Die Idee: Im März starte ich einen Selbstversuch. Ich werde einen Monat lang nichts selbst bezahlen. Kein Geld in der Tasche, keine Kreditkarte, keine EC-Karte. Geschäftsreisen, Beruf, Familie, sogar ein Stück Urlaub - mein Leben geht ganz normal weiter. In diesem Blog berichte ich regelmäßig, worauf ich in und mich herum aufmerksam wurde.
Unfreiwillige Teilnehmer an meinem Experiment
Sehr berührt hat mich die Mail einer lieben Freundin, die mir bewusst gemacht hat, dass mein Versuch schnell arrogant wirken kann gegenüber denjenigen, die gar nichts einzuschränken haben, weil sie sowieso schon mit einem Minimum überleben müssen:
"Interessanter Versuch, den ich leider immer wieder unfreiwillig machen muss. Ich bin ja bei einer kleineren Firma, bei der die Kunden sehr unbeständig zahlen. Deswegen gibt es manchmal monatelang kein Geld - ich muss aber gestehen, das geht mittlerweile sehr gut ohne. Man kann (...) sehr komfortabel auf dem Niveau eines Hartz IV empfängers leben (...) Was bleibt da noch? Essen und Wohnen.
Ich überlege dabei schon immer auch, dass man den ganzen Quatsch gar nicht braucht - was wirklich stimmt. Konsum einschränken macht ziemlich frei...
Viel Spaß und viele erkenntnisreiche Erlebnisse bei deinem Versuch!"
Eine Achtsamkeitsübung darf keine Ego-Show werden
Meine erste Lerngeschichte habe ich schon hinter mir. Denn so eine Achtsamkeitsübung kann schnell zur Ego-Show werden, in der sich ein Besserverdienender darin suhlt, auch mal auf was zu verzichten. Dies wäre tatsächlich hochmütig und ein Schlag ins Gesicht all derer, die nichts zu verzichten haben.
Wer mich kennt, weiß, dass ich schon jetzt mein Einkommen und die Chancen, die ich vom Leben bekommen habe, vor allem als Verpflichtung gegenüber denjenigen sehe, die dies aus bestimmten Gründen nicht erleben. Diese Achtsamkeitsübung hat ein Ziel: Ich glaube, dass sich die Welt nur ändert, wenn sich jeder für sich zum Guten wendet. Dazu muss aber jeder auch erst einmal sich seiner bewusst sein und versteckte Mechanismen offenbaren, um sie dann ändern zu können. Und - passend zu Utopia - vermute ich, dass mein Konsumverhalten einen der Hebel darstellt, mit dem ich mit mir un der Umwelt heilsam umgehe.
Ich werde mir die Geschichte jedenfalls sehr zu Herzen nehmen und hoffe sehr, niemand zu nahe zu treten. Im Gegenteil. Ich hoffe, dass ich allen, die das so erleben, noch näher komme und mehr Menschen in Nähe zu einander bringe, Kontakt zwischen verschiedenen Leben herstelle.
Ich danke Euch sehr!


Kommentare (3)
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Steffen Walter
schrieb am 23.02.2010 um 10:30 ¶Sebs
schrieb am 23.02.2010 um 22:41 ¶Trotzdem wird sicher viel bei rauskommen ;)
abanja
schrieb am 25.02.2010 um 11:42 ¶Kommentar schreiben
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