Vielen wird die Problematik "Palmöl" bekannt sein. Wer sich dazu noch einmal informieren möchte, den verweise ich auf diese Seite: >>klick<<
Nachdem ich schon einmal hier nachgefragt habe, ob jemand Seife ohne Palmöl kennt, habe ich mich auch einmal selber auf den Weg gemacht. Der für mich nächstgelegene Supermarkt ist Kaufland*.
Und zu meiner Überraschung und erstmal kurzen Freude bin ich dort fündig geworden und habe einfach mal alle Seifen ohne Palmöl notiert:
FA Bar Soap - Vitalizing Aqua
FA Bar Soap - Cream & Oil (Cacao Butter & Coco Oil)
FA Bar Soap - Refreshing Lemon
NIVEA creme soft
Kappus - FRESH DEO2 Desodirerende Seife - grün
Kappus - FRESH DEO2 Desodirerende Seife - pink
Kappus - FRESH DEO2 Desodirerende Seife - blau
Kappus - NAUTIK extra fresh (mit Meeresalgen)
CD Milde Seife - Wasserlilie
SPEICK natural
Nun ist zwar in allen Seifen kein Palmöl drin, aber zu den anderen Inhaltsstoffen kann ich keine Angabe mache, da ich davon wirklich nichts verstehe. Da müsste man sich eigentlich auch noch mit beschäftigen.
* Ich werde von Kaufland nicht bezahlt. Finde nur, dass es hilfreich ist, wenn der Leser auch gleich weiß, wo er die Seife findet.


Kommentare (16)
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Deine Aktivitäten finde ich sehr lobenswert. Wären alle Verbraucher so kritisch wie Du, hätte unsere Sauberkeit wohl einige sehr schmutzige Begleiterscheinungen weniger.
Allerdings ist es, wie Du ja auch schreibst, ziemlich schwierig, festzustellen, welche Stoffe sich tatsächlich in einer Seife befinden. Zwar ist es bei Seifen (und generell bei Körperpflegemitteln) seit über 10 Jahren EU-weit gesetzlich vorgeschrieben, sämtliche Inhaltstoffe mit einem Anteil >1% auf der Verpackung anzugeben (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Kosmetik-Inhaltsstoffe ).
Allerdings hat die Sache einen Haken: wenn auf der Liste irgendeine Bezeichnung ein "palm" enthält (z.B. "palmitoyl oxostearamide") heißt dies zwar definitiv, daß dieses Produkt unter Verwendung von Palmöl (bzw. Palmfett, Palmkernöl oder Palmkernfett) hergestellt wurde.
Der Umkehrschluß ist jedoch leider nicht möglich. Auch Produkte ohne solch eine verräterische Bezeichnung können unter Verwendung von Palmöl hergestellt worden sein (und sind es auch meistens).
Inhaltstoffe wie "Sodium Laureth Sulfate", "Natriumlaurylsulfat" u.ä. werden z.B. meistens aus Palmöl hergestellt. Eine Liste derartiger Substanzen findest Du hier: http://www.pro-ject-pool.ch/palmoil_free/?page_id=2
Auch die Produkte, die Du oben genannt hast, wurden wahrscheinlich unter Verwendung von Palmöl hergestellt.
Z.B.
"FA": dies ist ein Henkel-Produkt. Henkel ist ein traditioneller Palmöl-Verwender, wie auch diversen Utopia-Threads zu entnehmen ist. Kaum anzunehmen, daß Henkel speziell bei dieser Produktlinie auf Palmöl verzichtet und weniger billige Grundsubstanzen verwendet.
NIVEA creme soft: enthält Sodium Laureth Sulfate, i.a. billigst aus Palmöl hergestellt.
Kappus: verwendet ebenfalls Palmöl in ihren Produkten, wie der Homepage zu entnehmen ist.
CD: diese Seife könnte tatsächlich palmölfrei hergestellt sein (vielleicht sicherheitshalber beim Hersteller nachfragen). Allerdings wird ihr hauptsächliches Tensid aus Rindertalg hergestellt, für Veganer wahrscheinlich ein Tabu.
danke für die Informationen. Das macht die Angelegenheit natürlich um einiges komplizierter.
Dann werde ich mich nochmal intensiver damit beschäftigen.
Es wird aber ziemlich deutlich, warum die "Politik mit Einkaufswagen" ernste Probleme hat. Diese basiert darauf, dass die Konsumenten auch die entsprechenden Informationen haben. Wenn aber schon der Kauf von Palmöl-freier Seife so kompliziert ist, sehe ich schwarz...
Quelle: http://www.kappus-seife.de/pages/kundeninfo/umwelt.html
CD: Enthält "Sodium Palm Kernelate", das aus Palmkernöl gewonnen wird. Also: Palmöl ist drin.
FA: Enthält "Sodium Laureth Sulfate", das (wie bastler bereits schrieb) meist aus Palmöl gewonnen wird.
SPEICK natural: Enthält "Caprylic/Capric Triglyceride", das meist aus Palmöl gewonnen wird.
NIVEA Creme Soft: Konnte hier kein "Sodium Laureth Sulfate" entdecken.
FA, NIVEA, CD und SPEICK enthalten alle Glycerin, was potentiell palmölhaltig ist.
Siehe auch (unter "Wissenswertes"): http://produkte-ohne-palmoel.jimdo.com/produkte-ohne-palm%C3%B6l/kosmetika/
Jedenfalls enthalten diese Seifen alle "Sodium Tallowate", das aus Rindertalg gewonnen wird (wie bereits von bastler angesprochen). Ob man da nicht indirekt Massentierhaltung und die bei konventionellen Schlachtereien verbreitete Tötung im Akkord unterstützt? Es mag auch die Frage berechtigt sein, ob "Sodium Tallowate" eigentlich neutral riecht oder ob da nachgeholfen werden muss.
Und schon ist man bei den vielen anderen Stoffe, die sich in "normaler" Seife finden. Spätestens da muss Otto Normalverbraucher kapitulieren, aber es dürfte berechtigt sein, bei diesen Bezeichnungen vielfach von (erdölbasierter) Chemie auszugehen. Insofern ist Skepsis angebracht.
Eine gute Alternative sind die ALEPPOSEIFEN aus Syrien, die ohne Palmöl, ohne Rindertalg und ohne sonstige Zusatzstoffe auskommen. Es gibt sie - z.T. auch in bio - z.B. von den Anbietern Alepp, Najel, Finigrana, Zhenobya. Auch im Weltladen hat man gute Chancen, Alepposeifen zu bekommen.
Eine weitere Liste zu den Bezeichnungen für Palmöl (bitte auch die dort beigefügte pdf-Datei beachten): http://produkte-ohne-palmoel.jimdo.com/deklaration/
Der "Palmöl-Schnellcheck": http://produkte-ohne-palmoel.jimdo.com/palm%C3%B6l-schnellcheck/
Deshalb habe ich NIVEA gefragt, ob man ausschließen kann, dass sich Palmöl im verwendeten Glycerin befindet.
Die Antwort zeigt, dass man es nicht ausschließen kann. Hier der Auszug, der beispielhaft die ganze "Glycerin-Problematik" ( http://produkte-ohne-palmoel.jimdo.com/produkte-ohne-palm%C3%B6l/kosmetika/ ) deutlich macht:
"[...] Sie erkundigten sich, ob für die Herstellung des Glycerins in der NIVEA Soft Cremeseife Palm- oder Palmkernöl verwendet wird.
Beiersdorf bezieht direkt kein Palmöl zur Herstellung von Kosmetika und produziert auch keine weiterverarbeiteten Stoffe auf der Basis von Palmöl bzw. Palmkernöl. Allerdings setzen wir, wie generell in der Kosmetikindustrie üblich, in einer Reihe von Produkten erforderliche Hilfsstoffe wie Emulgatoren und Tenside ein (Fettalkohole, Fettsäuren und Glyceride). Diese Produkte werden üblicherweise auf der Basis von mineralischen und pflanzlichen Ölen hergestellt; Pflanzenquellen sind beispielsweise Kokosnussöl, Rapsöl, Palmöl und Palmkernöl. Einzige Ausnahme: In einer Festseife wird ein Inhaltsstoff verwendet, der direkt verarbeitetes Palmkernöl enthält.
Beiersdorf ist sich seiner Verantwortung für die Gesellschaft und für kommende Generationen bewusst. Daher hatten wir bereits im Jahr 2009 unsere Rohstofflieferanten kontaktiert, um mehr Informationen über deren Verwendung von Palmöl/Palmkernöl in der Herstellung von Emulgatoren und Tensiden zu erhalten. Auf Grund der komplexen Lieferketten (Einkauf auf Spotmärkten) und Handelsstrukturen gibt es hier offenbar nach Angaben unserer Lieferanten große Schwierigkeiten bei der Rückverfolgung. So ist nach den uns vorliegenden Informationen der weitaus überwiegende Teil unserer Rohstoff-Lieferanten derzeit nicht in der Lage, die genaue Rohstoffquelle für die jeweiligen Derivate nachvollziehbar zu machen. [...]"
Wie einsam und verlassen man agiert, zeigt sich spätestens, wenn man sieht, wie palmölhaltige Kosmetik-Produkte auf Utopia als "grüne Produktneuheiten" beworben werden:
http://www.utopia.de/magazin/neueste-produkte-nachhaltiger-hersteller?all
http://weisse-liste-palmoel.de.to/
.
.
Abgesehen von den Seifen unter der Überschrift "Andere Seifen", scheinen mir diese ansonsten ohne Palmöl-Zusätze zu sein (Stand vom heutigen Tag und ohne Gewähr):
http://www.wolkenseifen.de/index.php?cat=c2_Naturseife-Naturseife.html#2
Diese auch:
http://www.seifenmanufaktur-vintage.com/Palmoelfreie-Seifen/Palmoelfreie-Naturseifen/?XTCsid=e58609b161dba7365dd895b5c49691f1
- NIVEA creme soft
- SPEICK natural
Die Antwort von NIVEA, die ich in meinem Kommentar vom 05.03.eingestellt hatte, bezog sich allgemein auf das bei NIVEA verwendete Glycerin. Auf meine nochmalige Nachfrage teilte NIVEA mit:
"Bei unseren Festseifen wird kein Glycerin zugesetzt. Es entsteht in der Tat, wie von Ihnen richtig vermutet, bei der Herstellung der (Grund)Seife.
Im Fall der Creme Soft Festseife ist weiterhin kein Palm(kern)öl enthalten."
Während "SPEICK natural" größtenteils (vielleicht auch ausschließlich) natürliche Inhaltsstoffe enthält, ist dies bei "NIVEA creme soft" nicht der Fall.
Beide genannten Seifen enthalten - anstelle von Palmöl - "Sodium Tallowate" (aus Rindertalg). Weiteres dazu: s. oben
Alternativen ohne Palmöl oder Rindertalg: s. oben oder http://www.utopia.de/gruppen/palmoel-ist-nicht-nachhaltig-1031/diskussion/seife-ohne-palmoel-200279
sie brauchen ein relativ festes Fett bwz. dickflüssiges Öl/Fett, um FEST zu sein. Palm- und Kokosfett sind solche. Palm(kern)öl ist billig und vorteilhaft in der Produktion der Seife. Und alle anderen Pflanzenöle/-fette sind teurer und wären daher nicht wettbewerbsfähig. Daher gibt es im Grunde KEINE Seife heutzutage, die ohne Palmöl auskommt. Es sei denn, man stellt sie selbst her aus selbst gewählten Ölen, was sehr aufwändig ist und verzichtet auf eine immer gleiche feste Qualität der Seife. Oder ist bereit, mehr Geld für Seife von regionalen oder im Internet zu findenden kleinen Seifenmachern zu bezahlen. Da hört für die meisten wahrscheinlich die Umwelt-Verantwortlichkeit auf, schätze ich ;-).
dazu ist der deines Vorkommentators fredegar lesenswert.
Einige palmölfreien Alternativen hat er zB hier zusammengetragen
http://www.utopia.de/gruppen/palmoel-ist-nicht-nachhaltig-1031/diskussion/seife-ohne-palmoel-200279
beste Grüße
mela
der einzige Grund, warum Palmöl zur Seifenherstellung verwendet wird, ist dessen niedriger Preis.
Manchmal hört man, die Verwendung von Palmöl sei unbedingt erforderlich, um der Seife eine feste Konsistenz zu verleihen.
Das ist allerdings wohl eher als Scheinargument zu bewerten, das die Verwendung von billigem Palmöl rechtfertigen soll, indem fiktive technische Sachzwänge vorgegaukelt werden, die jedoch in der Realität nicht existieren.
Denn schon seit Jahrzehnten werden Öle und Fette gehärtet, um daraus Streichfette, Seife u.a.m. herzustellen. Eine feste Seife läßt sich aus nahezu beliebigen Ölen herstellen, die nach Bedarf entsprechend gehärtet werden (übrigens wird auch Palmöl für diesen Zweck oft gehärtet).
Andererseits sind bereits seit Jahrhunderten z.B. die Seifensieder in Aleppo in der Lage, aus Olivenöl, ohne jegliche Verwendung von Palmöl oder gehärteten Fetten, eine Seife zu fabrizieren, die nicht nur über eine sehr feste Konsistenz verfügt, sondern zudem (über die Gebrauchsdauer gerechnet) nicht teurer ist als die ganzen billigen Industrieseifen aus Palmöl.
die Links von Fredegar sind gut, ich selbst benutze (z.B. auch übers Internet) ebenfalls selbstgemachte Seife.
Interessante Seiten dazu z.B. "www.naturseife.com" und "http://de.wikibooks.org/wiki/Seife_herstellen".
Allerdings, Mr. bastler, stimmt es trotzdem, dass nicht nur die Billigkeit sondern auch die Konsistenz von Palmöl mit dazu beiträgt, dass sie von der Industrie gerne genommen wird.
Wer schon mal selbst Seife gemacht hat oder sich darüber informiert hat, weiß, dass die festeren Fette wichtig für die Formstabilität der Seife sind, da die gesättigten Fettsäuren dieser Fette die Seife härter machen in dem Sinne, dass sie bei Auseinandersetzung mit Wasser nicht so leicht auseinandergehen und aufweichen. Beim Seifenmachen mischt man härtere mit fließenderen und mit pflegenden Fetten. Statt Palmöl nimmt man Kokosöl und evtl. auch bestimmte Margarinen wegen der bereits gesättigten Fettsäuren, die es fester als Öl machen.
Die altbekannte Aleppo-Seife aus Olivenöl, die schon sehr wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, wird sehr aufwändig im Heißverfahren (so 200°) hergestellt und dann auch noch bis zu 9 Monate lang gelagert. So kommt sie insgesamt zu ihrer Härte.
Dieses Verfahren ist etwas anders als bei dem sogenannten Kaltverfahren der hausgemachten Seifen, die man auch nicht unbedingt mehr als 3-4 Monate reifen lassen sondern bald benutzen möchte.
... ;-) ...
Saaba