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Im Schnitt aß jeder bundesdeutscher Bürger 2008/2009 11,4 Kilogramm Schokolade (Quelle: Wikipedia) und die Fairtrade-Organisation berichtet, dass in 2009 778 Tonnen fair gehandelte Schokolade in der BRD verkauft wurden, davon trugen 76 Prozent zudem das Biosiegel. Es wurde zwar ein vierprozentiges Wachstum zu 2008 erreicht, aber seien wir ehrlich, das ist ein "Fliegenschiss". Mittlerweile gibt es doch einige Möglichkeiten bewusster das "braune Gold" zu geniessen. So gibt es einige Schokoladensorten von Ritter sport, die das Biosiegel tragen, allerdings kein Fairtradesiegel haben. Dies triftt auch auf zwei Schokoladen von Sarotti zu. Beide Produktreihen sind auch im normalen Supermarkt erhältlich. Aber natürlich geht es auch besser: beispielsweise Schokolade von Gepa und Zotter zu kaufen.
Die Schokolade von Gepa, Zotter oder welcher von den reinen Bio-FairTrade-Marken schmeckt um so Vieles besser.
Was sind da im Vergleich schon die paar Euro Mehraufwand im Jahr?
Letzten Donnerstag haben wir in einem schwachen Moment "normale" Schokolade in einer Raststätte in der Schweiz gekauft.
Schwacher Moment auch deswegen, weil im ermüdeten Zustand offensichtlich die eingeübten Denkmuster funktionieren. In diesem Fall: Schweiz=Gute Schokolade.
Die Schokolade war knapp über ungenießbar.
Die Bio von Rittersport schmeckt mir heute auch nicht mehr.
Es ist ja auch Einiges an der Rezeptur anders bei den reinen Fairtrade-Bio-Marken.
Mehr echte Geschmacksstoffe, weniger Zucker und künstliche Aromen.
Wem der Film zu lange dauert, für den habe ich auf der Seite der "Erklärung von Bern (EvB)" etwas schriftliches zum Thema gefunden:
Neue Studie zeigt: Kinderarbeit auf Kakaofarmen bleibt Riesenproblem
Zürich, 05.10.2010
- Zwangsarbeit von und Menschenhandel mit Kindern bleiben bittere Bestandteile unserer süssen Schoggi. Der eben erschienene Bericht der Tulane-University belegt die schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf Westafrikanischen Kakaoplantagen und beweist, dass die bisherigen Bemühungen der Schokoladenindustrie zu deren Eindämmung nicht fruchten.
Vor neun Jahren hat die Kakao- und Schokoladebranche mit dem „Harkin-Engel-Protokoll“ eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet und versprochen, den schlimmsten Formen von Kinderarbeit, Kinderhandel und Zwangsarbeit von Erwachsenen auf den Kakaofarmen in der Elfenbeinküste und Ghana bis 2005 ein Ende zu setzen. Die amerikanische Universität Tulane wurde beauftragt, den Umsetzungsprozess mit Studien zu begleiten. Letzten Freitag ist nun der Abschlussbericht erschienen. Dieser zeichnet ein Schreckensbild: Danach werden heute tendenziell sogar noch mehr Kinder aus Burkina Faso und Mali verschleppt und verkauft als bei Studienbeginn angenommen, um auf ivorischen und ghanaischen Kakaofarmen zu schuften. Für die Schweiz als Heimat der weltgrössten Schokoladeunternehmen und dem höchsten Pro-Kopf-Schokoladekonsum ist dieser Befund besonders alarmierend.
Alle der 600 nach dem Schneeballsystem interviewten Kinder, die auf Kakaofarmen arbeiteten, waren der schlimmsten Form von Kinderarbeit ausgesetzt. Dazu gehören die ungeschützte Arbeit mit Pestiziden, das Tragen schwerer Lasten sowie psychische und physische Gewalt. Ein Grossteil dieser Kinder wurde Opfer von Menschenhändlern. Das ist allerdings nicht der einzige Indikator für den schleppenden Aufbau einer fairen und nachhaltigen Versorgungskette in der Kakao- und Schokoladeindustrie. Denn fast alle Projekte der Schoggikonzerne und ihrer Verbände konzentrieren sich auf Produktivitäts- bzw. Ertragssteigerung und die dazu nötige Weiterbildung der Bauern. Wird diese aber nicht flankiert von substantiellen sozialen Programmen, ist eine Verbesserung der Situation der Kinder auf den Farmen nicht zu erwarten.
Zudem tragen die meisten dieser Programme nach neun Jahren immer noch den Status von Pilotprojekten. Laut Tulane-Bericht wurden bisher erst 3 Prozent der ivorischen und 14 Prozent der ghanaischen Gemeinden erreicht, in denen Kakao angepflanzt wird. In den Kakaoplantagen von Ländern wie Nigeria oder Kamerun ist die Situation noch bedenklicher. Das heisst, die – zum Teil aus der Schweiz heraus operierende – globale Schoggi-Industrie hat kläglich versagt mit ihrem Versuch, bis 2010 einen unabhängig verifizierten Zertifizierungsprozess zu implementieren und damit den Skandal der Kinderarbeit zu entschärfen. Im Gegenteil: Aus den Tulane-Berichten geht hervor, dass die Zahl der Kinder, die derzeit auf Kakaoplantagen ausgebeutet werden, noch höher ist als in Vergleichsstudien des Jahres 2002.
Eine europäische Koalition von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, der neben der EvB auch Oxfam und Südwind angehören, fordert deshalb konkrete branchenübergreifende Massnahmen von Seiten der Industrie. Neun Jahre nach Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls ist dessen Einlösung überfällig.
Mehr Informationen auf www.childlabor-payson.org (Tulane-Studie) oder bei
Andrea Hüsser, Konsum-Campaignerin der Erklärung von Bern, konsum@evb.ch, 044 277 70 10
Kommentare (4)
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Die Schokolade von Gepa, Zotter oder welcher von den reinen Bio-FairTrade-Marken schmeckt um so Vieles besser.
Was sind da im Vergleich schon die paar Euro Mehraufwand im Jahr?
Letzten Donnerstag haben wir in einem schwachen Moment "normale" Schokolade in einer Raststätte in der Schweiz gekauft.
Schwacher Moment auch deswegen, weil im ermüdeten Zustand offensichtlich die eingeübten Denkmuster funktionieren. In diesem Fall: Schweiz=Gute Schokolade.
Die Schokolade war knapp über ungenießbar.
Die Bio von Rittersport schmeckt mir heute auch nicht mehr.
Es ist ja auch Einiges an der Rezeptur anders bei den reinen Fairtrade-Bio-Marken.
Mehr echte Geschmacksstoffe, weniger Zucker und künstliche Aromen.
Neue Studie zeigt: Kinderarbeit auf Kakaofarmen bleibt Riesenproblem
Zürich, 05.10.2010
- Zwangsarbeit von und Menschenhandel mit Kindern bleiben bittere Bestandteile unserer süssen Schoggi. Der eben erschienene Bericht der Tulane-University belegt die schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf Westafrikanischen Kakaoplantagen und beweist, dass die bisherigen Bemühungen der Schokoladenindustrie zu deren Eindämmung nicht fruchten.
Vor neun Jahren hat die Kakao- und Schokoladebranche mit dem „Harkin-Engel-Protokoll“ eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet und versprochen, den schlimmsten Formen von Kinderarbeit, Kinderhandel und Zwangsarbeit von Erwachsenen auf den Kakaofarmen in der Elfenbeinküste und Ghana bis 2005 ein Ende zu setzen. Die amerikanische Universität Tulane wurde beauftragt, den Umsetzungsprozess mit Studien zu begleiten. Letzten Freitag ist nun der Abschlussbericht erschienen. Dieser zeichnet ein Schreckensbild: Danach werden heute tendenziell sogar noch mehr Kinder aus Burkina Faso und Mali verschleppt und verkauft als bei Studienbeginn angenommen, um auf ivorischen und ghanaischen Kakaofarmen zu schuften. Für die Schweiz als Heimat der weltgrössten Schokoladeunternehmen und dem höchsten Pro-Kopf-Schokoladekonsum ist dieser Befund besonders alarmierend.
Alle der 600 nach dem Schneeballsystem interviewten Kinder, die auf Kakaofarmen arbeiteten, waren der schlimmsten Form von Kinderarbeit ausgesetzt. Dazu gehören die ungeschützte Arbeit mit Pestiziden, das Tragen schwerer Lasten sowie psychische und physische Gewalt. Ein Grossteil dieser Kinder wurde Opfer von Menschenhändlern. Das ist allerdings nicht der einzige Indikator für den schleppenden Aufbau einer fairen und nachhaltigen Versorgungskette in der Kakao- und Schokoladeindustrie. Denn fast alle Projekte der Schoggikonzerne und ihrer Verbände konzentrieren sich auf Produktivitäts- bzw. Ertragssteigerung und die dazu nötige Weiterbildung der Bauern. Wird diese aber nicht flankiert von substantiellen sozialen Programmen, ist eine Verbesserung der Situation der Kinder auf den Farmen nicht zu erwarten.
Zudem tragen die meisten dieser Programme nach neun Jahren immer noch den Status von Pilotprojekten. Laut Tulane-Bericht wurden bisher erst 3 Prozent der ivorischen und 14 Prozent der ghanaischen Gemeinden erreicht, in denen Kakao angepflanzt wird. In den Kakaoplantagen von Ländern wie Nigeria oder Kamerun ist die Situation noch bedenklicher. Das heisst, die – zum Teil aus der Schweiz heraus operierende – globale Schoggi-Industrie hat kläglich versagt mit ihrem Versuch, bis 2010 einen unabhängig verifizierten Zertifizierungsprozess zu implementieren und damit den Skandal der Kinderarbeit zu entschärfen. Im Gegenteil: Aus den Tulane-Berichten geht hervor, dass die Zahl der Kinder, die derzeit auf Kakaoplantagen ausgebeutet werden, noch höher ist als in Vergleichsstudien des Jahres 2002.
Eine europäische Koalition von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, der neben der EvB auch Oxfam und Südwind angehören, fordert deshalb konkrete branchenübergreifende Massnahmen von Seiten der Industrie. Neun Jahre nach Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls ist dessen Einlösung überfällig.
Mehr Informationen auf www.childlabor-payson.org (Tulane-Studie) oder bei
Andrea Hüsser, Konsum-Campaignerin der Erklärung von Bern, konsum@evb.ch, 044 277 70 10
Quelle: http://www.evb.ch/p25017929.html