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Orchestervorspiele und instrumentale Passagen etc von Opern
Wie dem auch sei, Tatsache ist, es werden (aus meiner Sicht: verständlicherweise) viele Menschen - früher wie auch heute - von reinen Orchester-Partien mehr angesprochen (zumindest auf eher angenehme Weise angesprochen), als vom Gesang, wie er sich in der Opernwelt und leider auch darüber hinaus seit ca. dem 19. bis heute weitgehend etabliert hat, welcher relativ lautstark und tremoloreich ist.
Zudem sind so manche Texte mancher Opern vielleicht nicht ganz so geniale Würfe, wie ihre Schöpfer und ihre Fans bis heute glauben. Das lasse ich mal offen. Nicht zuletzt aus Anlass der laufenden Festspiele in Bayreuth fällt mir gerade folgender Dialog ein, den ich schon als Schüler einmal zufällig mitgehört habe
Sprach eine musikalische Säule im Saal einer Oper zur anderen:
Ach, sag', wann ist nur das Geschrei,
das sie veranstalten, vorbei?
;`)
Passend dazu für heute 2 CD Tips, die sich hervorragend ergänzen, weil sie zusammen sozusagen " The best of " von Richard Wagners Musik bieten
(und die Musik ist bei ihm definitiv besser, als der Text -
und ja, ich finde sein Ideal vom Gesamtkunstwerk zwar schön und gut,
aber ob seine Singspiele es erfüllen, ist eine gaaaanz andere Frage
Zudem sollen bis heute Sängerinnen und Sänger bei Opern immer noch ohne Mikrophon und daher so laut wie ein großes Orchester singen, und das wiederum heißt notgedrungen eigentlich: weitgehend 'schreien' müssen (denn das Orchester kann ja nicht immer nur piano oder pianissimo spielen, zumindest wäre das langweilig) - und das mag zu manchen inneren Zuständen die adäquate Ausdrucksform sein, z.B. Hysterie, aber es sollen meistens auch ganz andere "dargestellt" werden, und dazu passt das dann eigentlich schon weniger
Und schließlich, aber nicht zuletzt: Gute Musik ist keineswegs an den Text gebunden, zu dem sie vielleicht geschrieben wurde (oder an den Text, der umgekehrt ggf zu ihr geschrieben wurde, oder beides)
Das gilt nicht nur für Opern, sondern z.B. auch für Kantaten (z.B. von J S Bach ) u.v.a.
Sie erhält durch Loslösung vom Text oftmals gerade erst neue Ausdrucksdimensionen
wie überhaupt erst das Rezipieren eines Werks je immer neue "Bedeutungen" gleichsam 'erfindet'
- und während dies im Alltag oder der Wissenschaft eher unerwünschte Missverständnisse hervorruft, liegt es bei Kunstwerken das gleichsam im Wesen der Sache.
Nun aber also wie versprochen " The best of Richard Wagner.": zumindest soweit, als es auf 2 heutige Musik-CD.s passt :`)
Zufälligerweise sind sie beide 1988 erstmals publiziert worden, aber hoffentlich immer noch erhältlich oder in gut bestückten Bibliotheken ausleihbar, bzw. die erste wurde mittlerweile sogar neu aufgelegt:
1. Wagner Ouvertüren & Vorspiele - Ouvertures and Preludes .
Wiener Symphoniker & Budpest Symphony Orchestra,
Laserlight Digital / Delta Music 1988
(Neuauflage bei Capriole)
![[image]](/uploads/assets/user/45244/Wagner_Overtures__Preludes_Capriole.jpg)
[hier oben eine Abbildung der Neuauflage; Auf der Origninal-Hülle ist links ein Gemälde mit einem Vogel, rechts in roter, schwarzer und grüner Schrift in verschiedenen Schriftgrößen kurz der Inhalt aufgelistet]
2. Der "Ring" ohne Worte - The "Ring" without words .
Orchestral Highlights ...
Berliner Philharmoniker (Lorin Maazel),
Telarc 1988
[Darin auch ein kurzes, aber informatives Booklet im Cover]
Auch empfehlenswert finde ich die folgende CD (einige Werke sind auch auf der obigen als Nr. 1 gelisteten, aber in anderer Interpretation, und v.a. das Surplus sind hier Teile aus Parsifal (instrumental), die auf den anderen nicht zu hören sind),
also diese als
Nr 3.
![[image]](/uploads/assets/user/45244/Wagner_-_orchestral_music_-_Abbado_-_Berlin_Philharmonic_Orch_.jpg)
[Nachtrag 03.01.2013] Speziell die 4 Teile aus Parzifal (die wie gesagt quasi das Surplus dieser CD ausmachen) gibt's als mp3 Files (extrem preisgünstig) z.B. hier: www.amazon.de/Wagner-Orchestral-Parsifal-Tristan-Tannh%C3%A4user/dp/B00419H8HE/ref=dm_cd_album_lnk
2 Kritikpunkte zur oben erwähnten Einspielung mit dem Titel
" Der Ring ohne Worte ":
-- ein paar (wenige) 'unsaubere' Töne im eigtl wunderbaren Anfang (Rheingold Vorspiel),
die für ein Weltklasseorchester wie die Berliner Philharmoniker wirklich nicht sein müssten,
auch wenn z.B. im Pianissimo eine TUba sauber zu spielen ggf. nicht leicht ist ...
-- Waldweben (aus Siegfried) leider viel zu kurz, weniger als 3 Minuten, statt mind. 8 Minuten
Besser wäre da gewesen, von anderen Teile etwas wegzulassen und/oder einen Tick schneller zu spielen,
so dass mind. 8 Minuten vom Waldweben auf die CD gepasst hätten (verkürzbar gewesen wären z.B. die Tracks Nr. 3, 4, 7 und 17 bis 19)
das " Waldweben " hab ich gerade entdeckt gibts immerhin zumindest in etwas mehr als 6 Minuten als mp3 hier (legal und für anscheinend tatsächlich nur 99 Cent) herunterzuladen www.amazon.de/Waldweben/dp/B001QOEEII

