Castor Blockade im Wendland / Aktionen und Termine
Camps, Aktionen und Informationem
Manche fahren nach der Demo wieder nach Hause, viele möchten länger bleiben, um während des Castortransports an weiteren Protest- und Widerstandsaktionen teilzunehmen.
Auf dieser Seite bekommst du eine Übersicht über ganz verschiedene Aktionen - angemeldete und solche zivilen Ungehorsams - während der Castortage.
Informationen zu den Camps und weiteren Unterkunftsmöglichkeiten im Wendland findest du hier.
* Übersichtskarte Castor 2010
* Aktionen Zivilen Ungehorsams
* Ziviler Ungehorsam: Interview
* Weitere Widerstandsaktionen
* Auswahl angemeldeter Veranstaltungen
* Informiert bleiben
www.ausgestrahlt.de/mitmachen/castor-2010/dableiben.html
Polizei will provozieren...das macht mich richtig sauer, wo leben wir denn?
Pressemitteilung vom BUND
das macht mich richtig sauer, wo leben wir denn???
Nach Informationen, die uns von Organen der mittleren Führungsebene
der Landespolizei eines hier nicht näher bezeichneten deutschen
Bundeslandes zugetragen wurden, sollen bei den Protesten gegen den
anstehenden Castor-Transport (5. bis 8.11.2010) von der Polizei
taktische Provokateure eingesetzt werden.
Taktische Provokateure sind Beamte der BFE-Einheiten (Beweis- und
Festnahmeeinheiten) der Bundespolizei und der Landespolizeien, die
(neben anderen dienstlichen Aufgaben) auf Demonstrationen in Zivil
(als "Krawallmacher" verkleidet) Gewalt gegen ihre Polizeikollegen
inszenieren. Dies hat den Zweck, die Öffentlichkeit glauben zu
machen, die sogenannte "erste Gewalt" sei von Demonstranten
ausgegangen. Aktionen der Polizei sollen auf diese Weise als
"Reaktion" auf angebliche Provokationen durch Demonstrierende
dargestellt werden, damit Räumungen samt polizeilicher
Gewaltanwendung in der öffentlichen Wahrnehmung als gerechtfertigt
erscheinen.
Seit der gewaltsamen Parkräumung in Stuttgart am 30. September
("Kastaniendonnerstag"), bei der in den Aussagen von Polizeisprechern
und Regierungssprechern Kastanien zu Pflastersteinen wurden, stehen
Räumungen mit Polizeigewalt zur Durchsetzung wirtschaftlicher und
politischer Interessen unter schärfer werdender Beobachtung von
Bevölkerung und Medien.
Beim anstehenden Castor-Transport stehen die politischen und
behördlichen Entscheidungsträger unter erhöhtem Druck und Zugzwang,
da bei der geplanten Aktion "Castor schottern" von Bürgerinnen und
Bürgern Manipulationen am Gleisbett der Bahnstrecke vorgenommen
werden sollen.
Daher könnte - wenn die Strecke nicht zügig geräumt wird - zum ersten
Mal in der Geschichte der Transporte ein Castorzug für einen längeren
Zeitraum aufgehalten werden. Dies könnte von der Bevölkerung als ein
Autoritätsverlust der Regierung Merkel empfunden werden.
Eine zügige, gewaltsame Räumung der Strecke ist allerdings politisch
heikel, da zu erwarten ist, daß beim anstehenden Castor-Transport die
Mehrheit der deutschen Bevölkerung den geplanten massiven Protesten
und Blockadeaktionen durch friedliche Demonstrierende solidarisch
gegenübersteht.
Gleichzeitig ist eine Begründung des Einsatzes von Polizeigewalt
gegen Castor-Blockierer als "Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung des
Rechtsstaats" nach den Geschehnissen in Stuttgart der bundesdeutschen
Bevölkerung nur noch "schwer zu vermitteln".
Eine künstlich herbeigeführte Eskalation durch verdeckt arbeitende
taktische Provokateure aus den Reihen der Polizei scheint also das
Mittel der Wahl im Versuch, den Anschein einer "Notwendigkeit" für
eine gewaltsame Räumung der Castor-Transportstrecke durch
Polizeikräfte zu liefern.
Dies ist eine beängstigende Situation für Bürger wie für
Polizeibeamte.
Diese Situation wirft folgende wichtige Fragen auf:
1)
Wie können sich friedliche Demonstrierende davor schützen, durch den
Einsatz taktischer Provokateure in der öffentlichen Wahrnehmung (wie
auch durch direkte Rechtsfolgen für sie selbst) durch Staatsorgane
kriminalisiert zu werden?
2)
Wie können ehrbare Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz
erkennen, ob eine "Provokation" oder eine "Gewaltanwendung" von
Demonstranten ausgeht oder ob sie von verdeckt arbeitenden
Polizeikollegen vorgetäuscht wird?
Wie können ehrbare Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte erkennen, ob
Sie ungerechtfertigt und/oder in unverhältnismäßiger Weise gegen ihre
nicht-uniformierten Mitmenschen eingesetzt werden?
Wie können ehrbare Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte also erkennen,
wann es angebracht ist, von Ihrem Remonstrationsrecht* Gebrauch zu
machen?
*Nach dem Beamtenrecht von Bund und Ländern haben (Polizei-)Beamte
die Pflicht die Rechtmäßigkeit ihrer dienstlichen Handlungen selbst
zu überprüfen und im Zweifelsfalle bei ihren Vorgesetzten Einwände
gegen die Weisung zu erheben.
3)
Wie können Bürger, Öffentlichkeit und Medien in der Berichterstattung
unterscheiden, ob Provokationen oder Gewalt tatsächlich von
Demonstranten ausgingen, oder ob sie von taktisch agierenden
Zivilbeamten mit dem Ziel inszeniert wurden, einen "Anlaß" und eine
scheinbare "Legitimation" für Polizeiaktionen zu gestalten?
4)
Wie kann sich die Polizei als Staatsorgan in der Zukunft davor
schützen, sich von politischen Machtinteressen, (und damit mittelbar
auch von wirtschaftlichen Interessen einflußreicher Großunternehmen)
instrumentalisieren zu lassen?
Jeder mündige Bürger, dem die über die Jahrhunderte erkämpften
Errungenschaften der Demokratie, des Rechtsstaats und der Verfassung
am Herzen liegen, sollte dazu beitragen, nach Lösungen für diese
brennenden Fragen zu suchen.
Die Absicht dieses Schreibens ist es, einen solchen Prozeß in Gang zu
setzen.
Tobias Gramowski
01.11.2010
Weiterleitungen dieser Mitteilung sind erwünscht.
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Ich fühle mich so langsam in diesem Lande nicht mehr heimisch. Das hört sich nach Militätjunta in Südamerika an und nicht nach Mitteleuropa.
Lawinengefahr ...

