Bienen & Imkern / Allgemeines
Bienensterben?
Ich kenne mich nicht gut aus mit der Imkerei, bin selber auch keiner. Aber ich halte Honig für sehr wertvoll und mich fasziniert die Arbeit der Bienen.
Vor ca. 2 Jahren habe ich darüber gelesen, dass es eine Art Bienensterben gibt, wo die Bienen ausfliegen und nicht mehr wiederkehren. Das beruht wohl nicht auf Krankheiten, sondern auf eine unerklärliche Verhaltensweise. Hauptsächlich in den USA kam das vor. Interessanterweise gibt es dirt wohl sehr viele mobile Imker, die mit ihren Körben zu den verschiedenen Plantagen fahren.
Weiß jemand etwas darüber? Mich würde interessieren, ob das immernoch aktuell ist.
Die Vorstellung, dass Bienen sich gewissermaßen selbst umbringen, beunruhgte mich sehr, wenn man bedenkt, was die Bienen für das Gleichgewicht der Natur bedeuten!
Hallo Gretchenmüller,
Das Bienensterben hat es in der Tat gegeben, viele Imker verloren fast alle Bienenvölker. Die Ursachen sind immer noch nicht wirklich geklärt, vielleicht sind es Viren, vielleicht eine Kombination von Ursachen, auch von bekannten Ursachen für Völkerzusammenbrüche.
Jedenfalls bringen die Bienen sich nicht selbst um. Bienen sterben normalerweise nicht im Stock, sondern fliegen aus, so dass man meist einen leeren Stock vorfindet, wenn ein Volk zusammengebrochen ist. In den USA gab es die Besonderheit, dass andere Bienen und andere Insekten die verlassenen Stöcke nicht sofort ausgeraubt haben - irgendetwas hat sie davon wohl abgehalten, vielleicht die Erreger der Krankheit.
In den USA werden Bienen sehr anders gehalten als bei uns, die Imkerei dort ist eine regelrechte Industrie: Es gibt Großimker mit tausenden von Völkern, die ihre Bienen vor allem zur Bestäubung in riesigen Plantagen einsetzen. Die Farmer zahlen dafür viel mehr, Bestäubungsimkerei ist oft viel lukrativer als Honigproduktion. Wenn die Bienen zur Bestäubung eingesetzt werden und zu wenig Futter finden (bei manchen Pflanzen ist das der Fall) bekommen sie Zuckersirup, der aus Mais hergestellt wird. Die Völker werden quer durch´s Land transportiert, stehen massenhaft auf engstem Raum und können sich so anstecken. Wegen der großen Völkerzahl sehen die Imker das Innere des einzelnen Volkes nur selten. All das führt dazu, dass Krankheiten spät erkannt werden und es immer wieder hohe Verluste gibt.
Bei uns haben die meisten Imker viel weniger Völker (ich habe sieben, reine Hobbyimkerei), die Haltung ist viel naturnäher. Trotzdem gibt es auch bei uns immer wieder hohe Verluste von Bienenvölkern, aber was in den USA passiert ist, war schon außergewöhnlich.
viele Grüße
Dorbaum
Hallo,
jetzt ist eine gute Zeit anzufangen, mit der Bienenhaltung. Bei unserem Ortsverein sind seit letztem Jahr auch Frauen dabei, eine absolute Bereicherung. Die beiden sind zu mein Vorbild geworden.
Ist nur so eine Idee, die mir in den Sinn kommt. Wäre es nicht auch möglich, dass die Völker verschwinden, weil der Sirup aus GV-Mais gewonnen wurde? Ich habe mehrfach gelesen und gehört, das Rehe und Wildschweine GV-Maisfelder nicht anrühren....
Unsere Kazen fressen sehr gern Mais, sie sind verückt danach, aber bei einer Marke haben sie nur dran gerochen und sich mit gesträubten Fell zurück gezogen. Das konnte ich nur noch diskret entsorgen... Sehr sehr nachdenklich istJohanna
Zumindest merkt man, dass diese industrielle und rein gewinnorientierte Bienenzucht auch Folgen hat. So viel ich weiß, sind bei den Demeter-Imkern die Richtlinien so streng, weil sie sich u.a. auf die Aussage Rudolf Steiners berufen, dass durch die künstliche Königinnenzucht erst viel später negative Auswirkungen sichtbar würden. Aber leider weiß ich auch zu wenig darüber.
Es entspricht zumindest nicht der Natur der Bienen, wenn sie mitten in der Saison ständig mit Sirup gefüttert werden müssen anstatt ihre Nahrung selbst suchen zu können. Ob der Maissirup gentechnisch verändert ist oder nicht, macht hier allerdings keinen Unterschied: Im Maissirup ist nur zu Zucker zerlegte Stärke, weder Erbgut - genverändert oder nicht - noch die Eiweiße, die durch die Genmanipulation von der Pflanze produziert werden. Er ist mit heutigen Methoden nicht von konventionellem zu unterscheiden.
Wahrscheinlich ist das größere Problem nicht, dass die Bienen aussterben, sondern dass die Imker aussterben.
Lichtblick ist, dass sich in den Städten eine neue Szene zu entwickeln beginnt, dass Stadtimkern für den einen oder anderen "hip" wird.
www.bienenstaat.net
Hallo an alle Bienenfreunde. In diesem Frühjahr werde ich als absoluter Anfänger starten. Die Idee hatte ich schon länger aber mit jedem weiteren Anlesen einiger Fachliteratur erschien mir das ganze viel zu komplex. Ich habe mich einfach nicht getraut. Stelle es mir schrecklich vor, einen Staat durch Diletantismus zu ruinieren. Jetzt habe ich mir vom ortsnahem Imkerverein einen erfahrenen Imker als Pate gesucht. Mein ausgesuchtes Bienenvolk hat den Winter überlebt. Das ist erst mal die Hauptsache. (Schließlich hatte ich ja auch noch meine Hand nicht im Spiel) Es muss aber noch einen ca 10 km weiten Umzug überstehen. Da hoffe ich, den günstigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Von euch hoffe ich ab und zu gute Tipps zu erfahren und werde hier immer öfter reinschauen. Wenn es ebenfalls solche Anfänger wie mich gibt, wäre der Austausch perfekt. Warum sollten wir Fehler doppelt machen?
Vielleicht hat ja jetzt noch jemand Lust zu starten. Die Zeit ist günstig.
Noch nie habe ich so kribbelig auf den Frühling gewartet. Wenn das Bienenvolk das Jahr bei mir überlebt, bin ich schon sehr zufrieden mit mir. Werde berichten...
Gruß Regine

