Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

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jetzt.de: Lohas (und Utopia) werden die Welt nicht retten

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Beiträge (25 )
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inaktiver User 17193 schrieb am 22.04.2009 um 20:06
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Zum Thema Utopia etc. hier meine aktuelle jetzt.de-Kolumne: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/473115
    shag schrieb am 23.04.2009 um 11:49
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    Original-Zitat:

    "Text: klaus-werner-lobo
    Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt!" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute: Warum Lohas blauäugig sind!"
    (Hervorhebungen von mir)

    Sorry, aber eigenartiger Stil - wie Sie über sich selbst in der dritten Person schreiben;
    aber irgendwie erinnert mich diese Geschichte insgesamt ein bisschen an "divide et impera"; strategischer Konsum ist alleine nicht die Lösung, aber ein wichtiger Beitrag; insbesondere auch deshalb, weil durch diesen eine verblüffend große Öffentlichkeit erreicht wird, das wäre ja auch ein (gutes) Gemeinsames zwischen jetzt.de und Utopia; - denn "die Welt ist Wille ..." und Zimperlichkeit ist mE in der heutigen Situation (nicht leistbarer) Luxus, denn wem nützt das "teile und herrsche", außer es erzeugt Öffentlichkeit?
    [image]
    lg
    shag

    vielrauch umnichts schrieb am 23.04.2009 um 11:55
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    Hallo shag
    "Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt!" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute: Warum Lohas blauäugig sind!"

    das ist die Einleitung von jetzt.de. Das ist noch nicht der Text von Herrn Lobo. er schreibt also nicht von sich in der dritten Person.

    inaktiver User 17193 schrieb am 23.04.2009 um 12:01
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    zur info: der von dir zitierte vorspann wird nicht von mir geschrieben sondern von der jetzt.de-redaktion hinzugefügt. ein normaler vorgang, finde ich.

    und worüber soll ich den teilen und herrschen? die welt ist nicht wille, sondern "das gegenteil von gut ist gut gemeint" (brecht). lohas und utopia treiben die ökonomisierung von politik eben tendenziell voran bzw. profitieren davon, als dagegen öffentlichkeit zu erzeugen. da wäre ein bisschen mehr (selbst)kritik durchaus angebracht.

    fairskate schrieb am 23.04.2009 um 12:54
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    lohas und utopia treiben die ökonomisierung von politik eben tendenziell voran bzw. profitieren davon, als dagegen öffentlichkeit zu erzeugen. da wäre ein bisschen mehr (selbst)kritik durchaus angebracht.

    Auch der Hinweis, dass eine Strategie, die vom Einkommen abhängt, enge Grenzen hat und nie vorrang vor demokratischem Handeln haben sollte, gefällt mir.

    Lobo ist ja auch nicht gegen strategischen Konsum, nur gegen dessen Überhöhung zum Allheilmittel und dessen Ernennung zur zentralen Strategie gegen die Ausbeutung von Mensch und Umwelt.

    Er schreibt ja auch:

    "je mehr Menschen Bio, aus Fairem Handel, vegetarisch oder aus der Region einkaufen, desto mehr wird sich der Markt diesen Bedürfnissen anpassen."

    und er befindet diese Marktveränderung für gut, aber eben nicht ausreichend.

    shag schrieb am 23.04.2009 um 13:35
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    ..."das gegenteil von gut ist gut gemeint" (brecht). ...

    Dennoch ist das Gegenteil von gut böse (das sich manchmal von gut gemeint nicht allzusehr unterscheidet - aber guter Wille ist mE (welch' Plasphemie dem guten Brecht zu widersprechen) nicht wirklich "böse".

    Wem sollte es nützen Lohas als "Dummköpfe" (mit blauen Augen) zu beschreiben, wäre die Welt ohne Lohas besser dran?

    [image]

    lg

    shag schrieb am 23.04.2009 um 15:54
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    Ich wohne in Österreich, ich kenne Utopia (wie viele auch in A), und durch Utopia kenne ich jetztauch.de

    - so läuft der Hase wohl?; und soviel zu "Ökonomie" ...

    lg

    greenKermit schrieb am 23.04.2009 um 16:02
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    kenne ich jetztauch.de

    - so läuft der Hase wohl?; und soviel zu "Ökonomie" ...



    Hallo Shag,

    was ist jetztauch.de? Und welchen Hasen meinst Du? Habe Verständnisschwierigkeiten und bitte um Erklärung.

    Viele Grüße
    Kermit

    Utopist01 schrieb am 23.04.2009 um 20:47
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    Hallo Shag,

    was ist jetztauch.de? Und welchen Hasen meinst Du? Habe Verständnisschwierigkeiten und bitte um Erklärung.

    Viele Grüße
    Kermit

    Lieber Kermit,

    Shag meinte wohl: durch Utopia kennt er jetzt auch jetzt.de
    (ich habe zuerst auch etwas gerätselt).
    Was es mit dem Hasen auf sich hat, tja...
    Vielleicht eine österreichische Redewendung?
    Vielleicht hilft das hier weiter.

    Rinaldo schrieb am 23.04.2009 um 20:59
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    "je mehr Menschen Bio, aus Fairem Handel, vegetarisch oder aus der Region einkaufen, desto mehr wird sich der Markt diesen Bedürfnissen anpassen."

    die meisten dinge die wir heutzutage essen oder benutzen werden doch gar nicht und nie in der region angebaut oder hergestellt werden (können).

    die gründe dafür sind so unterschiedlich wie die dinge.
    der faire handel hat sich als -fast- nicht kontrollierbar erwiesen....zumal, was ist fair?

    in einer früheren diskussion (biokost und ökokult) hat sich herauskristallisiert, dass die gesamte weltbevölkerung nicht mit bio zu ernähren ist ohne die welt weiter kaputt zu machen, sondern die zukünftige welternährung wohl integrierter anbau sein wird/muss/sollte.
    auch ist eine vegetarische ernährung nicht die lösung gegen masstierhaltung, denn fleisch wird ja trotzdem "produziert" auch wenn ich nur milch usw. kaufe.

    im kern geht es doch darum, dass sich die menschen den möglichkeiten ihrer region anpassen (sollten), bzw. sich darauf beschränken. wer will das?

    das ist für mich -was wird aus den arbeitsplätzen vom exportweltmeister- illusion und wer will das?

    es sei denn, der gesamte welthandel bricht zusammen und wir müssen essen/trinken was vor der tür wächst und uns mit den dingen umgeben die wir selbst herstellen. wer will das?

    oder wir verändern unseren konsumlevel auf das (unserer eltern) der 50-er jahre. dort hatte der arzt, fabrikant und manchmal ein handwerker ein auto, der rest ging zu fuß oder fuhr mit dem fahrrad. urlaub wurde zuhause gemacht. gearbeitet wurden 46 stunden, körperlich schwerer als heute da weniger maschinen im einsatz waren. gegessen wurde was der acker/wald/garten (und der private stall, nur sonntags) hergab, südfrüche waren weitgehend unbekannt. möbel kamen vom tischler oder aus der nahegelegenen fabrik. technische geräte (wie fernseher, radio, mixer, waschmaschine oder kühlschrank) hatten nicht alle familien. die häuser und wohnungen waren wesentlich einfacher, heizung nur in der wohnstube, gebadet wurde samstags, wasser wurde auf dem herd erhitzt oder es gab einen holzbefeuerten badeofen. wer will das?

    Andreas Zoerner schrieb am 24.04.2009 um 13:08
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    Lobo ist ja auch nicht gegen strategischen Konsum, nur gegen dessen Überhöhung zum Allheilmittel und dessen Ernennung zur zentralen Strategie gegen die Ausbeutung von Mensch und Umwelt.

    Er schreibt ja auch:

    "je mehr Menschen Bio, aus Fairem Handel, vegetarisch oder aus der Region einkaufen, desto mehr wird sich der Markt diesen Bedürfnissen anpassen."

    und er befindet diese Marktveränderung für gut, aber eben nicht ausreichend.


    Lieber Fairskate, liebe Utopisten,

    und mit dieser Haltung befindet sich Klaus Werner-Lobo ganz und gar im Einklang mit der Position von Utopia. Im thread Nachhaltigkeitsstrategien ist zu lesen:

    Wer behauptet, dass dadurch der Planet gerettet würde? Auf Utopias Seite kann ich da niemanden sehen. Im Gegenteil: An mehreren Stellen hat Christina L. Interviews mit Claudia Langer zitiert, in der Claudia die Hoffnung auf die Weltrettung allein durch strategischen Konsum zurückweist.

    Die Veränderung der Konsummuster und -gewohnheiten ist weder irrelevant noch allein selig machend. Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Nicht unerhebliche Anteile an den CO2-Emissionen und am Ressourcenverbrauch gehen auf den privaten Konsum zurück. Vielleicht sollte man diesen Begriff noch einmal erläutern: Konsum meint nicht das, was man kauft, wenn man alles Notwendige schon hat (also nur den Firlefanz), sondern jeden Kauf. Warum sollte man die Chance, hier zu Veränderungen zu kommen, nicht nutzen wollen?


    Wenn also Klaus Werner-Lobo dies nun bei jetzt.de wiederholt und an Utopia adressiert, so trägt er damit Eulen nach Athen.

    Eine "Ökonomisierung der Politik" durch diese Strategie kann ich nicht erkennen. Ich sehe darin eher eine Anwendung der Erkenntnis, dass man mit ökonomischen Hebeln gesellschaftlichen Wandel bewirken oder unterstützen kann.

    Utopische Grüße
    Andreas


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