"29.04.2011
SfB-Bericht 17-2011
„Alternativlos“
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 20.04. machten wir im Pressespiegel unter dem Titel „Die nächste Finanzkrise“ auf einen Beitrag der ‚Welt‘ vom 15.04. aufmerksam.
Unter dem bedeutungsschweren Titel „Keiner ist für die nächste Finanzkrise gewappnet“ (Kommt also doch eine nächste Finanzkrise? Ist das etwa gesetzmäßig?) lesen wir: „Zur Rettung systemtragender Banken gibt es immer noch keine Alternative.“ Sieh mal einer an. Wovor sollen eigentlich die Banken gerettet werden? Natürlich vor dem System, welches sie tragen. Vor jenem System der Selbstregulierung des Marktes, welches alternativlos ist.
„Nationale Interessen verhindern eine effiziente Finanzaufsicht, die international agieren kann.“ So erfahren wir im zweiten Satz. Über diese Aussage habe ich lange nachgedacht. Ich verstehe sie nicht. Welche nationalen Interessen verhindern eine effiziente Finanzaufsicht?
„Zweieinhalb Jahre ist es her, dass die Banken mit einem Knall in die Finanzkrise rutschten.“ Donnerwetter. Der dritte Satz verkündet, was schon immer zu vermuten war; es kam so über uns. Mit einem Knall. Da kann man eben nichts machen. Schließlich erfahren wir:
„Diese Institute beim nächsten Notfall Pleite gehen zu lassen, ist noch immer unvorstellbar – die Folge wäre nämlich eine kaum auszuhaltende Belastung für die internationale Finanzarchitektur.“
Aha. So ist das also. Der Himmel bewahre uns vor einer Belastung der internationalen Finanzarchitektur. Dann schon lieber eine Belastung der Steuerzahler, da weiß man doch, was man hat!
Ich wünsche Ihnen einen schönen 1. Mai! Bleiben Sie gesund! O.K."
Siehe: http://www.schuvoba.de/


Kommentare (9)
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gerfi
schrieb am 01.05.2011 um 17:17 ¶In beiden Fällen wird betont, man müsse sehr genau prüfen, was und wie es geschehen konnte und was noch zu verbessern es gälte.
In beiden Fällen Augenauswischerei.
Es geht nur
"Atom, Nein Danke"
und
"Spekulantentum, nein Danke"
Stefan_Thiesen
schrieb am 02.05.2011 um 10:48 ¶topist
schrieb am 02.05.2011 um 11:18 ¶Ja ist ne Gesetzmäßigkeit und zwar solange wie das Weltwirtschaften auf Basis privater Geldvermehrungsagenturen geschieht, die gegeneinander konkurrieren. Und so Überproduktion, überflüssiges Kapital auf der Suche nach lukrativen Anlagen und damit zum Beispiel auch eine vollkommen irrationale und letztlich auch unmenschliche Wohnungswirtschaft generiert. (Was übrigens im Falle der Einführung eines bedingungslosen grundeinkommens sofort zutage treten würde).
Stefan_Thiesen
schrieb am 02.05.2011 um 14:44 ¶Ralf-WW
schrieb am 02.05.2011 um 11:52 ¶Grundsätzlich basiert unser gesamtes Wirtschaftssystem (ob mit oder ohne Banken) auf endlosem Wachstum. Und das endloses Wachstum auf einem endlichen Planeten mit endlichen Resourcen und einem endlichen Kundenpotenzial nicht funktionieren kann, darin sind wir uns wohl einig (zumindest hier im Forum; bei den Managern ist das noch nicht so ganz angekommen).
In der Geschichte der Menschheit sind bisher ALLE Hochkulturen irgend wann einmal untergegangen, weil Sie die (für sie erreichbaren) Resourcen erschöpft hatten. Und diesem Punkt nähern wir uns langsam aber sicher wieder.
Sollte das nun durch den Kollaps des Finanzsystems etwas schneller gehen - um so besser, für die restlichen Bewohner dieses Planeten.
topist
schrieb am 02.05.2011 um 13:10 ¶Das richtig Blöde ist allerdings, dass wenn die Bankautomaten plötzlich nichts mehr ausspucken, nicht alle Welt nun plötzlich sagt: ok, auch gut! Dann organisieren wir jetzt endlich das weltweite Miteinander, das wir uns schon immer erträumt haben.
Stefan_Thiesen
schrieb am 02.05.2011 um 14:54 ¶topist
schrieb am 02.05.2011 um 15:31 ¶Sagt mir jetzt nicht soviel. Meines Erachtens gibt es auch kein Geldsystem, dass von der Konkurrenz privat motivierter Produktionsagenturen getrennt existieren würde.
Stefan_Thiesen
schrieb am 03.05.2011 um 11:10 ¶Kommentar schreiben
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