Für mich stellt es sich jetzt so dar:
Der Ausdruck "fleischessende Tierliebhaber" wird solange nicht als Widerspruch wahrgenommen, solange differenziert wird.
fleischessend: Zu Tieren, von denen ich das Fleisch zum Verzehr nutzen will, versuche ich kein zu enges emotionales Band aufzubauen, da es ansonsten schwierig werden könnte, sie noch für mich zu töten oder töten zu lassen. Ich kümmere mich um ihr Wohlergehen und mache vielleicht auch mehr für sie als andere Nutztierhalter. Ich werde sie aber dennoch zu einem gegebenen Zeitpunkt in den Tod schicken.
Tierliebhaber: Ich habe bestimmte Tiere besonders lieb. Diese Tiere esse ich dann auch nicht. Ich töte sie auch nicht auf die gleiche Weise, wie ich die anderen Tiere töte, sondern lasse sie einschläfern. edit: Die Begründung für die Tötung: Alter oder Krankheit. Fleisch, Fell und Knochen nutze ich nicht.
Für mich persönlich gibt es diese Unterscheidung in liebenswerte und nicht liebenswerte Tiere nicht (mehr). Außerdem habe ich gelernt, dass ich für meine Gesundheit keinerlei tierische Produkte benötige. edit: Wäre meine eigene Gesundheit gefährdet, wäre das für mich aktuell der einzige Grund, meine Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Schweine finde ich mittlerweile übrigens interessanter als Hunde.
Ein HERZ für Tiere / Allgemeines
Fleischessende Tierliebhaber?
Lukita,
An Dir ist wirklich eine gute Psychologin verloren gegangen ;-)
Du hast eine Fähigkeit analytische Fragen zu stellen unter Zurückstellung der eigenen Meinung und man antwortet gerne, weil es der eigenen Klärung dient...
Bzw. mir geht es zumindest so...ich möchte nicht für andere reden.
Danke, Maria_L. Das Thema beschäftigt mich einfach schon seit meiner Kindheit. Und ich möchte verstehen, warum wir tun, was wir tun und welche Alternativen es geben kann. Daher freue ich mich auch sehr, dass Ihr Euch auf diese Diskussion einlasst! Dafür danke ich Dir und den anderen Mitdiskutanten!
Josef Zotter über Fleischkonsum und Emotionen:
http://www.zotter.at/de/schoko-online/handgeschoepfte-schokoladen/warum-blut.html
Durch die Entrückung von Bauern und Konsumenten gibt’s keine Emotion mehr; das Fleisch im Supermarkt hat keinen Kopf, kein Blut, keine Seele; die Leute kaufen das, essen und werfen das übrig gebliebene weg. Weil es nichts kostet, keine Emotionen hat, eh wurscht ist. Ich persönlich esse nur ein bis zwei Mal Fleisch in der Woche.
Für unsere Mitarbeiter ist das auch eine Herausforderung. Sie streicheln das Tier und drei Wochen später ist es auf dem Speiseplan unserer Betriebskantine. Da haben einige gemeint „das kann ich jetzt nicht essen“, und genau das ist der springende Punkt. Wenn ich eine Beziehung zum Tier aufgebaut habe, dann esse ich nicht mehr so einfach Fleisch. Dann isst man anders – mit Emotion und Ehrfurcht. Ist eine Beziehung zum Tier da, reduziert man automatisch den Fleischkonsum. Und darum geht es uns.
Neben der Reduktion gibt es ja auch noch die Möglichkeit des vollständigen Verzichts auf tierische Produkte. Diese Variante scheint Herr Zotter nicht in Erwägung zu ziehen. Warum nicht?
"Diese Variante scheint Herr Zotter nicht in Erwägung zu ziehen. Warum nicht? "
Ganz einfach. Weil er mit seiner moderaten nachvollziehbaren Gangart etwa 90 % der Bevölkerung ansprechen und erreichen kann und als Veganer oder Vegetarier nur die von dieser Bevölkerungsgruppe abbröckelnden Fleischesser, die zu Veganern werden.
Er stellt mit seinem Tiergarten eine Möglichkeit zur Verfügung ohne dass er jemanden nötigen oder etwas aufschwatzen will. Die Entscheidung des Besucher sein Verhalten zu reflektieren wird weder durch moralisierende Hinweise noch heilsbringende Versprechungen beeinflusst. Als Besucher hat man danach noch immer das Gefühl Herr seiner eigene Entscheidung zu sein.
Ein in irgendeiner Wiese ausgeübter Zwang zur Verhaltensänderung führt vielleicht kurzfristig zu einer Änderung, langfristig ist die Chance eher klein solange die Entscheidung nicht als eigene manifestiert ist.
Angenommen, Herr Zotter würde neben seiner Schokoladen-Produktion Tiere halten, die nicht geschlachtet werden, sondern so behandelt werden, wie viele Tierliebhaber ihre Katzen und Hunde behandeln, könnte er auch zum Nachdenken anregen. Zumindest die Kinder, die dabei sind.
Wenn er das kombinieren würde mit einer veganen Gourmet-Küche, könnte das auch zusätzlich die Erwachsenen anregen, "ohne dass er jemanden nötigen oder etwas aufschwatzen will."
Ich denke, dass man dann als "Besucher danach noch immer das Gefühl" haben kann "Herr seiner eigene Entscheidung zu sein."
"Ein in irgendeiner Wiese ausgeübter Zwang zur Verhaltensänderung führt vielleicht kurzfristig zu einer Änderung, langfristig ist die Chance eher klein solange die Entscheidung nicht als eigene manifestiert ist."
Da gehe ich mit Dir völlig d'accord :-)
"Warum nicht?"
Nun vielleicht fühlt er sich ja auch den Bergbauern verbunden (so wie ich) und möcht nicht, daß die alle ihre Heimat verlieren und anderswo malochen gehen müssen.
Berglandwirtschaft hat ja auch eine vielfältige Bedeutung und ist ohne Tierhaltung kaum möglich.
Und ohne Vermarktung der Tiere nicht finanzierbar.
Vielleicht bin ich ja ewig gestrig gestrickt aber ich möchte nicht, daß die Bergbauern-Idylle nur noch was ist, was man wie im Zoo betrachtet....
Demnächst geht unser Ralaunch vom Berggenuss-info-Portal online.
Auf den alten möchte ich gar nicht mehr verlinken.
Dort steht auch, wieviele Bergbauernhöfe es in den versch. Alpenländern gibt und wie viele Menschen als Bergbauern arbeiten.
Die möchte ich nicht alle arbeitslos sehen.
Und wie Richard-Burgenlandler richtig schreibt..."Weil er mit seiner moderaten nachvollziehbaren Gangart etwa 90 % der Bevölkerung ansprechen und erreichen kann".
Warum liegt der Fokus und der mahnende Zeigefinger der Veganer eigentlich immer auf Menschen wie Zotter oder ähnlichen, die sich schon wirklich stark bemühen, alles besser zu machen?
Warum den Fokus nicht wirklich dahin legen, wo es echt weh tut, bei der industriellen Massentierhaltung?
Dann könnten Veganer, Vegetarier, Slow Food-ler ect. -also alle, denen es am Herzen liegt eine LW zu erhalten, die nicht in erster Linie Monsanto und ähnliche Firmen satt macht- an einem STrang ziehen.
Das scheint aber unmöglich zu sein.
Ich persönlich -und viele aus der Nachhaltigkeits- und Bio-LW-Szene, die ich kenne - haben kein dringlicheres Bedürfnis, als sich von Vegan und Vegetarisch zu distanzieren.
Auch wenn ich vieles davon überzeugend und Nachahmenswert finde.
Ich kann ja leicht an 80% aller Tage gleicher Meinung sein und vegetarisch leben.
Ich mag es nur nicht zu 100% machen.
Diese gettgedruckte Frage ist jetzt nicht an Dich persönlich gerichtet, Lukita, weil ich Dich ja meist als sehr ausgewogen empfinde...aber grundsätzlich fällt mir das immer sehr negativ auf.
Maria_L, warum stellst Du diese Frage hier in Fettdruck, um dann im Nachsatz zu sagen, dass Du diese Frage nicht an mich persönlich richtest? Du schreibst: "Fokus" "der Veganer" und "immer". Damit fühle ich mich eindeutig mit eingeschlossen.
Es ist nur so, dass es in DIESEM Strang tatsächlich um die Frage geht, wie Fleisch essen und Tiere liebhaben zusammen passt. Und damit sind dann natürlich Menschen wie Zotter auch im Fokus. Aber das passiert hier in DIESEM Strang und nicht generell. Siehe auch: Tiere sind intelligente, fühlende Lebewesen, kein Produkt
Ich nehme es so wahr:
Herr Zotter
... macht sich Gedanken. Das finde ich gut!
... setzt sich mit der Art der Tierhaltung auseinander. Das finde ich auch gut!
... will mit seiner Skandal-Schokolade, wie er sie selbst nennt, provozieren. Das finde ich grenzwertig.
... will auf den Konsum von tierischen Produkten scheinbar nicht verzichten. Ich stelle die Frage "warum?", wenn es doch offensichtlich ein größerer emotionaler Aufwand wird, sobald er die Tiere kennt.
Warum ich die Schokolade grenzwertig finde und welche Alternativen ich zu dem "essbaren Tiergarten" sehe, habe ich oben und hier dargelegt.
Mir ist klar, dass es auch andere Wege gibt. Ich werde aber weiterhin Fragen stellen :-)
"Ich werde aber weiterhin Fragen stellen"
Ich bitte darum ;-)
Ich hatte das mit der emotionalen Betroffenheit so gelesen, daß es ihm dabei um die Art der Tierhaltung geht, weniger ob Tierhaltung ja / nein.
@ lukita 11.05.2012 um 14:05
Meine Antwort:
Vorweg sei gesagt, dass ich den Betrieb kenne, da ich des Öfteren mit Menschen die uns Besuchen dort bin.
Nun zur Antwort.
1. In einen Streichelzoo kann man überall gehen
2. Die meisten Menschen kommen nicht wegen des Tiergartens, sondern wegen der Schokolade
3. Die liebe Familie macht sonntags einen Ausflug in die Schokofabrik anschließend gibt Schnitzl mit Pommes, nun wenn das Gasthaus Zotter das nicht hat wird woanders hingefahren.
So jetzt besuchen die nicht nur die Schokofabrik sondern auch den Tiergarten und der Papa freut sich schon auf sein Schnitzl. Die Kinder weigern sich Fleisch zu essen weil sie es vorher gestreichelt haben. Der Zusammenhang ist da noch ganz im Bewusstsein, außerdem sehen sie vom Gasthaus auf die Weide.
Beim Dorf Wirt hätten sie das schon vergessen und bestellen munter Frankfurter.
4.Der Zotter so wie ich in erlebt habe ist ein recht gscheiter Mann, der hat sich sicher überlegt was er tut. und er kennt die Klientel die er damit ansprechen will. Die meisten Menschen haben den Spruch im Hinterkopf "Nur tote Tiere sind gute Tiere".
5. Bei einer Veganen Küche würde die Diskrepanz ja gar nicht auftauchen, also worüber sollte man dann nachdenken? Der Papa würde halt im Anschluss beim Dorf Wirt sein Schnitzel essen.
6. Für die meisten Menschen ist das Fleisch vom Schwein ein Schnitzl, Schweinsbraten oder Medaillons, dass das Tier irgendwann vorher gelebt hat wissen sie vielleicht aus der Schule, Viele denken das Schwein gehört in einen Zwinger wo sonst hin. Höchst verwundert sind Menschen, wenn sie bei uns in Blumau die Sonnenschweine frei auf der Wiese herumturnen sehen. Das können viele nicht einordnen.
7. Das meiste Fleisch wird Celofanverpackt gekauft am besten ohne Knochen, die sind ja ekelig. Ein Schnitzel das zu fett ist oder gar Flaxen hat, ja was ist denn das?
Du wirst jetzt vielleicht zu Recht annehmen, dass ich keine allzu gute Meinung vom Jedensonntagsschnitz essenden Ottonormalverbraucher habe. Aber das ist leider die Realität, so wie ich sie täglich erleben kann.
Und das mit dem Blut schreib ich auch gleich da her.
Was die meisten Menschen von Tieren wissen.
Ein Huhn besteht aus mind 4 Beinen, soviele sind meist abgepackt, alles andere kriegt der Hund oder die Afrikaner.
Ein Schwein besteht aus Fischerl, Schnitzl und Speck alles andere kriegt auch der Hund.
Eine Wurst besteht aus? das weiß keiner
Meine Definition von Wurst:
Wurst sind am verwesen behinderte Leichenteile von Tieren, die in die eigenen Kotkanäle gefüllt sind.
Eine Kuh gibt Milch und liefert das T-Boanstaek.
Eine Katze oder Hund isst man nicht.
Tja und jetzt erklär so einem, dass er sich ohne Fleisch ernähren soll, wenn Fleisch seine Hauptnahrung ist.
Auf alles andere gehe ich später ein, habe gerade Besuch von meinen Enkelkindern :-)))

