Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

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Biodiesel ökologisch?

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Beiträge (77 )
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    klerol schrieb am 21.02.2008 um 23:30
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    @Tachy
    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin absolut FÜR alternative Energiequellen!

    Das Problem besteht nur darin, das die heute zur Verfügung stehende Technologie noch nicht die notwendige Effizienz besitzt, um uns zum Beispiel PRIMÄR mit Solarstrom zu versorgen.

    Die gigantischen Ressourcen die hierfür gebraucht und auch verbraucht würden, könnten nie den ökologischen Nutzen rechtfertigen. Auch aus dem Grund, dass die Nachhaltigkeit fehlt. Die ist im Verhältnis zu gering.

    Ausserdem würde ein solches Projekt politsch scheitern. Daher müßten wir die Zeit schon jetzt nutzen, um den politischen Weg hierfür zu bereiten. Tja, und genau HIER liegt das Problem...

    Daher "Utopist" :rolleyes:

    klerol schrieb am 21.02.2008 um 23:47
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    @Steinbichler5:
    Was Du sagst kann ich nur unterstreichen. Es wird sich aber nie jemand trauen, dieses auf politischer Bühne anzusprechen. Dafür ist das Thema viel zu heikel.

    Leider scheint eine negative Entwicklung im Moment eher wahrscheinlich, alsdass eine GLOBALE Lösung gefunden wird. Prognosen zufolge steuern wir auf Konflikte, Völkerwanderungen, Kriege und Hungersnöte zu.

    Da spielen umweltschonende Massnahmen für mich eher eine untergeordnete Rolle. Oder wird dieses Problem nicht als solches gesehen, oder vielleicht heruntergespielt???

    Ute Stephani schrieb am 22.02.2008 um 15:26
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    Vielleicht muss ich meinen Beitrag noch etwas präzisieren. Ich will die Notwendigkeit einer Energiewende ganz und gar nicht bestreiten. Was von Hermann Scheer vorgeschlagen wird, ist für mich nicht akzeptabel, weil die Zeiten der Nahrungsüberschüsse vorbei sind, nur wenige Länder (insbes. USA, Frankreich .. und auch die Bundesrepublik) in der glücklichen Lage sind, Nahrungsmittel (vor allem Grundnahrungsmittel) in Größenordnungen über den Eigenbedarf hinaus zu produzieren, die meisten Länder auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind, die Verteuerung und Verknappung der Nahrungsmittel nicht zuletzt wegen der weltweiten Verdrängung des Anbaus von Nahrungspflanzen durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung in vollem Gange ist. Die Ackerfläche (nicht landwirtschaftliche Nutzfläche), die pro Erdenbürger zur Verfügung steht, wird seit einiger Zeit immer geringer. Zur Erinnerung: Jeder 7. Mensch auf diesem Planeten hungert! Vor diesen Hintergrund muss man dann die "enorme" Ausbeute an "Bioenergie" je km² Ackerfläche betrachten. :confused:

    bastler schrieb am 22.02.2008 um 16:25
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    durchaus richtig,
    auch die von @stefani erwähnten >8% sind meines erachtens durchaus realistisch, da ja brenngase nicht immer die gleiche hunderprozente chemische zusammensetzung haben, wird meist mit einem etwas "toleranteren" luftüberschuss gefahren um, gegebenenfalls einem, auf luftmangel resultierenden, co-ausstoss vorzubeugen, zumal das ja meist dann auch noch mit einer erhebliochen "verrussung" einher geht.

    Das mag wohl richtig sein, aber man würde die zusätzliche Luftzufuhr wahrscheinlich nicht als Verlust bezeichnen.
    Ich habe noch eine andere Theorie:
    da ja nie eine 100%ige Umsetzung der eingesetzten Stoffe (nennen wir sie der Einfachkeit halber Gülle) erreicht werden kann, wird auch in der verarbeiteten Gülle weiter Methan erzeugt, genau wie auch in der angelieferten, also unverarbeiteten Gülle Methan freigesetzt wird (deswegen explodieren Güllebehälter ja auch hin und wieder, wenn die Lüftung nicht in Ordnung ist).

    Entscheidend ist jedoch die Gesamtbilanz: wieviel Methan wird aus Gülle usw. freigesetzt, wenn sie nicht zu Biogas verarbeitet wird? Das Ergebnis (Zitat wieder aus: http://www.landwirtschaft.sachsen.de/lfl/publikationen/download/1402_1.pdf):

    "Durch den Abbau organischer Substanzen in tierischen Exkrementen entstehen schätzungsweise 0,8 Mio. t CH4/a (AHLGRIMM, 1995).
    ...
    AHLGRIMM (1995) schätzt, daß durch Errichtung von Biogasanlagen die Methanfreisetzung aus tierischen Exkrementen um mindestens 50 % reduziert werden kann."


    Nicht nur zur regenerativen Energiegewinnung, sondern auch zur Reduzierung des Methanausstoßes aus Landwirtschaft, aber auch aus Kläranlagen währe es also wichtig, das Methan nicht mehr unkontrolliert in die Atmosphäre entweichen zu lassen, sondern die methanproduzierenden Stoffe zu Biogas zu verarbeiten!

    Rinaldo schrieb am 24.02.2008 um 18:28
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    zitat klerol:
    Da spielen umweltschonende Massnahmen für mich eher eine untergeordnete Rolle. Oder wird dieses Problem nicht als solches gesehen, oder vielleicht heruntergespielt???

    hier ist die utopia.de, welche sich mit strategischem konsum beschäftigt und ebensolche fans um sich sammelt.

    themen wie bedingungslose grundeinkommen für alle, welchen joghurt kann ich noch essen oder ist es noch vertretbar bei tchibo einzukaufen sind gefragt.......

    klerol schrieb am 25.02.2008 um 12:43
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    Was von Hermann Scheer vorgeschlagen wird, ist für mich nicht akzeptabel, weil die Zeiten der Nahrungsüberschüsse vorbei sind, nur wenige Länder (insbes. USA, Frankreich .. und auch die Bundesrepublik) in der glücklichen Lage sind, Nahrungsmittel (vor allem Grundnahrungsmittel) in Größenordnungen über den Eigenbedarf hinaus zu produzieren..... :confused:

    Die USA verbrauchen heute doppelt soviel Ressourcen, als diese produzieren. Daher müssen entsprechend Nahrungsmittel importiert werden.

    @ Rinaldo: Sorry... ich weiss nicht genau was Du mit Deinem letzten Kommentar gemeint hast.

    Ich frage mich nur: Was ist das größere Übel, bzw. wo ist der Richtige Ansatz beim Thema Umweltschutz??? Wenn ich das Thema "Überbevölkerung" in Betracht ziehe, müßte man dann nicht hier ansetzen? Der Umweltschutz ist ja an die Bevölkerungszahl gekoppelt...

    Ich hatte da eine Idee, die vielleicht schon einiges bringen könnte. Seht dieses Einmal als Diskussionsgrundlage:
    Jedes Land darf nur soviel Ressourcen (Nahrungsmittel, Rohstoffe, Energie) importieren, wie es exportiert.
    Überlegt einmal, was dieses bedeuten würde. Überwiegen die Vor- oder die Nachteile?

    Vorteile mit Sicherheit:
    - Schonung der Umwelt durch verringertes Transportaufkommen
    - Stärkung der Binnennachfrage
    - Zielgerichtete Planung
    - Schonung vorhandener Reccourcen

    Nachteile:
    - Rückgang des Welthandels
    - Schwächung der Wirtschaft
    - Einbruch der Aktienkurse bei "Global-Playern"

    Rinaldo schrieb am 25.02.2008 um 13:11
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    von utopia gemeint, die hier -oben "über utopia" angegeben- nachzulesen sind.

    und was im forum ausgetauscht, besprochen oder diskutiert wird spricht für sich selbst......

    mit weltrettung hat das -meines erachtens- wenig zu tun, hier geht es um KONSUM, strategischen.

    klerol schrieb am 25.02.2008 um 13:54
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    Hi Rinaldo,

    das sehe ich anders! Gerade die Fragen: Ressourcen und Weltbevölkerung haben sehr viel mit strategischem Konsum und vor allem mit Nachhaltigkeit zu tun.

    Wenn alle Felder "leergefressen" sind, gibt es keine Nachhaltigkeit mehr. Also müssen wir beginnen, die vorhandenen Reccourcen strategisch zu verteilen. Wir schaffen es heute bereits nicht die Menschen in Afrika so zu versorgen, dass dort niemand verhungern muss.

    Ich würde gerne wissen, wie wir in der Zukunft für unser heutiges Vehalten beurteilt werden :confused:

    Gruß Rolf

    Ute Stephani schrieb am 25.02.2008 um 15:39
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    Zitat Klerol: "Die USA verbrauchen heute doppelt soviel Ressourcen, als diese produzieren. Daher müssen entsprechend Nahrungsmittel importiert werden."

    Aus dem Fischer Weltalmanach 2008 geht hervor, dass die USA nach China den 2. Platz der Weltproduktion an Getreide belegt. Deutschland wird auf Platz 9 geführt.
    "Hauptexportländer für Getreide waren 2006 die USA, Kanada, die EU-Staaten, Argentinien, die Ukraine und Thailand (für Reis). Futtergetreideausfuhren kamen zu 50% aus den USA ....
    Die wichtigsten Importeure für Getreide waren 2006 Japan und die Entwicklungsländer der mittleren und oberen Einkommenskategorien."

    und

    "Die Weltmarktpreise für Getreide erhöhten sich 2006 kräftig wegen der geringeren Produktion und der Spekulation mit möglichen Versorgungsengpässen. Hinzu kam als preistreibender Faktor die Ölpreiserhöhung, die die Kraftstofferzeugung aus Getreide nahelegte. In zunehmenden Maße wird Getreide nicht nur als Nahrungs- und Futtermittel, sondern auch als regenerative Energiequelle genutzt, insbesondere zur Bioethanolerzeugung aus Mais."

    Dass in die USA sicher auch sehr viele Lebensmittel (bis hin zu Kaviar u.ä.)importiert werden, ist, was die Darstellung der Konkurrenz (Ackerflächen!)zwischen Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen als Energieträger betrifft, eigentlich schon wieder ein neues Thema.
    Die ärmsten Menschen dieser Welt bekommen oft ihr ganzes Leben lang nichts bessers als Körner zu essen.

    Ute Stephani schrieb am 25.02.2008 um 16:42
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    Hallo @bastler,

    eine Schätzung, die mehr als ein Jahrzehnt alt ist, sagt nicht viel über die tatsächliche Entwicklung bezüglich der tierischen Exkremente in den leetzten Jahren.

    Für die Gesamtbilanz in der Landwirtschaft ist das aber schon mal gar keine Aussage. Es landet schon jetzt (volkommen sinnvol und sowohl unter ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten zu befürworten) allerlei "Abfall" in Biogasanlagen. Es soll aber ein Vielvielfaches :eek: an Biogas direkt vom Acker produziert werden. Die Energiepflanzen benötigen (um kokurrenzfähig wachsen zu können) oft starke Düngung, wodurch klimawirksame Gase entstehen. Da die Menge an erzeugtem Biogas mit Biomasse direkt vom Acker dann exorbitant steigen würde, würden sich dann auch die Verlustmengen ordentlich summieren.


    ;)Ich gewöhne mir immer mehr an, die Welt aus der Perspektive jener Menschen zu betrachten, die um ihre Chance, ein Leben in Würde und ohne Hunger zu führen, betrogen werden.


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