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(Floating, Foto@Biblio, Seattle 2009)
Für Soziologen und Philosophen ist es ein alter Hut. Wir leben in einer Zeit der Bastelbiographien und haben die große Geschichte, wie es Lyotard mal gesagt hat, verloren. Klingt intellektuell schick, individuell ist es ein Drama. In der Familie, im Beruf, ständig muss sich jeder einzelne auf veränderte Bedingungen einstellen. An keinem Abend gehe ich als der ins Bett, als der ich aufgestanden bin.
Im Tai Chi, im Yoga, im Karate, ja in ganz vielen Sportarten ist es eine Binsenweisheit, dass man sich zuerst zentrieren lernen muss, bevor man nach vorne geht. Ich beobachte, dass wir viel zu wenig Zeit dafür verwenden, unsere Mitte zu finden. Wir hetzen in diese und in jene Richtung. Wir werden atemlos, weil wir schon wieder die Richtung wechseln sollen. Und wir werden doch nie ankommen.
Es gibt kein erreichbares Ziel außerhalb von uns selbst
Wie wäre es, wenn wir den Blick einmal von den Pseudozielen abwenden. Wenn wir die Karotte vor unserer Nase an ihrer Schnur erkennen? Dann sehen wir unser eigenes kleines Kajak und können harmonisch mit dem Wandel überall hintreiben. Wenige Paddelschläge genügen dank dieser Methode, wenn wir uns auf die Veränderung direkt einstellen. Und je stärker der Strom ist, desto mehr müssen wir in unser eigenes kleines Boot investieren. Nur wenn es komplett dicht ist und sich geschmeidig um uns schmiegt, können wir jedem Bach und jedem Wildstrom folgen. Und natürlich können wir so auch gegen den Strom schwimmen, oder Klippen umschiffen. Aber wir müssen mit uns und unserem Atem in Kontakt sein. Jetzt, hier.
Dieser Kontakt zu sich selbst ist der Brückenpfeiler zu den anderen. Von hier aus kann passieren, was mag. Denn das eigentliche Ziel ist immer bei uns, in uns.
Ich danke Euch sehr.


Kommentare (4)
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lukita
schrieb am 21.02.2010 um 20:26 ¶gerfi
schrieb am 22.02.2010 um 08:45 ¶Das Laute auf dieser Welt,
wird nicht von der Weisheit getragen,
das Stille
aber wird von ihr geführt
Bibliothomas
schrieb am 22.02.2010 um 09:19 ¶acte
schrieb am 22.02.2010 um 21:28 ¶Bhagavadgita
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