94 Jahre ist er alt und irgendwie scheint es, als ob Stéphane Hessel die gleiche Kraft und den gleichen Elan wie vor 72 Jahren aufbringt, um seiner Meinung Luft zu machen, wie damals, als er der Résistance beitrat.

Er ist der Meinung, dass jeder Mensch dazu aufgerufen sein sollte, sich dafür einzusetzen, die eigene Gesellschaft so zu bewahren, dass man auf sie stolz sein könne.
Hessel ist sich sicher, dass die Résistance nur deshalb so viel Stärke aufbringen konnte, indem sich deren Mitglieder über die bestehenden Problem, Ungerechtigkeiten und Missstände empörte.

"Mischt euch ein, empört euch!"

Doch leider scheint manchem unsere modernen Welt viel zu komplex zu sein. Wie ist das System aufgebaut, wer befiehlt und wer entscheidet? Das "Kreuz und Quer" scheint immer verworrener und undurchdringlicher zu werden. Viele sehen nur noch sich selbst, das eigene kleine Umfeld und richten ihren Blick nicht mehr auf das Wichtige.

Wo ist nur der Charakter des "ohne-mich"-Typens hin?!

"Suchet und ihr werdet finde!"

Hessel denkt, dass viele die Probleme gar nicht sehen (...oder auch nicht sehen wollen?!). Doch die zwei größten neuen Menschheitsaufgaben unserer Zeit sind für jeden erkennbar.

Da gibt es einmal die immerwährend größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, die Spezialität des 20./21. Jahrhunderts. Das Loch reicht von weniger als 2 Dollarn am Tag bis zu einem Vermögen von 69 Mrd Dollarn...
Das zweite Problem besteht aus der Verbindung von Menschenrechten und dem Zustand unseres Planetens.

Empörung lohnt sich, Empörung wird verändern.