Spiegel Online: Ghadafi lobt Deutschland
Aktionen und Petitionen / Menschenrecht
Flugverbot über Libyen
Na super, etwas Aufbauendes hat ja unsere arme gebeutelte Regierung auch wirklich verdient!
Vielleicht schenkt er ja Angie ein Regenschirmchen mit Autogramm ;-)
Vor kurzem haben die westlichen Regierungen Gaddafi alle noch hofiert.
Sich in einem blutigen Bürgerkrieg voreilig auf eine Seite zu verlegen und diese Seite auch noch in virtueller Sicherheit wiegen zu lassen, finde ich äußerst bedenklich. Dazu kommt noch, daß die große Mehrheit der EU-Bürger mit Flüchtlingen aller Art nichts zu tun haben will, ganz zu schweigen davon, daß eine zügige EU-Mitgliedschaft solcher Staaten irgendwie erwünscht ist.
Gelöscht von inaktiver User 65551 am 17.03.2011 um 18:31
@ acte, turifo, kriss, uwe-sievers
ja wir gutmenschen ham's nicht leicht ;-) denn es ist nicht leicht über krieg und frieden zu entscheiden – schon gar nicht per mausklick und bei der undurchsichtigen informationslage...
aber machen wir uns nichts vor. entscheiden kann und sollte nur, wer auch verantwortung trägt oder übernimmt.
die kritische stimme zu avaaz hat mich nachdenklich gemacht. "das kann, das darf doch nicht wahr sein..." hab ich gedacht. aber leider ist sowas möglich, ja mehr als wahrscheinlich und keineswegs abwegig (wir kennen die false-flag-strategie der US-geheimdienste seit mehr als 50 jahren, wir wissen von bewusster falschinformation und von der daten-ausbeute im netz bei facebook uam.).
zu Lybien poste ich hier mal folgendes:
das bremer friedensforum schreibt:
"Das Bremer Friedensforum begrüßt die Äußerungen von Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der sich vor dem Bundestag zu den Plänen einer Flugverbotszone über Libyen kritisch geäußert und gesagt hat, dass die Durchsetzung eines Flugverbots eine militärische Intervention wäre. Eine deutsche Beteiligung daran schloss er aus.
Das Bremer Friedensforum hatte sich bereits vor über einer Woche gegen solche Pläne ausgesprochen, da diese selbst durch Bombardements nicht nur eine hohe Zahl von Opfern zur Folge haben würde, sondern einen Krieg herbeiführen könnte.
Das Bremer Friedensforum fordert darüber hinaus, besonders im Blick auf den Einsatz fremder Truppen in Bahrein, dass deutsche Waffenexporte in Länder des Nahen Osten nicht nur zeitweilig, sondern grundsätzlich unterbleiben." [zitat ende]
das netzwerk friedenskooperative im auszug:
"Vor einem militärischen Eingreifen in den Bürgerkrieg warnen aus guten Gründen nicht nur Pazifisten. Die Durchsetzung des vielstimmig geforderten, aber militärisch gar nicht entscheidenden Flugverbots bedeutet den Kriegseintritt, beginnend mit der massiven Bombardierung des libyschen Radars, von Flugabwehr und Rollfeldern mit wahrscheinlich auch vielen zivilen Opfern. Es folgt in der Logik des Krieges weitere Eskalation durch Verlegung von Flugabwehr in Wohngebiete, Kämpfe gegen libysche Kriegsschiffe und Panzer, letztlich auch eine NATO-Invasion mit Bodentruppen. Die Opfer unter der Zivilbevölkerung wären hoch, der ursprüngliche Aufstand in Libyen und weit darüber hinaus als pro-westlich diskreditiert, die politischen Folgen in Nordafrika und der arabischen Welt unabsehbar." [zitat ende]
erst denken - und dann nicht schiessen! denn kurzfristiges denken kostet menschenleben. "nichtstun auch", werden manche jetzt sagen. ja leider ist das in beiden fällen das ergebnis. nur langfristiges engagement bringt lösungen!!!
es gibt m.e. nur einen ausweg: die langfristige stärkung der UNO bzw der UN-friedenstruppen – und zwar weitestgehend unabhängig von NATO oder sonstigen interessen. die USA haben über jahre ihre UNO-beiträge nicht bezahlt, weil sie genau das nicht wollen...! die UNO ist bis heute ein papiertiger geblieben und wir sollten uns
fragen warum – und wem das nützt. richtig, den wirtschafts- und
hegemonialinteressen weniger grosser nationen und konzerne.
wir bräuchten eine monströs grossmächtige UNO in demokratisch legitimierter macht, die allein durch ihr auftreten jeden aggressor/diktator zur aufgabe zwingt. und das am besten mit friedlichen mitteln. das wäre gutmenschens traum, oder?
die überlegungen von Uwe-sievers finde ich gut und bedenkenswert.
aber nur aus betroffenheit und solidarität mit den menschen in Lybien den dortigen krieg zu fordern ist falsch und mehr gewissensberuhigung, als das man wirklich den tod verhindert!
das völkerrecht würde durch einen einsatz ohne UNO-mandat in dem souveränen land Lybien völlig unterhöhlt und die menschen würden trotzdem sterben, denn panzer und geschütze wären durch die flugverbotszone nicht gehindert.
Hi Leute,
dann scheint die "Kritik" an dieser mysteriösen avaaz.org doch irgendwie berechtigt zu sein? Ich selbst hab ja bei verschiendenen "Aktionen" mitgemacht, aber bei dieser Libyen-Sache hab ich mich von avaaz.org abgemeldet.
Ich möchte auch allen anderen raten, sich heutzutage nicht danach zu orientieren, was unsere Volksvertreter machen, nach dem Motto, das Gegenteil ist dann richtig.
liebe Grüße
"Ich möchte auch allen anderen raten, sich heutzutage nicht danach zu orientieren, was unsere Volksvertreter machen, nach dem Motto, das Gegenteil ist dann richtig."
Seltsame Unterstellung! Ich hab bei dem Aufruf zwar nicht mitgemacht. Aber ein Grund, sich bei avaaz.org abzumelden sehe ich dennoch nicht.
Ich find es verständlich, wenn wer nicht enfach nur hilflos zusehen wiill, wie der Aufstand im Blut ertränkt wird.
Ich werde mich jedenfalls in Sachen Libyen nicht auf die Seite von dem alten Gaddafi-Kumpel Westerwelle stellen.
@persetroika und topist
ich weiss es doch auch nicht... aaahhhh! (zum verzweifeln!)
es bleibt aber trotzdem eines jeden menschen eigene entscheidung und verantwortung selbst die dinge auch zuende zu denken.
heute sah es erstmal gut aus das die lybische armee nicht auf die bomber zurückgreifen konnte und der vormarsch egstoppt wurde... aber um welchen langfristigen preis –> evtl. ein ausgewachsener krieg?! ein bißchen krieg is'nich zu haben, denke ich!
die schnellstmögliche beteiligungsform einer echten gedanklichen vorziehen zu können, birgt imense gefahren für den prozess der meinungsbildung und verführt zu vorschneller stimm-abgabe, anstatt die eigene stimme wahrzunehmen!
@che und topist,
ich weiß es leider auch nicht. Interessant ist allerdings, daß die vorherigen, bzw immer noch andauernden Militäreinsätze (NATO in Jugoslawien, Irak, Afghanistan) in einem neuen Licht erscheinen. Dort ging/geht es offiziell auch darum, "Zivilbevölkerung" zu schützen. Prinzipiell wäre dagegen nichts zu sagen, wenn man den Menschen auch eine klare Perspektiven böte. Eine Perspektive wäre eben das Angebot Vollmitglied in der EU zu werden.
Aber genau dazu sind die ganzen Freiheitsfreunde nicht in der Lage. So schafft der Westen, d.h. wir Bürger, uns ewige Wunden, der Nahostkonflikt ist ja auch schon so ein westlichgemachter Konflikt. Offensichtlich dienen diese Koflikte auch mehr den eigenen Spinnereien. Während die Europäer gegen ihren erklärten Willen zu einem Staat zusammenwachsen, unterstützen sie als Ausgleich für diese Schmach, "woanders" Nationalismen aller Art. Während die Europäer ihr eigenes Regime für eine Diktatur ansehen, die gewählten Volksvertreter für Menschen, die mit kriminellen Methoden zur Macht kamen, träumen sie woanders von "wahrer" Demokratie. Bei den "Freiheitsbewegungen" in Ägypten, Tansania usw, glaubten viele schon, daß das auch auf uns übergreifen würde, und in der EU ebenfalls Diktatoren aus dem Amt gejagt werden.
Große Sorgen muß man sich machen, da überall auf dem Globus "nationale Freiheitsfahnen" geschwungen werden können (Rußland, China, Indien, usw) und viele brave Besserwessis offenbar sofort mitmachen und so unter Umständen große Blutbäder anrichten, für die sie natürlich nicht verantwortlich sind. Es ist auch klar, daß dieses Schüren von Konflikten große Flüchtlingsbewegungen auslöst. Der Normalmensch, ob nun in Libyen, Rußland, Georgien, China, Afghanistan usw, interessiert sich nämlich eigentlich nicht für "Politik" sondern nur für menschenwürdige Arbeits- und Lebensverhältnisse.

