Das vegane Bodensee - Friedensmanifest

Gedanken - Erkenntnisse, Sichtweisen zum Verhältnis zwischen Mensch und Tier



Wir sehen die Tiere als Freude, Leid und Schmerz empfindende Mitlebewesen an, die wie wir Menschen ein Recht auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit und auf ein Leben ohne Ausbeutung haben.

Wir lehnen es ab, sie als nachwachsende Rohstoffe, Produktionsmittel oder Handelsgut anzusehen, wie es Metzger,Tierzüchter, Landwirte, Pelz-, Leder- und Wollehersteller - u.ä. Berufsgruppen bezeichnen und es praktizieren, aber auch wie es die große Mehrheit der Menschen immer noch bewußt oder unbewußt tut.

Wir treten ferner für eine Medizin ohne Tierversuche ein, deren Ergebnisse von immer mehr Ärzten als fragwürdig, nicht auf Menschen übertragbar angesehen werden. Auf der Grundlage fundierter wildbiologischer Erkenntnisse ist u. E. auch eine Natur ohne Jagd möglich und konsequent zu ver-wirklichen. Fischzucht, Fischerei und Angeln ("Angelsport?")und Tiere als "Sportgeräte" zu nutzen, lehnen wir ebenso ab.

Wir streben ein Leben in Frieden und Freundschaft und wo es sich anbietet, in Partnerschaft mit den Tieren an und sehen in der Versöhnung zwischen Mensch und Tier den Aufbruch in eine gewaltfreiere Welt mit vielen positiven Folgen.

Ohne den Frieden zwischen Mensch und Tier ist kein wahrer Frieden auf der Erde möglich! Das ist eine weitere wichtige Erkenntnis.

In einem neuen, von Gerechtigkeit, Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl geprägten Verhältnis zwischen Mensch und Tier und darüber hinaus zwischen Mensch und Natur erkennen wir eine der zentralen Aufgaben der heutigen Menschheit.

[/i][i]Wir stellen zugleich die Frage: Wird der Mensch nicht erst seiner Menschwürde gerecht, wenn er bewusst aus dem in der Natur zwischen den Tieren herrschenden Prinzip des "Fressens und Gefressenwerdens" aussteigt und wirklich verantwortungsbewusst sowie mitfühlend handelt?

[/i][i]Wir sind uns zugleich bewusst, dass Verdrängung, die Macht der Gewohnheit, die Lust, Gier sehr starke Kräfte sind, die verhindern können, gewonnene Einsichten auch konsequent zu verwirklichen.

Jeder klar denkende Mensch weiß, bzw. kann es sich vorstellen, verdrängt es aber sehr oft, was mit den Tieren in der Tierzucht (besonders in der Massentierhaltung), bei Tiertransporten und Schlacht-häusern alles geschieht, was sie erleiden müssen, bevor sie auf den Teller, in den Töpfen, Pfannen oder auf dem Grill liegen und genussvoll aufgegessen werden.

[/i][i]Wir stellen ferner die kritische Frage: In was für einer Kultur leben wir eigentlich, die diese ein-fache Verbindung zwischen Fleisch auf dem Teller usw. und dem Tier nicht sehen will und wo es für viele Menschen immer noch eine selbsvertständliche Art der Ernäh-rung ist, obwohl gerade heute die Zusammenhänge, die Folgen immer wieder kritisch genannt werden?

Wir spüren, dass es insgesamt in der Gesellschaft und in der Wirtschaft keine Zukunft mehr hat, haben darf, auf Kosten Anderer zu leben, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, reich zu werden oder auf Kosten anderer Glücks- und Wohlgefühle zu erleben. Das Gleiche gilt u. E. auch für die Tiere, auf Kosten deren Leben wir nicht leben wollen.

Wir engagieren uns daher für die Freiheit und Gerechtigkeit, auch für die der Tiere und fordern eine Ethik in allen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft, damit auch in der Landwirtschaft und im Ernährungsverhalten.

[/i][i]Wir stellen ferner eine zentrale Frage: Kann es ethisch richtig sein, ist es überzeugend, etwas (z.B. hier das Töten von Tieren u.ä.) durch Stellvertreter machen zu lassen, was man selbst nicht tun würde?

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Tierzucht, Fleisch- und Milchproduk-tion und deren Konsum in erheblichem Maße für die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen (Ur-)Wälder, Boden, Gewässer und Luft, für den Klimawandel, das Artensterben sowie für die gewaltige Ver-schwendung von Wasser, Energie und Humus verantwortlich sind.

Darüber hinaus sehen wir im immens hohen Verbrauch von Nahrungsmitteln, ihre Nutzung als Tier- futter zu Lasten von Hunderten von Millionen hungernder Menschen in zahlreichen Ländern der Erde als ein höchst menschenverachtendes, unverantwortliches Verhalten an. Eine Verwirklichung des in der UNO - Menschenrechtskonvention verankerten Rechts auf Nahrung wird durch eine tierfreie Ernährung wesentlich erleichtert und wird daher von uns nachhaltig unterstützt und ebenso wie ein sofortiges Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln gefordert wird.



Die vegane Ernährungs- und Lebensweise fördert besonders in Verbindung mit dem ökolo- gischen Land - und Gartenbau ohne Nutztiere entscheidend das ökologische Gleichgewicht, die Sicherung der Welternährung und entschärft damit die weltweiten Konflikte um die knapper werdenden Ressourcen erheblich.

Sie leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit jedes Einzelnen und damit zur Gesundheit der Gesamtbevölkerung. Die vegane Ernährung- und Lebenskultur bedeutet auch keinen Verzicht, sondern sie ist ein Gewinn und folgerichtiger Ausfluß einer friedfertigen Geisteshaltung, möglichst gewaltfrei zu leben.

Einen konsequenten Tierschutz - einen Tierschutz, der nicht unterscheidet zwischen Nutz/Wildtieren, die man töten und essen kann und den Tieren, die man liebt, ggf. streichelt und für schützenswert hält, sehen wir als einen wichtigen Beitrag für die Erziehung zur Menschlichkeit und für den Frieden an. Ein solcher Tierschutz kennt keine Doppelmoral, bzw. Widersprüchlichkeit! Wir fordern und fördern daher einen Tierschutz, einen Tierethikunterricht, der bereits den Kindern ein klares ethisches Verhalten und Mitgefühl gegenüber den Tieren vermittelt und die natürlich vorhandene Tierliebe fördert.

[/i][i]All das zeigt uns, dass es Zeit ist für einen konsequent mitweltfreundlichen und friedens-bewussten Wandel, für eine friedliche Revolution gerade auch in der Landwirtschaft, in der Ernährung, im Umgang mit den Tieren, der Mitwelt sowie für eine überzeugende Ethik und Wahrhaftigkeit in Gesellschaft und Wirtschaft.

[/i][i]Wir sehen es als unsere Aufgabe an, zielgerichtet und engagiert über die vorhandenen Alternativen im Sinne einer zukunftsfähigen, mitweltgerechten Landwirtschaft und Ernährung eine effektive Informa-tions- und Aufklärungsarbeit zu betreiben und ein mitfühlendes Bewusstsein hinsichtlich des Verhält-nisses zwischen Mensch und Tier zu wecken.

Wir wollen zugleich die Erfahrung weiter geben, dass es ein wunderbares Gefühl ist, mit den Tieren im Einklang zu leben, sie in ihrer Lebendigkeit, Eigenartigkeit und Schönheit zu erleben.

Als einen wichtigen ersten Schritt fordern wir die möglichst schnelle Beendigung der Massentierhaltung,des Neubaus von weiteren, oft übergroßen Mastställen und riesigen Schlachtanlagen und deren äußerst fragwürdigen Subventionierung aus Steuermitteln sowie eine deutliche Reduzierung des Konsums von Fleisch, Milch und Milchprodukten. Gleichzeitig arbeiten wir an einem stufenweisen, machbaren Ausstiegkonzept aus der Tierzucht und aus dem Fleisch- und Milchkonsum.

[/i][i]Wir stellen die sicherlich unbequeme Frage, der man aber nicht wirklich ausweichen kann: Kann eine Religion, eine Weltanschauung ohne Einbezug der Tierrechte, der Liebe zu den Tieren wirklich überzeugend sein?

Wir sagen bewusst: Weder schächten noch schlachten, auch das Leben der Tiere achten!

Wir sind der Überzeugung, dass der Frieden zwischen Mensch und Tier eine Sternstunde der Menschheit, das Ende eines großen Menschheitsirrtums sein wird und dass er einen bedeutenden Paradigmenwechsel im Umgang mit dem "Schwächeren" einleiten wird.

Wir sehen, dass Unvernunft, Egoismus, rücksichtloses Gewinn-, Macht- und Genußstreben allgemein durch Liebe, Wertschätzung, Gerechtigkeit und Solidarität zu ersetzen sind und erkennen, dass das völlig unbefriedende Verhältnis zwischen Mensch und Tier die gesellschaftlichen Fehl-entwicklungen für jeden klar denkenden Menschen besonders deutlich aufzeigt.

Jeder Einzelne ist aufgerufen, seine Freiheit und Verantwortung nicht nur gegenüber den Menschen, sondern auch gegenüber den Tieren und der Mitwelt wahrzunehmen und sich bewußt zu machen, dass er durch seine persönliche Entscheidung, durch das, was er isst oder unterlässt, wie er lebt, großen Einfluß auf Frieden, Gerechtigkeit und auf das Überleben auf der Erde hat.

[/i][i]Wir brauchen weltweit eine Lebensgrundhaltung und eine Politik, in der Herz und Vernunft zusammenfließen und die Botschaft "Eine Erde - Eine Menschheit - Eine Weltgemeinschaft - Eine Weltethik - aber auch Frieden und Freundschaft zwischen Mensch und Tier" als hoffnungvolle Perspek-tive für eine Welt verstanden wird, in der Harmonie, der Einklang im Zusam-menleben von Mensch - Tier und Natur immer mehr Wirklichkeit wird.



Vegetarierbund Deutschland - Regionalgruppe Hegau -Bodensee - Aktion Frieden und Freundschaft zwischen Mensch und Tier

Reiner Degen Stockach /Bodensee





Ein Tip noch, wer Lust und Zeit hat, am 28.04.12 findet dazu in Radolfzell am Bodensee eine Frühjahrstagung statt

Bodensee Zukunfts Forum
Mensch – Tier – Mitwelt – Gerechtigkeit
Vorträge – Aussprache – Forum – Infostände
Themenschwerpunkt:
Wege in eine zukunftsfähige, mitweltgerechte Ernährungs-, Lebens- und Landwirtschaftskultur
Radolfzell
Tagungs- und Kulturzentrum "Milchwerk“, kleiner Saal, EG
Werner Messmer - Str. 14

13:00 Uhr
Ankunft – Zeit zur Begegnung, Infostände diverser Organisationen
13:30 Uhr
Einführung, Begrüßung - Das vegane Bodensee Manifest
Reiner Degen Stockach, Vegetarierbund Deutschland (VEBU) Regio-Gruppe Hegau-Bodensee, Bund für Vegane Lebensweise (BVL)
13:45 Uhr
Essen ist keine Privatsache! Der etwas andere Blickwinkel
Ausstieg aus der gesamten Tiernutzung - Positionen und Perspektiven der Tierrechtsbewegung
Prof. Dr. jur. Wolfgang Karnowsky, Dortmund; Hans-Rönn-Stiftung Menschen für Tiere, VEBU
14:30 Uhr
Nicht nur Liebe geht durch den Magen – die Gesundheit auch
Gesundheitliche Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung in jedem Alter. Schmackhaft und gleichzeitig bedeutsam für die Volksgesundheit
Frauke Girus-Nowoczyn, Bund für Vegane Lebensweise – Heilpraktikerin, Lüneburg
15:15 Uhr
Pause – Infostände – Kaffee & Kuchen
16:00 Uhr
Dem Öko- Land- und Gartenbau ohne Nutztiere (bio-vegan) gehört die Zukunft! Verbunden mit einer pflanzlichen Ernährung ist er eine Königsidee.
Die großen Zusammenhänge von (Welt)-Ernährung, Land- und Gartenbau, konsequenter Tierschutz, Ökologie, Energie, Wasser, Klimawandel, Bodenfruchtbarkeit, Ethik und Frieden
Reiner Degen, Stockach – VEBU – Bund für Vegane Lebensweise
16:45 Uhr
Offenes Gesprächsforum
Perspektiven und Ausstiegskonzepte für eine vegane, mitweltfreundliche Zukunft.
Erfolgversprechende Strategien im Bereich Tierrechte, Tierethik, Veganismus, Vegetarismus - Gemeinsame Handlungsmöglichkeiten, Vorstellung laufender Projekte zur Förderung der veganen Lebensweise und des bio-veganen Land- und Gartenbaus.
Leitgedanke: Die Zeit ist reif für ein Bündnis für Frieden, Partnerschaft und Freundschaft zwischen Mensch und Tier!
18:00 Uhr
Schlussworte - Ende

Veranstalter:
Vegetarierbund Deutschland - Regionalgruppe Hegau - Bodensee + Umland
Initiative Frieden und Freundschaft zwischen Mensch und Tier
Leitung und Ansprechpartner, Anmeldungen: Reiner Degen, Stockach, Stampfwiesen 6 Tel: 07771/914102 E-Mail: reiner.degen@gmx.de
Teilnehmerbeitrag: 6,- Euro
Eine Anmeldung per Email, Telefon oder Post ist wegen besserer Übersicht bis zum 25. April 2012 erwünscht, aber keine Verpflichtung.