Bauen & Renovieren / Allgemeines
Lüftung, Ökologie und Lehmputz
Fangen wir mit der Lüftung an.
Unsere Häuser werden immer besser abgedichtet, aber wir Menschen brauchen Sauerstoff. Weiterhin geben wir 2 bis 3 Liter Wasser am Tag an die Luft ab.
Früher im Altbau wurde, durch die offenen Fugen in den Fenstern und die Kamine die Luft ausgetauscht. Heute bauen wir Kunststofffenster oder aber Holzfenster mit Lippendichtungen in den Altbau ein und wir können sehen, wie der Schimmel wächst.
Was können wir tun. Wir benötigen eine kontrollierte Lüftung.
Also Zuluftöffnungen, eine motorische Lüftung oder einen Schornstein und das Problem ist gelöst.
Weiterhin wirkt sich Lehmputz, der die Feuchtigkeit speichern kann, von Vorteil aus. Lehm sieht außerdem sehr gut aus. Es gibt da noch andere Vorteile….
Jedenfalls bin ich überzeugt von Lehmputz und kontrollierten Lüftung.
So überzeugt, dass ich es bei mir selbst eingebaut habe. (Nie wieder Schimmel und ich denke die Allergie nehmen auch ab / schwere Allergie sind so aber nicht zu beheben)
www.dettki.info
Viel Spaß beim Einbauen.
dazu wäre eine Planung und Ausführung, die ohne diese technischen Systeme funktionieren.
Und in manchen Gegenden ist dies nicht nur ein Wunsch, sondern auch wichtig, wenn bei minus 15°C wieder mal für 1,5 Tage der Strom ausbleibt... wie in den letzten Jahren hier mindestens ein mal im Winter geschehen.. und all die "Hauserhaltungssysteme" von Heizung über Lüftungsanlage funktionslos still stehen, einfrieren... Leitungen platzen.
So ist die technische Ausrüstung schon eine sinnvolle Sache, auch eine Be-/ Entlüftungsanlage (dann mit Temperierung der Zuluft im Erdreich und Abluftwärmetauscher) doch nur wenn das Gesamtsystem passt. Ich möchte kein Haus, wo ich auf einen strombetrieben Lüftungsanlage angewiesen bin, nur damit es nicht schimmelt.
Auch sollte dann der hocheffiziente Wärmetauscher nicht fehlen, denn erst damit behält man die Energie im Haus.
Und "einfach einbauen" ist meist sowieso nicht. Damit eine Lüftungsanlage mit physiologisch und bauphysikalisch sinnvollen Volumenströmen arbeiten kann und auch in sich langfristig hygienisch arbeitet benötigt die Anlage relativ viel Konstruktionsraum. Diesen bieten viele Häuser im Bestand leider nicht. Und höhere Luftgeschwindigkeiten bei kleineren Querschnitten erzeugen oft ungewollte Effekte, die sogar zu Gesundheitsbelastungen führen können.
Ein Teil des SickBuildingSyndroms wird durch Lüftungsanlagen die lange im Betrieb sind erzeugt.
So ist das ein sicherlich gut gemeinter Hinweis des Kollegen dettki, und auch sicherlich motivierend gerade für Leute die neu bauen und etwas Werbung für Ihn, doch sind wir hier ja bei utopia und nicht im Werbeblock zwischen den Beiträgen ;-)
Lehm ist zweifelsohne eine der besten Materialen für den Innenausbau, ich selbst arbeitet seit nun 20 Jahren damit im Baubereich, lebe mit Lehmputz, lehmhaltigen Dämmstoffen, Lehmheizwand und sogar Backofen aus Lehm im Garten..
Lehm ist nicht nur feuchteausgleichend, er ist auch in seiner Ökobilanz unschlagbar, kommt an vielen Stellen lokal vor und in unserer Region wird dazu zB gerade ein Kataster erstellt, wo die alten Lehm-/ Tongruben zu finden sind.
in ansetzen ist das schon richtig was Sie da sagen, aber viel zu kompliziert gedacht. Ein einfache Abluftanlage über einen Schacht (Schornstein) mit Zuluftelementen ist hoch wirksam.
Wärmetauscher sind auch zu Kompliziert und es müssen zu viel Leitungen verlegt werden. Die Luftwechselrate ist bei diesen Systemen sind sehr klein, so das der Wärmeverlust gering ist (KFW 40 Häuser sind kein Problem).
Eine Alternative ist ein Abluftanlage mit Wärmepumpe, die gleich die Wohnung heizt.
Das sind kein Idee sonder Anlagen die ich auch einbauen lasse und bereits gebaut habe.
Ökohäuser ohne Lüftung sind ungesund und nicht mehr stand der Technik.
Gruß Joachim
Ohne hier in eine Fachdiskussion abzugleiten, ist eine Wärmepumpe technisch ein sehr nettes Gerät.
Sie muss jedoch mit mindestens 1/3 der "gewonnen Energie" mit Strom versorgt werden. Dieser muss erzeugt werden und dabei entstehen in der Regel rund 60-70 % Verluste, wie Abwärme der Großkraftwerke und nur 30-40 % Strom (ohne weitere in die Details der Stromerzeugung und des Wirkungsgrades einzugehen, im Gesamten und im Schnitt in D).
Die Güte einer Wärmepumpe ist die Arbeitszahl.
Da erkennt man dann sehr schnell, dass es eigentlich kaum einen Unterschied macht, ob jemand die zB fossile Energie erst in Strom verwandelt und dann diesen in ´ne Wärmepumpe steckt oder gleich zu Heizzwecken verbrennt.. bis auf den zusätzlichen Herstellungsaufwand der Wärmepumpe, das meist klimabelastende Kältemittel etc..
Deshalb auch mein Hinweis zu dem Erdkanal für die Luftzufuhr. Im Winter heizt er die frostige Luft vor, im Sommer kühlt er die warme Sommerluft ab, ganz ohne Fremdenergie und mit erheblichen Einsparpotential gegenüber einfacher Frischluftzufuhr. Effektive Wärmetauscher haben heute eine hohe Effizienz und die "Kunststoffteile" holen aus 20°C Abluft 19° Wärme heraus... und sind im Neubau in einen Abluftanlage jederzeit sinnvoll zu integrieren.
Neubauen im Ökohausbereich können so natürlich sinnvoll mit Lüftungsanlagen ausgestattet werden, da habe/ hatte ich keinerlei Probleme, doch man muss es immer von Anfang bis Ende komplett betrachten. Und da ist die aktive Wärmepumpe schlechter als ein guter Wärmetauscher.
Ich hatte deinen ersten Beitrag (ich bleibe bei du.. wir sind hier bei utopia) so verstanden, dass "jeder mal schnell einen Lüftungsanlage nachrüsten kann..", dort stand :
Viel Spaß beim Einbauen.
Deshalb die Anmerkungen. Details zu Luftwechselraten, Frischluftzufuhr, Bauphysik etc. möchte ich hier nicht weiter diskutieren, ist vermutlich zu fachspezifisch, auch wenn ich dazu auch einiges anmerken möchte/sollte.
Burnie
Ich finde Lüftungsanlagen sehr gut...von einer vernünftigen Qualität (Schallschutz, Wartung, Filterklasse, Einstellung) ausgehend. Nicht nur die viel zitierte Feuchtigkeit sondern auch das "Gift" CO2 wird durch die Lüftungsanlage beseitigt. Ich habe ein CO2-Messgerät und stelle in vielen Gebäuden einen viel zu hohen CO2-Wert fest. Selbst in Gebäuden mit Lüftungsanlage finde ich Messwerte von weit über 1500 ppm. Zuletzt in einer Veranstaltungsbox in der Allianz-Arena 2578 ppm CO2 (empfohlen sind Werte unter 1000 ppm). Jedoch darf eine Lüftungsanlage nicht mit "gesunden" Gebäuden oder Ökohäusern in Verbindung gebracht werden. Die chemische (VOC und Formaldehyd) Luftqualität verschlechtert sich sogar zum Teil durch eine laufende Lüftungsanlage. Dies zeigt ein aktuelles Forschungsprojket des BAG (Bundesamt für Gesundheit)in der Schweiz. Auch ich bin Lehmfan, jedoch möchte ich zumindest auf die Eigenschaften von gutem Kalkputz hinweisen. Durch den ph-Wert von ca. 12,5 kann auf einer Oberfläche mit Kalkputz kein Schimmelwachstum stattfinden. Weiterhin zeigen Untersuchungen des des WKI (Wilhelm-Klauditz Institut), dass Kalkoberflächen mindestens in gleicher Menge Feuchtigkeit aufnehmen können und dies ist besonders wichtig Kalk nimmt die Feuchte schneller auf als Lehm. Für viele Kunden ist der Kalk aus gesundheitlicher Sicht besser als Lehm. Zuletzt muss der Bewohner entscheiden und seinem Gefühl folgen.
Ich freue mich über den regen Austausch und wünsche allen ein frohes neues Jahr.
Der letzte Artikel über die Lüftungsanlagen hat mir gut gefallen.
Auch ich hatte Problem mit der Luft in meinem Schlafzimmer und ich denke die CO2 Konzentration war auch ein gravierender Faktor. Natürlich gibt es keine Patentrezepte und wir müssen uns dem Optimum nähern und unsere Erfahrungen machen. Das Thema Kalkputz finde ich auch sehr interessant.
Grüsse J.Dettki
Liebe Fachmänner,
wunderbar diese Diskussion, es ist ein Thema das mich brennend interessiert.
Jetzt ist meine Frage, ob Ihr einen Tipp geben könnt, wie gross der Durchmesser von einem Lüftungsrohr sein müsste, wenn es vier Etagen versorgen müsste. Was wäre besser: vier getrennte Rohre für jede Etage oder ein Rohr, das sich verzweigt? Wo und wie wird die Luft abgesaugt? Wenn es pro Etage geschieht, brauchen wir dann vier Wärmetauscher? Und wenn es mit der chemischen Luftqualität so schlecht gestellt ist, wäre es nicht besser, die ganze Sache zu lassen, und klassisch zu lüften?
Viele Grüße, erdömentö
PS. es ist kein Neubau sondern eine Renovierung, das komplette kfw-Programm
Es gibt sehr viele unterschiedliche Systeme von Lüftungsanlagen - alle mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen.
Da es sich bei Euch ja um eine Sanierung eines bestehenden Gebäudes handelt, könnte für euch ein System mit dezentraler Zuluft und einer kontrollierten Abluft mit Wärmerückgewinnung sinnvoll sein (z.B. LWHZ von Stiebel Eltron). Das würde eine aufwändige Montage von Zuluftkanälen entbehrlich machen. Diese Anlagen werden bereits seit mehr als 20 Jahren in Skandinavien genutzt und seit Mitte der 90er Jahre auch in Deutschland mit gutem Erfolg eingesetzt. (Jetzt auch in Kombination mit thermischen Solarkollektoren)
Du kannst mir ja eine Mail schreiben, wenn Du weitere Infos haben möchtest oder sonstige Fragen hast.
Beste Grüße
Christian
Danke für Dein Angebot Christian, nehme ich gerne an.
Wir stehen jetzt ganz am Anfang der Planung und sind dabei uns in die Materie hineinzulesen und Infos einzuholen, damit wir dann hoffentlich auch die richtigen Entscheidungen treffen.
Schöner Gruß,
erdömentö
Hallo und guten Tag.
Zum Thema Lüftung möchte ich den Hinweis FA. Lunos oder FA. Aerex
geben. Dies sind ganz einfache Abluftanlagen ohne Rückgewinnung der Energie. Es wird nur die Luft aus Küche und Bad abgesaugt und die Frische Luft strömt über Frischluftventile nach. (nur gering Verluste da die Luft nur langsam gewechselt wird)
Geringer Aufwand und geringe Kosten.
Die Fa. Inventa liefert Außenwandlüfter mit Rückgewinnung. Dieses System ist leider etwas teurer und auch lauter, dafür einfach zu installieren ohne Rohrleitung.
Am besten einfach mal auf die Internetseiten gehen und herumstöber.
bis Bald
Joachim Dettki
Guten Abend alle zusammen,
nachdem ich erst jetzt im Forum die Diskussion über Lüftung in wohngesunden Häusern verfolgen konnte, möchte ich mit meinem Beitrag die Diskussion wieder aufgreifen, weil meiner Meinung noch Klärungsbedarf besteht.
Ich plane und realisiere Lüftungsanlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung schon seit über 10 Jahren.
Ich stelle leider immer wieder fest, dass dieses Thema gerade auch bei Architekten und Installateuren, also bei Menschen, die viele andere beraten, immer noch nicht richtig angekommen ist. So kommt es, dass dann Halbwahrheiten weitergegeben werden wie: ?eine Abluftanlage ist im KfW 40 Haus kein Problem? oder es wird mit Systemen gearbeitet von zB. Stiebel-Eltron, die einen konventionellen Kreuzstrom-Wärmetauscher haben oder gar richtig schlechte dezentrale Abluft-Systeme von Lunos oder Inventa.
Dabei gibt es schon seit über 10 Jahren einen kleinen aber feinen Hersteller mit einem patentierten Wärmetauscher mit bis zu 99 % Wärmerückgewinnung (WRG)! Das Geheimnis heißt Kanal-Gegenstrom-Wärmetauscher (http://paul-lueftung.de). Dieser Hersteller hat schon viele Preise eingeheimst, sich zu Deutschlands führendem Hersteller von WRG gemausert und sich dabei auch gegen die großen Mitbewerber Viessmann, Helios, Maico, Aerex durchgesetzt.
Nun meine Frage: Warum soll man nicht in Häuser, die aktuell gebaut werden oder entsprechend saniert werden (noch viel besser da größeres Potential!) die beste auf dem Markt erhältliche Technik einbauen?
Es ist natürlich selbstverständlich, dass beim Einbau einer Lüftungsanlage die Volumenströme und somit das Leitungsnetz bedarfsgerecht berechnet werden, denn eine gute Lüftungsanlage steht und fällt nicht nur mit dem Lüftungsgerät.
Obiger Anbieter hat auch seine Produkte stets um neue Geräte erweitert, so dass von der Einzelraumlüftung über Altbausanierung bis zum Passivhaus eine breit gefächerte Produktfamilie inklusive eines Gerätes mit Feuchterückgewinnung zur Verfügung steht. So etwas nenne ich innovativ!
Noch was für Rechner: Eine Wärmepumpe bei niedriger Vorlauftemperatur hat eine Jahresarbeitszahl von 3 bis 4. Es werden 3 bis 4 Wärmeäquivalente aus einem Teil Strom erzeugt. Eine Lüftungsanlage mit dieser hohen WRG hat eine Leistungszahl von bis zu 20, da die sparsamsten Ventilatoren, die auf dem Markt erhältlich sind, eingebaut werden. Damit kann der Heizungswärmebedarf im Niedrigstenergiehaus halbiert werden.
Die großen Energieversorger haben dafür gesorgt, dass ?Ihre Wärmepumpen? gefördert werden. Lüftungsanlagen mit WRG werden nur in NRW gefördert.
Im jetzigen Referentenentwurf der EnEV wird die Wärmepumpe als regenerativ bezeichnet, weil sie auf Umweltwärme, im Winter sogar bei Minusgraden zurückgreift. Lüftungsanlagen mit WRG sind aus Sicht der Referenten bisher nicht regenerativ, weil die Abwärme im Haus meistens durch Verbrennung erzeugt wird. Das ist so nicht richtig, denn auch der Mensch erzeugt im Haus Abwärme. Diese muss dann erst ohne WRG nach draußen gelüftet werden, damit sie von der Wärmepumpe auf einem energetisch tieferen Niveau schlechter verwertet werden kann. Dass ist doch Irrsinn! Der Entwurf ist noch in Arbeit. Mal sehen was rauskommt.
In der Hoffnung eine weitere Diskussion angeregt zu haben, verbleibe ich für heute Abend,
:)Wasser- und Energiesparer

