Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
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Beiträge (19 )
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Tscherno_Billi schrieb am 25.01.2009 um 13:22
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Sehr geehrte Utopisten,

ein Thema über Erdhäuser konnte ich hier im Forum schon finden. Doch ich möchte einen Schritt weitergehen und das Thema Erthships verbreiten. Kennt jemand von euch schon solche Häuser?
Das Konzept ist ja einfach genial und genial einfach...
[image]
Earthships verwenden als Baumaterial so viel Müll wie nur möglich!
Es fallen jeden Tag ungefähr 3 Millionen Altreifen an.
Meist werden sie in Zementwerken verbrannt. Und da schließt sich wieder der Kreis. Baut man ein normales Haus, benötigt man unmengen an Zement, welcher durch sehr energiereichen Prozess erst produziert werden muss. Das Konzept Earthship findet, dass man diesen "Umweg" doch einfach auslassen kann und tragende Wände direkt aus komprimierter Erde in einer Altreifenschallung zu machen.
Dass diese "Müllhäuser" nicht minder Wohnlich, Behaglich und Komfortabel sind, zeigen viele Beispiele aus den USA...
[image]

Aber guckt euch am Besten diese Reportage über Earthships an, bevor ihr euch eine Meinung bildet:
http://www.earthship.net/web/index.php?option=com_content&view=category&id=52&Itemid=94

Für mich ist diese Art des Bauens komplett neu und da ich in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich ein Eigenheim bauen möchte, wäre dieses Konzept sehr anstrebenswert.
Ich bin schon gespannt wie eine Gummiringerl, was ihr davon haltet...

Liebe Grüße
Tscherno_Billi
    Rinaldo schrieb am 25.01.2009 um 17:15
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    beobachte die usa (und andere länder) schon lange, nicht nur in diesem teil seiner kreativen baumöglichkeiten.

    solltest du die deutschen bauverhinderungsbehörden von deinem vorhaben überzeugen können, dann lass es mich wissen ;-)

    just schrieb am 26.01.2009 um 00:06
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    Hab ich es richtig verstanden, daß die Dinger in der Wüste gebaut sind, absolut kein Zu- oder Abwasser und keinen Strom haben außer dem, was sie selber sammeln? Und auch noch selber Obst und Gemüse anbauen, indem sie, wie Burnie propagiert, ihre sämtlichen Abwässer und Fäkalien recyclen? Genial! Rinaldo, wie sind eigentlich die Baugesetze in Spanien?

    Burnie schrieb am 26.01.2009 um 01:09
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    Danke Jutta, dass du ein wichtiges Prinzip das ich vertrete ansprichst... und so will ich ja eure Begeisterung nicht schmälern und finde das auch ganz nett, jedoch muss ich einiges einschränken... weils halt einfach keinen Sinn macht Aludosen in die Wand einzubauen.. auch Autoreifen sind nicht so prima. Nur um mal zwei Dinge zu erwähnen..

    Das hat mehrere Gründe, einmal einfach der bereits dafür verbrauchte Energieanteil (zB Alu das im Recycling weit über 90% des hohen Primärenergieverbrauchs verzichtbar macht, hoher Energieinhalt der Wand der Reifen..) oder auch wenig Sinn macht das Alu ein guter Wärmeleiter ist, den wir in Wänden so nicht brauchen können. Reiner Lehm oder Strohlehm macht da 1000x mehr Sinn. Auch stellt sich die Frage, was nach der Nutzung übrig bleibt, ausser ein wenig sortenreiner Müllberg ;)


    So ist der Grundgedanke schon richtig und für die Zukunft ist ja das auch hier mal andiskutierte "alternative Dorf" ein sehr wichtiger Schritt den wir weiterverfolgen müssen. Kreisläufe, Aufwerten der Dinge durch Verarbeitung, Nutzung und Gebrauch, also Plus- Kreisläufe, und das ganze so, dass am Ende kein Müll überbleibt und die Sache teilweise autark funktioniert.

    Will jetzt aber keine Beitrag darüber schreiben, mal sehen, vielleicht sollten wir den anderen dazu aus der Versenkung holen ...

    just schrieb am 26.01.2009 um 01:20
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    Zumal es ja auch hier kaum noch freilaufende Aludosen gibt und Altreifen möcht ich schon gar nicht in den Wänden haben, aber was ist mit Glas? Und mich erstaunt grundsätzlich, daß es offensichtlich am Rande der Wüste möglich ist, nur mit Niederschlagswasser und Recycling zu leben - die Badewannen waren auch noch üppig - und so ganz ohne Plumpsklos ;-)

    Tscherno_Billi schrieb am 26.01.2009 um 08:56
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    Guten Morgen!

    Burnie ich verstehe deine Bedenken.
    Allerdings möchte ich dennoch ein paar Gegenargumente hier anbringen.

    Was passiert mit den nicht mehr verkehrstüchtigen Altreifen, welche nicht mal mehr in den Osten oder nach Afrika als Gebrauchtreifen (!) verkauft werden können?

    Der Großteil wird direkt in die Zementwerke verheizt, um Zement zu produzieren. Ich denk mir da einfach, wieso nicht ohne Umweg und ohne viel Ernergie zu verschwenden, die Reifen als Schallung für die Wände verwenden?

    Wenn jemand sein Earthship aufgibt, hat er genauso für den Abriss und die Baustofftrennung zu sorgen.
    Und dann können die dummen Reifen ja noch immer eingeheitzt werden...

    Aludosen haben ein relativ geringes spezifisches Gewicht.
    Aber es stimmt schon es dürften messbare Wärmebrücken bestehen, welche aber bei Außenmauern, je nach Anforderung, durch zwei oder gar drei Reihen vernachlässigbar sind.
    Die "Luftblasen" in den Dosen dürfte die Wand relativ gut dämmen.
    Zwar würden Aludosen auch recycled werden, aber mit welchen Energieaufwand? Die Elektrolyse in Aluschmelzöfen sind eine der größten Stromverschwender. Und die Menge an Aludosen in einem Earthship würde sich auf unter 10000 beschränken. (Da die meisten Außenmauern aus Reifen und Erde) Das sind vieleicht ein paar Kilo. (Grobe Schätzung)

    Ich möchte jetzt nicht die Earthships als alleinige Lösung für die Zukunft anpreisen, im Gegenteil ich finde die Stroh-Lehm-Bauweise genauso faszinierend.

    Liebe Grüße
    euer Tscherno-Bill


    STELL DIR VOR ... in einem Haus zu leben, das weder Heizkosten noch Klimaanlage kennt

    STELL DIR VOR ... dieses Haus selbst zu bauen

    STELL DIR VOR ... Dein eigenes Gemüse während des ganzen Jahres in diesem Haus selbst zu ziehen

    STELL DIR VOR ... keine Stromrechnung zu zahlen

    STELL DIR VOR ... einfach verfügbare ?unbegrenzte natürliche Rohstoffe? um dieses Haus zu bauen zu haben

    STELL DIR VOR ... eine erdfreundlichere Zivilisation

    STELL DIR VOR ... EARTHSHIPS

    Rinaldo schrieb am 26.01.2009 um 10:45
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    ich bin für vereinfachung, bin dafür, dass jeder bauherr seinen eigenen plan bei der behörde einreichen kann und, dass nur noch rahmenbedingungen (wie z.b. höhe, abstand und ausnutzung/größe) festgeschrieben werden.
    dann kann jeder sein haus bauen wie er will, also warum denn kein erdhaus und warum nicht aus restmüll, wer's mag.

    hier in spanien haben wir diesen berg von din-normen und bauvorschriften nicht. ganz grundsätzlich ist das bauen, aufgrund der klimatischen verhältnisse, wesentlich einfacher. und etwas entscheidendes kommt hinzu, es ist nicht die mentalität der spanier alles immer superperfekt zu machen. die lebensfreude, lockerheit und "leichtigkeit" überwiegt und das zeigt sich auch beim bauen, nicht immer zur freude der deutschen kunden.....

    J.Ö.R.N. schrieb am 28.01.2009 um 14:05
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    Habe ein paar nette Links gefunden mit Bildern von Häusern die uns Deutschen wirklich wirklich utopisch vorkommen.. Wollte ich einfach mit euch teilen.
    Sehen u.a. aus wie die Häuser der Hobbits im Auenland!

    http://www.simondale.net/house/gallery.htm

    http://www.lammas.org.uk/lowimpact/gallery.htm

    Gundula schrieb am 28.01.2009 um 15:20
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    Zu dem Bereich fallen mit die Bierdosenkollektoren - in Ungarn habe ich solch ein hausgemachtes Exemplar gesehen. Sie heißen dort einfach sörkollektor -> Bierkollektor...

    Unter dem Stichwort findet sich z.B. interesssantes auf YouTube.

    Tscherno_Billi schrieb am 28.01.2009 um 21:00
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    Ich stimme euch voll und ganz zu.

    Die Bauvorschriften (von der Form und Art des Gebäudes) sollten wirklich gelockert werden...

    Den Bierdosenkollektor finde ich interessant.
    Allerdings hast du da das Problem, dass nur am Tag wenn die Sonne scheint Luft erwärmt wird...
    Das sollte ja schon durch bauliche Massnahmen durch die Fenster geben sein...
    In der Nacht, wo man die Wärme braucht kommt nichts.
    Deshalb finde ich es besser mit einem flüssigen Medium (Wasser) zu arbeiten, da diese viel mehr Wärme aufnehmen können.
    Und dann wird es in einen Buffer zwischengespeichert und im Bedarfsfall entnommen.
    Aber die Idee allein aus Bierdosen einen Kollektor zu machen, finde ich einfach nur faszinierend...
    Vielleicht könnte man das kombinieren?
    Aber da hätte ich wegen dem großen Querschnitt bedenken, außer man stellt den Durchfluss sehr langsam ein...

    Hmmm, Experimenten würden nicht schaden... :cool:

    Liebe Grüße
    Tscherno-Bill

    Burnie schrieb am 28.01.2009 um 22:48
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    Ich stimme euch voll und ganz zu.

    Die Bauvorschriften (von der Form und Art des Gebäudes) sollten wirklich gelockert werden...


    Da kannst du in deiner Gemeinde mitwirken in dem du dich engagierst und auf Bebauungspläne einwirkst.
    Wobei ich leider den meisten "Normalbürgern" da leider nur wenig zutraue. Wenn ich mir anschau was die so "frei" bauen... ne lieber nicht ;)




    Deshalb finde ich es besser mit einem flüssigen Medium (Wasser) zu arbeiten, da diese viel mehr Wärme aufnehmen können.
    Und dann wird es in einen Buffer zwischengespeichert und im Bedarfsfall entnommen.


    Auch die Wärme in der Luft kann man puffern. Entweder mittels Schotterspeicher (Ideal unter dem Wohnhaus und zB mehreren Kammern oder auch mittels Latentspeicher zB mit Zeolithen.


    @J.Ö.R.N.

    Danke, paar schöne Bilder dabei ... :)


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