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Nils: In einer Beziehung sollten beide Partner sensibel ihren speziellen Weg einer positiven Beziehung herausfinden. In der Glücksforschung (John M. Gottman, Arnold Lazarus, Kass Perry Otterweich) wurde genau untersucht, wie eine Beziehung langfristig funktioniert. Die wichtigsten Regeln sind:
1. Ehe ist Arbeit. Es ist eine falsche Aufassung, dass man sich zuhause völlig gehen lassen kann. Es bedarf einiger Anstrengung, um eine Beziehung gelingen zu lassen.
2. Übertreibe es nicht. Sei auch in deiner Beziehung du selbst. Lebe auch dich selbst und deine Bedürfnisse, so dass du dich in dir wohl fühlst.
3. Vermeide zu viel Kritik. Äußere Kritik sachlich, sensibel und im richtigen Moment. Sanft formuliert kann ein Mensch meistens Kritik annehmen. Die Grundregel für jede Beziehung lautet mindestens 2/3 Lob und höchstens 1/3 Kritik.
4. Vermeide es, deinem Partner zu häufig seine Wünsche abzuschlagen. Sage ja, so oft es vertretbar ist.
5. Löse Konflikte konstruktiv. Klärt sachlich die genaue Situation. Überlegt euch verschiedene Lösungswege. Findet den guten gemeinsamen Weg.
6. Verbringe regelmäßig eine bestimmte Zeit mit Tätigkeiten, die dir und deinem Partner Freude machen. Zum Beispiel Sex, Essengehen, Reisen, Ausflüge, ein gemeinsames Hobby.
7. Erfreue deinen Partner regelmäßig mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Zum Beispiel Blumen, kleine Geschenke und Zärtlichkeiten. Sage ihm, dass du ihn liebst. Nimmt euch in den Arm.
8. Vermeide Dinge, die dein Partner nicht mag.
9. Arbeite an deinen eigenen negativen Eigenschaften.
10. Grenze dich ausreichend gegen negatives Verhalten deines Partners ab (zum Beispiel gegen Wutanfälle, Verstöße gegen positive Lebensgrundsätze). Belohne nicht negative Verhaltensweisen, indem du darauf eingehst. Verhalte dich neutral oder sage in angemessener Form: „Nein“.
11. Eine gute Beziehung beruht auf Teamwork. Seid ein gutes Team. Ein gutes Team hat ein gemeinsames Ziel. Es kennt seinen Siegerweg. Es bestärkt sich durch positive Rituale (Sätze).
12. Geht sanft miteinander um. Geht euch aus dem Weg, wenn ihr aggressiv seid. Kommt erst einmal für euch selbst zum Frieden, ehe ihr miteinander kommuniziert.
13. Macht einander Komplimente. Männer lieben Bewunderung. Frauen lieben Gesten der Zärtlichkeit. Oder auch umgekehrt.
14. Seid aufrichtig zueinander. Lebt in der Wahrheit. Die Wahrheit und das Vertrauen ist die Basis jeder guten Beziehung.
15. Verankert eure Beziehung in einem höheren positiven Prinzip. Findet einen zu euch passenden Namen für dieses höhere Prinzip. Nennt es Glück, Liebe, Wahrheit oder Gott. Verbindet euch regelmäßig und insbesondere vor allen schönen und allen schwierigen Situationen mit eurem höheren Prinzip. Lebt im Zentrum eurer Beziehung aus eurem höheren Prinzip heraus.
16. Wünscht alle Wesen glücklich. Lebt den Grundsatz der umfassenden Liebe. Er stärkt auch die Liebe in eurer Beziehung. Denke das Mantra: "Ich sende Licht zu ... Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."
Im Buddhismus gibt es das Bild der Hölle. Die Menschen sitzen sich an den Tischen gegenüber. Sie können nichts essen, weil die Löffel länger sind als die Arme. Sie können nicht den Löffel zum Mund führen. Im buddhistischen Himmel haben die Menschen auch lange Löffel. Aber sie geben sich gegenseitig etwas zu essen. Im Beziehungshimmel leben die Menschen das Prinzip der Liebe und des Gebens. In der Beziehungshölle kommen die Menschen gar nicht auf die Idee, dass es den Weg des gegenseitigen Gebens geben könnte.
Das tiefste Geheimnis des Glücks ist es im Sein (in der Ruhe, Gelassenheit) zu leben und aus dem Sein zu geben. Beide Partner sorgen ausreichend für ihr eigenes inneres Glück (Gesundheitsübungen, Entspannungsübungen) und leben die Beziehung vorwiegend aus dem Geben heraus. So erhalten wir eine glückliche Beziehung und wachsen gleichzeitig in unserem eigenen inneren Glück.


Kommentare (10)
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Hier finde ich den Begriff "Erwartungen" entweder in einer merkwürdig engen Bedeutung verwendet, oder die Aussagen dazu einfach nicht plausibel.denn z.B. wird von "Erwartungen" ganz pauschal gesprochen, aber nur ganz bestimmte Erwartungen offenbar sind eigentlich gemeint (wird aber nicht konkret dazugesagt, vielleicht auch nicht erkannt) Das ist mir freilich schon oft begegnet, z.B. in buddhistischen Kreisen.
Das Problem mit Erwartungen ist zudem oft nicht, solche zu haben, als vielmehr wie tolerant damit umgegangen wird, wenn sie nicht eintreten. Desweiteren, mit welcher subjektiven Wahrscheinlichkeit die Erwartungen angenommen werden und ob keine Alternativen als möglich in Betracht gezogen werden.
Wie dem auch sei, meinerseits ein Tip zum Thema LIEBE:
Die hier in "Anmerkung 1" genannten beiden Bücher :
http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/die-pflanze-des-gluecks
Du hast da gute Anregungen gepostet.
Ich verstehe das mit den Erwartungen so, dass wir begreifen, welches Glück wir haben, wenn wir eine liebevolle Partnerschaft führen können. Erwartungen schränken dieses Glück doch ein. Kein Mensch ist vollkommen. Darum können schnell Reibereien entstehen, wenn Erwartungen ( im Verhalten, an die Zukunft) entstehen, die der/die Partner/in nicht erfüllen kann oder will. Loslassen ist angesagt, auch liebevolles vollständiges Loslassen, wenn Beider Wege auseinanderdriften.
Persönlich sehe unsere Zukunft in Punkto Partnerschaften in zwei grundsätzlich verschiedene Richtungen gehen, wenn wir auf Dauer nicht vereinsamen oder Maschinenmenschen werden wollen :
Entweder zurück zur Familienstruktur, wo aber die Partner die Möglichkeit haben, Ihre Kinder erzieherisch mindestens bis zur Pubertät zu begleiten, weil es für Kinder sehr wichtig ist, im Familienverband groß zu werden. Dazu braucht es natürlich verantwortungsvolle Eltern.
Oder, wenn keine Kinder geplant sind, genügt auch ein liebevolles Miteinander/Nebeneinander. Auch dazu gehört natürlch eine gewisse Portion Verantwortungsbewusstsein, wenn es gelingen soll.
Unsere alten Ehe-Strukturen brechen immer mehr auf, weil sich die meisten Ehepartner im Laufe der Jahrzehnte voneinander weg entwickeln. Ehe wir uns dann mit einer unglücklichen Ehe herumquälen, sollten wir lieber in Frieden loslassen.
Ich denke dass auch früher das ganze Umfeld (Verwandte, Nachbarn etc) bestimmten Erwartungsdruck auf Eheleute ausgeübt haben, und andererseits die Erwartungen an eine Ehe oft bescheidener waren (was ich nicht unbedingt gut finde), zumal sie früher (auch wohlgemerkt in Europa) oft sogar an "Zwangsehen" gegrenzt haben (zumindest oft starker Veto-Druck der Eltern und anderer Verwandten, ggf. auch von Priestern / Pastoren etc. (noch früher auch des Adels) darauf, wer wen heiraten durfte ...)
Interessant finde ich, dass statistisch ungefähr das 3. Jahr offenbar heute und evtl. sogar auch früher das kritischste Jahr einer Liebesbeziehung (im Sinne einer partnerschaftlichen Beziehung mit auch stark erotischer Dimension) war/ist. Nach meinen Beobachtungen tut es solchen Beziehungen eigentlich ganz gut, wenn die Paare gar nicht jeden Tag zusammen sind. Begegnungen bleiben dann mehr etwas Besonderes und laufen weniger Gefahr, von 'Alltagsbanalitäten' quasi 'aufgefressen' zu werden.
Aber was soll dieses Wort bedeuten?
Nun das ganze Thema ist so schwierig, das wir mehrere Leben damit verbringen zu lernen was Liebe wirklich ist, insbesondere die bedingslose Liebe.
Liebe:
Selbstliebe, Nächstenliebe, Respekt, Achtsamkeit, Vergebung, etc.
<<....Lieben wir wirklich, wenn wir Erwartungen an den/die Geliebte haben? Ich sage "Nein" ! Es ist unser Ego, was uns dauernd einen Streich spielt und uns von der wahren Liebe fernhält! So sind Konflikte vorprogrammiert. (Text Ulla)
Ich denke, Konflikte sind auch dann vorprogrammiert, wenn wir uns überschätzen und uns (selbst bzw. gegenseitig) an der Latte der "wahren" Liebe messen.
Wir sind nun mal Menschen und keine Übernmenschen und damit per se nicht perfekt.
Wenn es dann soweit ganz gut klappt mit der Liebe, dann betrachte ich das in erster Linie als große Gnade...
Danke, liebe Maria-L
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!