These 9: Die Art unseres globalen, markwirtschaftlichen Wirtschaftens ist in seinen Nebenwirkungen unbeherrscht. Neben dem monetären Anreiz müssen neue Anreize in den marktgesteuerten Wirtschaftskreislauf einfliessen.


Antwort: Ja. Zu erst einmal: Niemals zuvor haben wir Menschen einen so hohen Wohlstand erreicht. Wir haben desbezüglich die in der Menschheitsgeschichte erfolgreichsten Systeme geschaffen und verstanden, was die notwendigen Bedingungen für Wohlstand sind. Aber: Die Nebenwirkungen werden nicht beherrscht. Wir haben die für dauerhaftes Leben auf dieser Erde notwendigen Bedingungen noch nicht in unsere Wirtschafts-Systeme integriert.


Erläuterung: Die Wirtschaftssysteme stammen aus einer Zeit, wo nur sehr wenige Menschen einen Zugang zu den Gütern und Ressourcen dieser Erde bekamen. Das Leben vor der Industrialisierung war mit viel Leid verbunden. Aufklärung, Wissenschaften, Industrialisierung und freie Marktwirtschaft haben die Entfesselung der menschlichen Energien zur Schaffung von Gütern und Dienstleistungen zugelassen. Das Problem: Zu jener Zeit wurden manche Ressourcen der Erde als freie Güter angesehen. Oder als unbeschränkt nutzbare Güter. Heute wissen wir: Luft kann in verschmutzter Form globale Probleme verursachen. Rohstoffe können zur Neige und bedrohlich knapp und damit teuer werden (Öl, Wasser, Metalle,…)


Lösungsansatz: Die Kriterien zur Erstellung von Gütern und Waren dürfen sich nicht alleine am Gewinn der Anbieter bzw. dem Kostenvorteil des Käufers orientieren. Jedes Produkt sollte mit Informationen bezüglich seiner Erden- und Menschverträglichkeit versehen werden. Jeder Kunde könnte dann bei jedem Kauf eine Entscheidung für erdenverträgliche Produkte und Anbieter treffen. Jeden Tag, mit jedem Teil seiner Kaufkraft. Diese Macht ist die stärkste Einflusskraft, die wir auf der Erde haben. Stärker, als jeder staatliche Einzel-Haushalt. Notwendig dafür ist transparente Information/Klassifizierung, welche Produkte verlustarm mit den Ressourcen der Erde und Menschen umgehen.


Solche Produkte erfüllen möglichst weitgehend folgende Strategien:


1. Strategie der maximalen Bedürfnisabdeckung,


2. Strategie der Maximierung nicht-materieller Produktanteile,


3. Strategie der Dauerhaftigkeit (Produktdesign für verlustarme Nutzungskonzepte: A) Produkte nicht entsorgen, sondern weiterverwenden, B) Produkte durch gezielte Reparatur weiternutzbar machen. C) Fähigkeit zum Instandsetzen bzw. Hochrüsten, D) Produkt-Recycling statt Material-Recycling, E) zu allerletzt sollte das Produkt als Abfall zur Entsorgung anstehen),


4. Strategie der maximalen Nutzungsintensität


5. Strategie der Nachhaltigkeit der eingesetzten Ressourcen


z.B. cradle-to-cradle Ansatz