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Dieser Fisch darf noch auf den Tisch

Greenpeace-Fischratgeber 2012


Eigentlich weiß es jeder, wie es um die Überfischung der Meere steht. Doch die aktuellen Zahlen, die Greenpeace nennt, sind erschreckend. 53% der Speisefischbestände werden bis zur Grenze genutzt, 32% sind sogar schon überfischt oder erschöpft. Und da sprechen wir noch nicht einmal vom Beifang, illegaler Fischerei und den Fangmethoden, die zusätzlich noch die Meeresböden zerstören. Die Ozeane brauchen eine Pause, und das dringend. Die Fischbestände müssen sich regenerieren können, denn nur so ist eine langfristige Versorgung mit Fisch möglich. Als Lösung ist von einem nachhaltigen Fischereimanagement die Rede, von weniger Fischfang, schonenden Fangmethoden und großflächigen Schutzgebieten. Dieses Jahr verhandelt die Europäische Kommission über eine Gemeinsame Fischereipolitik. Nur eine Zusammenarbeit von Politik, Fischindustrie und Lebensmittelhandel kann das Problem bewältigen. Aber auch Sie als Verbraucher können etwas gegen die Überfischung tun. Sie können Politik und Handel durch eine bewusste Kaufentscheidung zeigen, was Sie sich wünschen. Überlegen Sie genau, ob und welchen Fisch Sie kaufen. Der von Greenpeace veröffentlichte Fischratgeber kann Ihnen dabei helfen.

So funktioniert der Fischratgeber

Essen nach Jahreszeiten

  • Was bewertet wurde

    Als Grundlage für den Fischeinkauf in Deutschland gibt Ihnen der Fischratgeber Informationen darüber, welcher Fisch noch gegessen werden darf und auf welchen Sie lieber verzichten sollten. Greenpeace hat dafür die Gefährdung von rund 80 Arten, aufgeteilt in 380 Wild-Fischereien und Aquakulturen überprüft und im Zuge dessen Fischereien, Länder und Aquakulturmethoden bewertet. Nur solch eine differenzierte Darstellung lässt Empfehlungen zu. Die Umweltschutzorganisation sagt, ein bloßes „ja“ oder „nein“ zu einer Fischart sei nicht mehr möglich. Deshalb hinterfragte sie die Praktiken der Wildfischereien und Aquakulturen. Stellte sich heraus, dass bereits eine dieser als nicht nachhaltig bewertet werden kann, erhielt der betreffende Fisch eine rote Bewertung.

  • Angaben im Fischratgeber

    Durch die Farben grün (noch empfehlenswert) und rot (nicht empfehlenswert) kann der Verbraucher auf den ersten Blick sehen, ob er den Fisch vor sich kaufen oder lieber darauf verzichten sollte. Zudem kann er gleich feststellen, ob das Tier aus einem Wildfang oder einer Aquakultur stammt. Entgegen der „ja“- und „nein“-Urteile werden zusätzlich aber noch Ausnahmen aufgelistet, unter welchen Umständen ein Verzehr des Fisches aber doch noch in Ordnung geht oder eben besser sein gelassen werden sollte. Dafür werden konkrete Angaben zu Fanggebieten und –methoden gemacht, die noch vertretbar sind.

  • Vergleich mit Kennzeichnungen auf Fischprodukt

    Um dem Verbraucher eine hohe Transparenz zu ermöglichen und ihn über die Nachhaltigkeit des Fischprodukts aufzuklären, sind Lebensmitteleinzelhandel und Fischindustrie verpflichtet, ihre Waren zu kennzeichnen. Anhand der Angaben zum Namen des Fisches, dem Fang- sowie Subfanggebiet und der Fangmethode ist es dem Käufer möglich, sich über das Produkt zu informieren und mit den Daten im Fischratgeber zu vergleichen. Außerdem lässt sich über einen Code die gesamte Fischproduktion vom Fang bis zu den einzelnen Verarbeitungsstufen zurückverfolgen. Über ein Online-Portal des Fischverbands sind diese einzusehen.

Ergänzend zum Fischratgeber gibt es in diesem Jahr auch ein Heft mit Erläuterungen zu seiner Handhabung.

Laden Sie sich hier den Fischratgeber 2012 von Greenpeace herunter.

 

Tipps und Warnungen

Greenpeace hat zusätzlich eine Fischratgeber-App herausgebracht. Sie hilft Ihnen, an der Fischtheke herauszufinden, ob der Fisch den Sie kaufen wollen, eine gefährdete Art ist und besser nicht verzehrt werden sollte.
Den Greenpeace-Ratgeber beim Einkauf immer dabei haben. Er hat Scheckkartenformat und kann leicht in der Tasche verstaut werden.
Sind Sie sich bei Ihrem Fischeinkauf nicht sicher, fragen Sie die Mitarbeiter. Diese sollten transparent darlegen können, woher der Fisch stammt.
Bei den meisten Fischarten ist nicht grundsätzlich vom Verzehr abzuraten. Doch empfohlen wird er nur, wenn das Tier aus einem bestimmten Gebiet stammt oder mit einer speziellen Methode gefangen wurde. Lesen Sie genau die Angaben auf dem Fischprodukt und vergleichen Sie sie mit dem Fischratgeber.

Die Utopische Alternative

Einfach komplett auf Fisch verzichten. Dann erübrigt sich auch das ewige Problem mit den Gräten im Hals.

Stand: 02.05.2012 von

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