Der folgende Text und der Protestbrief finden sich hier:
https://www.regenwald.org/aktion/872?mt=1348
"Der Regenwald der Ngobe-Indianer in Panama beherbergt eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Das sehr regenreiche Tabasará-Gebirge in der Provinz Chiriqui ist ein Paradies für Amphibien und Reptilien, darunter viele nur dort vorkommende und vom Aussterben bedrohte Arten. Dazu gehört der extrem bedrohte blaue Tabasará-Frosch, wie uns Oscar Sogandares von Chiriqui Natural aus Panama schreibt. Die Art lebt nur an den Ufern des Regenwaldflusses, der im Stausee versinken soll.
Proteste der Indigenen wurden gewaltsam unterdrückt
Die Regierung Panamas hat das Land der Ngobe zwar offiziell als Indigenen-Territorium anerkannt. Doch ihre Zustimmung zu dem Staudammprojekt haben die Indianer nicht gegeben. Deren Proteste wurden im Februar gewaltsam unterdrückt. Mindestens zwei Tote, mehr als hundert verletzte, verhaftete und entwürdigte Indigene waren zu beklagen.
Die Baukosten für das Barro Blanco-Wasserkraftwerk werden auf umgerechnet fast 100 Millionen Euro veranschlagt. Fast 20 Millionen Euro davon haben drei öffentliche Entwicklungsbanken bewilligt: Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft GmbH (DEG), eine Tochter der staatlichen KfW-Bankengruppe, die Niederländische FMO und die Zentralamerikanische Integrationsbank (BCIE).
Die Indigenen und Umweltschützer fordern die DEG-Bank auf, keine Gelder für das Staudammprojekt im Regenwald freizugeben.
Bitte schreiben Sie der Bank und fordern Sie den Schutz dieses Naturparadieses und des blauen Tabasará-Frosches.
Fernsehbericht zu Barro Blanco von Aljazeera auf Englisch (25 Minuten)
Die Projektbetreiber und die panamaische Regierung von Präsident Martinelli wollen das Staudammprojekt um jeden Preis durchdrücken. 60 weitere Wasserkraftwerke sind im ganzen Land Panama geplant. An vielen Projekten ist die Martinelli-Familie als Anteilseigner direkt beteiligt, wie bisher geheimgehaltene Dokumente belegen.
Unterhalb von Barro Blanco soll ein weiteres Kraftwerk den Tabarasá-Fluss aufstauen. Der größte Teil des Flusslaufes würde damit unter Wasser verschwinden. Auch die Verträge für dieses Kraftwerk (Tabarasá I) wurden bereits unterzeichnet, erklärt Innenminister Jorge Ricardo Fabrega. Die sensiblen Uferstreifen entlang der Flüsse befinden sich als öffentlicher Grund im Staatsbesitz und können somit geflutet werden, steht auch in der Umweltstudie von Barro Blanco zu lesen.
Am Changuinola-Fluss weiter nördlich mussten die dort lebenden Indianer schon schmerzlich erfahren, wie wenig umweltfreundlich die Wasserkraftwerke sind und was von den Versprechen der Firmen und Regierung zu halten ist. Das Gebiet und die Indianerhütten wurden einfach geflutet. Die Menschen mussten sich vor den schnell steigenden Wassermassen in den höher gelegenen Regenwald flüchten. Hilfe oder Entschädigung haben sie vom Staat bisher nicht bekommen.
Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat die Ngobe-Indianer von 1993 bis 2004 im Rahmen des Projekts „Management der natürlichen Ressourcen im Gebiet Ngobe" technisch und finanziell unterstützt und beraten. Ziel des Projektes war es, die Lebensbedingungen der Indianer durch die Förderung von nachhaltigen Produktionssystemen zu verbessern und die Bevölkerung zu unterstützen, sich in die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes unter Erhalt ihrer Identität zu integrieren, schreibt die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)."
https://www.regenwald.org/aktion/872?mt=1348

