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Energie / Kernenergie

Atom- oder Kernenergie?

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Beiträge (15 )
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Florian Besser schrieb am 19.10.2008 um 13:02
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Warum heißt dieses Forum eigentlich "Kernenergie" und nicht "Atomenergie". Es ist ein bisschen Haarspalterei, aber Insider beider Seiten erkennen sich jeweils daran, dass die Gegner von Atomenergie, -kraftwerken, -waffen etc. sprechen, während die Befürworter das alles mit "Kern-" bilden. Dieses Forum ist doch eher kritisch eingestellt, oder?

Falsch ist wohl beides nicht. Die Fans sagen es gehe um die Spaltung des (Atom-)Kerns, weswegen dieser Begriff richtig sei. Kritiker meinen Kern klinge nach Steinobst und argumentieren historisch: die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki hießen Atombomben, das amerikanische Propagandaprogramm für die "friedliche" Nutzung der Atomenergie hieß "Atoms for Peace". In Deutschland war FJ Strauß der erste Bundesminister für Atomfragen und 1956 wurde der Lobbyverband "Deutsches Atomforum" gegründet, der übrigens immer noch so heißt. Dem schlechten Ruf der Bombe ist auch der Begriffswechsel zu verdanken, "Kern" war nicht so negativ konnotiert.
    Herbstlicht schrieb am 19.10.2008 um 17:06
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    Weil "Kern-" korrekt ist?
    Atomphysik beschäftigt sich nicht mit dem Aufbau des Kerns, sondern eher mit dem der Elektronenhülle und allem was dazu gehört.
    Kernphysik beschäftigt sich mit dem Aufbau der Kerne. Grund für die frei werdende Energie ist die Kernkraft (Bindungsenergie der Kerne/Nukleonen).
    Aber das hat hast Du ja eh schon geschrieben. Auch ich sage in normalen Gesprächen manchmal Atomkraftwerk/bombe, weil es eben eher Alltagssprache ist.

    Florian Besser schrieb am 19.10.2008 um 23:35
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    Sprachwissenschaftlich und physikalisch korrekt müsste man dann wohl Atomkern... sagen, oder? Das ist beiden Seiten zu aufwändig, weswegen sich die Gegner bei den Atomen geblieben sind und die Befürworter so ab den 60ern von Kernen sprechen.

    Ich hoffe ja mal, dass Utopia.de diese Technik eher kritisch sieht und deswegen prädestiniert ist den Begriff Atom (und nicht Kern) zu verwenden, damit die Leute die den Unterschied kennen, nicht auf falsche Gedanken kommen.

    anonym schrieb am 23.10.2008 um 17:54
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    verwechslungsgefahr?
    besteht die denn?
    hm, da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen, dass irgendjemand utopia als pro Atomkraft einschätzt, weil der Strang Kernkraft heißt. Dass es keine Zellkernkraft ist, sondern Atomkernkraft, ist wohl allen klar.
    Naja vielleicht ist Kernkraft schon ein klein wenig klugscheißerisch, wenn man damit zeigen möchte, dass man weiß, dass es eben die Kernkraft ist, die die Energie liefert.
    Wobei das Wort Kraft in Kernkraftwerk ja nicht vom Begriff Kernkraft kommt, sondern vom Begriff Kraftwerk. Es wäre also noch korrekter es Kernkraft-Kraftwerk zu nennen.
    Aber vielleicht ist es ja doch einfach egal, wie korrekt das Kind benannt ist und die Leser erkennen an den Beiträgen, wie Utopisten auf das Thema schauen :-)

    utopische Grüße
    Christoph

    Amish_der_Radfahrer schrieb am 15.12.2008 um 00:55
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    Ein Freund und politischer Weggefährte von mir, der als freier Journalist arbeitet und sich intensiv mit dem Thema Atomkraft befaßt, hat sich kurz nachdem ich mich in Utopia angemeldet und anschließend ihm und einigen anderen Utopia empfohlen habe, mal in meinem Beisein die Startseite angesehen.

    Es half nichts, daß ich ihm gesagt habe, daß er von dem, was dort zu finden sei, nicht darauf schließen könne, wie die Leute in der Community drauf seien.

    Er klickte sich durch die Artikel und fand am Ende eines Beitrags zur "Kernenergie" ausgerechnet einen Link zur Propaganda-Website der Atomindustrie: www.kernenergie.de

    Das reichte ihm bereits aus, um zu meinen, die Leute in Utopia wären Atomkraftbefürworter oder zumindest völlig naiv und ahnungslos. Und seitdem hält er auch mich für naiv.

    Ich habe den betreffenden Artikel leider nicht mehr auffinden können, daher kann ich diese Behauptung nicht mit einem Link belegen. Vielleicht findet das jemand Anderes? Es dürfte so ungefähr Anfang September gewesen sein.

    Und: Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine wirklich neutralen Informationen zur Atomkraft (respektive Kernenergie). Die Artikel auf Wikipedia werden nach Aussage des BUND Südlicher Oberrhein von der Atomindustrie kontrolliert und laufend überwacht. Wenn jemand an diesen verharmlosenden Beiträgen etwas ändere, insbesondere Links zu Seiten von Umweltorganisationen oder Atomkraftgegnern lege, würde dies binnen einer Veirtelstunde rückgängig gemacht! Zudem würden die betreffenden Autoren als "Spammer" gebrandmarkt und so schließlich gesperrt.

    Mit anderen Worten: Die Industrie verkauft Spam als Wahrheit, und diese Spammer schaffen es, ausgerechnet jene, die gegen deren Spam vorgehen, als Spammer sperren zu lassen.

    Außer den Propagandaseiten der Atomkraftbefürworter und den von ihnen manipulierten als "neutral" gedachten Seiten gibt es nur die vielfältigen Websites der Atomkraftgegner.

    Nun könnte man ja meinen, wenn man das wisse, sei das Problem ja zu umgehen. Bloß: Vielen - insbesondere SchülerInnen - ist das nicht bekannt, und nicht wenige glauben (laut einer Umfrage unter Jugendlichen), auf Wikipedia stünde nichts als die Wahrheit.

    Daher ist es wichtig, daß wir hier in Utopia erstens von "Atomkraft" statt von "Kernenergie" sprechen und zweitens generell darauf achten, was für Links wir anbieten. Das gilt bitteschön auch für (bezahlte) Werbebanner.

    Viele Grüße aus Freiburg (beim AKW Fessenheim)
    Amish

    Blindschleiche schrieb am 15.12.2008 um 09:42
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    Hallo, Amish,

    den Link www.kernenergie.de finde ich auch nicht, aber mehrfach den Link http://kernenergie.de/energieverantwortung/zukunftsfragen/wie-gruen-ist-eigentlich-oekostrom/index.php.

    Dieser findet sich vor allem im Forum Mitmachen!

    Dann gab es noch den Fred Atomstrom ist Ökostrom, der oberflächlich gesehen auch schnell zu falschen Urteilen führen konnte.

    An diesen Fred's war unser Troll Markus B. beteiligt, der definitiv ein Atomstrombefürworter ist.

    Aber deswegen darauf zu schließen, dass die Mehrheit der Utopisten Atomstrom vefürwortet ist so vermessen, wie aufgrund einer Werbeanzeige von Greenpeace in einer normalen Regionalzeitung zu behaupten, die Leser der Regionalzeitung wären alle Öko's.

    Und um eine Diskussion, wenn auch mit einem Troll, Für und Wider Atomstrom zu führen braucht es notwendigerweise auch die Links zu Atomstrombefürwortern. Denn nur dann können die dort aufgeführten Argumente auseinander genommen werden.

    Aber soll ich dann trotzdem in jedem meiner Beiträge nochmal "Ich bin Atomstromgegner" kleistern, damit dies allen, auch den "obeflächlichen" Lesern klar wird?


    Übrigens: Ich bin Atomstromgegner!

    Wunschkind schrieb am 25.12.2008 um 18:32
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    Linguistik mal hin oder her, für den Einzelnen, der Nachrichten guckt und Zeitung liest, ist es doch völlig egal, ob er nun gegen Atomenergie oder gegen Kernenergie ist, oder? Am Ende läuft's auf dasselbe hinaus: Kernspaltung - freigesetzte Energie - Strom - Gefahrenpotential durch Unfälle.

    Ich bin übrigens in Ermangelung sinnvoller Alternativen für Atomstrom. Das soll mir mal einer erklären, warum die Atomkraftgegner sowohl gegen Atom als auch Kohle sind. Klar ist beides schlecht, aber hey, Kohlekraftwerke will ich ganz sicher nicht mehr. Und jetzt wollen die auch noch neue bauen. Herzlichen Glückwunsch.

    Christoph Schmitz schrieb am 26.12.2008 um 17:03
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    Er klickte sich durch die Artikel und fand am Ende eines Beitrags zur "Kernenergie" ausgerechnet einen Link zur Propaganda-Website der Atomindustrie: www.kernenergie.de

    Amish


    Es gab vor einigen Wochen, möglicherweise tatsächlich im September, eine ziemlich dreiste Umfrage der Atomlobby auf der Seite kernenergie.de. Auf diese Umfrage ist im Forum verwiesen worden, damit sich Utopisten beteiligen können. Und weil das Ergebnis der AKW-Lobby zu kritisch war (die weit überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer war nämlich gegen Laufzeitverlängerungen), gab es direkt danach eine zweite Umfrage, die sich mit den Vorurteilen der Deutschen gegenüber "moderner Technologie" auseinandersetzte und bei der die Antworten so ausgesucht waren, dass auf keinen Fall ein Atom-kritisches Votum zustande kommen kann.

    Dein Freund, der Journalist, sollte sich - bevor er aufgrund eines einzigen Links - ein Urteil über Utopia bildet, selbst anmelden und sich ein fundiertes Urteil bilden, durch Recherche, nicht durch Oberflächlichkeit. Und auch wenn ich - wie die meisten hier längst wissen - erklärter Atomstromgegner bin, werde ich mir nicht das Recht nehmen lassen, in einer Forumsdiskussion auch auf Seiten politisch Andersdenkender hinzuweisen, wenn dies für eine Diskussion möglicherweise hilfreich ist (Extremistisches selbstverständlich ausgenommen).

    Meinung bildet sich durch Austausch, nicht durch Auslassung.

    Burnie schrieb am 26.12.2008 um 19:37
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    Ich bin übrigens in Ermangelung sinnvoller Alternativen für Atomstrom..


    Woher stammt die Information, dass es keine sinnvollen Alternativen gibt, wunschkind?

    Ich denke, alleine hier in dem Forum sind mehr als nur einige sinnvolle Wege und alternative Versorgungskonzepte die OHNE Atom- und Kohlekraft auskommen, hinreichend dargestellt worden. Informiere dich doch mal...

    Blindschleiche schrieb am 27.12.2008 um 11:38
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    @wunschkind und andere:

    Kann es sein, dass Du zu wenig in diesem mittlerweile recht großen Forum gestöbert hast, bevor Du diese Aussage getroffen hast?

    Es gibt im Forumsbereich "Energie" einige Diskussionen, in denen klargestellt wird, dass es Alternativen gibt, dass diese zwar noch Zeit und v.a. Investitionen benötigen, aber es gibt Alternativen! Man muss sie nur verwirklichen wollen!

    Ich bin gegen Atomkraft, weil die Gefahren durch Atomkraft und durch Atommüll auf Dauer nicht beherrschbar sind, schon gar nicht, wenn dies durch private Unternehmen erfolgen soll. Nicht mal durch öffentliche Institutionen, siehe Asse :eek:

    Ich bin gegen Kohlekraft, weil durch Kohlebergbau nicht nur die Natur sondern auch die Arbeiter unverhältnismäßig ausgebeutet werden und kranke Mitarbeiter bzw. Todesfälle in den heutigen Kohleförderländern als Kollateralschäden hingenommen werden. Ganz abgesehen von den Emissionen!

    Wenn alle Menschen in den Industrieländern mal endlich ihren Grips benutzen würden, dann würden sie auf viele unsinnige Energieverbraucher verzichten. Alleine durch die Eindämmung der Energieverschwendung könnten manche Kraftwerksneubauten hinfällig werden.

    Atom- und Kohlekraft: Nein, bloß nicht! :mad:

    love.gratitude schrieb am 27.12.2008 um 20:17
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    Hallo FlorianThreaderöffner :-)

    ich teile Deine Bedenken hinsichtlich der Verwendung der Begrifflichkeiten.

    Ein Bekannter von mir wohnte seit seiner Kindheit in Süddeutschland und musste miterleben, wie bei ihm "um die Ecke" ein ATOM-KRAFTWERK gebaut wurde. Einige Zeit hieß es auch so. Dann hieß es KERN-KRAFTWERK. Und irgendwann hieß es nur noch KRAFTWERK.

    Ich habe im Laufe der Jahre mit vielen Menschen gesprochen, wie sie diese Worte empfinden und was sie damit verbinden. Fazit: Kraftwerk fühlt sich für so gut wie alle nett normal harmlos an, man weiß gar nicht, was für ein Kraftwerk das ist und vom Gefühl her beinhaltet Kraftwerk nicht auch Atomkraftwerk oder Kernkraftwerk, sondern einfach nur "irgendwie" Stromerzeugung ... halt genauso wie Strom aus der Steckdose kommt und Geld aus dem Geldautomaten.

    Danke, Amish_der_Radfahrer, für Deinen Beitrag. Ich sehe Manches sehr ähnlich.

    Sinnvolle Alternativen zu Atomstrom - selbst wenn man nur auf dem Boden der Argumenteformulierung von Atomstrombefürwortern argumentiert - gibt es.

    Die wichtigste "Alternative" heißt zu Allererst: ein guter Strom ist der, den ich gar nicht verbrauche. Wenn das wirklich mal von Vielen berücksichtigt würde im Alltag, in Privathaushalten und Industrie hätten wir IMO ein Problem weniger.

    Vielen ist - ist mein Eindruck - gar nicht klar, wie unökologisch Atomstrom insgesamt ist und was es "den Bundesbürger" (vgl. Subventionierung) kostet, unabhängig von einer nicht vorhandenen Sicherheit. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die munter für "Ökoatomstrom" propagieren und nicht wissen, wie und mit welchem Energieaufwand und welcher Umweltzerstörung (anreicherungsfähiges) Uran gewonnen wird und was das für die Gegend und die Menschen, in der es "gewonnen" wird, sozusagen "für immer" bedeutet.


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