... viel anstrengender als ich dachte. Abgesehen davon, das bei mir momentan einiges an Chaos herrscht, habe ich mir auch noch diese gewaltige Aufgabe vorgenommen, die mein Ego auch auf keinen Fall vernachlässigen will.
Also hier eine kleine Zwischenbilanz:
- Unsere Vorratsschränke werden immer leerer! Es sind diverse Dinge zum Vorschein gekommen, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren (Kichererbsen in Dosen - Hat jemand nen Rezeptvorschlag?)
- Meine Einkaufsspaziergänge werden immer ausgedehnter, da ich ja nicht mehr "mal eben" in den Supermarkt um die Ecke rennen kann. Meine jetzt normale Einkaufstrecke liegt bei 30 Minuten (pro Weg). Wobei der Rückweg (Berg hoch mit Einkäufen in Händen und auf dem Rücken) gefühlt doppelt so lang dauert.
- Die ersten 3 Handel auf Netcycler sind erfolgreich abgeschlossen. Ich bin ganz gierig auf mehr. Also tretet fleißig bei und bietet euer Zeug an!
- Ich habe jemanden gefunden, der mein Brautkleid mit einem Finanzaufwand von etwa 200 € schneidern kann. Dazu gehört auch die Verwendung von Biobaumwolle. Juppie!
- Der angedachte Wechsel des Stromanbieters zu Greenpeace hat sich erledigt, da wir schon Ökostrom vom örtlichen Versorger bekommen.
- Meine Ernährung hat sich verändert. Zum positiven. Auch wenn ich immer noch recht viel nasche (bekomme leider immer noch nicht ökorrekten Nachschub von Oma) habe ich mir angewöhnt häufiger mal Grießbrei mit Obst zu essen, statt Schokolade, die vom anderen Ende der Welt kommt.
So, das ist es fürs erste. Jetzt werde ich noch was Ordnung schaffen, bevor ich mich gegen drei in die Kälte Wuppertals stürze.
Achso, eine Ergänzung noch: Ich habe mir erlaubt meinen Vorsatz einmal im Monat zu umgehen. Der Selbstversuch soll ja mein Konsumbewusstsein sensibilisieren und nicht mich quälen. Deshalb hab ich mir im Januar einmal italienischen Lieferservice gegönnt. Für März wird es der Kauf einer CD sein. Ich bleibe aber insofern strickt, als das ich mir nur einmal im Monat einen nicht ökorrekten Konsum leisten werde


Kommentare (12)
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Hier noch ein Rezeptlink zur Verwertung der Kichererbsen:
http://www.brigitte.de/rezepte/rezepte/indische_kueche_kichererbsen-moehren-curry
(selbst leider noch nicht getestet, aber klingt doch sehr lecker und kann sicher ökorrekt angepasst werden, wenn es da Probleme geben sollte)
Freut mich zu lesen, das ich gern gelesen werde!
Hier mein Lieblingsrezept mit Kichererbsen
http://www.naturkost.de/rezepte/view_recipe.php?sb_id=3369
und auch sonst überhaupt gibts in der Datenbank gute Rezepte. Vielleicht kennst du die Zeitschrift Schrot und Korn ja aus Deinem Bioladen.
Noch eine Anmerkung zum Ökostrom: Vielleicht hast du ja schonmal diverse Ökostrom-Diskussionen hier auf Utopia gesehen. Ich würde an Deiner Stelle mal prüfen, ob es sich beim Ökostrom-Angebot Deines örtlichen Versorgers um echten Ökostrom oder um eines der vielen Modelprodukte handelt. Häufig wird Ökostrom mittels RECS-Zertifikaten "grün" gewaschen. Bei seriösen Anbietern wie Greenpeace natürlich nicht. So zahlen viele Ökostromkunden einen Aufpreis, ohne dadurch wirklich etwas für die Umwelt oder die Energiewende zu bewirken.
Ansonsten find ich toll, dass du hier berichtest und bin gespannt auf mehr. Überfordere dich nicht, sonst wirds dir irgendwann zu viel und du gehst wieder zurück in Dein altes Leben.. :-)
viele Grüße!
Melanie
Hier mal der Link zu unserem "Öko"-Stromanbieter.
http://www.wsw-online.de/energie/Preise_Tarifrechner/Preise_PK/StromGruen_01_2008.htm
Schreibt mir doch einfach eure Meinung, ob ihr ihn seriös oder trügerisch findet. Bin gespannt auf eure Einschätzungen!
Danke für Deine Rückfrage, gerne..also:
Ein echter Ökostromversorger sollte:
- zeitgleich zum Kundenlastprofil Ökostrom einspeisen (lassen) (zeitgleichheit ist RECS-Zertifikaten nicht gegeben)
- nicht mit konventionellem Strom handeln (sonst kann es sein, dass du diesen Strom quersubventionierst)
- Invesititionen in regenrative Kraftwerke tätigen
- Keine Investitionen in konventionelle Kraftwerke tätigen (sonst finanzierst du diese Investitionen mit)
- strukturell und finanziell Unabhängig von konventionellen Energiekonzernen sein (sonst finanzierst du diese Konzerne mit)
Die Kriterien halte ich deshalb für wichtig, weil du ja mit deinem Ökostrombezug auch etwas bewirken willst. Du willst ja nicht nur auf dem Papier Ökostrom haben, sondern es soll der Umwelt ja auch was bringen, immerhin zahlst du dafür auch mehr.
Die WSW würde ich daher ganz sicher nicht zu einem echten Ökostromanbieter zählen. Über 30% gehören GDF, ein großes französisches Gasunternehmen.
Die meisten Tarife der WSW werden größtenteils mit konventionellem Strom versorgt:
http://www.wsw-online.de/energie/Download/Gesetze_Verordnungen/Stromkennzeichen.pdf
Sie bieten dir also gern einen teuereren Ökostromtarif an, aber wer sagt dir, dass sie nicht einfach den Ökostrom dir geben und den anderen ein bißchen mehr Normalstrom?
Weiterhin beteiligt sich das Unternehmen an einem neuen Kohlekraftwerk. Wo bleibt da die Energiewende?
http://www.wsw-online.de/energie/Erzeugung/Steinkohlekraftwerk%20Wilhelmshaven
Auf ihrer Haupt-Energieseite wird natürlich nur der kleine Windpark erwähnt, den sie gekauft haben
http://www.wsw-online.de/energie
Hm, sorry, das Urteil ist hier wirklich sehr eindeutig. Das einzige, was noch für den Tarif spricht, ist das OK Power Label.
Kannst ja mal auf der Seite www.atomausstieg-selber-machen.de nachschauen, da sind ein paar echte Ökostromanbieter empfohlen - von vielen glaubwürdigen Umweltverbänden.
viele Grüße!
mela
danke für die Auseinandersetzung mit unserem Stromanbieter. Das ist ein Gebiet auf dem ich ganz schnell den Überblick verliere und bin deshalb dankbar wenn andere Leute mir eine verkürzte Übersicht schicken!
Grade ist die Entscheidung für Naturstrom gefallen. So schnell kann man mich überzeugen
das ist schön, mit Naturstrom machst du nichts falsch. Kenne mehrere Naturstromkunden und es war immer alles top. Anmelden geht ja auch online, hast du vielleicht schon gesehen :-)
viele Grüße!
mela
heute war ich in unserer Stadtbücherei. Dort stand ein Buch das zu Deinem Versuch paßte.Es hieß "No Shopping" .Die Autorin weiß ich nicht mehr, aber sie hat auch für ein Jahr diesen Versuch unternommen.Ich habe es nicht mitgenommen, aber vielleicht wäre es für Dich auch interessant in Deiner Stadt mal in der Bücherei zu stöbern.Ich bin schon lange dort.Sogar Zeitschriften leihe ich mir dort aus.Das bringt zum einen eine finanzielle Ersparnis und zum anderen spart es Papier und jede Menge Platz.
Gruß
Andrea Wulff
grundsätzlich finde ich das Bücherei-Prinzip klasse! Für mich ist es leider ( und ich hab es ausprobiert!) ungeeignet. Ich wache Nachts auf und hab ne Textstelle im Kopf und kann nicht eher einschlafen, bis ich sie nachgeschlagen habe. Deshalb habe ich mir angewöhnt Bücher die mich interessieren auch zu besitzen. Allerdings kaufe ich grundsätzlich keine neuen Bücher. Ich nehme sie gerne Menschen ab, denen sie nur ein Klotz am Bein sind. Somit haben gleich zwei Seiten etwas davon. Zu diesem Zweck empfehle ich auch die Seite www.netcycler.de
Schön finde ich, dass mir mein Freund sogar zum Geburtstag ein gebrauchtes Buch organisiert hat. Ich suche es schon lange, hab es (weil noch relativ neu) noch nicht gebraucht gefunden. Er hat es geschafft und mir damit eine riesen Freude gemacht.
Was das Buch "No Shopping" angeht, so ist es von Judith Levine. Wenn ich es bei Gelegenheit mal finde (und zusätzlich noch die Zeit es zu lesen) werde ich berichten, wie es mir gefallen hat. Es steht jetzt auf jeden Fall auf meiner Liste!