lasten billigster Ressourcen noch weitere 5-6 Jahrzehnte überleben wird.

Die Gesellschaft wird Zeit benötigen sich anzupassen, vermutlich haben wir nicht mehr genug Zeit, damit es reibungslos geht.
Als einzelner habe ich aber heute schon die Chance mich vorzubereiten. Beim Autokauf, bei der Wahl der Wohnung, beim Bau des Hauses, bei der Wahl des Arbeitsweges und indirket auch bei der Anlage von Kapital, bei der Wahl der Nahrungsmittel und Produkte, usw...

Der einzelne ist nichts in der großen Welt, aber der private Nutzen, den man für sich selbst daraus ziehen kann, wenn man auf kommende Ereignisse vorbereitet ist, ist enorm.

Und sollte sich wider Erwarten die Situation doch nicht katastrophal darstellen (ich würds natürlich hoffen), was wäre dann schon verloren?

Auf eine anregende Diskussion zum Thema hoffend...

Martin
    anonym schrieb am 08.06.2008 um 16:49
    Bedenklichen Inhalt melden

    Hallo Martin,
    sehe ich genauso. Wer glaubt, dass der Ölpreis nochmal dauerhaft runterkommt, der träumt am besten gleich weiter, damit er auch die kommenden wirtschaftlichen Friktionen verschläft.
    Für niedrigviskoses Öl (relativ dünnflüssig) ist das weltweite Fördermaximum wohl schon überschritten (irgendwann zwischen 2005 und 2007) für zähflüssigeres Öl wird das Fördermaximum für 2009/10 erwartet, wenn ich mich recht an eine Aussage vom Chef der deutschen ASPO (siehe energiekriseseite) erinnere.
    Die Öl-Party ist vorbei. Geht alle nach Hause und fangt an aufzuräumen und Hausaufgaben zu machen: Organisiert Euren Alltag möglichst ohne Öl.
    Es gibt schon noch Öl, aber eben nicht mehr soviel wie nachgefragt wird und die Förderung läßt sich nicht weiter steigern. Punkt aus.
    Das ist so wie: Es gibt jeden Tag nur 10Brote beim Bäcker aber 11Leute, die jeder ein Brot haben wollen. Es wäre also falsch zu sagen, es gibt kein Brot mehr. Aber jetzt bekommt der das Brot der am meisten bezahlt/ bezahlen kann. Wer nicht mithalten kann, der kriegt kein Brot mehr.
    Und jetzt sagt nicht, dass Öl ist Gott sei dank kein Brot. Leider ist es das, es ist das Brot unserer modernen Wirtschaft.

    Christoph

    Rinaldo schrieb am 08.06.2008 um 17:16
    Bedenklichen Inhalt melden

    keine bezahlbaren spritpreise = weniger autos = weniger verkehr = mehr regionaler bezug für lebensmittel, reisen uns vieles mehr.
    preise rauf = weniger geld für all den zivilisationsquatsch, den wir gar nicht wirklich brauchen = weniger umweltverschmutzung

    nur so scheinen wir wieder vernünftig zu werden, bzw. werden zu müssen. weg vom höher, schneller, weiter -hin zum - lebenswerter, menschlicher und nachhaltiger.

    die zeiten unserer eltern (also unsere kindheit) war doch nicht schlechter. wir hatten viel aus dem garten, ein paar tiere, pflegten unsere kontakte zu verwandten, bekannten und nachbarn. es gab kein handy, kein internet, kein fax, wenige autos und viel zeit. es gab viel weniger aber informativere nachrichten. wir hatten viel mit menschen zu tun die darüber erzählt haben was sie taten und auch wussten wie. fernsehen und radio sendeten mit anspruch und auftrag, nur drei programme bis 23 uhr.

    zeit, die wir nicht damit verbrachten zu überlegen wie wir unser geld ausgaben oder damit vertan wurde vor der glotze zu verdummen. zeit die wir gemeinsam verbracht haben, am baggersee, gartenarbeiten, hausaufgaben, essen, spielen und sich unterhalten.

    ich bin bestimmt kein träumer und wünsche mir die alten zeiten wieder. auf die dinge die sich verbessert haben würde ich nicht verzichten wollen, wie z.b. die medizin. aber das meiste halte ich für keinen fortschritt in sachen verbesserung, sondern für das gegenteil.

    so freue ich mich auf die "mageren" zeiten, die auf uns zukommen.

    Burnie schrieb am 09.06.2008 um 01:05
    Bedenklichen Inhalt melden

    Martin,

    da stimm ich dir auch mal voll zu!

    auch wenn ich noch Reserven sehe und andere Preisgründe..


    Im Radio kam heute was von 40% Preissteigerung beim Gas. Da wird so manche Heizung kalt bleiben..

    Genau darauf habe ich in dem Thread " Steht die Energiewende vor der Tür?" hinweisen wollen, denn die Weichen werden bereits gestellt.

    Ich freu mich auf meine solare Wärme, seit Monaten nichts anders... alles mit nur etwas Pumpenstrom.

    Suzy schrieb am 09.06.2008 um 01:29
    Bedenklichen Inhalt melden

    Zum Thema Peak Oil und den Problemen die die Entwicklung mit sich bringen wird, kann ich den folgenden Film fuer positive Loesungen sehr empfehlen:

    "The Power of Community ? How Cuba Survived Peak Oil" (DVD, 2006)

    Beschreibung (english): http://en.wikipedia.org/wiki/The_Power_of_Community:_How_Cuba_Survived_Peak_Oil

    Es gibt diesen sehr guten Film ueber die Erfahrungen die Cuba gemacht hat nachdem die Lieferungen (Oel, Lebensmittel, Technologie) von denen das Land abhaengig war von der Sowjet Union ploetzlich aufhoerten.
    Cuba musste von einem Tag zum anderen ohne Oel und Importe auskommen - und hat dabei auf menschlicher Ebene gewonnen.

    Trailer auf youtube:
    http://www.youtube.com/watch?v=-VHt5QchfdQ&feature=related

    Die DVD ist von der website erhaeltlich, aber wird sicher auch an verschieden Veranstaltungen in Deutschland oeffentlich gezeigt (27/5/2008: http://dieleopoldstadt.at/beitrag/article/1/einladung-zu-2.html; 4/6/2008: http://josefstadt.gruene.at/politische_arbeit/artikel/lesen/30485/ - waren beide von den Gruenen organisiert).

    Permakultur Gruppen benutzen den Film als Beispiel aufzuzeigen was moeglich ist in einer urbanisierten Gesellschaft:

    http://www.powerofcommunity.org/cm/index.php
    (auch erhaeltlich von Amazon.de)

    Vortraege von Roberto Perez-Owega sind auch auf youtube.

    Ich hoffe das euch das interessiert.
    :)
    LG
    Suzy

    J.Ö.R.N. schrieb am 15.07.2008 um 11:12
    Bedenklichen Inhalt melden

    Peak Oil ist ein Thema das mich momentan mehr als alles andere (Klimawandel..) interessiert. Leider gibt es darüber nur wenig Bücher
    in deutscher Sprache, wie für einen persönlich die Zukunft aussehen könnte. (The Peak-Oil-Survival-Book).

    Was für Veränderungen gibt es? Welche Berufe sind in dieser Hinsicht zukunftssicher? Wie bekommt man frische Nahrung wenn man vom Anbau keine Ahnung? hat Wie schafft man die Umstellung zu Hause vom Öl(Heizung) weg zu kommen? Und ist es besser in der Stadt zu leben, in der man Arbeit hat und kein Auto braucht, oder auf dem Land als Selbstversorger mit (Elektro?)Auto?
    Freue mich auf rege Beteiligung

    Diana K.-Riechers schrieb am 16.07.2008 um 11:11
    Bedenklichen Inhalt melden

    Vielleicht erleben die Handwerksberufe eine neue Hoch Zeit.
    Tischler, Bäcker, Sattler, Schuster, Imker, Landwirt, Töpfer, Seiler, Schmied, Zimmermann
    Ich fände es sogar gut, wenn die handwerkliche Fähigkeiten wieder in den Vordergrund rücken würden.
    Hightech wäre dann eingeschränkt auf Medizin und Forschung, Erzeugung wichtiger Sachen.

    Und wir säßen wieder öfter beieinander, würden mehr miteinander reden, dabei vielleicht Apfelringe zum Trocknen auffädeln, spielen, vorlesen, stricken..... und uns wieder mehr wahrnehmen - angucken, zugucken, zuhören.
    Ab und zu gäbe es einen Filmabend - wir gucken uns "gemeinsam" einen "guten" Film an...., vielleicht hat dann auch jeder einen Solarfernseher...., schaun wer mal.

    Suzy schrieb am 17.07.2008 um 02:34
    Bedenklichen Inhalt melden

    Peak Oil ist ein Thema das mich momentan mehr als alles andere (Klimawandel..) interessiert. Leider gibt es darüber nur wenig Bücher
    in deutscher Sprache, wie für einen persönlich die Zukunft aussehen könnte. (The Peak-Oil-Survival-Book).
    Was für Veränderungen gibt es? Welche Berufe sind in dieser Hinsicht zukunftssicher? Wie bekommt man frische Nahrung wenn man vom Anbau keine Ahnung? hat Wie schafft man die Umstellung zu Hause vom Öl(Heizung) weg zu kommen? Und ist es besser in der Stadt zu leben, in der man Arbeit hat und kein Auto braucht, oder auf dem Land als Selbstversorger mit (Elektro?)Auto?
    Freue mich auf rege Beteiligung


    Mit deutschen Buechern kenne ich mich nicht aus, hier gibt es aber viel Material und auch Vortraege/Filme/etc, ueber Peak Oil und Post-Peak-Entwicklungen.

    Ich kann dir nur nochmal empfehlen den Cuba Film irgendwo zu erwischen, denn dort wird beschrieben wie sich eine Urbanisierte Gesellschaft innerhalb von ca 5 Jahren veraendert hat und eine neue Balance in jeder Hinsicht gefunden hat.
    So gehoeren jetzt Bauern zu den hoechstbezahlten und angesehensten Berufen, Aerzte beschaeftigen sich in ihrer Freizeit mit ihrem Gemuesegarten (rauchen auch weniger Zigarren als Stressausgleich, denke ich :D), Universitaeten und Hochschulen sind dezentralisiert und dadurch mehr Menschen zugaenglich, mit der Folge das Cuba inzwischen Aerzte fuer andere Laender in Suedamerika zur Verfuegung stellen kann.
    Das Stadtleben hat sich auch veraendert, ist menschenfreundlicher geworden und es ist eine Regel eingefuehrt worden die es auch nicht-so-reichen ermoeglicht Land und Haus zu haben. Wenn jemand ein Stueck Land bearbeitet und bebaut, dann darf er das solange behalten wie er es nutzt, sollte es nicht mehr genutzt werden, dann geht es an den Staat zurueck oder an jemand anders der es fuer die Gemeinschaft nutzt. Wenn jemand Freude an Agrarwirtschaft hat (zuerst gezwungenerweise fast vollkommen Eco/Organisch, weil wenig petrochemical Duenger, etc, zur Verfuegung standen), dann kann er sich und fuer seine Familie einen neuen Lebenstil und Beruf erwerben, ohne das Kapital erst aufzubringen, sondern nur durch eigene Arbeit und Enthusiasmus.

    Es sollte doch jeder lieben was er zum Erwerb tut damit die Freude an der Beschaeftigung wichtiger ist als das Geld. Das macht glueckliche Menschen und ausreichende Mittel.

    Um dir Mut zu machen: Ich bin in Berlin geboren, habe ueber Permakultur ueber organischen Anbau in den 1990ern gelernt und habe jetzt einen Obst und Gemuesegarten der, wenn ich ihm ein bischen Zeit widme, mich gut zur Selbstversorgung unterstuetzt. Es ist keine schwierige Kunst zu lernen, viel Wissen liegt schon vor und Gaertner teilen Wissen gerne. Beobachtung ist wichtig und den Lebenszyklus der Natur muss man lernen (oder wiederfinden :)) und sein Leben daran anpassen.

    Unnatuerliche Routinen (wie arbeiten von 9 bis 5, Wochenenden frei, egal ob bei Regen/Schnee/Sonne) muss man sich langsam abgewoehnen und sich an die natuerlichen Rhythmen anpassen (morgen regnet's, heute pflanze/saehe ich, wenn's zu heiss ist ist ein Ruhetag - auf an den See, wenn's stuermt mit einem guten (Garten-)Buch die Fuesse hoch und teetrinken, am naechsten Tag muss man dann sowieso aufraeumen...) So hat man ein abwechsungsreiches und spontanes Leben das sich aus keinem Grund aus der Ruhe bringen laesst.
    Ich ziehe das einem 9-5 (oder mehr) Job vor und gebe gerne einen Teil des Einkommens auf um mir dafuer Orangen und Tomaten zu ziehen.

    Wenn du Rat brauchst ohne Heizung auszukommen, kann ich dich an meinen Freund (jetzt hier :)) - oder auch andere hier in Utopia - verweisen, der hatte das schon laenger bei euch drueben praktiziert und viele Loesungen gefunden. Die Waerme da erzeugen und halten wo sie gebraucht wird ist effizienter als grosse Volumen von Raum zu beheizen nur um eine Person warmzuhalten. Ueber 90% von Heizenergie ist verschwendet. Sich an niedrigere Temperaturen gewoehnen, sich der Aussentemperatur entsprechend anziehen, sich bewegen und andere Nahrung zu sich nehmen sind nur einige Methoden den Koerper und nicht die Luft im Raum warmzuhalten.

    Sicher findest du Loesungen die fuer dich individuell funktionieren - wie in allen Dingen gibt es keine Allgemeinloesungen, sondern nur individuelle Faelle die sich anpassen muessen um energieneutral zu sein.

    Ich freue mich jedenfalls auf Peak-Oil und die Aenderungen die es geben wird - ich sehe das als ein positives Erwachen :D

    Gruesse aus Oz,
    Suzy

    J.Ö.R.N. schrieb am 17.07.2008 um 08:22
    Bedenklichen Inhalt melden

    Erstmal dankeschön für eure Antworten.
    Vom Cuba-Film habe ich schön öfters gehört, mir ihn aber nie angesehen, da ich zugegebenermaßen gesprochenes Englisch
    (geschweige denn spanisch) kaum verstehe.

    Ich freue mich jedenfalls auf Peak-Oil und die Aenderungen die es geben wird - ich sehe das als ein positives Erwachen

    Auf die Veränderungen die kommen werden bin ich auch sehr gespannt. Ich bin mir sicher, das es noch in meinem Leben passieren wird. Aber ich weiß nicht recht, ob ich mich darauf freue.
    Denn bis wir dazu kommen, dass wir wieder einfach und ursprünglich leben wie vor 70-100 Jahren mit selbstgezogenem Gemüse und Zeit füreinander, wird es erstmal erhebliche Probleme geben. Wie soll die Nahrung für 8-9 Milliarden Menschen (ohne Erdöl) angebaut werden? Mit dem Pflug? Selbst Düngermittel besteht aus Erdöl. Und wie sollte es (ohne Erdöl) in die Supermärkte kommen? Wie kommen die Menschen zu ihrer Arbeit, wenn sie denn noch welche haben? Und wie heizen Menschen ihre Wohnung im Winter? Wie sollen ohne Erdöl Produkte wie Solaranlagen oder Elektroautos gebaut werden? Und wird es Seuchen geben, wenn wir (ohne Erdöl) keine Medikamente mehr hinbekommen? Ich glaube fast, das einzige Medikament in dem kein Erdöl steckt ist Aspirin..

    Vielleicht erleben die Handwerksberufe eine neue Hoch Zeit.
    Tischler, Bäcker, Sattler, Schuster, Imker, Landwirt, Töpfer, Seiler, Schmied, Zimmermann

    Hm, Bäcker wäre vielleicht wirklich ein Job mit Zukunft...
    Würdet ihr schon jezt einen guten Job (von 9-5) aufgeben um einen alten Handwerksberuf zu erlernen?
    Wie bereitet man sich schon heute vor??

    Diana K.-Riechers schrieb am 17.07.2008 um 09:14
    Bedenklichen Inhalt melden

    Ich habe auch das Gefühl, dass sich noch zu meinen Lebzeiten unser Leben stark verändern wird. Ich schwanke zwischen Beunruhigung - wenn ich über das Schlimmste nachdenke, was passieren könnte: Hunger, Kälte,Überlebenskampf- und Neugier. Wahrscheinlich spricht aus mir eine gewisse Unzufriedenheit: so wie es jetzt ist, ist es nicht gut. Ich kann zwar für mich etwas verändern, das versuche ich auch, aber diese Aussenseiterposition in die ich mich dadurch bringe gefällt mir auch nicht immer. Ich hätte für meine Anstrengungen gerne mehr Anerkennung als Häme. Na gut.
    Ich habe mal einen Handwerksberuf gelernt: Goldschmiedin. Der ist wahrscheinlich in Krisenzeiten nicht von Nöten. Aber ich habe mir ein handwerkliches Geschick bewahrt: es macht mir immer noch Spaß etwas zu Produzieren. Sei es nun Sockenstricken, Marmelade kochen, Kräuter ziehen, Kalligrafie, Malen, etc.
    Auch mein Mann hat mal einen Handwerksberuf erlernt: Feinmechaniker, obwohl auch er nicht mehr in diesem Beruf direkt arbeitet, sondern im Vertrieb, hat er sich als Hobby seine Lust am Handwerken erhalten. Heute arbeitet er gerne mit Holz oder im Garten. Unser Schuppen ist voll mit Werkzeugen - für seine und für meine Hobbys und das empfinde ich als soliden Grundstock für kommende Zeiten.
    Neues ausprobieren, üben, dazulernen und zwar nicht nur Theorie, sondern auch Praxis.

    AgnesB schrieb am 17.07.2008 um 11:31
    Bedenklichen Inhalt melden

    keine bezahlbaren spritpreise = weniger autos = weniger verkehr = mehr regionaler bezug für lebensmittel, reisen uns vieles mehr.
    preise rauf = weniger geld für all den zivilisationsquatsch, den wir gar nicht wirklich brauchen = weniger umweltverschmutzung


    dem stimme ich voll und ganz nur - habe aber gleichzeitig ein Problem, denn ich fahre täglich insg. 12o km mit dem Auto zur Arbeit und zurück. Auch wenn ich schon auf Autogas umgestellt habe, so fressen einen doch die Spritpreise die Haare vom Kopf. Andererseits kann es ja auch nicht sein, dass die gesamte Landbevölkerung vom Arbeitsleben ausgeschlossen bleibt, weil die Fahrtkosten zu hoch sind. Ich muss sicher nicht erst erwähnen, dass bei uns weder Bus und Bahn fahren. Ich also Autofahren muss, oder ..... ich sehe aber eben kein oder.

    Diesen Aspekt sollte man also nicht ganz vergessen.

    Viele Grüße,
    AgnesB


1 2 3  >
Beitrag schreiben