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Ensembleschutz gegen Vollwärmeschutz

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Beiträge (4 )
 
Isolierer schrieb am 05.03.2010 um 09:57
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Hallo zusammen,

wer kennt sich mit der Thematik Ensembleschutz aus?

Ich wollte einen Gebäudekomplex in einer mittelalterlichen Kleinstadt (Bayern) der unter Ensembleschutz steht mit einer Fassadendämmung versehen. Das sollte eigentlich, zu mindest teilweise, kein Problem sein, da eins der vier Gebäude von 1960, ein weiteres aus dem Jahr 1973, das dritte zwar älter ist (BJ unbekannt) aber mit einer typischerweise sehr glatten, unverzierten Fassade ausgestatt ist. Das vierte Gebäude (BJ unbekannt) hat Simse unter den Fenstern, ist aber ansonsten auch glatt.

Nun wurde jedoch mein Antrag durch das Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt. Die Begründung fehlt zwar noch (wird vom Amt noch nachgereicht) , bisherige Aussagen lassen jedoch darauf schliessen, dass es sich um eine prinzipielle Entscheidung gegen Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) handelt. Eine einmalige Erlaubnis könnte eine Kettenreaktion bei anderen Bauherren auslösen.

Ich bin mit den Behörden noch am Verhandeln, bräuchte aber noch Argumente oder besser noch Beispiele von Fassaden die mit Vollwärmeschutz im Bereich Ensembleschutz erfolgreich renoviert wurden (in Bayern).

Meiner Meinung nach wird der Vollwärmeschutz oft mit einer glatten, sterilen, synthetischen Oberfläche in Verbindung gebracht, auch von Fachläuten. Auf der Handwerksmesse in München konnte ich mich jedoch davon überzeugen, dass mit der Wahl des Dämmaterials und der Art des Putzes ein jede gewünschte Wirkung erzielt werden kann. Von glatt bis rauh, eben oder uneben.

Der Witz daran: Es gibt sowohl typische glatte als auch typische rauhe, typische eben und auch typisch unebene Altstadthäuser. Außerdem sieht ein frisch verputztes und gestichenes Haus im Gegensatz zu den danebenstehenden unrenovierten Gebäuden immer "cleaner" aus, egal ob mit oder ohne Vollwärmeschutz.

Die geplante Aufbautiefe der Dämmung wurde nicht kritisiert, da zwischen den Gebäuden zum Teil Versprünge und Regenrinnen verlaufen.

Außerdem soll die Dämmung erst ab der ersten Etage beginnen. Zwischen Erdgeschoss und erster Etage ist ein kleines Vordach/Vorsprung. Ideal um darüber erst den Wärmeschutz zu montieren.
Im Ergeschoss sind überwiegend Schaufenster und nur ganz wenig Wandfläche.

- Damit ich nicht falsch verstanden werde. Es liegt mir sehr viel daran, das besondere Erscheinungsbild meiner sehr schönen Heimatstadt zu erhalten, ...jedoch in Verbindung mit dem Umweltschutz -

--- Also, wer hat Tips für mich? ---


(Da ich mit den Behörden noch am Verhandeln bin und ich die Fronten nich verhärten möchte, habe ich ganz bewusst keine Fotos und keine Ortsangaben gemacht. Wenn die Angelegenheit geklärt ist, werde ich dies nachholen. Natürlich habe ich auch einen Architekten/Energieberater beauftragt.)
    Hannilein schrieb am 05.03.2010 um 10:48
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    Zunächst sollte der Titel korrigiert werden, da ich erst einmal nicht wusste, was das ist (aufgrund des Schreibfehlers).

    Denkmalschutz ist Landessache, bzw. in den Kreisämtern wird das sehr unterschiedlich gehandhabt. In Bayern verhindert man ja auch gerne Solaranlagen, anderswo sitzen sie sogar auf Schlössern und Burgen...

    Du musst Bilder beibringen und die End-Optik darstellen. Betonköpfen, die die tatsächlichen Materialien sowieso nicht kennen, ist es nur schwer klar zu machen, dass ein heutiger Putz auf einer Trägerplatte jede Optik haben kann, völlig unabhängig von Art und Stärke des darunter liegenden Dämm-Materials. Die gleichen Leute haben in den 60/70 er Jahren zugelassen, dass Fachwerk - oder Klinker mit hässlichen Blech-Fassaden verkleidet werden durften... Aus Kunden-Erfahrung weiß ich aber, dass diese Herren oft nicht gewöhnt sind, Gegenwind zu bekommen und leicht umfallen!


    Wahrscheinlich lässt die Raumgröße nicht viel zu. Wenn doch, würde ich innen dämmen - auch wenn dumme Pauaschal-Aussagen davon abraten...

    Theoretisch geht sogar bei Fachwerk eine vollflächige Verkleidung, die dann nachträglich "Fachwerk-Bretter" aufgenagelt bekommt und zwischenverputzt wird.



    http://www.oeko-energie.de/produkte/oeko-baustoffe/oeko-daemmstoffe/index.php#04a20899ec0d46528

    Isolierer schrieb am 05.03.2010 um 17:51
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    Danke für den Tip mit dem Tipfehler, ich habe aber noch nicht rausgefunden, wie ich das nachträglich noch ändern kann. Hast Du eine Ahnung?

    Ja, ich brauche Bilder, Links und Adressen von realisierte Dämmvorhaben in alten Städten und zwar in Bayern (wegen dem Länderrecht). Es sind aber auch sicher Beispiele aus anderen Bundesländern und anderen Staaten sicher hilfreich.

    Mir liegt auch sehr viel an der Fassadendämmung, da ich somit ein gutes Beispiel in meiner Stadt geben kann. Ich möchte auch die anderen Eigentümer bei einer anstehenden Renovierung zum Dämmen motivieren. Jedes Haus, das jetzt "nur" mit neuen Fenstern ausgestattet und der Putz ausgebessert wird, wird vermutlich in den nächsten 30 - 40 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr nachisoliert werden und ist somit für den Klimaschutz verloren.

    inaktiver User 38734 schrieb am 05.03.2010 um 23:16
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    Hallo Isolierer, hier findest Du eine Anleitung: http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/179913


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