Den Brief habe ich von der Veggie-times (Vebu.de) heruntergescannt, weil ich nichts verlinken wollte, sondern dass er hier an Ort und Stelle gelesen werden kann.
Dass gerade das Schwein hier herhalten muss, wundert nicht, über 1 Million Schweine werden in Deutschland jährlich geschlachtet. Dabei sind gerade diese Tiere mindest so intelligent wie durchschnittlich 3-jährige Kinder. Schweine sind sozial, nicht nur ihren Artgenossen gegenüber, reinlich, wenn man sie lässt (keine Verschmutzung des Schlaf-und Fressplatzes), fürchterlich neugierig, erkennen auch den Ruf eines eigenen Namens und ihr Geruchssinn ist um ein vielfaches höher als der von Hunden.
Dass sie in der Massentierhaltung ein für sie erlebares fürchterliches Leben führen, möge dieser Brief bezeugen
Der Autor ist Wolfgang Edelmayer
Brief eines Schweines
Ich schreibe diesen Brief ein paar Stunden vor meiner Hinrichtung. Das mag seltsam klingen, weil niemand etwas davon gesagt hat, aber mit der Zeit spürt man das. Glaube ich. Vor fünf Jahren kam ich auf die Welt und ich erinnere mich sehr gern an die Zeit, Ich war eines von fünf Kindern.Wir waren alle gleichzeitig da und meine Mutter hat sich sehr liebevoll um uns gekümmert. Es war eine herrliche Zeit voller Abenteuer. Wir konnten essen, soviel wir wollten, durften den ganzen Tag spielen, alles war friedlich und mittlerweile weiß ich, dass wir ein Privileg hatten […].
Und dann, nach drei Jahren, hat sich von einem Tag zum anderen alles verändert. Wir kamen alle in einen Zug. Die Älteren von uns wussten wohl, was auf sie zukommt. Einige haben sich gewehrt und wir Kleinen standen daneben, als sie einer Kuh alle Beine gebrochen haben. Sie konnte nicht mehr weitergehen und immer wieder schlugen sie auf sie ein und es hat lange gedauert, bis sie in ihrem eigenen Blut erstickt ist. Wir konnten nichts machen – nur stumm zusehen. Zwei Tage und Nächte kauerten wir in diesen engen Käfigen auf dem Transport. Es war soviel Weinen zu hören. Manchmal verstummte es, wenn jemand aufgegeben hatte […]. Dann kamen wir an. Und so wie wir hineingejagt wurden, schlug man uns in eine neue Heimat. Zwei Brüder von mir hatten es nicht überlebt. Sie sperrten uns in Ställe, die so klein waren, dass es immer mühsam war, sich überhaupt zu drehen und es scherte sich keiner, wer wir waren und zu wem wir gehörten.
Von diesem Tag an habe ich nie wieder die Sonne gesehen, nicht den Mond. Ich habe nie wieder den Duft einer Blume genossen, noch die Stimmen der Vögel gehört […].
Und jede Woche haben sie einige von uns mitgenommen. Es kamen meistens drei Männer, haben wahllos in den Stall gegriffen, die Schweine an den Ohren gepackt, an den Beinen und sie hinausgetragen. Jedes mal haben wir alle zugesehen und uns still verabschiedet. Wenn sich jemand gewehrt hat, haben sie mit einem großen Hammer auf den Kopf geschlagen, bis sich nichts mehr bewegt hat. Mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt und waren dankbar für jeden Tag, den man uns gab. Jeder Tag, der eigentlich nichts zu geben hatte. Bloß Warten. Als sie meine Mutter geholt hatten, war es sehr schlimm. Und trotzdem hatte sie noch die Kraft, sich mit einem Blick von uns Überlebenden zu verabschieden. Ich weiss, dass ich meine Mutter wiedersehen werde. Irgendwann, irgendwo; das fühle ich; genauso wie ich weiss, dass ich nicht mehr lange hier bin.


Kommentare (32)
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Ich habe diesen Brief eines Schweines eben an meine "Fleischesser" weitergeleitet.
Jetzt bin ich auf die Reaktion gespannt - wenn überhaupt eine kommt ...
lese ich im dem Brief vorangestellten, einleitenden Abschnitt!
Mag sein, dass Dich, lieber/liebe Tschuli, ein solcher Brief nicht anspricht oder berührt. Du bezeichnest die Zeilen des Briefeschreibers als "Schmarrn". Mich befremdet solches Vokabular und macht mich nachdenklich: nicht über den Brief, sehr wohl aber über Dich. Weshalb genügte Dir wohl nicht der Satz mit dem Kopfschütteln und der künstlerischen Freiheit?
Für mich sind diese Briefzeilen ein sichtbar oder spürbar gewordenes Zeichen, dass sich hier ein empathischer Schreiber in eine Schweinepsyche hineinzufühlen sucht.
Ich als Landwirtin finde, das somit die Landwirtschaft zu Unrecht (!!!) in schlechtes Licht gerückt wird.
jeder kritische Leser jenes Briefs weiß doch, dass es wie überall Ausnahmen gibt oder geben wird, dass nicht alle landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren Tieren wie oben erwähnt umgehen, selbst "das schreibende Schwein" hatte ja von jenen wenigen Privilegierten erzählt.
Auf der anderen Seite wissen wir aber aus vielen Dokumentationen, dass dieses Verkommen der Tiere zur gewinnbringenden Ware leider die Regel ist.
Wenn die Tiere, mit denen vielleicht Du als Landwirtin umgehst, ein schönes Leben genießen dürfen und sie auch in ihrer letzten Stunde ohne Angst sein werden (obgleich ich mich damit als Vegetarier schwertue), dann brauchst Du diesen Brief sicher nicht auf die Tiere Deines landwirtschaftlichen Umfelds zu übertragen, aber nur dann.
Liebe Grüße
Dagmar SamtNierchen
"...ich kann es einfach nicht für gut heißen, die Tatsachen derartig zu verdrehen, das ein Außenstehender ein komplett falsches Bild von der Materie .."
Soso, die Landwirte sind die Wahrheitsträger über das Schlachten von Tieren. Und die richtigen Märchen werden immer noch von konventionellen Landwirten erzählt.
Ich habe aus deinen Worten eher den Eindruck gewonnen, du hast ZU WENIG Erfahrung mit dem Schlachten, unabhängig von deiner Erfahrung mit der Tierhaltung.
Hält man ein Tier, egal ob Bienen, Singvogel, Katze, Hund, Schaf, Schwein, Rind oder Vogel Strauß, geht man einen Vertrag ein. Mit der Schöpfung. Weil erfunden hat man das Tier nicht, dessen Besonderheiten, Lebensarten und Nöte im Zusammenleben mit dem Menschen fordern uns, es richtig zu machen, den "Tatsachen" der artgerechten Haltung zu genügen.
Nutztiere werden funktional, fleischlich und/oder emotional ausgebeutet. Wer irgendwann, aus welchen Gründen immer, eine Tötung des Tieres im Sinne hat, kommt an den Gegebenheiten der eigenen und tierischen Existenz nicht einfach vorbei.
Indem er/sie die Tötung fremdbeauftragt. Quälende Transporte gehören dazu in dieses Bild, als Landwirt die Verantwortung abzugeben, die Augen zu verschließen, dem zuvor nutzbringenden "Zusammenleben" mit dem Tier einen scharfen Schnitt zu verpassen. Es gibt sehr wohl Methoden, tiergerecht zu töten. Das ist halt teuer und zeitaufwendig, "lohnt" nicht, das Tier ist "zu wenig wert" für diesen Aufwand. Die Tötung wird zum Kostenfaktor, die Tiere haben keinen Anwalt, der Schmerzensgeld verlangen kann.
Sie haben nur die verqueren Tierschützer, die das Thema ansprechen, Unangenehmes aussprechen, Dinge beim Namen nennen, darüber aus menschlicher Sicht Zeugnis ablegen und sich die künstlerischer Freiheit herausnehmen, dies aus tierischer Sicht zu übertragen.
Was ich mir denke, wenn ein Ochse beim Abtransport zum Schlachter ausbüxt und dabei den fürsorgebeauftragten Besitzer mit seinen Hörnern aufspiesst ? Der arme Bauer. So ein Pech.
Landwirte können unvorstellbar brutal sein im Umgang mit Tieren, wie normale Menschen auch, die Haustiere halten. Landwirte können unglaublich sensibel sein mit den Nöten der Tieren, ungeachtet ihres späteren Verhaltens im Zusammenhang mit der Tötung der Anvertrauten. Vertrauensbruch durch finale Tötung mag vordergründig keine Spätfolgen für die eigene Psyche haben, dieses Moment findet eine seltsame Parallele im Umgang mit dem Tod von Menschen.
Die Schere im Kopf ist in unserer Gesellschaft weit ausgeprägt, durch die Widersprüchlichkeit im Umgang mit dem Tod in der Öffentlichkeit. Wer mit dem Tod von Tieren sein Geld verdient, wie es in der Nutztierhaltung der Fall ist, will uns belehren, was ein Märchen ist, was Fakten ? Ich höre gerne zu und freue mich über jeden leidensfreien Tod im Einzelfall. Die zigtausenden leidensvollen Tode blende ich dann gerne aus, nicht wahr ? Die Relation von Mißständen wird in solchen Diskussion gerne aufgehebelt, es reicht das eigene Verhalten zu rechtfertigen.
Zwischen dem Töten durch Schlafmittel beim Tierarzt und dem bequemen Töten von Schweinen direkt im Schlachthaus liegen Welten. Der Unterschied sind die Schmerzen und das unnötige Leiden, das Menschen den Tieren WOHLWISSEND antun.
Wer noch Gefühle hat, dem werden die Todesschreie von sterbenden Tieren nicht aus dem Gedächtnis gehen. Wer diese Gefühle verdrängen will, bitte, das ist legitim, Teil einer nachvollziehbaren (Über-)Lebensstrategie, aber selbst zum Mitverantwortlichen für das o.g. verlängerte Leiden von Tieren werden, das ist pervers.
Wir haben im Tierschutz genügend, nicht alle denkbaren Formen von Tierquälerei kennen gelernt, ich mache keinen Unterschied, ob jemand aus privaten Vergnügen oder Unkenntnis, aus beruflichem Interesse und Tierverachtung das Leiden von Tieren in Kauf nimmt oder aktiv herbeiführt. Das juckt uns nicht, es zählt der Sachverhalt. Hätten wir noch die Prügelstrafe, wie sie historisch in Familienbetrieben an Kindern verübt wurde, die sich an den Tieren im Stall fehlverhalten haben, üblich war, und könnten diese Prügelstrafe an Landwirten ausüben, die vor der massenhaften Not der Tiere die Augen verschließen und ihre Schutzbefohlenen in Schlachtanstalten abschieben, damit dort die rote Arbeit von Fremden getan werde, die Produktion von Prügelstöcken weltweit würde ihren Zenit erreichen. Solange bis es aufhört.
Müsste ich etwas zu den Hühnerfabriken sagen, ich müsste zur Gewalt gegen deren Betreiber aufrufen. Das tue ich nicht, ich denke nur laut.
"Indem er/sie die Tötung fremdbeauftragt. Quälende Transporte gehören dazu in dieses Bild, als Landwirt die Verantwortung abzugeben, die Augen zu verschließen, dem zuvor nutzbringenden "Zusammenleben" mit dem Tier einen scharfen Schnitt zu verpassen. Es gibt sehr wohl Methoden, tiergerecht zu töten. Das ist halt teuer und zeitaufwendig, "lohnt" nicht, das Tier ist "zu wenig wert" für diesen Aufwand. Die Tötung wird zum Kostenfaktor, die Tiere haben keinen Anwalt, der Schmerzensgeld verlangen kann."
Einige Betriebe, die trotz teurerer Kosten keine langen Transportwege und keine Akkordschlachtungen durchführen, sind im folgenden Link genannt (sollte ich irgendwo falsch liegen, bitte ich um einen Hinweis). Von "Thönes Natur" ist mir bekannt, dass die Tiere als einzelne Gruppen (jeweils bestehend aus Individuen, die sich kennen) transportiert werden und am Vorabend der Schlachtung auch als Gruppe zusammen bleiben und übernachten.
http://www.utopia.de/blog/menschenfotografin/muessen-oekos-gleich-veggies-werden#comment-501835
Solche Abläufe dürften leider die Ausnahme sein.
Ich kann daraus erkennen, dass du wohl ZU WENIG Infos hast...
Tiere sind zum Essen da - steht schon in der Bibel...
Und außerdem gibt es Richtlinien, an die sich die Landwirte in Bezug auf Tierhaltung und auch beim Schlachten zu halten haben. Hält man diese Richtlinien ein, so wird kein Tier bei seiner Schlachtung gequält. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren...
Du willst dich ernsthaft auf eine biblische Argumentation einlassen ? Brauchen wir dazu theologischen Beistand oder dürfen wir nach einer Ansicht Bibelstellen eigenständig interpretieren ?
Wäre die Bibel eine einschlägige Quelle mit zielgerichteten Aussagen pro und contra Tierverzehr, hätten wir NUR Fleischesser bei den Bibelgläubigen oder NUR Vegetarier bzw. Veganer.
Christen, gerade die streng gläubigen, waren in der Interpretation der Fastenspeise seit jeher findig, was denn zu Fleischsorten gehöre was nicht.
Was Kontrollen in der Tierhaltung angeht, wären diese Kontrollen an Personal und an der (unangemeldeten) Häufigkeit besser ausgestattet, hätte es niemals Lebensmittelskandale gegeben.
Vertrauen (in den örtlichen Landwirt) ist gut, Kontrolle (durch unabhängige Instanzen) ist besser, gesundes Mißtrauen bei allen Wirtschaftsprozessen, mit denen Geld verdient wird, angeraten.
Einem vegetarischen Schlachter würde ich am ehesten vertrauen, dass er den Schlachtvorgang professionell organisiert. Oder muss man einfach gerne töten, um es "gut" zu machen ? Aber Schlachter stehen nur am Ende einer LANGEN Kette, die bei der Aufzucht anfängt, über die "Selektion" welches Tier trotz Einschränkungen, Krankheiten, "Mängeln" weiterleben darf, der Rolle der Tierärze und Tieraufsichten, der Haltung und Fütterung, der Bestimmung, welches Alter ein Tier erreichen "darf", wie es bezüglich späteren Transportes eingewöhnt wird, der Transport zum Schlachten und die Phase des Schlachtens in allen Details. Da hängt vieles von der Tierart ab. In diesem Blog ging es um das Schwein.
Weil DU (einzelne) positive Haltungen und Schlachtungen kennst, sind die Massentierhaltungen und quälerischen Transporte WENIGER SCHLIMM ? Das willst du mir sagen ?
Weil DU Fleisch essen als biblisches Gebot hältst, sind die Menschen, die Tiere im Übermaß produzieren, für den Export oder für den Mülleimer, Gottes Helfer, denen Lobpreisungen und Gebete statt kritischen Fragen zustehen ?
Willst du dir ein realistisches Bild vom Tier-Leben machen, dann klappe bitte die Bibel ausnahmsweise mal zu, schau dir die Verhältnisse in den Schlachthöfen an, die heimlich gemachten Videos in dunklen Hallen, fern jeglicher Aufsicht und Richtlinien-Kontrolleure, die millionenfachen Opfer solcher "Haltung", wer die schunden Glieder dieser malträtierten Schweine, Rinder, Hühner u.ä. gesehen hat, der soll gerne Gott anrufen und um Gerechtigkeit bitten. Das mit dem Blitz niederfahren, rechnet man leider Zeus zu. Leider ist der Mensch frei darin, Gottes Wort zuzuhören, die Gebote zu befolgen, seine Mitmenschen und Mitgeschöpfe respektvoll zu behandeln. Und unter diesen gibt es ein paar ganz üble Genossen, die Gesetzestexte, "Richtlinien" und Subventionen zur eigenen Profitgier ausnutzen. Wollte das Gott ?
Ich persönlich leide sehr darunter, dass man mich als Kind zum Mitgefühl nicht nur für Menschen und Tiere, sondern auch für Gegenstände animiert hat. Daran geht man fast kaputt und letztendlich kann ich mich nur durch Verdrängung unangenehmer Sachverhalte einigermaßen normal verhalten, sonst wäre ich permanent am Weinen.
Gerade kleinen Kindern und Jugendlichen sollte man die brutale Wahrheit so lange wie möglich ersparen. Man schafft sonst depressive oder - im anderen Extremfall - total mitgefühl-unfähige junge Menschen - und das kann nicht in unser aller Interesse sein.
Sollen also die Kinder den Tod, auch der von Menschen, wegblenden.
Wenn ich die vielen Tierfilm-Animationen sehe, in denen tieren ja auch eine menschliche Stimme gegeben wird, wo auch Nutztiere vermenschlicht werden, sogar auch in Gefühlen,
ist das dann ok, solange es nicht um grausames töten geht.
Wann ist man bereit ein Kind in die Realität einzuführen, wie alt muss ein Kind sein.
Ist es nicht auch Aufgabe der Erziehenden das Thema Tod/Töten/Sterben, sowohl bei Mensch wie bei Tier rechtzeitig mit dem Kind zu behandeln. Selbstverständlich ist dies individuell und unter Massgabe der psychischen Stabilität des Kindes durchzuführen.
Kann man wirklich zuviel Empathie als Kind entwickeln und daran dann fast zu Grunde gehen oder eben psychische Probleme bekommen. Liegt das dann daran, dass die Erziehenden dies durch ihre Art dem Kind "beigebracht" haben.
Ist das was Dir widerfahren ist als Kind, bzw. Heranwachsende nicht eher eine Ausnahme, als dass man es verallgemeinern könnte?
Du siehst, ich stelle Fragen, ich kann sie für mich beantworten, aber natürlich nicht verallgemeinern.
Ich frage mich halt immer, wie alt muss man sein oder werden, um Mitgefühl zu erarbeiten. Im Erwachsenenalter ist es oft zu spät. Dabei sollte es keine Rolle spielen ob Mitgefühl für Mensch oder Tier. Ist es für beide vorhanden, werden auch die Grausamkeiten an beiden aufhören!
Mitgefühl heißt aber auch das, was elise schrieb, also das Achten von Gefühlen anderer Menschen, z.B. von Kindern. Man kann Kindern in einem gewissen Alter nicht einfach die brutale Wahrheit um die Ohren hauen und dabei in Kauf nehmen, sie damit zu traumatisieren. Nach dem Motto: Hauptsache, das Kind weiß Bescheid. Auch da ist viel Sensibilität gefragt: Man sollte dringend darauf achten, wann man was in welcher Dosis erklärt. Sonst kann nämlich genau das passieren, was elise schreibt: "Daran geht man fast kaputt [...]"
Die Problematik ist mir wohl bekannt. wie ich schon geschrieben habe (s.o.) , es darf bein dem Kind sich kein Tauma entwickeln, durch eine brutale Schilderung. das wäre fatal.
Aber ich denke mit Augenmass, das Kind genau kennend, darf man schon vorsichtig mit dem kind daran arbeiten, was mit diesen Tieren passiert.
Mir dabei völlig klar, dass fleischessende Eltern vermutlich dazu nicht geeignet sind, da sie es oft selbst nicht verstehen oder wissen wollen.
Doch anderseits muss man auch mit jugendlichen daran arbeiten, sei es in der Schule, sei es im elternhaus.
Das würde in der Verallgemeinerung bedeuten, daß alle Landkinder brutal oder depressiv sind.
Wenn ich so überlege, was wir alles gesehen haben mit zwei, drei, vier Jahren...
Ich überlege gerade, ob die Erwachsenen -die ich damals kannte und heute kenne- die frühzeitig konfrontiert wurden mit den eher brutalen Seiten des Landlebens, auch überdurchschnittlich brutal sind?
Oder überdurchschnittlich depressiv?
Kann ich nicht bestätigen.
Auf der anderen Seite kann ich das mit dem Mitgefühlt gut nachvollziehen.
Ich bin ja in dem Spannungsfeld aufgewachsen, daß ich einerseits ständig mit den Nachbarskindern von den umlegenden Bauernhöfen untwegs war, wo es sicher nicht zimperlich zuging.
Auf der anderen Seite zu Hause wurde uns in hohem Maße Mitgefühl beigebracht...ja auch mit Gegenständen...witzig zu hören, daß Du das auch erlebt hast, Elise.
Verdrängen möchte ich in meinem Leben nichts mehr, aber auch nicht mehr allzusehr drunter leiden...es ist nicht leicht, da eine angemessene Balance zu halten.
Unter welch' grauenvollen Umständen Tiere meist geschlachtet werden, haben wir unseren Kindern nie erzählt, zu diesem Wissen gelangten sie irgendwann viel später über andere Kanäle, also ohne unser Zutun.
Tut mir leid, aber Tiere werden getoetet und ich habe Betraege gesehen
wo sie Kuehe und Ochsen auf Schiffe verladen haben. Die Bilder werde ich
nie vergessen. Tiere sind leider nur eine Ware, ich verstehe nicht wieso man
lebendige Tiere in einen Lastwagen verladen muss und sie durch ganz Europa
versendet. Meistens in ueberladenen Lastwagen, ohne Futter oder Wasser.
Dieser Massentierhaltung muss endlich ein Schlussstrich gesetzt werden, aber
solange es Subventionen von Bruessel gibt.
Eins noch, diese Schafs und Ziegentransporte in die Tuerkei durch halb Europa.....
ekelhaft
a) Es geht hier, in einer zwar erfundenen Geschichte, um den tagtäglichen Umgang mit Mit-Lebewesen, die, als Ware und Produkt degradiert, durch diese Art der Behandlung gequält und entwürdigt werden.
b) Es geht in dem Brief aber um die Gefühle eines Menschen, der so etwas miterlebt. Man kann es natürlich, wie oben geschehen, aus der Perspektive eines Schweines erzählen, aber dann bleibt es eine Geschichte. Eine Geschichte, in welcher der Autor (ein Mensch) entschieden hat, wie das Schwein empfindet.
Das macht Sinn, ist berührend, nachdenklich machend und prangert unhaltbare Zustände an - und das völlig zu Recht. Aber eines ist es ganz gewiss nicht: Der Brief eines Schweines.
Es soll berühren, das war und ist die Absicht. Menschliche Gefühle und die von Nutztieren zu vergleichen, das war sicher auch nicht der Zweck.
Wie aber kann man das oft brutale Leiden dieser Tiere beschreiben, als eben in eine Geschichte zu verpacken. Es bleibt das Geheimnis (für einige zeit), wie diese Tiere empfinden. Ehrlich gesagt, ich wünsche es ihnen nicht diegleichen menschlichen Gefühle zu erleben, die ein Mensch erleben kann. Dann könnte das die Hölle bedeuten!
Im Gegenteil ist diese Kehrseite der menschlichen Rationalität, Gefühle auf "Gründe" zurückzuführen und ihren das Handlungsgebot zu nehmen, etwas dass wir nicht wirklich den Tieren wünschen sollten. Nicht nur die Gefühle sondern die Reflektion darüber sind eine Bürde, die es zu tragen gilt.
In der menschlichen Gesellschaft haben die Angstmacher, die unsere Gefühle ausnutzen, viele Professionen hervorgebracht, für eigennützige Zwecke. Darunter nicht nur die Krimiautoren, Lobbyisten in der Politik oder religiöse Fanatiker. Für manche zählen die Klimaveränderungspropheten dazu, diejenigen, die auf Umweltentwicklungen hinweisen, die Kabarettisten und grünen Politiker, bis hin zu den Rechtsextremen, die die Angst vor dem fremden Mann in unserer reinen Kultur predigen.
Das Tier weckt kaum Ängste in unser durchmechanisierten Welt, der eingedrungene Waschbär ist eher niedlich, höchstens ein einzelner Bär oder ein Rudel Wölfe wecken ein kurzfristiges Interesse in den Medien. Ohne unsere Zuwendung zu den Naturgesetzen in der freien Natur bleibt unser Wissen auf die mechanisierte Welt beschränkt.
Ohne die Tiere hätte sich der Mensch nicht dorthin entwickelt, wo er heute steht. Das Sprichwort "Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz" wird den Deutschen zugeschrieben, wie weit hat sich die Lebenswirklichkeit davon entfernt. Warum ? Weil sich unsere ehemals bäuerliche Landwirtschaft, dass die Tiere weit im Zentrum der menschlichen Existenz sah, völlig entfremdet hat in einen kalten, gefühlsverneinenden Industriezweig. Weil dieser mit Empathie unmöglich durchzusetzen und (vor allem) fortzuführen wäre. Gefühle zu Tieren MÜSSEN ausgeschlossen werden, um dieses System der Massenproduktion aufrecht zu erhalten.
Deshalb werden die Verteidiger dieses Systems lieber den Wurst-Aufschnitt auf einer Messetermin in aller geschönten Öffentlichkeit zu sich nehmen, als das Lamm in den Armen haltend die Botschaft verkündigen: Zum Wohle der Menschheit !
Fröhliche Ostern.
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Das alles sind keine Märchen, sondern Realität!
evtl. is er auch einfach nur krank und hat deshalb Tränenausfluss?! Nein, das ist natürlich unmöglich....
Was bezeichnest du mit dem Begriff "Emotionen"?
Welches Bedürfnis versuchst du dir zu befriedigen, wenn du meinst, dass Tiere keine Emotionen kennen?
Ihr vermischt einfach Erfundenes mit Fakten, ich hoffe ihr begreift irgendwann... ;)
FROHE OSTERN!!!
Gibt´s bei euch auch lecker Hase? *gg*
kann sein, dass Dir das Tiermitgefühl hier einiger Utopisten zu viel ist, dass du das nicht nachvollziehen kannst. Du hast Dich ja dazu geäussert und Deine Meinung dazu geschrieben.
Deine letzte Bemerkung ist einfach hässlich und sicherlich nicht angetan um eine vernünftige Diskussion aufkommen zulassen.
Das was du hier mir und anderen vorwirfst, nämlich keine Fakten zu bringen, tust Du ja letztlich auch nicht. Abgesehen davon, Fakten gibt es genug, da darf man auch mal die Sichtweise in friedlicher Prosa vortragen.
Schöne Feiertage
Auf miene Frage konnte nach seinen Emotionen konnte er, sie ,es nicht antworten. Auf meine Frage nach seinen Bedürfnissen konnte er, sie, es ebenso nicht eingehen. Er, sie, es pflegt die trennende Kommunikation, die ich in diesem Land - woanders war ich noch nie, außer in der DDR -, flächendeckend als Normalität erlebe.
Mich erschreckt dieses auf Fragen anderer Menschen nicht eingehen können sehr und ich frage, was steckt dahinter?
Schade, dass er, sie es nicht mehr hier ist. Das ist für mich wieder eine Chance mehr, mit Menschen, die erstmal abwehren ins Gespräch zu kommen. Ich finde, wir können uns sowas nicht mehr leisten, es gibt zu viele Kleinkriege auf dieser Erde!
Was bedeutet eigentlich "Utopia"?
(dennoch sollte es hier der Vollständighalber noch aufgeführt werden)
Die Würde des Schweins ist unantastbar!
In einer engen Box war es,
Auf Beton, unstandesgemäß,
Daß sie die Glühbirne der Welt entdeckte.
Sie war das Ferkel Nummer vier,
Drei andre lagen über ihr.
So ein Gedränge, daß sie fast erstickte!
Schon nach zwei Wochen Säugakkord
Kam jemand und nahm Mutter fort,
Doch noch als die Erinn‘rung schon verblaßt war,
Fielen manchmal dem jungen Schwein
Der Mutter Worte wieder ein:
„Die Würde des Schweins ist unantastbar!“
Der Kerker wurde ihr Zuhaus‘.
An einem Fleck tagein, taugaus.
Und immer im eigenen Dreck rumsitzen.
Die feine Nase, der Gestank!
Sie wurde traurig, wurde krank,
Und als sie sehr krank wurde, gab es Spritzen.
Sie wurd‘ zum Decken kommandiert, –
Das hat sie niemals akzeptiert,
Daß Schweinesein nur Ferkelzucht und Mast war:
Und wenn man ihren Wille brach,
Dachte sie dran, die Mutter sprach:
„Die Würde des Schweins ist unantastbar!“
Dann fuhr der Viehtransporter vor,
Man packte sie an Schwanz und Ohr
Zusammen mit ihren Leidensgenossen.
Die zitterten und quiekten bang
Und fuhr‘n und standen stundenlang,
Viel enger noch als üblich eingeschlossen.
Das Schwein ist schlau, so ahnt es schon
Die tragische Situation.
Sie wußte, daß dies ihre letzte Rast war.
Sie hat den Schlachthof gleich erkannt,
Und sie ging ohne Widerstand.
Die Würde des Schweins ist unantastbar!
Sie hat den Himmel nie gesehn,
Durft‘ nie auf einer Weide stehn,
Hat nie auf trockenem, frischem Stroh gesessen.
Sie hat sich nie im Schlamm gesuhlt,
Freudig gepaart und eingekuhlt –
Wie könnte ich dies Häufchen Elend essen?
Die Speisekarte in der Hand
Seh‘ ich über den Tellerrand
Und kann die Bilder wohl nie vergessen.
Ich möchte nicht, du armes Schwein,
An deinem Leid mitschuldig sein,
Weil ich in diesem Restaurant zu Gast war.
Und ich bestell‘ von nun an wohl
Den überback‘nen Blumenkohl.
Die Würde des Schweins ist unantastbar!
http://www.myvideo.de/watch/4886135/Die_Wuerde_des_Schweins_Reinhard_Mey