ein Freund Wolf Schneider-Sugata schrieb in seinem blog http://schreibkunst.de erst kürzlich folgendes:
Was ist Liebe?
Katzen und Menschen suchen sie
Mein erster Gang morgens führt immer in die Küche, zum wassertrinken. Da sehe ich meine Katze draußen am Fenster. Wenn sie rein will, dann klettert sie dort den Baum hoch und wartet, bis ich in die Küche komme und das Fenster aufmache. Ich öffne es, lasse die frische Morgenluft rein, höre das Vogelzwitschern nun viel lauter (im Frühling ist es immer so laut!) und nehme die Katzenkönigin in Empfang. Bin selbst noch nackt, sie hat ihr Fell an, wie immer. Ich nehme sie in meine Arme, sie kuschelt sich rein und schnurrt. Ich stecke meine Nase in ihr Fell, es duftet nach Katze, ich kraule sie, höre ihr Schnurren und durch das offene Fenster das Morgenkonzert der Vögel. Bin glücklich, einfach glücklich.
Eine sexuelle Vereinigung mit einem Menschen kann nicht schöner, nicht vollkommener sein, als diese Kommunion mit meiner Katze, denke ich – erstens. Und zweitens: Bin ich verrückt? Vereinigen sich zwischen zwei Menschen nicht auch zwei Bewusstseins (äh … gibt es das im Plural)? Zwei erst noch sich getrennt Wähnende sind nun nicht nur ein Fleisch, sondern auch ein Geist geworden? Und ich stehe hier, nackt in der Morgenluft mit meiner Katze im Arm, bin glücklich und weiß, dass auch sie glücklich ist, vollkommen glücklich.
Ein Körper, ein Geist
Doch, es ist so (hier im Blog darf ich es doch sagen): Diese Liebe zu meiner Katze ist echte Liebe, auf meiner wie auf ihrer Seite. Eine Stunde vorher lag ich noch bei meiner Freundin, an ihren Rücken gekuschelt, und mir fehlte nichts (auch keine Katze). Wir beide im Halbschlaf, uns aneinander räkelnd, dann wieder still – es fehlte nichts. Ein Körper, ein Geist, wir beide im All versunken.
Empfinde ich das auch so mit einer Pflanze, mit Erde, mit einem Stein? Ja, in dieser Reihenfolge abnehmend. Noch mehr als mit einer Pflanze fühle ich es mit einem Tier. Weniger mit einem Käfer, auch kaum mit einem Fisch, aber mit einem Tier, von dem ich weiß, dass es von mir weiß und meine Nähe sucht – am besten, es hat auch noch ein Fell, so wie meine Katze Luzi. Die Liebe, die ich beim Kraulen von ihr empfinde, ist nicht anders als die bei einer Massage. Bei Luzi ist die Hingabe sogar noch größer – kein Mensch kann sich so vorbehaltlos einer Massage hingeben wie eine Katze.

