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was meint Jungenbenachteiligung im Bildungssystem?

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Beiträge (3 )
 
fantast67 schrieb am 26.02.2012 um 10:39
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http://www.erziehungstrends.de/Benachteiligung/Jungen

Alle Statistiken kommen zum gleichen Ergebnis


Die Statistiken der letzten Jahre zeigen für Deutschland, dass in vielen Bereichen die Jungenproblematik weiter zunimmt, während in den letzten Jahren die Mädchen in vielen Bereichen die Sieger sind. Hier seien nur noch einmal einige Fakten ins Gedächtnis gerufen:

- Bei der Abiturientenquote liegen Mädchen bei inzwischen 55 %, Jungen bei 45 %.
- Fast 2/3 der Hauptschüler sind männlich, mehr noch gehen auf die „Sonderschule“
- ADHS (das „Zappel-Philipp-Syndrom“) tritt bei weniger als einem Drittel der Mädchen auf, ebenso Schulversagen und Leistungsverweigerung
- Bei der Berufsbildungsfähigkeit schneiden Jungen ebenfalls viel schlechter ab
- Gewaltauffällig werden zu 90 % Jungen
- Selbstmord kommt bei Jungen 10x häufiger als bei Mädchen vor.

Obwohl sich diese Negativ-Liste für Jungen noch verlängern ließe, hat das neue Gleichbehandlungsgesetz im Bildungsbereich noch nicht zu den dringend notwendigen Maßnahmen geführt. Noch ist diese Jungenproblematik nicht genügend in das öffentliche Bewusstsein eingedrungen.



Jungenbenachteiligung im Bildungssystem

Einige der schulischen Faktoren, die zu einer Benachteiligung von Jungen führen, sind folgende:
- In allen Erziehungsberufen haben Frauen die Mehrheit, in den Grundschulen sind 90 % der Lehrer weiblich, in den Kindergärten noch mehr.
- Die Jungen finden keine männlichen Identifikationspersonen, da auch in vielen Familien der Vater fehlt.
- Mädchen verhalten sich meist ruhiger in der Klasse als die „wilden“ Jungen. Daher sind sie „beliebter“ beim Lehrerpersonal und werden meist besser benotet, vor allem von den Lehrerinnen.
- Die mündliche Leistung fließt stark in die Benotung ein. Da Mädchen sprachgewandter sind, haben sie auch hier einen Vorteil gegenüber Jungen.

Unser Bildungssystem muss sich etwas einfallen lassen, wie es die deutliche Benachteiligung der Jungen korrigieren kann. Zunächst muss dazu die „Jungenproblematik“ stärker ins öffentliche Bewusstsein gebracht werden. Erst wenn allgemein erkannt und akzeptiert wird, dass hier ein wachsendes Problem auf die Gesellschaft zukommt, wird man entschiedener nach Lösungen suchen.



Sicher sind Jungenschulen, Jungengruppen und -verbände nur ein Weg, wie man sich gezielter auf die Jungen einstellen kann. Weitere Wege und Methoden, wie die schon mancherorts geübte jahrgangs- oder fächerbezogene Trennung der Geschlechter (reflexive Koedukation) sind zu suchen, um nach der noch vor Jahren berechtigten Konzentration des Bildungswesens auf die Mädchen nun dasselbe mit den Jungen geschieht.

Die Berliner Morgenpost kommt zu dem Schluss: „ Entweder werden Jungen gleichbehandelt, so dass sie die gleichen Chancen haben, oder sie bilden die Basis für eine sozial verursachte Gewaltexplosion, die mit Hilfe eines Bildungssystems hätte verhindert werden können, das den Jungen andere Perspektiven bietet, als ihre Männlichkeit durch Körperverletzung, Sachbeschädigung und Aufruhr unter Beweis zu stellen.“

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Link

>Berliner Morgenpost: Gleichbehandlung und Erziehung: In der Schule gibt es keinen geschlechtsneutralen Unterricht. Warum Jungen benachteiligt werden.
    inaktiver User 45469 schrieb am 26.02.2012 um 10:54
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    Keinen Zweifel darüber, dass Jungen eher als Mädchen auffällig werden. Ich habe leider das Buch verliehen, aber es war von Steve Biddulph, einem australischen Kinderpsychologen (Wie man Jungen erzieht o.ä. war der Titel).
    In diesem Buch hatte er geschrieben, dass Jungen u.a. aufgrund ihres Hormonhaushaltes und ihres Wesens an sich (ich kann es jetzt nur so ungefähr in meinen Worten wiedergeben) natürlich anders sind; sie können schneller rennen, weiter springen, bewegen sich einfach lieber als Mädchen (in einem gewissen Alter) und es sei klar, dass sie dann schulisch auffallen, wenn Mädchen lieber lauschen und dem Lehrer von den Lippen lesen, als wenn sie dazu neigen, unruhig zu sitzen - nicht weil sie es nich tkönnten, sondern weil sie sich einfach anders entwickeln als Mädchen.

    Unser heutiges Schulsytem trägt zum einen diesem Unterschied zwischen den Geschlechtern nicht gut genug Rechnung (ich bin jetzt auch kein fan von Buben- und Mädchenschulen; wobei aber laut Untersuchungen reine Mädchenklassen auch gut abschneiden und Bubenklassen unter sich vielleicht auch mal zu durchleuchten wären);

    Zwei Dinge fallen mir in dem Kontext noch ein:
    a) der Elementarbereich (Kindergarten und Grundschule bis 4. Klasse) müssen zwingend aufgewertet werden. Der Erziehungswissenschaftler Prof. Fthenakis sagt, dass wir dringend in Deutschland eine Verschiebung benötigen von Investitionen. Er meint, bisher fließe sehr viel Geld in den Sekundarbereich (Gymnasien, höhere Schulen, weiterführende usw.) - aber das Problem ist, ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, kann man den Weg für ein Kind viel schwierieger geradebiegen. Deswegen seien gerade die ersten 10 Kindsjahre von entscheidender Bedeutung.
    Man müsse also ganz klar die Gelder in Richtung Unterstützung, Betreuung und Bildung von 0-10 jährige stecken/umverteilen! Dann seien die "Folgekosten" (wenn man keinen Abschluss hat, wenn das Deutsch doch nicht so gut ist, die "Vermittelbarkeit" nach der Schule) nicht so schlimm, wenn man sich am Anfang gut kümmert.

    b) der Elementarbereich ist nicht attraktiv genug. Zum einen Gehaltmäßig und zum einen Imagemäßíg. Wieso entscheiden sich deswegen so wenige Männer gegen eine Ausbildung als Kinderpfleger, Erzieher, Grundschullehrer? Weil sie am Gymnasium mehr verdienen, als Uni-Professor usw. Weil der Ruf besser ist.
    Wer ist an diesem Ruf schuld? Keine Ahnung...

    http://www.fthenakis.de/c2/Das_Problem_liegt_im_System

    Das nur mal so dahingeworfen, als rohes Gedankengut ;-)

    fantast67 schrieb am 26.02.2012 um 11:26
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    ;-)

    ich denke es müssen nicht unbedingt getrennte Schulen sein, aber zumindest in bestimmten Fächern (neben Sport) sollte es Gelegenheiten geben bei denen Jungs unter sich sind und "heiklere Themen" besprechen können.


    Inzwischen habe ich in verschieden Bücher reingelesen.

    Interessant finde ich "Jungs im Abseits" auch von einem Amerikaner Dr. Leonard Sax
    er macht 5 Gründe aus:

    Schul- und Unterrichtsform
    Video- und Computerspiele
    Veränderungen im Hormonsystem durch Giftstoffe in Plastikflaschen und Lebensmitteln
    Verstärkte Medikation bei der Behandlung von ADHS
    Fehlende Männliche Vorbilder

    Klingen plausibel - hab aber erst reingelesen - auch er geht auf die Erkenntnisse der Hirnforschung ein und welche negativen Überzeugungen über sich selbst die Frühförderung bei vielen Jungs auslöst.

    erweitern würde ich in meiner laienhaften Denke die zu frühe Sexualisierung vor der man sich eh kaum schützen kann, weil überall präsent. Davor sollten wir unsere Kinder schützen - Sexualität sollte meiner Meinung nach zumindest mit tiefer Zuneigung = Liebe gelebt werden.

    Was in den Schulen geplant ist sollten wir uns sehr genau anschauen und hinterfragen!
    Es scheint mir ein anderes Bild vermittelt zu werden.


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