Die Gefahr eines Super-GAU in einem Atomkraftwerk steigt mit dem Alter der Anlage zunehmend. Die Wahrscheinlichkeit des Größten Anzunehmenden Unfalls mit dramatischen Folgen für Mensch und Umwelt liegt europaweit bei 16 Prozent. Ein nicht hinnehmbares Risiko!
In jedem Atomkraftwerk kann es aufgrund von technischen Mängeln und menschlichen Fehlern zu einem schweren Unfall kommen, bei dem große Mengen Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt werden.
Nach der offiziellen “Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke - Phase B” kommt es in einem deutschen Atomkraftwerk bei einer Betriebszeit von rund 40 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent zum Super-GAU.
In der Europäischen Union sind mehr als 150 Atomkraftwerke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU in Europa liegt bei 16 Prozent. Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, auf Anhieb eine 6 zu würfeln.
Weltweit sind etwa 440 Atomkraftwerke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit, dass es weltweit in 40 Jahren zu einem Super-GAU kommt, liegt bei 40 Prozent. Wie die Atomkatastrophe in Tschernobyl zeigt, ist bei einem Super-GAU mit mehreren zehntausend Toten zu rechnen.
Drei Viertel aller Deutschen sind von Atomunfall bedroht!
Drei Viertel aller Deutschen laut Studie von Atomunfall bedroht: Bis zu 75 Prozent der Bevölkerung sind nicht ausreichend vor Atomunfällen geschützt, so eine Studie der Deutschen Umweltstiftung
Der ´AKW-Gefährdungsatlas´, den die Deutsche Umweltstiftung veröffentlicht hat, gibt genaueren Aufschluss über diese Zahlen. Danach ist die dichte Besiedelung Deutschlands das Hauptproblem bei einem Atomunfall. Im für die Sicherheit kritischen Umkreis der zwölf Standorte mit insgesamt 17 Atomkraftwerken, wohnen jeweils zwischen 5,5 und 12,5 Millionen Menschen. Bei diesen Zahlen handelt es sich noch um zurückhaltende Schätzungen.
Atomunfälle würden weite Teile Deutschlands verseuchen
Je nach Wetterlage werden von einem akuten Störfall aber deutlich mehr Menschen im jeweiligen Einzugsgebiet betroffen sein, weswegen letztlich bis zu 75% der Bevölkerung nicht vor einem Atomunfall geschützt werden können. Allerdings ist dabei zu beachten, dass diese Zahl nicht auf einen einzelnen Unfall bezogen werden kann, sondern sich auf die potenzielle Gefährdung durch die Atomkraftwerke in Relation zur Bevölkerungsdichte bezieht. Die Deutsche Umweltstiftung bezeichnet diese Fakten als ´nicht nur unverantwortlich, sondern menschenverachtend´ und fordert die Politik zu einem raschen Atomausstieg auf.
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Wir haben einen SuperGAU in Europa schon mal miterlebt. Damit sich alle noch mal in Erinnerung rufen können, wie die Auswirkungen aussehen, empfehle ich dieses kurze Video zu schauen:
Wunderbar zu hören ist in dem Video auch, dass Herr Schäuble schon damals gnadenlos gelogen hat.
Zahlreiche Sicherheitsstudien haben gezeigt, dass es in allen Atomkraftwerken zu schweren Unfällen („Super-GAU") kommen kann, bei denen ein Großteil der lebensbedrohlichen radioaktiven Stoffe in die Umgebung freigesetzt wird. Die technischen Einrichtungen können versagen und auch die Menschen, die in den Kraftwerken arbeiten, können schwere Fehler machen, die zum Super-GAU führen. Hinzu kommt die Gefahr terroristischer Anschläge auf Atomkraftwerke.
Eine besondere Gefahrenquelle stellt auch die zunehmende Liberalisierung der Strommärkte dar. Denn dadurch steigt auch der Kostendruck auf die Atomkraftwerksbetreiber. In Deutschland führte dies beispielsweise schon dazu, dass die Zahl der Prüfungen von sicherheitsrelevanten Komponenten reduziert und notwendige Reparaturen zeitlich verschoben werden.
Es ist bemerkenswert, was in den Atomkraftwerken – verborgen hinter grauen Mauern – schon alles geschehen ist. Rohrleitungen rosten vor sich hin und bekommen immer wieder gefährliche Risse.
Vereinzelt sind bereits Rohrleitungen geplatzt. Eine heftige Wasserstoffexplosion zerstörte in einem Atomkraftwerk eine Rohrleitung. Immer wieder fallen in Atomkraftwerken die Brennelemente von den Verladekränen. Wiederholt stoppte das Kraftwerkspersonal absichtlich zentrale Sicherheitssysteme. Nach der Reparatur von Sicherheitssystemen wird nicht selten vergessen, diese wieder zu aktivieren. Es kam vor, dass ein Schutzhelm bei Wartungsarbeiten in eine Pumpe gefallen ist und später zum Ausfall der sicherheitstechnisch wichtigen Pumpe führte.
Blitze und Unwetter führten wiederholt zum gefürchteten „Notstromfall". In einem Atomkraftwerk kam es schon zum Totalausfall der Stromversorgung. Mehrfach gab es in Atomkraftwerken gefährliche Brände. Aufgrund von Alterungsprozessen verstellen sich immer wieder Sollwerte in der Kraftwerkssteuerung, so dass Sicherheitssysteme nicht ordnungsgemäß aktiviert werden. Eine neue digitale Steuerungstechnik – wie sie auch beim Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) eingesetzt wird – führte in einem Atomkraftwerk dazu, dass mit dem Schnellabschaltsystem die wichtigste Sicherheitseinrichtung außer Kraft gesetzt wurde ... Die Liste ließe sich fortsetzen.
Die große Gefahr besteht darin, dass die Kühlung des Reaktorkerns, in dem sich die uranhaltigen Brennstäbe befinden, versagt und der Reaktorkern aufgrund der hohen Temperaturen schmilzt. Kommt es zur so genannten „Kernschmelze", dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die radioaktiven Stoffe in die Umgebung freigesetzt und mit den Luftmassen über Hunderte oder gar Tausende von Kilometern verbreitet werden.
Im US-amerikanischen Atomkraftwerk Harrisburg (Three Mile Island/TMI) ist 1979 ein Drittel des Reaktorkerns geschmolzen. Im ukrainischen Tschernobyl kam es 1986 zur vollständigen Kernschmelze und zur Freisetzung des radioaktiven Inventars. Die „Strahlenwolke" von Tschernobyl verbreitete sich über ganz Europa und verseuchte Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel.
Das Risiko, dass es zu einem schweren Atomunfall, zum Super-GAU, kommt, ist keineswegs gering.
Nach der offiziellen "Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke - Phase B" kommt es in einem deutschen Atomkraftwerk mit einer Wahrscheinlichkeit von 2,9 x 10^-5 pro Jahr (0,000029/a) zu einem Kernschmelzunfall. Legt man heute eine Betriebszeit eines Atomkraftwerks von 40 Jahren zugrunde, so ergibt sich für einen Atomkraftwerksblock eine Super-GAU-Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent.
Mit der Zahl der betriebenen Atomkraftwerke steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU. In der Europäischen Union waren Anfang des Jahres 2004 mehr als 150 Atomkraftwerksblöcke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Europa innerhalb von 40 Jahren zu einem Super-GAU kommt, liegt demnach bei 16 Prozent oder anders ausgedrückt bei 1 zu 6.
Dies entspricht der Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln auf Anhieb eine 6 zu würfeln.
Entsprechend kann man auch abschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit es in einem der weltweit betriebenen Atomkraftwerke zum Super-GAU kommt. 2004 waren rund 440 Atomkraftwerksblöcke in Betrieb. Global betrachtet liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU innerhalb von 40 Jahren bei 40 Prozent.
Die Zeitspanne von 40 Jahren heißt aber nicht, dass es erst in 40 Jahren zum Unfall kommen kann. Der Super-GAU kann bereits morgen oder übermorgen Realität werden. Genauso wenig ist auszuschließen, dass innerhalb von 40 Jahren zwei- oder dreimal ein Super-GAU eintritt.
Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEA) und im Atomgeschäft tätige Unternehmen wie Siemens und AREVA plädieren für einen weiteren Ausbau der Atomenergie. Es liegt auf der Hand, dass das Risiko für einen Atomunfall dann noch weiter ansteigen würde.
Im Jahr 1986 ist es im Atomkraftwerk Tschernobyl (Ukraine) zu dem folgenschwersten Super-GAU in der Geschichte der Atomenergie gekommen. Der Unfall forderte mehrere zehntausend Todesopfer. Das in der Tschernobyl-Hilfe tätige Otto Hug Strahleninstitut in München schätzt auf der Basis offizieller Zahlen und von Zahlen der Liquidatorenverbände, dass bis zu 70 000 Menschen in Folge von Tschernobyl gestorben sind.
Eine Vorstellung vom Ausmaß der Erkrankungen in der Folge des Tschernobyl-Unfalls gewinnt man, wenn man die Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen und Schilddrüsenkrebs im Schilddrüsenzentrum Gomel im Endokrinologischen Dispensär des Oblast Gomel betrachtet. In dieser Poliklinik wurden seit der Errichtung und Inbetriebnahme durch das Otto Hug Strahleninstitut in 11 Jahren insgesamt etwa 120 000 Patienten mit verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen und -krebs behandelt, rund 20 000 dieser Patienten waren Kinder.
In der Republik Belarus sind über 12 000 Patienten mit Schilddrüsenkrebs in Behandlung, darunter mehr als 1.000 Fälle bei Kindern und Jugendlichen. Allein im Verwaltungsgebiet Gomel haben etwa 400.000 Menschen, die zum Zeitpunkt des Unfalls Kinder oder Jugendliche waren, ein hohes Schilddrüsenkrebsrisiko, und benötigen regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Neben den Schilddrüsenerkrankungen kam es in der Tschernobyl-Region zu zahlreichen weiteren Erkrankungen:
* Im Gebiet Gomel ist der Jugenddiabetes im Vergleich zur Zeit vor der Katastrophe um das Dreifache gestiegen
* Im Gebiet Gomel ist bei Männern ein deutlicher Anstieg von Tumoren der Lunge, des Magens, der Haut und der Prostata zu verzeichnen
* Bei Frauen sind es vor allem Tumoren von Brust, Gebärmutter, Magen und Haut
* der Brustkrebs bei Frauen hat sich seit 1988 verdoppelt
* deutliche Zunahme der mit der Fortpflanzung des Menschen zusammenhängenden Erkrankungen
Nach der Tschernobyl-Katastrophe wurde in den betroffenen Republiken Belarus (70 %), Ukraine (15%) und Russland (15%) eine Fläche von etwa 10 000 km² zur Sperrzone und Zone der strikten Kontrolle erklärt. Mehr als 500.000 Menschen mussten umgesiedelt werden, d. h. sie haben auf Dauer ihre Wohnungen, Häuser und Arbeitsstätten verlassen, mehr als 200.000 Menschen mussten aus den Sperrzonen evakuiert werden.
In vielen Ländern, in denen Atomkraftwerke betrieben werden, ist die Bevölkerungsdichte wesentlich höher als in der Tschernobyl-Region. In Mitteleuropa ist die Bevölkerungsdichte beispielsweise zehnmal höher. Bei einem Super-GAU im Westen müsste man wegen der 10-fach höheren Besiedlungsdichte entsprechend mehr Menschen umsiedeln, verbunden mit dem Verlust von Gesundheit, Arbeit und Gütern.
Nicht zuletzt auch die finanziellen Verluste eines Super-GAU sind praktisch vollständig von den Opfern zu tragen. Die möglichen finanziellen Schäden eines Super-GAU wurden in einer Studie im Auftrag des deutschen Wirtschaftsministeriums auf bis zu 5400 Milliarden Euro geschätzt (Prognos AG, Basel). Die Schadensdeckung eines Atomkraftwerks liegt weltweit aber nur bei maximal 2,5 Milliarden Euro. Das sind weniger als 0,1 Prozent der erwarteten Schäden. Für mehr als 99% der bei einem Super-GAU erwarteten Schäden gibt es also seitens der Atomindustrie keine Deckungsvorsorge. Die Opfer gehen praktisch leer aus.
Alle 3 Tage wird im Schnitt je AKW eine meldepflichtige Störung gemeldet.
Und jeden Tag produzieren wir Atommüll und haben keine Entsorgungsmöglichkeit!
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