Dieselben Formeln

Die Politik der Vergangenheit war von religiöser und ideologischer Verblendung geprägt, und die Führer der Wirtschaft träumen seit Jahrtausenden von einem Weg, die Vermehrung von Macht und Reichtum von den Beschränkungen der realen Welt loszulösen. Politik und Wirtschaft der Gegenwart sind in keiner Weise anders. Immer wieder werden gebetsmühlenartig dieselben Formeln rezitiert. Es gibt scheinbar kein anderes Thema in der Politik als Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze (zwischenzeitlich folgt vielleicht einmal die Politik dem populistischen Druck des Bild lesenden Mops und erlässt z.B. ein Hundegesetz, in dessen Rahmen mit unheilvoller Signalwirkung gleich wesentliche Grundrechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung mit aufgehoben werden – aber das ist eine andere Geschichte). Und man hört von keinem anderen Ansatz zur Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit als eben dem, das Wachstum der Wirtschaft zu fördern.

Dem sprechen allerlei Fakten entgegen, die praktisch überall auf der Welt geflissentlich ignoriert werden. Zum einen gibt es nachweislich nur einen sehr vagen und indirekten Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Anzahl der Arbeitsplätze. Zum anderen ist es auf lange Sicht vollkommen unmöglich, dass die Wirtschaft immer weiter wächst – einmal ganz abgesehen davon, dass man sich fragen muss, weshalb dies überhaupt nötig sein sollte. Dass man in einer halbwegs aufgeklärten und gebildeten Zeit überhaupt erklären muss, weshalb irgend etwas in einer begrenzten Welt nicht ewig und zudem auch noch exponentiell sich ständig selbst verstärkend weiter wachsen kann, ist bereits sehr bedenklich.

Eine der guten Nachrichten der letzten Jahre war die Feststellung, dass das Bevölkerungswachstum der Menschheit sich reduziert hat. Für die Wachstumsphantasten ist das natürlich keineswegs eine gute Nachricht, denn ein quantitatives Wachstum der Wirtschaft ist auf Dauer letztlich natürlich nur dann möglich, wenn die Zahl der Konsumenten ebenfalls immer weiter wächst. Spätestens an dieser Stelle sollte auch dem Einfältigsten einleuchten, weshalb derlei vollkommen absurd ist!

Auch in anderen Bereichen wird an solchem Unfug notorisch festgehalten. Die Diskussion um die Altersversorgung in den Ländern mit stabiler oder stagnierender Bevölkerung ist ein Beispiel. In Deutschland etwa wird aus allen politischen Ecken argumentiert, man brauche mehr Bevölkerungswachstum, um die Renten finanzieren zu können. Zu diesem Zweck werden wirtschaftliche und rechtliche Anreize geschaffen, damit die Menschen sich für mehr Kinder entscheiden. Zugleich versucht man, die Zahl der arbeitenden Bevölkerung durch eine gezielte Einwanderungspolitik zu erhöhen. Nun sind aber Deutschland und die meisten anderen Länder mit ähnlichen Problemen bereits jetzt nicht unbedingt unterbevölkert.

Zwölf Milliarden Deutsche

Wenn wir für das Funktionieren der Altersversorgung, der Wirtschaft, ja der Gesellschaft, ein kontinuierliches Wachstum benötigen: Wie weit soll denn dieses Wachstum gehen? Und wie viel Bevölkerungswachstum benötigen wir? Ist ein Prozent genug? Denken wir doch zur Abwechslung einmal ein klein wenig in historischen Dimensionen – ein in politischen Kreisen mit der Ausnahme ideologischer Phantastereien weitestgehend unbekanntes Unterfangen. Bei einem Bevölkerungswachstum von nur einem Prozent hätte Deutschland in nur 200 Jahren eine Bevölkerung zu beherbergen, die größer ist, als im Jahr 2000 die von Russland und den Vereinigten Staaten zusammen. Selbst bei der durchschnittlichen Wachstumsrate der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts – sie lag bei rund 0,5% - stiege die Bevölkerung Deutschlands in 200 Jahren noch immer auf weit über zweihundert Millionen Menschen, und in tausend Jahren gar 12 Milliarden. Ein wahrhaft infernalisches Gedränge!

Wer mag, der kann diese Zahlen gerne mit der einfachen Zinseszins Formel nachrechnen, die jeder spätestens im neunten Schuljahr lernen sollte.

Die Bilder, die mir in den Sinn kommen, wenn ich mir das zukünftige Leben in einer solchen schönen Wachstumswelt vorstellen soll, sind etwas anders, als die naiven Traumvisionen vieler zukunftsgläubiger Technokraten. Ich sehe nicht das von vollautomatischen Robotern verwaltete Superhaus, in dem jeder von uns glücklich und mühelos lebt. Ich sehe nicht, dass unsere Nachkommen jederzeit mit ihren Familien in einem umweltfreundlichen Fahr- oder Flugzeug zu den Traumzielen ihrer Wahl transportiert werden. Abgesehen davon, dass, zu Ende gedacht, auch solche Vorstellungen für eine Welt mit einer Bevölkerung jenseits der zehn Milliarden Marke etwas höchst Beklemmendes an sich haben, schweben mir eher die apokalyptischen Visionen eines Hieronymus Bosch vor Augen.

Doch das relative Bevölkerungswachstum der Erde hat sich ja verlangsamt. Allerdings bedeutet reduziertes Bevölkerungswachstum noch lange keine Entwarnung, denn die Bevölkerung wächst nach wie vor, und gerade bei so gewaltigen Anfangszahlen ist auch ein scheinbar geringes prozentuales Wachstum mehr als bedenklich. Selbst bei nur einem Prozent wären es noch immer ca. 16 Milliarden Menschen im Jahre 2100 – eine Zahl, die weit jenseits der langfristigen Tragfähigkeit der Erde liegt, die tatsächlich längst überschritten ist. Und bereits für 2025 wird eine Weltbevölkerung jenseits der acht Milliarden Marke erwartet. Es gibt seriöse Schätzungen, nach denen beim Lebensstil des westlichen Massenkonsums die Erde lediglich eine Bevölkerung in der Größenordnung von zwei bis fünfhundert Millionen tragen kann – eine Bevölkerungszahl in der Größenordnung der Bevölkerung der USA oder der Europäischen Union.

Politische Illusionen

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA zeigt allerdings mehr als deutlich, worum es in der Politik wirklich geht: ums Verkaufen. Die Kandidaten werden mit den Mitteln modernsten Marketings beworben, wobei die ihnen angedichteten Eigenschaften in etwa so zutreffend sind, wie die Vermutung, ein gewöhnliches Familienauto könne lässig über das Wasser sausen, nur weil dies in der Fernsehwerbung zu sehen ist. Es geht nicht um Realitäten, sondern um die Vermittlung von Illusionen. Dabei scheint es auch, dass in unseren Demokratien die Realität niemanden wirklich so recht interessiert – jedenfalls lassen sich mit dem ehrlichen Streben nach Realität und Wahrheit offenbar keine Mehrheiten gewinnen.

Zu den längst bekannten aber höchst unbeliebten und in der tatsächlichen Politik kaum beachteten Realitäten gehört eben auch, dass Wirtschaftswachstum sich nur in sehr unzuverlässiger Weise als irgendwie gearteter Vorteil für den Durchschnittsbürger niederschlägt. Ich sage hier bewusst "irgendwie", denn die amerikanische "trickle down" Theorie geht eben davon aus, dass der Reichtum der Superreichen und Megakonzerne "irgendwie" bis auf die untersten Ebenen hinunter tröpfelt, wie das Wasser in einer Tropfsteinhöhle. Selbst wenn dies so wäre, so ist es auf den untersten Ebenen der Höhle noch immer dunkel, feucht und kalt...

Wali Osman, Professor für Ökonomie mit Spitznamen "Greenspan des Pazifik" und ehemals Direktor der volkswirtschaftlichen Forschungsabteilung der Bank von Hawaii, analysierte den Zustand der US-Wirtschaft bereits Anfang der 90-er treffend. Demnach – wen sollte das wundern – wurden seit den Siebzigern in den USA die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Trotz Wirtschaftswachstum sanken in dieser Zeit die realen Einkommen der unteren und mittleren Einkommensklassen. Osman sagte schon Mitte der Neunziger zu mir: "Auf Dauer funktioniert es nicht – kann es nicht funktionieren."

Der eiserne Würgegriff

Es gibt nichts umzuverteilen sagen die, die von der Situation profitieren und alles daran setzen, den Boden unter ihren Füßen so zu versiegeln, dass ja nichts nach unten hindurch sickert. Dabei hat etwa Bernhard Lietaer, der unter anderem den Euro mit entwickelte, nachgewiesen, dass unser gesamtes Kredit- und Geldsystem ständig Reichtum von Unten nach Oben umverteilt. Das ist auch leicht nachzuvollziehen. Die, die haben, verleihen ihr Geld gegen Zinsen an die, die nichts haben. Zinsen mit Zinseszinsen aber sind nichts anderes, als eine ständig andauernde Umverteilung des Reichtums von denen die Nichts haben zu denen, die haben – eine Situation, vor der Dichter und Denker aller Epochen immer wieder eindringlich gewarnt haben. Das irgendwie im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts sang und klanglos vergessene katholische Dogma des Zinsverbotes etwa hatte durchaus seine Begründung. Zinseszinsen produzieren sowohl Macht als auch Reichtum absolut aus dem Nichts heraus. Zinseszinsen sind nicht nur Zinsen auf Kapital, sondern obendrein eine Verpflichtung auf etwas, das aus sich selbst entstanden ist. Sehr reale Macht eines vollkommen virtuellen Konzeptes – eines Konzeptes, das die gesamte Welt in einem eisernen Würgegriff gefangen hält und zu einer ewigen Wachstumsspirale zwingt.

Beispiel Peak Oil

Nun mag die Ursache des Wachstumszwangs unserer Wirtschaftsordnung eine virtuelle sein, aber das Wachstum selbst ist letztendlich real. Jede Art von Wirtschaftswachstum – auch im Dienstleistungsbereich und im "Cyberspace" – ist letztendlich mit einem Mehrverbrauch an Energie und Rohstoffen verbunden und somit prinzipiell begrenzt. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, wie sehr Produktivität, Energieeffizienz und Recyclingrate der Rohstoffe verbessert werden: diese können aus physikalischen Gründen niemals auch nur nennenswert an 100% heranreichen, während die Wachstumsforderung der kreditfinanzierten Weltwirtschaft letztendlich rein mathematischer Natur und damit unendlich ist. Das bedeutet aber, dass jedes politische Streben nach immer weiterem Wachstum eine gefährliche Selbstlüge ist – sie wäre es sogar dann, wenn dadurch der allgemeinen Bevölkerung tatsächlich Vorteile zuwachsen würden.

Ein Beispiel für die begrenzten Rohstoffe sind die Ölreserven. Öl ist in unserer Wirtschaft wie sie ist, einfach unverzichtbar, und es gibt realistischer Weise keinen nennenswerten Ersatz für die unvorstellbaren Energiemengen, die der Energieträger Erdöl bereitstellt. Dasselbe gilt für Öl als Rohstoff für die Agrarindustrie (Düngemittel) und die chemische und pharmazeutische Industrie. Nachwachsende Quellen sowie erneuerbare Energien können nur einen winzigen Bruchteil dieser Märkte bedienen.

Tatsächlich geht das Öl zur Neige. Das ist keinerlei Spinnerei oder Weltuntergangsprophezeiung grüner Aktivisten, sondern beispielsweise eine Einschätzung des renommierten industrienahen Institutes für Erdölstudien in Paris (Institut Français du Pétrole). Das Stichwort hierzu heißt "Peak Oil." Gemeint damit ist der Punkt, an dem die Welt-Erdölproduktion ihr Maximum erreicht und anschließend nur noch absinkt. Nach der Einschätzung eines ganzen Heeres von Ölexperten ist dieser Punkt irgendwann zwischen dem Jahr 2005 und 2010 erreicht. In vielen Ölländern, etwa Norwegen und den USA, ist er schon lange überschritten. Die USA saugen derzeit gerade noch mit Mühe die letzten Tropfen aus den staubigen Böden der Südstaaten.

Bemerkenswert daran ist, dass die am leichtesten zugänglichen Reserven natürlich zuerst erschlossen wurden, und mit zunehmender Ausbeutung wird der Zugang zu den verbleibenden Ölvorkommen immer schwieriger, technisch aufwendiger, teurer und vor allem energieaufwendiger! Der letzte Punkt ist hier besonders bedeutend, denn der erfundenen Welt der Wirtschaft steht die reale physikalische Welt gegenüber bzw. sie ist vielmehr in diese vollkommen unbestechliche Welt der Physik und Naturgesetze eingebettet. An irgend einem Punkt, lange bevor die tatsächlichen Ölreserven erschöpft sind, hilft auch noch so viel Geld nicht mehr, denn der Energieaufwand der Ölproduktion ist je Fass an dieser Stelle größer, als die Energie, die dieses Fass Öl enthält. Und was man braucht ist nicht das Öl an sich, sondern was man braucht ist Energie. Spätestens wenn Kapital nicht mehr umhin kommt, sich mit Thermodynamik zu messen, wird deutlich werden, wie illusionär unsere globalisierte Welt geworden ist.

Einstein, Orwell, Huxley und Goethe

Im physikalischen Institut in Münster hing einmal ein Poster mit folgendem Spruch: "E=mc^2 – It's not just a good idea – it's the law!" Politik und Wirtschaft täten gut daran, die Naturwissenschaften nicht nur als geistige Sklaven und Ideenlieferanten für Unternehmen anzusehen, als bloße Denkfabriken zum Ersinnen immer neuer Produkte für die Befriedigung immer neuer künstlich geschaffener Bedürfnisse und Märkte. Auch sind sie nicht irgend eine Randerscheinung unserer Gesellschaft, sondern vielmehr eine der Säulen, auf denen sie ruht. Nur hier, und nicht in Ideologien und künstlichen Glaubenssystemen – auch der blinde Glaube an Geld und ewiges Wachstum gehört dazu – lassen sich vielleicht Lösungen für die Zukunft finden. Diese Zukunft ist global, und sie lässt sich nur durch Toleranz und intensivste Kooperation gewinnen. Konkurrenzdenken führt an dieser Stelle der Geschichte nur zu Gewalt und Konflikt, und das mittelfristig womöglich in einem Ausmaß, das es bisher noch nicht gegeben hat.

Derzeit allerdings riecht und schmeckt unsere Zukunft nach den Szenarien eines George Orwell und eines Aldous Huxley. In den USA können Eltern wegen Kindesmisshandlung verklagt werden, wenn sie ihnen Psychodrogen verweigern. Und die dort von Präsident Bush weitgehend unbemerkt just geschaffene "Freiheitskommission für Geistige Gesundheit" (Freedom Commission for Mental Health) will durchsetzen, dass alle US-Bürger sich regelmäßig psychiatrischen Untersuchungen unterziehen müssen, um abnormales Verhalten durch Gabe von Medikamenten korrigieren zu können. Natürlich definiert der Staat, was abnormes Verhalten ist. Auch hat der Präsident der USA jüngst kurzerhand vorgeschlagen, des Terrors verdächtigte Menschen auch dann zu lebenslanger Haft zu verdammen, wenn "...die vorliegenden Beweise nicht zur Eröffnung eines ordentlichen Gerichtsverfahrens ausreichen" (zitiert aus der Wochenzeitung 'Baltimore Chronicle').

Was sich derzeit auf der Welt entwickelt, hat den schalen Beigeschmack totalitärer Kontrolle jedes Lebensaspektes. Die vorgeschobenen Begründungen sind praktisch überall Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Terrorismus und Gesundheit, gewürzt mit einer Prise Religion. Es scheint, als hätte die Welt auch 200 Jahre nach Kant und trotz Atombomben, zahlloser Katastrophen und zweier Weltkriege, absolut nichts dazu gelernt – mit der Ausnahme eines Haufens technischer Tricks.

Auch Goethe hat das Wesen der Wirtschaft klar erkannt. Im Faust war es Mephisto, der das Papiergeld erfunden hat, und er lässt diesen im zweiten Teil an Faust gewandt sagen:

"(...) Nur mit zwei Schiffen ging es fort
Mit zwanzig sind wir nun im Port
Was große Dinge wir getan,
Das sieht man unserer Ladung an.
Das freie Meer befreit den Geist,
Wer weiß, was da besinnen heißt!
Da fördert nur ein rascher Griff,
Man fängt den Fisch, man fängt ein Schiff,
Und ist man erst der Herr zu drei,
Dann hakelt man das vierte bei;
Da geht es dann dem fünften schlecht,
Man hat Gewalt, so hat man Recht.
Man fragt ums Was und nicht ums Wie.
Ich müsste keine Schiffahrt kennen:
Krieg, Handel und Piraterie,
Dreieinig sind sie, nicht zu trennen."

Enorme Gewinnspannen

Die modernen Nachfolger Mephistos sind keine Personen mehr, sondern seltsame Strukturen, genannt Banken und Hedge Fonds. Diese Organisationen haben das Geld selbst zur Ware erhoben und machen unvorstellbare Gewinne. Dabei ist den meisten Menschen in keiner Weise bewußt, welche enormen Gewinnspannen wir diesen im großen und ganzen vollständig unnützen Organisationen selbst für simpelste Transaktionen und Vermittlungen zugestehen. Ich habe den Test des öfteren gemacht und Leute unterschiedlichsten Bildungsstandes gefragt: "Wenn Sie einer Bank Geld in Form eines mit 2% verzinsten Sparguthabens leihen, und diese verleiht es für 10% in Form eines Konsumentenkredites weiter - wieviel Prozent Gewinn macht die Bank?" Nun ist das allereinfachste Schulmathematik, und die Antwort lautet fast immer: 8%. Diese Antwort ist ebenso rührend wie falsch. Tatsächlich sind es natürlich 400%!

Es geht um Nichts

Wieso fragt sich niemand, weshalb unsere Gesellschaft den Banken für eine Tätigkeit, die haarscharf am Nichtstun vorbei geht, solche phänomenalen Einkünfte zugesteht? Und wieso bemerkt es scheinbar niemand? Derlei ist eine systematische Vernichtung von Reichtum, die wir uns auf Dauer wirklich nicht leisten können. Wir bezahlen im wesentlichen für Nichts. Bereits 1998 stand dem tatsächlichen täglichen Welthandel von rund $ 80 Milliarden ein Handel mit rein virtuellen Devisenspekulationen in Höhe von etwa zwei Billionen Dollar gegenüber. Täglich. Und wir haben die Macht über unsere Welt und Zukunft auf Gedeih und Verderb Menschen und Organisationen übergeben, die sich im Grunde genommen ebenfalls weitgehend mit Nichts beschäftigen. Wir müssen aufpassen, dass uns dieses Nichts nicht mit Haut und Haaren verschlingt. Es ist bereits jetzt längst zum Selbstzweck geworden, der jedes Handeln auf dieser Welt vollständig dominiert.

(Dieser Artikel erschien bereits 2004 in "Politik Poker")