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nachhaltige Naturzerstörung für Biogas?!

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Beiträge (5 )
 
IFrejek schrieb am 22.05.2012 um 13:21
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liebe Interessierte!
Das Thema Grünlandumbruch ist insbesondere in Zusammenhang mit der Massentierhaltung und dem Güllebonus in Biogasanlagen ein heisses Thema. Meiner Einschätzung nach dürfte die in den letzten Jahren meist für den Bau von Biogasanlagen erfolgte Zerstörung von Wiesen und für die Natur wichtigen Feuchtgebieten in der Mehrzahl der Fälle, insbesondere wenn es um FFH Gebiete geht, nicht in Ordnung sein. Da Wiesen insbesondere Moorwiesen sehr viel CO2 speichern kann eine Biogasanlage vom Naturverlust einmal abgesehen (die Zahl einiger Wiesenvögel ist um rund 80% zurückgegangen!!) auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Mais teilweise 100 km durch die Gegend gekarrt wird und dann auch noch mit Hühnermist aus der Massentierhaltung (versteckter Anreiz noch mehr Grossanlagen in die Landschaft zu setzen und die Scheissse dann auf die Felder zu streuen) zu erneuerbarem Biostrom vergören wird nicht als nachhaltig bezeichnet werden.

Mir fällt bei Fahrten durch unsere Region immer wieder auf, dass insbesondere in den letzten 2 Jahren so gut wie alle vorher für die Natur wichtigen MagerWiesen in Maisflächen umgewandelt worden sind. Nach einer EU Verordnung aus dem Jahr 2003 durfte meines Wissens spätestens bei uns nach 2009 keine Wiese mehr umgepflügt werden, wurde es aber wegen der massiven Biogasförderung und den Bombenpreisen für Mais dennoch; zumindest hätten die Landwirte das Umpflügen genehmigen lassen und von der zuständigen Kammer hätten Ersatzflächen nachgewiesen werden müssen, die faktisch nicht existieren. Faktisch besteht eine wohl ein Genehmigungsvorbehalt für den Umbruch durch die Landwirtschaftskammern im Einvernehmen mit den Landkreisen, wenn mehr als 5 % bzw. max. 10% der im Jahr 2003 bestehenden Wiesen im Folgejahr bzw. in den Folgejahren umgepflügt werden. Diese Zahl dürfte lange überschritten sein, weil es so gut wie kaum noch Wiesen gibt. Wenn Sie bei den Landwirtschaftskammern nachfragen, dann wissen diese noch nicht einmal wo überhaupt umgepflügt wurde. Daher würde ich alle Interessierten bitten, dass Sie die Angelegenheit einmal aufgreifen und wachsam durch die Landschaft gehen und ggf. beim Umweltamt oder der Landwirtschaftskammer einmal nachfragen, ob das Umpflügen genehmigt wurde. Wichtig wäre auch, dass die Landesregierung unter Druck gerät, damit sich dann vielleicht auch mal jemand beschwert, denn nur wenn Beschwerden vorliegen, wird sich etwas ändern. Ich finde es nicht in Ordnung was draussen auf dem Land läuft, wenn Politiker diesen \"Wust\" nicht mal beleuchten, dann ist es bald vorbei mit der Idylle.
    berniewa schrieb am 22.05.2012 um 13:28
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    Im Vergleich z.B. zu Erdöl ist sogar die gegenwärtige fragwürdige Erzeugung von Biogas immer noch das kleinere Übel (zu Erdöl vgl. etwa http://www.utopia.de/gruppen/buecher-filme-und-tv-415/diskussion/das-oel-zeitalter-dokumentarfilm-2-197487 -- mit Infos zu einem 2-teiligen Dokufilm und darüber hinaus)

    aber ich stimme sehr zu, dass die gegenwärtige Art der Erzeugung schnellstmöglich geändert werden sollte

    Es geht ja auch ganz anders,

    z.B. mit Kompostresten aus Haushalten + Pflanzen-(Bestandteilen) aus artenreicher Bio- Land-und-Forstwirtschaft

    Desweiteren
    gibt es einen oft sehr vernachlässigten Aspekt, dass nämlich das Problem der Flächenkonkurrenz allg. von "nachwachsenden Rohstoffen" mit Nahrungserzeugung sich quasi von selbst erledigen würde, wenn die Leute auf weitgehend vegane Lebensweise umsteigen (wobei verantwortlicher, sparsamer Umgang, Effizienz u.s.w. trotzdem sinnvoll und wichtig bleiben, auch bei 'nachwachsenden Rohstoffen').

    Nebenbei bemerkt: Auch in früheren Zeiten wurde ein beträchtlicher Teil der landw. Nutzfläche für Mobilität verwendet, weil nämlich ja die Ochsen und Pferde, welche die Wagen etc gezogen haben, Gras, Hafer etc gegessen haben, welches zu wachsen eben auch Flächen benötigt hat

    gruenebine schrieb am 22.05.2012 um 23:30
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    Dein Anliegen erfordert Planung und Aktion. Muss man sich erst mit befassen. Diese Quellen fand ich dazu hilfreich, Du regst ja an, dass jeder Bürger beim Spazierengehen o.ä. in seinem Gebiet verstärkt danach schaut und Beschwerden verfasst:
    http://verbaende.com/news.php/Kaum-noch-Wiesen-und-Weiden-in-NRW-NABU-Wertvolles-artenreiches-Gruenland-massiv-gefaehrdet-Gruenlandumbruch-geht-ungehindert-weiter-Rote-Laterne-fuer-Nordrhein-Westfalen?m=81046

    http://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Ausbautempo-von-Biogasanlagen-wird-langsamer-id18525571.html

    http://www.bund-neckar-alb.de/fileadmin/rv_neckar-alb/PDF_Ordner/2012-02%20Handreichung%20Gr%C3%BCnlandumbruch%20und%20Baumf%C3%A4llungen.pdf

    http://lb-naturschutz-nrw.de/34+M5268eb8ccf6.html

    http://www.shz.de/nachrichten/schleswig-holstein/wirtschaft/artikeldetail/article//biogas-blase-droht-zu-platzen.html

    Maria_L schrieb am 23.05.2012 um 07:32
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    Danke, das ist ein sehr wertvoller Beitrag!

    Nicht nur wertvolle artenreiche Wiesen gehen verloren, sonder ein Problem ist auch, daß die Pachtpreise so steigen.

    In der Folge wächst die Zahl der Bio-Betriebe nicht mehr so stark, wie der Bio-Boom eigentlich erwarten läßt, es wird mehr Billig-Bio importiert:

    http://www.boelw.de/pm+M5cb8d2db7a4.html

    Ertobe schrieb am 11.12.2012 um 16:52
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    Die fortschreitende Vermaisung ganzer Landstriche durch den Energiemaisanbau ist ein sehr akutes Problem in vielen Gegenden Deutschlands. Durch die Hochsubventionierung der Biogasanlagen und des sogenannten "Biogases" können die Betreiber bzw. Aufpächter bis zu 1500 Euro Pacht pro Hektar Ackerland bezahlen. Kein Landwirt der Lebensmittel oder in die Lebensmittelkette erzeugt wie z.B. Kartoffel, Weizen, Gerste, Grünland, Obst, Gemüse .... , kann solche Pachtpreise bezahlen. Es entsteht somit auch der Aspekt der Flächenkonkurrenz zwischen Lebensmittel und Energie.

    Auch aus ökologischer Sichtweise sind die Energiemaisfelder äußerst bedenklich. Der Mais als Starkzehrer entzieht den Boden sehr viele Nährstoffe und leistet der Boden- und Humuserosion Vorschub. Da der Energiemais in keinster Weise biologisch bzw. umweltschonend angebaut wird, kann davon ausgegangen werden dass mit einem Höchstmaß an Kunstdünger- und Pestizideinsatz gearbeitet wird mit all den negativen Folgen für Natur und Umwelt. Fruchtwechsel oder gar Leguminosenanbau ist meisstens hierbei nicht vorzufinden.
    Viele Insekten, in der Natur lebende Vöglen und auch die Honigbienen werden nach neueren Erkenntnissen beim Energiemaisanbau sehr stark beeinträchtigt, wenn nicht gar in ihrer Existenz bedroht.

    Der Clou ist dann noch, dass mittlerweile immer mehr Experten auch in den Naturschutzverbanden bei der "Biogas-Erzeugung" von einer bestenfalls ausgelichener Energiebilanz sprechen.
    Im Klartext heisst dies: durch die gesamten Energieaufwendung verursacht durch Anbau, Erzeugung, Ernte, Transport, Lagerung, Verarbeitung, Förderung usw. kommt bestenfalls genausoviel Energie heraus wie hineingesteckt wurde.

    Mittlerweile haben zuständige EU-Vertreter schon etwas reagiert und angekündigt die Ernährungssicherheit wieder höhere Priorität einzuräumen.

    Es bleibt leider nur eines übrig und das ist abzuwarten bis der ganze Spuk mit dem „Biogas“ baldmöglichst wieder entsubventioniert wird.

    Hoffentlich wird es dann nicht schon zu spät sein.


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