Unsere Vision ist es, am Höllbachhof im bayerischen Wald eine Forschungs- und Bildungsstätte entstehen zu lassen, in der die Grundlagen einer nachhaltigen Lebensweise erforscht und ausgebildet werden können. Basierend auf der Prämisse, dass eine nachhaltige Lebensweise einer inneren Haltung entspringen muss, also eine Frage des Bewusstseins ist, spielt die Frage, wie eine solche Haltung ausgebildet werden kann, eine zentrale Rolle in der Forschungs- und Bildungsarbeit des Projekts. Nachhaltiges Handeln, Wirtschaften und Leben kann unserer Ansicht nach nur dann Bestand haben, wenn es auf einer Kultur der Nachhaltigkeit basiert, die alle Ebenen menschlichen Lebens mit einbezieht. Unser wichtigstes Anliegen ist es daher, eine Kultur der Nachhaltigkeit entstehen zu lassen, aus der dann nachhaltiges Handeln von sich aus entstehen und wachsen kann.
Was ist Nachhaltigkeit? Der 1987 von der Weltkommission für Gesundheit und Umwelt aufgesetzte Brundtland-Report zum Thema Nachhaltigkeit definierte nachhaltige Entwicklung als „Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Unsere heutigen Wirtschafts- und Lebensweisen erfüllen diese Kriterien nicht. Insbesondere der Lebensstandard und das Konsumverhalten in den reichen Industrienationen übersteigen die Grenzen der Tragfähigkeit bei Weitem. Wir betrachten unsere bisherigen Wirtschafts- und Handlungsweisen daher als überholt und wollen mit der Forschungs- und Bildungsstätte Höllbachhof aktiv neue Wege gehen.
Nachhaltigkeit: eine neue Definition von WohlstandFür viele Menschen ist die Nachhaltigkeitsdebatte ein beängstigendes Thema. Häufig fühlen sie sich in ihrem Lebensstandard bedroht und haben den Eindruck, Nachhaltigkeit würde bedeuten, dass sie persönlich etwas aufgeben müssen, das ihnen lieb und teuer ist. Anliegen der Forschungs- und Bildungsstätte Höllbachhof ist es, eine umfassende Definition von Wohlstand in den Vordergrund zu rücken, eine Definition die aufzeigt, dass eine Kultur der Nachhaltigkeit nicht primär Verzicht, sondern vor allem Bereicherung mit sich bringt.
Eine Kultur der NachhaltigkeitDas 20. Jahrhundert war stark von der Globalisierung und einem mit ihr einhergehenden Verlust lokaler Kulturen geprägt. Eine starke kulturelle Vereinheitlichung, und unserer Meinung nach dadurch auch kulturelle Verarmung, lässt sich vor allem in den sogenannten entwickelten Industrienationen beobachten. Eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte ist durch eine Entwurzelung und Durchmischung der Völker für viele Menschen nur noch ansatzweise oder gar nicht mehr möglich. Wir begreifen es daher als eine der großen Aufgaben des beginnenden 21. Jahrhunderts, neue Lokalkulturen zu entwickeln und zu fördern. Kultur gibt uns Wurzeln, vermittelt uns ein Gefühl der Zugehörigkeit und damit auch Geborgenheit. Kultur nährt uns dadurch und gibt einen Rahmen, indem auch einzelne unterstützt werden, sich kreativ zu entfalten, auszudrücken und einzubringen. Im Rahmen des Projektes soll ein generationenübergreifendes Modellprojekt für gemeinsames Leben nach ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Prinzipien entstehen, in dem sich Nachhaltigkeit als lebendiges Kulturgut entwickeln kann und als solches erlebt werden kann. Das Zusammenleben in der Gemeinschaft bildet die Grundlage der Forschungsarbeit und ermöglicht Bildungsangebote, die weit über die Vermittlung theoretischer Inhalte hinausgehen. Nachhaltigkeit kann als innere Haltung und als Ausdruck wahren Wohl-stands erfahren werden. Eine Kultur der Nachhaltigkeit beinhaltet für uns eine Rückbesinnung auf wahrhaft nährende Elemente menschlichen Zusammenlebens, die uns heute weitgehend verloren gegangen scheinen. Neugierig geworden?Ausführliche Informationen gibt es unter:www.hoellbachhof.net
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