Dieselben Formeln
Die Politik der Vergangenheit war von religiöser und ideologischer Verblendung geprägt, und die Führer der Wirtschaft träumen seit Jahrtausenden von einem Weg, die Vermehrung von Macht und Reichtum von den Beschränkungen der realen Welt loszulösen. Politik und Wirtschaft der Gegenwart sind in keiner Weise anders. Immer wieder werden gebetsmühlenartig dieselben Formeln rezitiert. Es gibt scheinbar kein anderes Thema in der Politik als Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze (zwischenzeitlich folgt vielleicht einmal die Politik dem populistischen Druck des Bild lesenden Mops und erlässt z.B. ein Hundegesetz, in dessen Rahmen mit unheilvoller Signalwirkung gleich wesentliche Grundrechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung mit aufgehoben werden – aber das ist eine andere Geschichte). Und man hört von keinem anderen Ansatz zur Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit als eben dem, das Wachstum der Wirtschaft zu fördern.
Dem sprechen allerlei Fakten entgegen, die praktisch überall auf der Welt geflissentlich ignoriert werden. Zum einen gibt es nachweislich nur einen sehr vagen und indirekten Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Anzahl der Arbeitsplätze. Zum anderen ist es auf lange Sicht vollkommen unmöglich, dass die Wirtschaft immer weiter wächst – einmal ganz abgesehen davon, dass man sich fragen muss, weshalb dies überhaupt nötig sein sollte. Dass man in einer halbwegs aufgeklärten und gebildeten Zeit überhaupt erklären muss, weshalb irgend etwas in einer begrenzten Welt nicht ewig und zudem auch noch exponentiell sich ständig selbst verstärkend weiter wachsen kann, ist bereits sehr bedenklich.
Eine der guten Nachrichten der letzten Jahre war die Feststellung, dass das Bevölkerungswachstum der Menschheit sich reduziert hat. Für die Wachstumsphantasten ist das natürlich keineswegs eine gute Nachricht, denn ein quantitatives Wachstum der Wirtschaft ist auf Dauer letztlich natürlich nur dann möglich, wenn die Zahl der Konsumenten ebenfalls immer weiter wächst. Spätestens an dieser Stelle sollte auch dem Einfältigsten einleuchten, weshalb derlei vollkommen absurd ist!
Auch in anderen Bereichen wird an solchem Unfug notorisch festgehalten. Die Diskussion um die Altersversorgung in den Ländern mit stabiler oder stagnierender Bevölkerung ist ein Beispiel. In Deutschland etwa wird aus allen politischen Ecken argumentiert, man brauche mehr Bevölkerungswachstum, um die Renten finanzieren zu können. Zu diesem Zweck werden wirtschaftliche und rechtliche Anreize geschaffen, damit die Menschen sich für mehr Kinder entscheiden. Zugleich versucht man, die Zahl der arbeitenden Bevölkerung durch eine gezielte Einwanderungspolitik zu erhöhen. Nun sind aber Deutschland und die meisten anderen Länder mit ähnlichen Problemen bereits jetzt nicht unbedingt unterbevölkert.
Zwölf Milliarden Deutsche
Wenn wir für das Funktionieren der Altersversorgung, der Wirtschaft, ja der Gesellschaft, ein kontinuierliches Wachstum benötigen: Wie weit soll denn dieses Wachstum gehen? Und wie viel Bevölkerungswachstum benötigen wir? Ist ein Prozent genug? Denken wir doch zur Abwechslung einmal ein klein wenig in historischen Dimensionen – ein in politischen Kreisen mit der Ausnahme ideologischer Phantastereien weitestgehend unbekanntes Unterfangen. Bei einem Bevölkerungswachstum von nur einem Prozent hätte Deutschland in nur 200 Jahren eine Bevölkerung zu beherbergen, die größer ist, als im Jahr 2000 die von Russland und den Vereinigten Staaten zusammen. Selbst bei der durchschnittlichen Wachstumsrate der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts – sie lag bei rund 0,5% - stiege die Bevölkerung Deutschlands in 200 Jahren noch immer auf weit über zweihundert Millionen Menschen, und in tausend Jahren gar 12 Milliarden. Ein wahrhaft infernalisches Gedränge!
Wer mag, der kann diese Zahlen gerne mit der einfachen Zinseszins Formel nachrechnen, die jeder spätestens im neunten Schuljahr lernen sollte.
Die Bilder, die mir in den Sinn kommen, wenn ich mir das zukünftige Leben in einer solchen schönen Wachstumswelt vorstellen soll, sind etwas anders, als die naiven Traumvisionen vieler zukunftsgläubiger Technokraten. Ich sehe nicht das von vollautomatischen Robotern verwaltete Superhaus, in dem jeder von uns glücklich und mühelos lebt. Ich sehe nicht, dass unsere Nachkommen jederzeit mit ihren Familien in einem umweltfreundlichen Fahr- oder Flugzeug zu den Traumzielen ihrer Wahl transportiert werden. Abgesehen davon, dass, zu Ende gedacht, auch solche Vorstellungen für eine Welt mit einer Bevölkerung jenseits der zehn Milliarden Marke etwas höchst Beklemmendes an sich haben, schweben mir eher die apokalyptischen Visionen eines Hieronymus Bosch vor Augen.
Doch das relative Bevölkerungswachstum der Erde hat sich ja verlangsamt. Allerdings bedeutet reduziertes Bevölkerungswachstum noch lange keine Entwarnung, denn die Bevölkerung wächst nach wie vor, und gerade bei so gewaltigen Anfangszahlen ist auch ein scheinbar geringes prozentuales Wachstum mehr als bedenklich. Selbst bei nur einem Prozent wären es noch immer ca. 16 Milliarden Menschen im Jahre 2100 – eine Zahl, die weit jenseits der langfristigen Tragfähigkeit der Erde liegt, die tatsächlich längst überschritten ist. Und bereits für 2025 wird eine Weltbevölkerung jenseits der acht Milliarden Marke erwartet. Es gibt seriöse Schätzungen, nach denen beim Lebensstil des westlichen Massenkonsums die Erde lediglich eine Bevölkerung in der Größenordnung von zwei bis fünfhundert Millionen tragen kann – eine Bevölkerungszahl in der Größenordnung der Bevölkerung der USA oder der Europäischen Union.
Politische Illusionen
Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA zeigt allerdings mehr als deutlich, worum es in der Politik wirklich geht: ums Verkaufen. Die Kandidaten werden mit den Mitteln modernsten Marketings beworben, wobei die ihnen angedichteten Eigenschaften in etwa so zutreffend sind, wie die Vermutung, ein gewöhnliches Familienauto könne lässig über das Wasser sausen, nur weil dies in der Fernsehwerbung zu sehen ist. Es geht nicht um Realitäten, sondern um die Vermittlung von Illusionen. Dabei scheint es auch, dass in unseren Demokratien die Realität niemanden wirklich so recht interessiert – jedenfalls lassen sich mit dem ehrlichen Streben nach Realität und Wahrheit offenbar keine Mehrheiten gewinnen.
Zu den längst bekannten aber höchst unbeliebten und in der tatsächlichen Politik kaum beachteten Realitäten gehört eben auch, dass Wirtschaftswachstum sich nur in sehr unzuverlässiger Weise als irgendwie gearteter Vorteil für den Durchschnittsbürger niederschlägt. Ich sage hier bewusst "irgendwie", denn die amerikanische "trickle down" Theorie geht eben davon aus, dass der Reichtum der Superreichen und Megakonzerne "irgendwie" bis auf die untersten Ebenen hinunter tröpfelt, wie das Wasser in einer Tropfsteinhöhle. Selbst wenn dies so wäre, so ist es auf den untersten Ebenen der Höhle noch immer dunkel, feucht und kalt...
Wali Osman, Professor für Ökonomie mit Spitznamen "Greenspan des Pazifik" und ehemals Direktor der volkswirtschaftlichen Forschungsabteilung der Bank von Hawaii, analysierte den Zustand der US-Wirtschaft bereits Anfang der 90-er treffend. Demnach – wen sollte das wundern – wurden seit den Siebzigern in den USA die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Trotz Wirtschaftswachstum sanken in dieser Zeit die realen Einkommen der unteren und mittleren Einkommensklassen. Osman sagte schon Mitte der Neunziger zu mir: "Auf Dauer funktioniert es nicht – kann es nicht funktionieren."
Der eiserne Würgegriff
Es gibt nichts umzuverteilen sagen die, die von der Situation profitieren und alles daran setzen, den Boden unter ihren Füßen so zu versiegeln, dass ja nichts nach unten hindurch sickert. Dabei hat etwa Bernhard Lietaer, der unter anderem den Euro mit entwickelte, nachgewiesen, dass unser gesamtes Kredit- und Geldsystem ständig Reichtum von Unten nach Oben umverteilt. Das ist auch leicht nachzuvollziehen. Die, die haben, verleihen ihr Geld gegen Zinsen an die, die nichts haben. Zinsen mit Zinseszinsen aber sind nichts anderes, als eine ständig andauernde Umverteilung des Reichtums von denen die Nichts haben zu denen, die haben – eine Situation, vor der Dichter und Denker aller Epochen immer wieder eindringlich gewarnt haben. Das irgendwie im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts sang und klanglos vergessene katholische Dogma des Zinsverbotes etwa hatte durchaus seine Begründung. Zinseszinsen produzieren sowohl Macht als auch Reichtum absolut aus dem Nichts heraus. Zinseszinsen sind nicht nur Zinsen auf Kapital, sondern obendrein eine Verpflichtung auf etwas, das aus sich selbst entstanden ist. Sehr reale Macht eines vollkommen virtuellen Konzeptes – eines Konzeptes, das die gesamte Welt in einem eisernen Würgegriff gefangen hält und zu einer ewigen Wachstumsspirale zwingt.
Beispiel Peak Oil
Nun mag die Ursache des Wachstumszwangs unserer Wirtschaftsordnung eine virtuelle sein, aber das Wachstum selbst ist letztendlich real. Jede Art von Wirtschaftswachstum – auch im Dienstleistungsbereich und im "Cyberspace" – ist letztendlich mit einem Mehrverbrauch an Energie und Rohstoffen verbunden und somit prinzipiell begrenzt. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, wie sehr Produktivität, Energieeffizienz und Recyclingrate der Rohstoffe verbessert werden: diese können aus physikalischen Gründen niemals auch nur nennenswert an 100% heranreichen, während die Wachstumsforderung der kreditfinanzierten Weltwirtschaft letztendlich rein mathematischer Natur und damit unendlich ist. Das bedeutet aber, dass jedes politische Streben nach immer weiterem Wachstum eine gefährliche Selbstlüge ist – sie wäre es sogar dann, wenn dadurch der allgemeinen Bevölkerung tatsächlich Vorteile zuwachsen würden.
Ein Beispiel für die begrenzten Rohstoffe sind die Ölreserven. Öl ist in unserer Wirtschaft wie sie ist, einfach unverzichtbar, und es gibt realistischer Weise keinen nennenswerten Ersatz für die unvorstellbaren Energiemengen, die der Energieträger Erdöl bereitstellt. Dasselbe gilt für Öl als Rohstoff für die Agrarindustrie (Düngemittel) und die chemische und pharmazeutische Industrie. Nachwachsende Quellen sowie erneuerbare Energien können nur einen winzigen Bruchteil dieser Märkte bedienen.
Tatsächlich geht das Öl zur Neige. Das ist keinerlei Spinnerei oder Weltuntergangsprophezeiung grüner Aktivisten, sondern beispielsweise eine Einschätzung des renommierten industrienahen Institutes für Erdölstudien in Paris (Institut Français du Pétrole). Das Stichwort hierzu heißt "Peak Oil." Gemeint damit ist der Punkt, an dem die Welt-Erdölproduktion ihr Maximum erreicht und anschließend nur noch absinkt. Nach der Einschätzung eines ganzen Heeres von Ölexperten ist dieser Punkt irgendwann zwischen dem Jahr 2005 und 2010 erreicht. In vielen Ölländern, etwa Norwegen und den USA, ist er schon lange überschritten. Die USA saugen derzeit gerade noch mit Mühe die letzten Tropfen aus den staubigen Böden der Südstaaten.
Bemerkenswert daran ist, dass die am leichtesten zugänglichen Reserven natürlich zuerst erschlossen wurden, und mit zunehmender Ausbeutung wird der Zugang zu den verbleibenden Ölvorkommen immer schwieriger, technisch aufwendiger, teurer und vor allem energieaufwendiger! Der letzte Punkt ist hier besonders bedeutend, denn der erfundenen Welt der Wirtschaft steht die reale physikalische Welt gegenüber bzw. sie ist vielmehr in diese vollkommen unbestechliche Welt der Physik und Naturgesetze eingebettet. An irgend einem Punkt, lange bevor die tatsächlichen Ölreserven erschöpft sind, hilft auch noch so viel Geld nicht mehr, denn der Energieaufwand der Ölproduktion ist je Fass an dieser Stelle größer, als die Energie, die dieses Fass Öl enthält. Und was man braucht ist nicht das Öl an sich, sondern was man braucht ist Energie. Spätestens wenn Kapital nicht mehr umhin kommt, sich mit Thermodynamik zu messen, wird deutlich werden, wie illusionär unsere globalisierte Welt geworden ist.
Einstein, Orwell, Huxley und Goethe
Im physikalischen Institut in Münster hing einmal ein Poster mit folgendem Spruch: "E=mc^2 – It's not just a good idea – it's the law!" Politik und Wirtschaft täten gut daran, die Naturwissenschaften nicht nur als geistige Sklaven und Ideenlieferanten für Unternehmen anzusehen, als bloße Denkfabriken zum Ersinnen immer neuer Produkte für die Befriedigung immer neuer künstlich geschaffener Bedürfnisse und Märkte. Auch sind sie nicht irgend eine Randerscheinung unserer Gesellschaft, sondern vielmehr eine der Säulen, auf denen sie ruht. Nur hier, und nicht in Ideologien und künstlichen Glaubenssystemen – auch der blinde Glaube an Geld und ewiges Wachstum gehört dazu – lassen sich vielleicht Lösungen für die Zukunft finden. Diese Zukunft ist global, und sie lässt sich nur durch Toleranz und intensivste Kooperation gewinnen. Konkurrenzdenken führt an dieser Stelle der Geschichte nur zu Gewalt und Konflikt, und das mittelfristig womöglich in einem Ausmaß, das es bisher noch nicht gegeben hat.
Derzeit allerdings riecht und schmeckt unsere Zukunft nach den Szenarien eines George Orwell und eines Aldous Huxley. In den USA können Eltern wegen Kindesmisshandlung verklagt werden, wenn sie ihnen Psychodrogen verweigern. Und die dort von Präsident Bush weitgehend unbemerkt just geschaffene "Freiheitskommission für Geistige Gesundheit" (Freedom Commission for Mental Health) will durchsetzen, dass alle US-Bürger sich regelmäßig psychiatrischen Untersuchungen unterziehen müssen, um abnormales Verhalten durch Gabe von Medikamenten korrigieren zu können. Natürlich definiert der Staat, was abnormes Verhalten ist. Auch hat der Präsident der USA jüngst kurzerhand vorgeschlagen, des Terrors verdächtigte Menschen auch dann zu lebenslanger Haft zu verdammen, wenn "...die vorliegenden Beweise nicht zur Eröffnung eines ordentlichen Gerichtsverfahrens ausreichen" (zitiert aus der Wochenzeitung 'Baltimore Chronicle').
Was sich derzeit auf der Welt entwickelt, hat den schalen Beigeschmack totalitärer Kontrolle jedes Lebensaspektes. Die vorgeschobenen Begründungen sind praktisch überall Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Terrorismus und Gesundheit, gewürzt mit einer Prise Religion. Es scheint, als hätte die Welt auch 200 Jahre nach Kant und trotz Atombomben, zahlloser Katastrophen und zweier Weltkriege, absolut nichts dazu gelernt – mit der Ausnahme eines Haufens technischer Tricks.
Auch Goethe hat das Wesen der Wirtschaft klar erkannt. Im Faust war es Mephisto, der das Papiergeld erfunden hat, und er lässt diesen im zweiten Teil an Faust gewandt sagen:
"(...) Nur mit zwei Schiffen ging es fort
Mit zwanzig sind wir nun im Port
Was große Dinge wir getan,
Das sieht man unserer Ladung an.
Das freie Meer befreit den Geist,
Wer weiß, was da besinnen heißt!
Da fördert nur ein rascher Griff,
Man fängt den Fisch, man fängt ein Schiff,
Und ist man erst der Herr zu drei,
Dann hakelt man das vierte bei;
Da geht es dann dem fünften schlecht,
Man hat Gewalt, so hat man Recht.
Man fragt ums Was und nicht ums Wie.
Ich müsste keine Schiffahrt kennen:
Krieg, Handel und Piraterie,
Dreieinig sind sie, nicht zu trennen."
Enorme Gewinnspannen
Die modernen Nachfolger Mephistos sind keine Personen mehr, sondern seltsame Strukturen, genannt Banken und Hedge Fonds. Diese Organisationen haben das Geld selbst zur Ware erhoben und machen unvorstellbare Gewinne. Dabei ist den meisten Menschen in keiner Weise bewußt, welche enormen Gewinnspannen wir diesen im großen und ganzen vollständig unnützen Organisationen selbst für simpelste Transaktionen und Vermittlungen zugestehen. Ich habe den Test des öfteren gemacht und Leute unterschiedlichsten Bildungsstandes gefragt: "Wenn Sie einer Bank Geld in Form eines mit 2% verzinsten Sparguthabens leihen, und diese verleiht es für 10% in Form eines Konsumentenkredites weiter - wieviel Prozent Gewinn macht die Bank?" Nun ist das allereinfachste Schulmathematik, und die Antwort lautet fast immer: 8%. Diese Antwort ist ebenso rührend wie falsch. Tatsächlich sind es natürlich 400%!
Es geht um Nichts
Wieso fragt sich niemand, weshalb unsere Gesellschaft den Banken für eine Tätigkeit, die haarscharf am Nichtstun vorbei geht, solche phänomenalen Einkünfte zugesteht? Und wieso bemerkt es scheinbar niemand? Derlei ist eine systematische Vernichtung von Reichtum, die wir uns auf Dauer wirklich nicht leisten können. Wir bezahlen im wesentlichen für Nichts. Bereits 1998 stand dem tatsächlichen täglichen Welthandel von rund $ 80 Milliarden ein Handel mit rein virtuellen Devisenspekulationen in Höhe von etwa zwei Billionen Dollar gegenüber. Täglich. Und wir haben die Macht über unsere Welt und Zukunft auf Gedeih und Verderb Menschen und Organisationen übergeben, die sich im Grunde genommen ebenfalls weitgehend mit Nichts beschäftigen. Wir müssen aufpassen, dass uns dieses Nichts nicht mit Haut und Haaren verschlingt. Es ist bereits jetzt längst zum Selbstzweck geworden, der jedes Handeln auf dieser Welt vollständig dominiert.
(Dieser Artikel erschien bereits 2004 in "Politik Poker")


Kommentare (22)
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dietmar
schrieb am 10.11.2011 um 10:44 ¶Das "Nichts" der Elite (bei den Ägyptern gab es wenigstens die Pyramiden) gäbe es nach meinem einfachen Verständnis schon immer.
Das Sichtbar werde, das ist die neue Dimension. Die Auswirkungen des Nichts haben sich in den Jahrhunderten aufgestaut und angesammelt und wird somit zu einer Bedrohung für die ganze Menschheit.
Einfach ausgedrückt: Irgendwann läuft das Fass über. Wenn die Welt zu einem Dorf wird, hat das nun mal auch Auswirkungen auf die Bewohner direkt. Früher gab es noch natürliche und politische und wirtschaftliche Grenzen. Inseln auf denen das Tun nicht gleich Auswirkung auf die Nachbardörfer hatte.
Die einen können auf Dauer aber nicht ohne die anderen leben. Wer soll die Jachten und Villen den sonst bauen. Also muss zwangsläufig wieder ein Ausgleich stattfinden. Die Frage ist nur, kann man den Prozess umkehren, oder ist das eine Sackgasse die letztendlich zu einer Art von Auflösung endet.
Das ist mir jetzt spontan eingefallen. Ich muss deinen Artikel noch mal in Ruhe lesen, um meinen Optimismus zurück zu gewinnen. Auch für meine Kinder.
Stefan_Thiesen
schrieb am 10.11.2011 um 10:58 ¶soweit ich unsere Situation bisher verstanden habe, ist wirklich das Geldsystem die Ursache vieler unserer Probleme. Die Art der Geldschöpfung und die dadurch entstehenden Anreize. Allerdings bin ich bei weitem nicht qualifiziert, um hier durchdachte Gegenvorschläge zu machen. Die allerdings machte beispielsweise Prof. Bernard Lietaer (einer der Miterfinder des Euro) schon in den Neunzigern in seinem Buch "Das Geld der Zukunft".
Der Wisch
schrieb am 10.11.2011 um 12:00 ¶Menschenrechts und anderen Umweltorganisationen sowie Leute die über Finanzsysteme
nachdenken und Lösungen ausprobieren und beschreiben.
ein wichtiger Film dazu heisst "Der Schein trügt".
Er war zwischenzeitlich auf youtube mal kostenlos zu sehen,es gibt ihn aber auch auf CD.
Es gibt einen Film der so ähnlich heißt,aber nur die Welt der Finanzwirtschaft zeigt ohne Lösungsansätze deutlich zu machen.
In dem Orginalfilm wird ua. am Schluss eine brasilianische Regionalgeldinitiative beschrieben,die in einem der ärmsten Stadtviertel entstanden ist.
Die Leute haben sich gefragt,warum sie obwohl sie arbeiten immer so schlecht dran sind und
haben Konsequenzen gezogen.Es liegt daran,daß auf jedem Produkt bis zu 35 % Zinsen liegen und außerdem sehr viele Produkte aus China oder Amerika kommen und dadurch Arbeitsplätze im eigenen Land wegfallen.Sie haben die Mikrokreditvergabe mit einem zinslosen Geldsystem
zusammengeführt und dadurch bescheidenen Wohlstand erreicht.
Es gibt aufschlußreiche Filme von Professor Senf und über 40 Regionalgeldinitiativen in Deutschland.
Wobei das Regionalgeld keine komplette Ersatzfunktion für das übliche Geld übernehmen kann und soll.Allerdings hat es eine sehr stabilisierende Funktion und arbeitet ohne Zinsen,was eine wichtige Vorraussetzung für ein stabiles System ist.Außerdem hat man im Falle eines Zusammenbruchs des Dollar und oder Euro immernoch ein anerkanntes Tauschmittel um wenigstens das Nötigste Lebensnotwendige eintauschen zu können.
Das Wissen ist da,es muss nur umgesetzt und genutzt werden.
SILKY
schrieb am 10.11.2011 um 10:52 ¶http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2011/10/lugen-schon-auf-kurzen-bei
> nen-1.php
Stefan_Thiesen
schrieb am 10.11.2011 um 11:07 ¶Seit den Aktivitäten von G.W. Bushs "New Freedom Commission on Mental Health" wundert mich gar nichts mehr.
http://en.wikipedia.org/wiki/New_Freedom_Commission_on_Mental_Health
Der Wisch
schrieb am 10.11.2011 um 12:26 ¶topist
schrieb am 10.11.2011 um 12:01 ¶Ich finde dass so eine Abstraktion die Wirklichkeit eher verklärt. Denn es ist ja weder das, was wir heute "Wirtschaft" nennen, Jahrtausende alt, (wie die Menschen wirtschafteten hat sich in den letzten Jahrtausenden immer wieder entschieden verändert), noch sind "Beschränkungen der realen Welt" wirklich statisch.
Für etwas mehr Erhellung an der Stelle sorgen m.E. die Grunderkenntnisse des "historischen Materialismus", dass nämlich die Weise, wie wir Menschen in Beziehung zueinander treten (müssen), um unsere Existenz zu sichern bzw. weiter zu entwickeln, sich nach den historischen Möglichkeiten richten, menschlichen Reichtum herzustellen und zu sichern bzw. auszudehnen und, so muss man hinzufügen, dabei Risiken und Schäden im Zaum zu halten (= den historischen Produktivkräften) .
Und dass in der Entwicklung unserer Fähigkeiten zur Exisitenzsicherung bzw. Bereicherung (und deren Sicherung) immer wieder Phasen eintreten, in denen sie im Widerspruch zu der Art treten, WIE das Zusammenwirken von Produktion, Sicherung, Mehrung und Verteilung von Reichtum (Arbeitsmühen, Verantwortung usw.) geregelt ist und dass dann früher oder später eine neue Art der Regelung von Produktionsbeziehungen (Beziehungen von Produktion und Konsum) an die Stelle der alten treten muss.
"Die erwachende Einsicht, daß die bestehenden gesellschaftlichen Einrichtungen unvernünftig und ungerecht sind, daß Vernunft Unsinn, Wohltat Plage geworden, ist nur ein Anzeichen davon, daß in den Produktionsmethoden und Austauschformen in aller Stille Veränderungen vor sich gegangen sind, zu denen die auf frühere ökonomische Bedingungen zugeschnittne gesellschaftliche Ordnung nicht mehr stimmt."
Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, MEW Bd. 19, S. 210
"In der Entwicklung der Produktivkräfte tritt eine Stufe ein, auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern Destruktionskräfte (Maschinerie, Geld)…"
Marx/Engels: Die deutsche Ideologie. MEW Bd. 3, S. 69
"Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.
Die dem Kreditsystem immanenten doppelseitigen Charaktere: einerseits die Triebfeder der kapitalistischen Produktion, Bereicherung durch Ausbeutung fremder Arbeit, zum reinsten und kolossalsten Spiel- und Schwindelsystem zu entwickeln und die Zahl der den gesellschaftlichen Reichtum ausbeutenden Wenigen immer mehr zu beschränken; andrerseits aber die Übergangsform zu einer neuen Produktionsweise zu bilden, – diese Doppelseitigkeit ist es, die den Hauptverkündern des Kredits von Law bis Isaak Péreire ihren angenehmen Mischcharakter von Schwindler und Prophet gibt."
Marx: Das Kapital, MEW Bd. 25, S. 457
Zitiert nach http://hhirschel.wordpress.com/2009/03/04/in-aller-stille/
"Wenn wir für das Funktionieren der Altersversorgung, der Wirtschaft, ja der Gesellschaft, ein kontinuierliches Wachstum benötigen: Wie weit soll denn dieses Wachstum gehen?"
Wenn Menschen älter werden, müssen zwar entsprechend mehr Güter und Dienstleistungen produziert werden, aber das muss nicht unbedingt mit mehr Naturverbrauch/-belastung einhergehen und schon gar nicht mit einem Bevölkerungszuwachs. Da war die Idee, einen wesentlichen Teil der Ökosteuern für die Finanzierung der Renten zur Verfügung zu stellen schon recht genial. Nur leider wurde das von Schröders "wir müssen mehr Volkswagen" Perspektive (und dem großen Zuspruch, den er dafür auch in der Bevölkerung erhielt) und schließlich der "Bezinwut-Kampagne" von CDU und Springerpresse (an der übrigens auch Merkel beteiligt war) mit Elmar Brandts Steuersong als endgltigem Shutdown so stark gedeckelt, dass sich seitdem nicht einmal die Grünen trauen, das tapfer zu verteiligen bzw. auszubauen (Internationalisierung, Finanzierung eines Grundeinkommens und den ökologischen Umbau) (Und die PDS/LINKE hat sich der Hinsicht auch keineswegs mit Ruhm bekleckert).
Soweit. Eigentlich wollte ich ja die Vorstellung eines auf Glauben basierenden Geldsystems hinterfragen, aber das braucht dann doch etwas mehr Zeit und Konzentration. Demnächst irgendwann an passender Stelle.
Gruß vom Topisten
Stefan_Thiesen
schrieb am 10.11.2011 um 13:20 ¶Die Beschränkungen der realen Welt sind nicht statisch - aber sehr real. Wachstum und Ressourcen-/Energieverbrauch können offensichtlich nicht vollständig entkoppelt werden, also führt Wachstum zwangsläufig irgendwann an natürliche Grenzen. Aber es gibt andere Beschränkungen die die Herrscher aller Zeiten zu überwinden versuchten - vor allem die Beschränkung der eigenen Macht und Kontrollmöglichkeiten. Hierzu ist und war Angst immer ein beliebtes Mittel. Dazu wurden und werden gerne übernatürliche Mächte erfunden - sei es Gott, sei es Geld. Ich kann hierzu Prof. Binswangers "Glaubensgemeinschaft der Ökonomen" und Amerys "Global Exit - die Kirchen und der totale Markt" empfehlen.
Der Wisch
schrieb am 10.11.2011 um 12:51 ¶Es sind kleine schmerzhafte Veränderungen in der Arbeitswelt,im Austausch von Leistung und Gegenleistung,vor sich gegangen,aber die sind nur Randerscheinungen eines Systems,daß an seine Grenzen gekommen ist.
Es gibt auf einer begrenzten Erde kein unbegrenztes Wachstum. Punkt.
Deshalb kann ein Finanzsystem mit exponentiellem Wachstum nur zusammnbrechen,was es auch alle 50-70
Jahre tut.Dann folgen entweder Krieg oder Geldentwertung.Die Reichen legen ihre Gelder in Immobilien,Fabriken,Gold,Land usw. an während den Armen alles genommen wird.Altersversorgung etc.
Das geht los mit Hartz 4.
Wir brauchen ein zinsloses Geldsystem,das auch ohne Wachstum und sogar mit Schrumpfung klarkommt,
dann haben alle was davon.Und verwaltet muß es nicht von Privatpersonen werden sondern von demokratisch legitimierten Instanzen.
Hier der Trailer zu dem Film der Schein trügt,Nicht zu verwechseln mit dem gleichnahmigen Film : Das Milliardenspiel-Der Schein Trügt.Dort werden keine Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
http://www.youtube.com/watch?v=qQAV2BPT59w
Stefan_Thiesen
schrieb am 10.11.2011 um 13:49 ¶Der Wisch
schrieb am 10.11.2011 um 13:13 ¶Wir sollten langsam gemerkt haben,daß die Sonne mehr Energie auf die Erde schickt,als wir verbrauchen können.Auf welchen Wegen wir uns das nutzbar machen können wird hier und da schon gezeigt.
Außerdem gibt es Biogas,nur sinnvoll wenn Reststoffe verwendet werden die sonst vergammeln,Erdwärme,Windkraft,Gezeitenkräfte,Wasserkraft usw.
Natürlich gibt es Produkte,die man nur aus Erdöl herstellen kann,deshalb ist es zum Verheizen auch zu schade.
45% der weltweit benötigten Energie wird für Bautätigkeiten verbraucht.
Man kann eine Riesenmenge an Energie einsparen,durch den Bau von Niedrigenergiehäusern beispielsweise,die fast ohne zusätzliche Energie auskommen und wenn sie aus Stroh und Lehm gebaut werden,verschlingen sie beim Bau nicht 45% der benötigten Energiemenge sondern nur ca.2%.
"Dasselbe gilt für Öl als Rohstoff für die Agrarindustrie (Düngemittel) "
Es gibt eine schwarze Erde,die dem Kunstdünger weit überlegen ist,denn sie laugt den Boden nicht aus,
sondern gibt ihm dauerhaft auf pflanzlicher basis mehr Vitalität und Wasserspeichervermögen.
Terra Preta.Dazu ist es allerdings nötig,wenn man das im großen Stil machen will,mehr Wald zu pflanzen,
statt die Tropenwälder für kurzfristige Gewinne zu roden.
Stefan_Thiesen
schrieb am 10.11.2011 um 13:30 ¶Der Wisch
schrieb am 13.11.2011 um 16:06 ¶Die Anreize von Wirtschaft und Politik werden so gesetzt,daß bestehende Strukturen und Machtstrukturen möglichst erhalten werden.Deshalb haben es wirkliche Innovationen ja auch so schwer auf dem Markt.
Es gibt allerdings auch Anreize die nicht finanzieller Natur sind sondern auf Wissen und Überlebenswillen
basieren.
Daher wäre es denkbar,daß das Internet eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Wissens,bei der Vernetzung von Menschen die nicht alles glauben was die Medien uns vorsetzen spielt.
Inwieweit das zu einem Wandel von unten beitragen kann ist schwer zu messen,aber man kann es ahnen.
Natürlich geht das alles nicht von heute auf morgen und möglicherweise etwas zu langsam,aber was will man machen als auf die Widerstandskräfte der Erde,von denen wir ein Teil sind,zu vertrauen.
Kunstdünger kann kein Ersatz für natürlichen Dünger sein,denn er laugt die Böden aus.
Melioration:
In Deutschland sind darin kulturtechnische Maßnahmen zur Werterhöhung des Bodens, also
zur Steigerung seiner Ertragsfähigkeit,
zur Vereinfachung seiner Bewirtschaftung und
zum Schutz vor Schädigung oder Zerstörung
zu sehen. Solche Maßnahmen sind zum Beispiel die Be- oder Entwässerung, Drainierung, Eindeichung von Überschwemmungsgebieten und die Urbarmachung von Ödland.
Terra Preta versorgt den Boden mit Nährstoffen und erhöht die Fähigkeit Feuchtigkeit zu speichern.
Soweit ich weiß,erhöht sie auch die Fruchtbarkeit hiesiger Böden.
Wichtig dabei ist,wo die Holzkohle herkommt.Zur Erzeugung von Holzkohle mit Essensresten und anderen organischen Stoffen gibt es Pyrokocher,denn es nützt ja nichts,wenn man Tropenwälder rodet um anderswo die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen.
Im zweiten Schritt muß die Holzkohle mit Nährstoffen angereichert werden.Entweder mit Kompost oder mit
Fäkalien.Man kann beispielsweise eine Komposttoilette damit betreiben,wodurch die aufwändige Klärung des Wassers entfällt.
Die so in den Boden eingebrachte Holzkohle verbessert die Fruchtbarkeit und die Fähigkeit in Trockenzeiten Wasser zu speichern.
Da kann Kunstdünger nicht mithalten.
Stefan_Thiesen
schrieb am 13.11.2011 um 17:11 ¶Terrra Preta: Du hast recht - meine Infos zum Thema waren etwas überholt. Ich werde mich auf jeden Fall näher damit beschäftigen. Daß Kunstdünger - und die gesamte moderne Landwirtschaft in ihrer derzeitigen Form - auf lange Sicht die Böden zerstören, ist völlig klar. Künstdünger liefert ja auch nur nackte Nährstoffe. Das ist so, als wir uns von Zuckerwürfeln ernähren müssten. Alternativen müssen her. Es gibt keine große Lösung für die Probleme der Zukunft - aber zehntausend clevere kleine. Machen wir also weiter... Aber die Wurzel des Übels muß angegangen werden - sonst schaukelt sich alles immer weiter auf.
bhellweg
schrieb am 13.11.2011 um 17:24 ¶Übrigens: Zuckerwürfel enthalten überhaupt keine Pflanzennährstoffe
dietmar
schrieb am 13.11.2011 um 17:29 ¶Stefan_Thiesen
schrieb am 13.11.2011 um 17:44 ¶@Dietmar: ich bin skeptisch was das Internet angeht und würde mich nicht zu sehr darauf verlassen. In Extremsituationen - und das kann in einem Szenario in dem sich Rohstoffknappheit, zusammenbrechende Finanzmärkte und etwa Auswirkungen des Klimawandels gegenseitig verstärken - wartet der totalitäre Staat gleich um die Ecke. Richtig demokratische Staaten mit lupenreinem Bürgerrechten gibt es zudem gar nicht soviele. Ich denke auch nicht, daß es eine bestimmte mächtige Organisation wäre, sondern ein Zusammenspiel von Worthülsen wie "der Staat", "Brüssel", "die Wirtschaft". Weniger Verschwörung als ein Ausdruck von Hilfslosigkeit beim Versuch "die Bevölkerung" unter Kontrolle zu halten. China macht es auf eine Weise vor - Russland auf eine andere.
bhellweg
schrieb am 13.11.2011 um 18:05 ¶Die Böden würden verarmen, die Ernten würden immer weniger. Die Menschen müßten verhungern.
So unwahrscheinlch ist das Szenario gar nicht. Bei Phosphat droht Kanppheit....
http://www.facebook.com/note.php?note_id=10150127935354819&comments
Der Wisch
schrieb am 14.11.2011 um 00:11 ¶ist klar daß du die Industrie verteidigen musst,obwohl tausendfach das Gegenteil bewiesen ist.
Die Böden würden nicht verarmen,denn das tun sie durch hemmungslosen Einsatz von Kunstdünger.
In Indien haben sich die Bauern selbst umgebracht,weil sie irgendwann die 30fache Menge an Kunstdünger brauchten und ihn nicht mehr bezahlen konnten.
Industrielle Landwirtschaft hat einen wesentlich höheren CO2-Ausstoß als die biologische,laugt die Böden aus und verseucht das Grundwasser.
Wie sind denn die Landwirte klargekommen,bevor es Kunstdünger gab ??
Sehr gut,wenn sie schlau waren und für pflanzliche Düngung gesorgt haben.Mindestens 2000 Jahre lang.
Der Boden ist ein lebendiger Organismus.Bakterien und Nährstoffe können sich gegenseitig bereichern.
Aus der Wikipedia:
Nach neueren Untersuchungen[1] werden jährlich rund 120 Mio. t Stickstoff durch Düngemittel in der intensiven Landwirtschaft (und in geringerem Maße durch andere anthropogene Prozesse) in reaktive Formen umgewandelt, mehr als durch die natürlichen Prozesse der Erde umgewandelt wird.[2] Die für die globalen Ökosysteme verträgliche Grenze liege dagegen bei 35 Mio. t im Jahr.
Da das Nitration nicht an Bodenpartikel gebunden wird, kommt es durch Niederschläge rasch zur Auswaschung ins Grundwasser oder in Gewässer. Unter reduzierenden Bodenbedingungen (Staunässe) kann es zu gasförmigen Stickstoffverlusten kommen (N2, N2O, NO). Bei hohen pH-Werten auch als Ammoniak (NH3).
bhellweg
schrieb am 14.11.2011 um 19:18 ¶@Der Wisch, diese Aussage ist vollkommen falsch, Pflanzennährstoffe sind Mineralien, die wachsen nicht nach. Alles Nährstoffe die mit der Ernte vom Acker (oder der Wiese) entfernt ferden müssen ersetzt werden, das ist ein Naturgesetz (ähnlich dem vom freien Fall) Das muß jetzt nicht Knall auf Fall und jedes Jahr passieren ersetzt man die Nährstoffe nicht, verarmen die Böden. Am Ende sind sie unfruchtbar.
Bei Stickstoff istz es etwas anders gelagert hier benötigt die Planze den Stickstoff unbedingt zum wachsen .benötigt sie ihn aber gerade nicht kann er sehr schell auswaschen, dann ist es aber auch egal ob der Stickstoff aus Kunstdünger oder anderen Quellen stammt.
Stefan_Thiesen
schrieb am 17.11.2011 um 10:18 ¶dietmar
schrieb am 17.11.2011 um 10:25 ¶- Informationsverteilung: Siehe Goggle. Wer filtert die Welt? Google Jeder wird zum scheinbaren "Alleswisser"
- 2 Klassen: Internet für alle (Siehe Bildzeitung) mit allgemeinen Inhalten.
Internet für special Groups (mit sehr großer Bandbreite und hoher Geschwindigkeit)
Mails und Statistik der Aufrufe wird eh schon komplett gescannt. Mobile siehe Vorratsdatenspeicherung. Lokalisierung siehe iPhone-Ortung.
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