Ich habe gerade in den Nachrichten gesehen: in Bio-Eiern sind Dioxin-Spuren nachgewiesen worden, weil das Futtermittel aus der Ukraine verseucht ist. Dioxin in meinem Frühstücks-Ei ist keine schöne Vorstellung. Doch in dieser Nachricht steckt noch mehr: Warum beziehen deutsche Biolandwirte das Futtermittel für die Produktion ihrer Biolebensmitteln aus der Ukraine? Das ist weder in ökologischer noch in ökonomischer Hinsicht nachhaltig. Denn das Futtermitteln wird über weite Strecken transportiert. Das belastet unnötig die Umwelt. Zudem: Im Sinne funktionierender wirtschaftlicher Regionalkreislaufe wäre es viel besser, wenn das Futter für die Hühner aus der Region kommen würde.
Kurz: Ich würde es schön finden, wenn Biolebensmittel, die ich kaufe und esse, nicht nur in Teilen nachhaltig sind, sondern dass dieses Prinzip in der gesamten Produktionskette befolgt wird. Oder ist das unrealistisch und weltfremd? Freue mich über Tipps und Kommentare...
Grüße


Kommentare (10)
abonnieren
Dude
schrieb am 08.05.2010 um 21:40 ¶paramecium
schrieb am 08.05.2010 um 22:19 ¶Maria_L
schrieb am 09.05.2010 um 11:36 ¶Da gibt es ja auch keine Kontrolle, ob das Futter aus der Urkaine oder sonst woher kommt und eben schon gar nicht, ob es gentechnikfrei ist.
D.h. niemand weiß, ob die Produkte wirklich regional erzeugt sind.
Aber jeder weiß, daß er Kunstdünger und chemische Spritzmittel einsetzt, geringere Auflagen bei der Tierhaltung hat und Zusatzstoffe, Antibiotika ect. einsetzen darf.
Hier noch mal eine genau Aufstellung, zu den Auflagen bei EU-Bio, Bioland bzw. Demter:
http://www.vzfbdww.de/informationen/unterschiede_richtlinien.html
Das sollte Grund genug sein, diese Produkte zu kaufen.
Unser Bio-Hofladen hat jetzt dicht gemacht.
Grund war u.a. die Konkurrenz eines anderen Hofladens. Der hatte eine winzige Ecke mit Bio-Produkten, alle anderen konventionell. Er hat aber in der ganzen Kommuniaktion so getan, als wäre alles Bio. Mit der Aussage "Die Leute wollen doch verar... sein"
Da kommen dann viele Produkte von irgendwoher. Jeder denkt, die sind vom Hofladen, in Wirklichkeit sind sie vom ALDI aus der Nachbarschaft.
So lange der Hofladen nicht behauptet, daß diese Produkte Bio sind oder von seinem Hof, sondern nur durch geschickte Kommunikation den Eindruck erweckt, macht er sich ja nicht mal strafbar.
Das Einzige, wo der Bauer ums Eck besser abschneidet, als der Bio-Bauer, ist der Preis.
Wem das wichtig ist, OK...sehe ich ein, aber dann bitte auch so argumentieren.
inaktiver User 1038
schrieb am 08.05.2010 um 21:01 ¶nicht mehr, aber auch nicht weniger (vor allem weil gesetzlich geschützt).
Mehr Qualität und Sinn gibt's bei den "alten" Bio-Anbauverbänden:
Demeter, Bioland, Naturland, usw. (und auch die sind nicht perfekt).
EU-Bio: http://www.utopia.de/produktguide/siegel/bio-17
-
Demeter: http://www.utopia.de/produktguide/siegel/demeter-31
Bioland: http://www.utopia.de/produktguide/siegel/bioland-21
Naturland: http://www.utopia.de/produktguide/siegel/naturland-75
...
Dude
schrieb am 08.05.2010 um 21:43 ¶sahni
schrieb am 08.05.2010 um 22:41 ¶Leider konsumieren auch viele Verbraucher nicht Biolebensmittel, weil sie ihrer Umwelt was Gutes tun wollen, sondern weil sie in erster Linie sich etwas Gutes tun wollen. Die Augen wurden mir geöffnet, als ich während meiner Lehrzeit bei einem Ökokistenbetrieb (demeter) mitbekam, dass dort ganz tolles gesundes Wasser verkauft wurde, extra abgefüllt in einem unberührten abegelegenen Bergtal.....
Wirklich 100% sicher gehen, kann man in punkto Nachhaltigkeit meines Erachtens nur bei regional erzeugten Biowaren, deren Herkunft man bei einem Hoffest auch mal genau anschauen kann.
Ich finde es manchmal ganz schön anstrengend auch bei den Lebensmitteln immer aufs Kleingedruckte schauen zu müssen.
Zu Dude:
Während der Saison ist regionales Biogemüse nicht unbedingt teurer als das Biogemüse aus dem Süden im Supermarkt.
Werner Witschi
schrieb am 09.05.2010 um 07:47 ¶Was haben jetzt Bioerdbeeren aus Spanien hier zu suchen? Rein gar nichts.
Was haben Biospargeln aus Californien heir zu suchen? Rein gar nichts.
Wir machen uns mit dem Bio immer mehr etwas vor und sonnen uns im Gefühl etwas gutes getan zu haben.
Hannilein
schrieb am 09.05.2010 um 11:04 ¶Und wenn unsere lieben, neuen Bio-Egoisten vermehrt einkaufen und damit die Betriebe unter Stress setzen, bleiben gewisse Regeln immer mehr unbeachtet, bzw. manchmal auch gar nicht mehr einzuhalten.
Dennoch müsste es möglich sein, Hühnerfutter nicht aus weit entfernten Regionen heranzukarren, wo noch die alte Regel gilt: "viel hilft viel"...
Der Bauer um die Ecke KANN eine nachhaltige Alternative sein. MUSS aber nicht. Wie an anderer Stelle berichtet, gibt es auch Schlaue, die Ware zukaufen, um die Nachfrage zu decken -egal woher...
Das Schlimmste ist aber, dass Schwiegermama & Co. jetzt wieder sagen: "seht Ihr, Eure Eier sind noch schlechter als Unsere vom Aldi - aber viel teurer. Scheiß Bio... Ist doch alles Betrug..."
SushidieSau
schrieb am 09.05.2010 um 13:57 ¶Meine Sojasachen kommen nicht immer aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und Frankreich, ganz selten auch aus Serbien, aber ich bin jetzt auch nicht so der große Sojafutterer.
Aber ich schätze, jeder Bauer um die Ecke mit seinem Hofladen wird auf Nachfrage auch ehrlich darüber informieren, wo das Tierfutter herkommt. Zumindest sagt mir das mein naives Menschenbild...;)
Kommentar schreiben
Bitte neu registrieren oder anmelden um einen Kommentar zu schreiben. Neu: auch über