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demokratiefreund
schrieb am 04.04.2009 um 13:51

Vielleicht liegen die "Probleme" darin begründet, dass Utopia "gleich alles auf einmal sein will: Community, Magazin und Shopping Guide"

http://www.vital-genuss.de/internet/utopia-ist-da.html
Vielleicht geht das nicht gut zusammen? Vielleicht interessieren sich viele "Utopisten" nur für die Community? Vielleicht haben die Macher die Eigendynamik von Communities unterschätzt?

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    Andrej
    schrieb am 04.04.2009 um 14:49

    Menno, ein toller Artikel. Aber die Markenreservierungen hab ich doch letzte Woche recherchiert und wollte sie hier hübsch enthüllen. Jetzt ist mir wer zuvorgekommen.
    Ja, die Claudia hat mit ihrer GmbH irre viele Produktkategorien auf den Namen Utopia beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen.
    Eigentlich wollte ich nur schauen ob irgendwer so dreist war den, meines Erachtens ja Gattungsbegriff »Utopia« für privatwirschaftliche Zwecke in der gemeinschaftlichen Nutzung einzuschränken.
    Dabei musste ich allerdings erkennen, dass so perfide schon rund 20 Unternehmen waren. Mit dieser quasi Allgemeingültigkeit (»Nichts ist mehr heilig.«) habe ich mich fast schon abgefunden.
    Claudia hat allerdings diverse Produktkategorien auf ihre GmbH, nicht die AG, eintragen lassen.
    Die kann man beim DPMA (Deutschen Patent- und Markenamt) angucken.
    Hierhin surfen (im Zweifesfall musst Du Dich anmelden), dann auf das »M« (steht für Marken) klicken und eines der folgenden Aktenzeichen eingeben. (Markenrecherche ist auch eines vielen Hobbys :-)
    https://dpinfo.dpma.de/protect/mar.html
    30728687.8
    30702266.8
    39842399.7
    (Das sind jetzt nur mehrere weil nicht alles auf ein Formular gepasst hat.)
    Neben der Utopia-Schokolde, dem Utopia-Bier und dem Utopia-Toten Tier, wird es auch den, und das finde ich viel spannender, Utopia-Emissionshandel und das Utopia-Fernsehen geben. (Bei letzterem hat uns Claudia aber vielleicht auch nur zuviel Tita von Hardenberg geguckt.)
    Man wird mit Utopia verreisen können, natürlich mit Utopia-Land-, Luft- und Wasser-Fahrzeugen und im Utopia-Hotel absteigen.
    Dieser Rundumschlag ist aber nicht außergewöhnlich. Er soll lediglich frühzeitig die rechtliche Handhabe gegen alles und jeden sichern, der den Begriff »Utopia« wagt ebenfalls zu benutzen. Es wird sozusagen eine Hausrecht auf Begriffsebene etabliert.
    Doch auch das finde ich noch nicht besorgniserregend.
    Wirklich unwohl fühle ich mich erst bei der Kontextualisierung.
    Die Organsiationsstruktur von AG wie GmbH (Claudia ist Alleininhaberin der GmbH und hält mit dieser 92% an der AG) lassen nicht den Schluß zu, dass hier einmal Schokolade produziert werden wird, oder auch nur jemand hinter der Rezeption eines Hotels freundlich auf einen wartet.
    Das bedeutet das »Utopia« lediglich als Handelsmarke eingesetzt werden soll. Man produziert also nicht selbst, und hat dementsprechend weniger Bezug zu dem Produkt. Man klebt halt nur ein hübsches Utopia-Etikett auf dies und das.
    Handelsmarken gibt es schon viele, jede große Supermarktkette hat sowas. Man kann häufig nicht mehr feststellen wer die Produkte eigentlich hergestellt hat. Der Intransparenz wird so Vorschub geleistet, und selbstredend wird einmal mehr Vertrauen eingefordert ohne Gegenleistungen zu erbringen.
    Vielleicht bin ich da auch zu schwarz-malerisch, ich geh' mir mal den Kopf mit meinem Utopia-Waschmittel waschen.

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