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(Ausschnitt der Antworten an meinen Twitter-Account @Bibliothomas)
Gestern habe ich noch am Abend über mein unerfreuliches Erlebnis in der S-Bahn in meinem Täglich-Om-Blog bei Utopia gesschrieben. Eigentlich passt das Thema so gar nicht zu meinen sonstigen Themen, aber ich musste es einfach loswerden.
Zufall, oder Schicksal. Da wir kurz zuvor die Blogs öffentlich geschaltet haben, konnte ich einen verkürzten Link (den ich mit dem Dienst www.tinyurl.com erstellt hatte) auf meinen Bericht in meinen Twitter-Account twitter.com/Bibliothomas einstellen und so öffentlich verbreiten. Dieser Link war war auch als Statusmeldung in meinem sozialen Netzwerk Facebook sichtbar und klickbar. Auch bei CHIP hatte ich einen Hinweis auf den Bericht in einem meiner Foren gepostet.
Wie eine Lawine überrollte mich in der Folge eine Welle der Zuwendung. In kürzester Zeit bekam ich direkt hier bei Utopia sehr liebenswerte Kommentare. Seid umarmt dafür. Kurz danach versuchten mich die Freunde, die es bei Facebook gelesen hatten, auf diversen Kanälen zu erreichen. Ich herze Euch alle zurück auf diesem Weg! Viele schrieben mir einfach liebe Zeilen, ganz viele entdeckten nebenbei Utopia. Und: So unerwartet viele berichteten mir von eigenen Gewalterfahrungen. Und davon, dass viele sich so allein gefühlt hatten, da nur selten Menschen geholfen hatten.
Irgendwann entspann sich eine Eigendynamik, an die ich gar nicht gedacht hatte. Bei Twitter schrieben mich wildfremde Menschen an und fragten mich, ob sie meine Geschichte verbreiten dürften. Was dabei rauskam, seht Ihr oben in Ausschnitten, es sind viel, viel mehr Reaktionen. In einigen Fällen übernahmen Freunde mit eigenen Portalen nach Rücksprache sogar die gesamte Geschichte in Ihre Webseite.
Ich selbst habe sehr viele wichtige Hinweise bekommen zum Thema Deeskalation, Gewaltprävention, Umgang mit Krisensituationen und habe mich selbst nochmal mit Gewaltfreier kommunikation nach Rosenberg beschäftigt. Dazu schreibe ich später bestimmt noch mehr.
Ich bin mir selbst nicht sicher, ob es daran liegt, dass es virtuell immer viel einfacher ist zu schreiben. Jedenfalls habe ich via Intenet die Zuwendung bekommen, die ich mir in der S-Bahn ansatzweise gewünscht hätte. Das soll natürlich keine Kritik an den lieben Kommentatoren sein!
Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden.
Ich danke Euch sehr.


Kommentare (9)
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Dude
schrieb am 05.11.2009 um 15:45 ¶Mir passiert es oft, dass ich nach einer Situation überlege, ob ich nicht in irgendeiner Weise hätte aktiv werden sollen. Glücklicherweise bei weitem nicht so agressive Situationen wie bei dir. Und wenn ich etwas gesagt habe, dann stand ich wie du meistens alleine da, oder bekam solche Ratschläge wie du: "Lass das lieber, der ist doch viel größer/stärker/agressiver als du!" Manchmal haben meine Reaktionen geholfen, oft auch nicht. Aber wenn andere mitgemacht haben (da kann ich mich leider nur an eine Situation erinnern), dann hat es geholfen.
Wäre schön, wenn sich häufiger jemand traut aufzustehen oder wenigsten mit-aufzustehen.
Mir geht bei diesem Thema der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass das Dritte Reich wahrscheinlich auch deshalb möglich war, weil sich die Leute lieber geduckt haben als mit-aufzustehen - es gab schließlich viele die für sie schon mal aufgestanden sind.
Berthild Lorenz
schrieb am 05.11.2009 um 15:52 ¶Wenn den meisten Menschen erstmal bewusst wird, weshalb manche Menschen sich so "bescheuert" verhalten, dann wird es kein Mensch mehr nötig haben, so um Aufmerksamkeit, zu buhlen ...
Rike
schrieb am 05.11.2009 um 16:08 ¶Aber es gibt zum Glück auch immer noch manchmal positive Beispiele. Und ich werd immer schon ganz angespannt, wenn das auch nur anfängt fies zu sein und überleg immer, wann ich eingreifen soll.........in diesem Sinne: Weitersagen - mit aufstehen! :-)
Berthild Lorenz
schrieb am 05.11.2009 um 15:48 ¶Und es werden immer mehr Menschen sensibilisiert und das ist es, worauf ich seit mehr als einem halben Jahrhundert warte! Das InterNETT eben!
Einfach toll und soooo wichtig! Das Wissen: Du bist nicht allein; es denken viele Menschen, wie du, das ist eine so große Wohltat!
Herzliche Grüße.
Berthild
berniewa
schrieb am 05.11.2009 um 16:19 ¶In einem Fall hatte ich es v.a deshalb angesprochen, weil der Raucher direkt neben einem Kinderwagen stand (evtl. war es sogar 'sein' Kind - daneben stand eine Frau, die er anscheinend kannte, vermutlich die Mutter des Kindes). Ich hatte ihn auf das Krebsrisiko hingewiesen, dem er das Kind aussetze. In dem Fall hatte ich nicht locker gelassen, auch mit dem Risiko mir einer Schlägerei einzufangen, und in diesem Fall hat der Mann dann tatsächlich doch die Zigarette ausgemacht, aber es schien zunächst eher, als wolle er gleich ein Messer ziehen ... (die anderen Leute haben mich auch nicht unterstützt, und wer weiß, wie sie reagiert hätten, wenn die Sache eskaliert wäre)
Besonders krass ist allerdings die Verdrehung von Opfer- und Täterschaft von Seiten der Passantin und das Schweigen der Übrigen, sogar als sie eigtl. ja nichts mehr zu befürchten hatten. - Das Alles hat bis heute anscheinend Tradition (hat psychologisch evtl. den Hintergrund dass "autoritäre Charaktere" gern den Opfern die Schuld in die Schuhe schieben, dazu ein Bedürfnis haben, nach unten zu treten und sich mit den Stärkeren (hier: den Tätern) zu identifizieren - schrieb so ähnlich z.B. auch schon Th. W. Adorno) - und solche Charaktere sind offenbar immer noch sehr weit verbreitet
-- und diese Einstellung lernen die Leute ja (bis heute) auch in Kindergarten und Schule, wo bis heute offenbar leider nicht genügend bewusst und kompetent dagegen angegangen wird (vgl. Mobbing etc, was als Thema in der Ausbildung bis heute, soweit mir bekannt ist, immer noch eine nur sehr marginale Rolle spielt)
Dude
schrieb am 05.11.2009 um 16:27 ¶Feivel60
schrieb am 05.11.2009 um 16:36 ¶MariaDonner
schrieb am 09.11.2009 um 20:17 ¶Dann kommen noch die Kommentare, alles auf sich beruhen zu lassen.
STOPP - alles war richtig, nur die Menschen drumherum haben nicht richtig gehandelt.
Ich hoffe, dass ich im Fall der Fälle aktiv werde. Das Bewusstsein habe ich.
Aber aggressive Menschen sind unberechenbar und ich hoffe, dass es mich im Extremfall nicht lähmt.
Ich sage Danke für den Bericht und für die vielen "Menschen" hier, die innerlich bereit gewesen wären eine Gemeinschaft gegen die Aggressoren zu bilden.
Denn nur darauf kommt es an
die Menschen zu stärken und dadurch den Aggressiven die Macht zu nehmen.
Ich wünsche mir einfach die Gemeinschaft, die das WIR lebt und die keine Macht duldet.
Anerkennung für Leistung ist keine Machtanerkennung sondern würdigt die Verdienste und die Fähigkeiten eines Menschen, die er für andere einsetzt.
Hannilein
schrieb am 15.11.2009 um 17:54 ¶Ich bin in 2 völlig anderen Foren, in denen sich viele Mitglieder auch richtig persönlich/livehaftig kennen - dass hat dann eine ganz andere Kultur.
Dennoch wurde ich diese Woche dann Ziel von "virtueller" Gewalt, bzw. Androhung durch entgleiste Mitglieder. Dabei erging es mir ähnlich. Ich schrieb zu einer erst spät erfahrenen, unschönen Sache, dass es jetzt reicht und man dies bitte nicht weiter in die Öffentlichkeit zehrt (mein Name, Emails und Daten tauchten plötzlich in einem anderen Forum auf). Mehr geschah meinerseits nicht mehr.
Daraus wurde jedoch ein Selbstläufer an dessen Ende, nicht nur der Angreifer aus dem Forum austrat, mich bedroht, sondern Andere mich plötzlich als den bösen Buben ansehen, weil ich ja gesagt hatte: "es reicht jetzt... "
Lange rede, kurzer Sinn: ich weiß noch nicht, ob diese Internet-Gemeinschaften und allen wirklich etwas bringen, außer Info-Austausch und Zeitvertreib.
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