"Wenig Ansprüche haben" heißt die 14. Shila der Zen-Gemeinschaft in Eisenbuch. Diese Handlungshilfe ist leicht ausgesprochen, schwer erfahren und noch schwerer eingehalten. Mein Gehalt ermöglicht es mir, weitgehend gedankenlos durch die Welt zu konsumieren. Ich glaube aber zutiefst, dass ein Weg aus der Misere der Welt im Allgemeinen und zu meinem persönlichen Glück im Besonderen nur darin liegen kann, jede Form der Unachtsamkeit zu beheben. Und unbedachtes Konsumieren nimmt hier definitiv eine Schlüsselstellung ein. Also habe ich mich dazu entschlossen, eine besondere Art des Verzichts zu üben: Einen Monat möchte ich nichts selbst bezahlen.
Natürlich läuft die Miete weiter und Essen für die Familie muss her. Aber alle Arten der Bezahlung übernehme im nächsten Monat nicht selbst. Ich muss mir entweder jemand suchen, der dies für mich tut. Oder ich muss einen Monat darauf verzichten. In jedem Fall muss ich mich mit meinen eigenen Konsumnöten und -gelüsten auseinander setzen, sie mir selbst oder anderen bewusst machen und sie reflektieren. Die Zwischenstationen und Ergebnisse werde ich hier berichten. Mal sehen, was passiert!
Wie findet Ihr die Idee?
Ich danke Euch sehr.


Kommentare (14)
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Hannilein
schrieb am 22.02.2010 um 17:02 ¶Ich hocke in meinem Büro, meine LG bringt alles mit, selbst im Lokal zückt sie die Brieftasche. Ich kann bis heute die Euro-Münzen gar nicht richtig unterscheiden. Bin ich wirklich mal unterwegs, kaufe ich dennoch nichts.
Klar hab` ich auch mal einen Tausender der Tasche, in der Regel aber eher ganz und gar nix........
Bada
schrieb am 22.02.2010 um 17:26 ¶Ich bin sehr neugierig auf Deine Erfahrungen.
berniewa
schrieb am 22.02.2010 um 17:29 ¶ich sag einfach: "nee , leute, diesen monat gibt's nix von mir. basta ."
die haferflocken und blaubeeren im bioladen nehm ich einfach so mit (beruf mich da auf mundraub)
mal sehen ...
Bibliothomas
schrieb am 22.02.2010 um 18:08 ¶Danke fürs "mal sehen". Das bedeutet, dass ich zumindest als schlechtes Beispiel dienen kann.
gerfi
schrieb am 22.02.2010 um 17:42 ¶Aber worin liegt Dein Verdienst, wenn du z.B. ein Konsumgut gerne hättest und dir dann jemand dieses kauft. Ok, du hast dafür kein Geld ausgegeben, aber das Objekt Deines Verlangens war vielleicht gar nicht nötig zu bezitzen.
Denke, wenn man so eine Erfahrung machen will, dann muss es wohl auf Verzicht herauslaufen und nicht auf ein mögliches "schnorren".
Aber ich glaube, es wird sicherlich Erkenntnisse bringen, die zu berichten, lesenswert sein werden
Bibliothomas
schrieb am 22.02.2010 um 18:04 ¶Was ist Grundbedürfnis und was ablegbarer Luxus? Und was beduetet mir wieviel?
Ich weiß auch noch nicht, worauf es rausläuft. :)
annekm
schrieb am 22.02.2010 um 19:03 ¶Nach kurzer anfänglicher Skepsis nach Lesen der Überschrift muss ich nun nach Lesen des gesamten Textes sagen: Ich finde Deine Idee wirklich gut! Wünsche Dir viel Erfolg dabei!! Vielleicht ahme ich das mal irgendwann nach :)
Bibliothomas
schrieb am 22.02.2010 um 20:40 ¶Unplugged
schrieb am 22.02.2010 um 21:49 ¶Zitat: "Natürlich läuft die Miete weiter und Essen für die Familie muss her"
Es gibt dann 2 Möglichkeiten, wie du schreibst:
"Ich muss mir entweder jemand suchen, der dies für mich tut. Oder ich muss einen Monat darauf verzichten".
Ich denke mal du wirst sehr viel Kreativität entwickeln um andere zu überzeugen, dass sie für dich bezahlen und weniger eine Antwort auf deine Frage zu finden, ob du wirklich Überflüssiges konsumierst.
Wäre es da nicht besser, wenn du dir, natürlich in Abstimmung mit deiner Familie, ein begrenzetes Budget setzt (alle fixen Ausgaben plus die Variablen, die ihr noch nicht als "gedankenlos" anseht).
Sinngemäß: Mein März mit begrenztem Budget.
Würde sich da nicht die eigentliche Frage eher beantworten lassen?
Ich vergleiche das mal mit Heilfasten, wo man sich für eine begrenzte Zeit intensiv mit seinen Ernährungsgewonheiten und im Idealfall mit der Nahrung im Allgemeinen auseinandersetzt versus
einer xy-Brigitte-Diät, wo das eben nicht oder kaum passiert.
Gut, es ist klar, Heilfasten und xy-Diät haben andere Primärziele.
Aber was ist langfristig in Bezug auf "bewußte Ernährung" erfolgreicher?
Dass beide zum Abnehmen nicht taugen wissen wir ja.
Sei es wie es ist: Interessant finde ich deinen Versuch allemal und bin gespannt wenn du berichtest.
sonnne
schrieb am 22.02.2010 um 22:03 ¶abanja
schrieb am 22.02.2010 um 22:20 ¶Alles eine Frage des Standpunkts.
Wer willst du sein?
Bibliothomas
schrieb am 22.02.2010 um 22:24 ¶Thomas_Meiseberg
schrieb am 25.02.2010 um 09:02 ¶Herzliche Grüße
Thomas
Bibliothomas
schrieb am 25.02.2010 um 10:45 ¶Kommentar schreiben
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