In Deutschland ist nun Red Botó seit 2011 die erste Marke, die ein solches Konzept fährt. Gestartet wurde online auf www.redboto.com mit Accessoires: Halstücher und Schals. Geplant ist für die Zukunft, das Segment auf Kleidungskollektionen wie Shirts, Hemden oder Hosen auszuweiten. Wir dürfen also darauf gespannt sein…
Für jeden verkauften Schal wird derzeit eine Schuluniform für Kinder in Tansania und Ghana gespendet. Somit wird in die Ausbildung von Kindern investiert, womit langfristig die Perspektiven im Leben dieser jungen Menschen verbessert werden. Red Botó ist erst im September 2011 an den Start gegangen und somit noch ein ganz frisches und neues Startup, was es wert ist, mit diesem tollen Bildungskonzept zu unterstützen.
Für mich ist Red Botó nicht nur mit diesem Konzept, sondern auch stilmäßig eine Horizonterweiterung. Bisher dachte ich, Schals seien nur etwas für den Winter. Spätestens nach einer üblen Erkältung letzten Monat weiß ich aber, wie hilfreich es ist, auch einen Schal für die heißen Monate des Jahres zu haben, der nicht aus kratziger, dicker Wolle besteht, sondern aus leichtem, weichen Sommerstoff. Die Schals sind damit nicht zuletzt stylische Accessoires, mit denen sich jedes Outfit aufpimpen lässt.
Ich stelle daher hier einmal zwei Schals aus der aktuellen Sommerkollektion vor, die mich persönlich begeistern:
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„Blueluv“ ist ein dünner und schmaler Schal (20 x 140 cm) aus Baumwolle im aktuellen „Polka Dot“ Print in hellem Pastellblau. Die Website gibt genaue Auskunft, wer für Design und Produktion des Tuchs verantwortlich ist, in diesem Fall eine Schneiderin aus Berlin. Genäht und designt wird dieser Schal also (wie die anderen Schals auch) in Deutschland.
Das „Polka Dot“-Muster hat mich sofort an die 50er/60er Jahre erinnert, in denen das Muster intensiv für Kleiderstoffe verwendet wurde. Kombiniert mit einem 60er-Jahre-Kleid, was ich als originales Vintage-Schnäppchen mal ersteigert habe, nutzte ich die Gelegenheit bei der letzten 50er/60er-Jahre-Party ein Outfit damit zu verfeinern.
„Circles“ ist ein breiterer Schal (25 x 185 cm), der sich daher zum Beispiel auch gut zum Tragen als Schultertuch bei der Abendgarderobe anbietet. Das Material ist aus Viskose und fühlt sich unglaublich seidig-weich und fließend an. Einmal um den Hals gelegt, habe ich keine Lust mehr, dieses Tuch abzulegen. Eignet sich aber auch wunderbar um den Kopf gewickelt als Schutz vor Sonnenbrand auf der Kopfhaut, besonders durch das weiche und formbare Material.
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Markantes Zeichen von Red Botó ist der rote Knopf (Red Botó = englisch-spanische Wortfusion „roter Knopf“), der in einer Ecke des Schals angenäht ist. Eine nette Idee mit Wiedererkennungswert.
Fazit: Red Botó stellt eine erfreuliche Erweiterung für die deutsche Kleidungsindustrie dar. Zwar können in der Startphase noch keine Stoffe aus Bio- oder Fairtrade-Qualität angeboten werden, aber Red Botó hinterfragt beim Stoffeinkauf bereits jetzt bei den traditionellen Händlern, wo die Stoffe herkommen, um sicherzustellen, dass nicht möglicherweise ein böser Kreislauf entsteht, bei dem Baumwollstoffe aus Plantagen, die noch Kinderarbeit unterstützen, eingekauft werden. Langfristig ist eine Umstellung von traditionellen Stoffen auf Bio und/oder Fairtrade angedacht. Auch der momentan in der PR noch häufig benutzte Begriff „Entwicklungsländer“ (den ich persönlich sehr unpassend finde, da er eigentlich nur negative Assoziationen hervorruft), wird durch konkrete Ländernamen ersetzt, um das Ganze noch transparenter und präziser zu machen. Gute Perspektiven!
Jedenfalls überzeugt Red Botó im Ganzen aber mit dem Konzept der Produktion in Deutschland und der gezielten Strategie, mit jedem Kauf etwas Gutes tun zu können – und dabei auch noch gut auszusehen. Daher bleibt zu hoffen, dass das Sortiment recht bald mit anderen Kleidungsstücken erweitert wird, die genauso stylish und designorientiert sind wie die Schals.


Kommentare (3)
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Wieder fair werden, statt Geiz ist geil!
Viel Erfolg!
Und ich stelle mir unweigerlich die Frage: Braucht es wirklich eine Schuluniform, damit Kinder in die Schule gehen können?
Viel wichtiger wäre mir eine flächendeckende Verbreitung fairer und nachhaltiger Wertschöpfung, die es den Menschen in den Produktionsländern erlaubt, ganz selbstverständlich für mehr Bildung zu sorgen.
Ohne Almosengaben in Form von Schuluniformen oder Schuhen, die doch besser im Land selbst produziert würden um die dortigen Märkte zu stärken.
Auf der anderen Seite sind es solche Aktionen, die etwas mehr Aufmerksamkeit für die Zusammenhänge schaffen.
Danke dafür!
Konsumieren tun wir alle - ständig. Daher ist es eine simple Möglichkeit, wenigstens so zu konsumieren, dass durch den Konsum nicht noch weitere Ausbeutung, sondern sogar Hilfe und Unterstützung geschieht, wenn auch nur für Individuen. Und wenn die breitere Öffentlichkeit langsam ihren Augenmerk auf solche Missstände richtet, kritisiert und beginnt strategisch zu konsumieren und dadurch wiederum auf solche Missstände aufmerksam macht, ist schon geholfen, wenigstens ein bisschen - bleibt zu hoffen.