![[image]](http://sedl.at/Fotos/2008/Protest-Radfahrt/small/Vortrag.jpg)
Auch in Österreich ist Atomkraft ein Thema. Schon seit Jahren gibt es hierzulande Proteste gegen das slowakische Atomkraftwerk Mochovce, das vom österreichischen Baukonzern "Strabag" ausgebaut werden soll (ohne Sicherheitshülle!). Die Umweltschutzorganisation "Global 2000" hat Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner interviewt, um ihn nach seiner unternehmerischen Verantwortung zu fragen. Er findet klare Worte:
* Zunächst überrascht er damit, dass er wegen des ungelösten Abfallproblems strikt gegen Atomkraft ist.
* Er verwehrt sich jedoch dagegen, die ausführenden Unternehmen als "Geisel" zu nehmen. Mehr als seine Meinung zu äußern, könne er nicht tun. In der Demokratie trage vielmehr die Bevölkerung die Verantwortung. Aufgabe der Umweltschutzorganisationen wäre es, "eine Mehrheit zu beschaffen". Dass die ausführenden Bauunternehmen eine Mitschuld an etwaigen Folgen der Atomkraft (siehe Kinderkrebs-Studie) haben, lehnt er entschieden ab.
Was meint ihr: Hat er Recht? Oder tragen Unternehmer auch immer eine persönliche Verantwortung?
Ich finde, Haselsteiners Position ist nicht ganz falsch: Wenn eine Mehrheit für etwas ist, dann kann sich eine Minderheit nicht so ohne Weiteres darüber hinwegsetzen. Und in Osteuropa ist eine große Mehrheit leider für Atomkraft. Umweltprobleme sind dort (noch) kein großes Thema; die Menschen haben andere Sorgen. Aber auch in Deutschland haben bei der letzten Bundestagswahl die Parteien, die gegen den Atomausstieg sind, eine Mehrheit bekommen. Die Wähler hätten durchaus auch anders entscheiden können; die Wahl ist regelrecht zu einer Volksabstimmung über die Atomkraftnutzung geworden. Wir dürfen uns also bei den Wählern "bedanken" und müssen sie umstimmen - nicht nur die Politiker und Konzernchefs, die den Willen der Wähler bzw. Kunden und Eigentümer umsetzen.
Aber gerade weil die nötige Mehrheit noch nicht "beschafft" wurde, ist es richtig, Konzerne wie Strabag öffentlich zu kritisieren und sich Gehör zu verschaffen. Hier geht es zur Petition von Global 2000.
Für weitere Informationen empfehle ich die Fragen und Antworten zu STRABAG und Mochovce von Greenpeace.


Kommentare (14)
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berniewa
schrieb am 01.10.2010 um 19:18 ¶Eine dieser übergeordenten Fragen könnte ungefähr folgendermaßen formuliert werden:
Werden genügend derjenigen Güter (inkl Dienstleistungen) produziert, die wichtig sind dafür, dass für alle - auch künftige Generationen - ein Leben auf dem Planeten möglich ist, das zumindest ein 'menschenwürdiges' Minimum erreicht. Verbunden ist dies auch mit Fragen der Verteilung dieser Güter (inkl. Dienstleistungen).
Dann sollte sich jedes Unternehmen immer wieder fragen, ob es dafür voraussichtlich einen Beitrag leistet, oder dies im Gegenteil vielleicht sogar behindert - und sich auch nach bestem Wissen und Gewissen informieren und darüber nachdenken, welche Folgen, auch welche Risiken, das eigene Konzept beinhaltet.
(ich setzte mal ein Mindestmaß an eigenem ethischen Anspruch voraus, sonst wäre noch zusätzlich die Frage nach Objektivität der Werte zu klären, auch wenn sie von den Subjekten abgelehnt werden. Das würde hier aber zu weit führen. Dazu evtl: Franz von Kutschera: ... Ethik (2. Aufl. 1998).
Ohne einen solchen erweiterten Horizont werden Unternehmen allzu leicht zu Handlangern von unguten Verhältnissen, bis hin zu 'Verbrechen' (im ethischen Sinn des Wortes)
Die Ausrede: "Wenn ich es nicht mache, macht es jemand anderes" ist ja (bekanntlich ?) auch in anderen Fällen gerade, worauf z.B. Diktatoren etc zählen, denn wenn sich die Leute konsequent weigern würden, derart mit schlechten Verhältnissen zu 'kollaborieren', wäre so manche Diktatur erst gar nicht an die Macht gekommen, oder schnell wieder gestürzt worden. Das gilt im Großen wie im Kleinen.
Natürlich ist es aber theoretisch leichter gesagt, als im Alltag praktiziert, denn ethisch perfekt korrektes Verhalten ist unmöglich und es ist auch nie so ganz leicht zu sagen, wo die jeweils konkreten Grenzen sind, bzw welche Abwägungen 'ethisch richtitg' sind z,B. Familie ernähren versus heldenhaften Widerstand leisten etc. Sicher ist aber, dass es gerade
.d e s h a l b. auch oft so schwer ist, .w e i l. zu viele sich zu schnell herausreden mit Sätzen wie oben, oder wie "ich kann da sowieso nichts machen".
berniewa
schrieb am 01.10.2010 um 19:29 ¶Dazu gibt es übrigens interessante Überlegungen bei John Rawls: A Theory of Justice 1971 in den Kapiteln über zivilen Ungehorsam innerhalb einer Demokratie. (Rawls ist für ein Recht auf zivilen Ungehorsam sogar gegen formal demokratische Mehrheitsbeschlüsse, wenn die Minderheit trotz ihrer sonstigen Befürwortung der Demokratie die Mehrheitsmeinung aus Gewissensgründen nicht verantworten kann.)
Allerdings ist das jetzt sehr grundsätzlich. Der beschriebene Fall ist ja offenbar keineswegs ein so heldenhaft motitiverter Fall von zivilem Ungehorsam aus ethisch 'hochstehenden' Prinzipien heraus.
Da bin ich sehr auf der Seite von Global 2000, Greenpeace etc.
Maria_L
schrieb am 01.10.2010 um 20:23 ¶Ich finde schon, daß ein Unternehmer immer persönliche Verantwortung trägt.
Wo soll sich sonst etwas ändern, wenn alle nur da zu ihrer Meinung stehen wollen ,wo es garantiert nicht weh tut?
"Zunächst überrascht er damit, dass er wegen des ungelösten Abfallproblems strikt gegen Atomkraft ist.
* Er verwehrt sich jedoch dagegen, die ausführenden Unternehmen als "Geisel" zu nehmen. Mehr als seine Meinung zu äußern, könne er nicht tun."
Ich habe alles getan, damit ich heute als Unternehmerin Dinge tun kann, zu denen ich auch stehe.
Ich bin schon sehr oft -vor meiner jetzigen Selbständigkeit- an genau diesem Punkt gestanden:
"Mach ich's nichts, macht's ein anderer, also mach ich es oder lass ich es?"
Meistens habe ich mich für lassen entschieden...auch den einen oder anderen Ärger mit Arbeitgebern deshalb gehabt.
Ich kann also nicht gerade behaupten, daß diese Einstellung meiner Karriere sehr förderlich war.
Und als Unternehmerin muß ich auch erst mal ein paar Jahre erfolgreich sein, um überhaupt wirklich mitreden zu können.
Ich will also niemanden verurteilen, der Mitarbeiter und Familie zu versorgen hat und deshalb Zugeständnisse macht.
Steffen Walter
schrieb am 02.10.2010 um 11:31 ¶Und @ "Maria_L": "Ich will also niemanden verurteilen, der Mitarbeiter und Familie zu versorgen hat und deshalb Zugeständnisse macht."
Klar, das will ich auch nicht. Hier gehe ich so weit konform, wie es sich um "einfache" Angestellte/Mitarbeiter handelt. Die herausgehobene Position von Herrn Haselsteiner bietet ihm aus meiner Sicht aber ganz andere Möglichkeiten zu agieren (und materiell/finanziell dürfte der Herr "ausgesorgt" haben). Siehe in diesem Zusammenhang auch den Ethik-Kodex - http://bit.ly/avXbNe - (insbesondere S. 11 und 12 - Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und Nachhaltigkeit) und das Leitbild - http://bit.ly/dwv10Q (-> Strabag SE -> Leitbild -> Gesellschaftliche Verantwortung/Nachhaltiges Handeln) des Unternehmens. Wenn das nicht nur hohle Worte sein sollen, müsste er anders handeln.
Hannilein
schrieb am 02.10.2010 um 11:24 ¶Man kann dies zwar akzeptieren, dulden oder was auch immer, aber nicht als Ausrede nehmen.
Ich persönlich habe und werde immer (solange ich es mir wirtschaftlich erlauben kann) persönliche Verantwortung übernehmen. D.h. auch weiterhin werde ich Aufträge oder Produkte ablehnen, die aufgrund der Herstellung, Anwendung, o.ä. für mich aus ökologisch/ethischer Sicht nicht vertretbar sind.
Beispiele:
regelmäßige Anfragen zu riesigen Batteriebänken, für Menschen, die im Süden eine Finca oder Casa haben und für Betrieb von Pool, Whirlpool, Klimaanlage, u.s.w. ein Diesel-Aggregat den ganzen Tag rattern lassen. Da man auf Solartechnik oder einen sparsameren Umgang verzichten will, weil man günstig an Brennstoff kommt, wird alle paar Jahre die Neuanschaffung der Akkus (das sind dann manchmal um 1.000 kg!) notwendig. Wir klären immer erst auf, dann lehnen wir ab.
Das betrifft auch mal Solaranlagen für Wärme oder Strom, deren Anwendung völliger Blödsinn sind (Betrieb einer Kaffeemaschine,...)
Zuletzt lehnte ich z.B. die Belieferung des Militärs (Campingklos für Afghanistan) und einer Baustelle an der abermaligen Erweiterung des Frankfurter Flughafens ab.
Mit ist klar, dass Andere den Auftrag annehmen - na, wenn schon.........
Maria_L
schrieb am 02.10.2010 um 12:46 ¶Das ist genau der Knackpunkt, wo ich auch immer am Schwanken bin.
Ausschließlich alle, die so argumentieren, wie Haselsteiner, argumentieren mit der Wirtschaftlichkeit, Arbeitsplätzen, Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, die ja schließlich alle Familien haben und Kredite für Hausbau abzahlen müssen...u.s.w.
Das ist eine Gratwanderung, die mir manchmal auch schwindlig macht.
Mario_Sedlak
schrieb am 03.10.2010 um 18:28 ¶Auch wenn Philosophen das anders sehen: Ethik ist nicht objektiv begründbar sondern ein aus Übereinkunft akzeptiertes Regelwerk. Anders als demokratisch kann es meiner Meinung nach nicht begründet werden. Die Minderheit muss nicht schweigen, aber kann nicht so ohne Weiteres die Denkweise der Mehrheit für einen Irrtum erklären, den es zu berichtigen gilt. Wie will sie das machen? Wir wollen doch keine Truppen in die Slowakei senden, um die Atomkraftwerksbaustelle zu besetzen, oder?
Natürlich sollten auch Unternehmer an den gesamten Planeten denken, aber man kann wohl nicht verlangen, dass sie ihre Gewinne dem Gemeinwohl opfern oder sogar Verluste schreiben, während die Konsumenten das Billigste kaufen und so ihren Profit maximieren. Daher sehe ich letztlich die Konsumenten und Wähler als die Gruppe mit dem größeren Einfluss und der größeren Verantwortung.
berniewa
schrieb am 03.10.2010 um 23:38 ¶Das ist nicht direkt davon abhängig, für wie rational begründbar sie ethische Werte jenseits von Mehrheitsbeschlüssen halten. Aber da sind noch 2 Haken: Mehrheitsbeschlüsse für irgendwie 'gut' oder 'bindend' zu halten, ist selbst auch ein Wert, der nicht selbst durch Mehrheitbsbeschluss 'begründbar' ist ;`) Und: Die Positionen, welche die jeweiligen Individuen bei den Mehrheitsbeschlüssen favorisieren, wie begründen sie die für sich selbst? Mit Würfeln? - Nur so eine kleine Notiz zum Nachdenken ;`)
Damit behaupte ich freilich nicht, dass eine Wertebegründung eine leichte Sache wäre ;`) Vielleicht ist da sogar - zumindest ab einer bestimmten Zone (z.B. wo 'man' zu so etwas wie den 'letzten Prämissen' kommt) - der letzte Satz von Wittgensteins Tractatus anzuwenden.
Rawls übrigens versucht sich das Problem dadurch vom Hals zu schaffen, dass er (v.a. in späteren Modifikationen seiner Theorie) betont, dass er nur eine Theorie von Gerechtigkeit auf einer 'politischen', aber nicht darüber hinaus 'moralischen' Ebene vorgestellt habe. Mir scheint das aber letztlich eine graduelle Frage zu sein, d.h. ich halte diese 'politische' für eine (echte) Teilmenge der moralischen Gerechtigkeit, nicht für eine grundsätzlich andere 'Ebene'.
p.s. Neben dem von mir oben schon erwähnten Franz von Kutschera: Grundlagen der Ethik. Berlin, 2. Aufl. 1998, ist auch sehr gut: Thomas Nagel: Die Grenzen der Objektivität (dt. Übersetzung einiger Vorlesungen von ihm) und das ebenfalls von Th. Nagel später verfasste Buch: Das letzte Wort (Orig: The last Word) - meine eigene Position dazu ist aktuell ein bisschen anders, vgl. dritten Absatz (wo ich Wittgenstein erwähne)
Mario_Sedlak
schrieb am 05.10.2010 um 19:45 ¶http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/wie-koennen-wir-erreichen-dass/antworten/14809
Wie die jeweiligen Individuen ihre Positionen bei den Mehrheitsbeschlüssen favorisieren, kann ich dir leicht erklären: In guter Näherung finden sie das gut, was ihren Profit steigert (z. B. Steuererhöhungen sind gerecht, wenn sie andere treffen; Autobahnen/Stromleitungen/Kraftwerke/etc. sind sicher nötig, aber doch nicht gerade "hier"; wir brauchen 100% Ökostrom, aber nur 5% kaufen Ökostrom; ...). Es gibt Ausnahmen von dieser Regel, die durch die Gefühle der Menschen erklärbar sind, d. h. letztlich bestimmen ihre Gefühle, welche Position sie favorisieren.
berniewa
schrieb am 06.10.2010 um 12:43 ¶Für Mehrheitsbeschluss M1 könnte zwar evtl durch Mehrheitsbeschluss M2 beschlossen werden, dass M1 bindend ist, aber was ist dann mit M2? Und so weiter ohne Ende. Es sei denn die Beteiligten bringen je für sich das Ethos mit, dass alle oder einige M für sie bindend sind. Dann ist das aber durch ihre eigene persönliche Begründung begründet, der diesen Beschlüssen quasi 'vorausgeht' - und sei es so primitiv, wie "Hauptsache, mir gehts gut" (gibt's ja tatsächlich) oder die von dir erwähnte Profitorientierung
Die meisten Leute denken evtl darüber gar nicht nach, weil sie da einfach ein konventionelles Ethikkonzept haben (überwiegen unbewusst), so etwa wie "das ist doch selbstverständlich" oder "das ist einfach so üblich" u.s.w. Wenn man aber darüber nachdenkt, reicht das nicht.
Vielleicht ist es auch eine Art von unbewusster Strategie, schwierige Begründungsfragen zu vermeiden, weil sie unbequem sind (das ist kein Vorwurf und keine Polemik); immerhin haben sich da ja schon Leute wie I. Kant und andere die Zähne dran ausgebissen (mit nur bescheidenem Erfolg).
Interessant finde ich da auch ein interessantes - empirisch gestütztes - Modell der Moralentwicklung von Lawrence Kohlberg at al., bei dem die Orientierung an Mehrheitsbeschlüssen die vorletzte Stufe ist vor einer Begründung durch den Glauben an selbstgewählte ethische Prinzipien (die ggf. mit religiösen übereinstimmen können)
Das ist, nebenbei, sehr kompatibel mit meinem theoretischen Argument oben, dass sich eine solche Begründungsstufe quasi auch gedanklich aufdrängt (auch wenn ich da im Ergebnis Wittgenstein (Tracatatus ...: "es zeigt sich" und "worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen" etc.) näher bin, als z.B. Kant.
p.s: Ob von nichts nichts kommt, würde ich z.B. physikalisch gar nicht mal als unumstößlich annehmen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass absolut zufällig aus dem Nichts etwas entsteht ;`)
Maria_L
schrieb am 06.10.2010 um 13:37 ¶Auf die Gefahr hin, daß ich das Thema verfehle, weil ich jetzt bei der Praxis bleiben und nicht näher auf die philosophischen Grundsatz-Thesen eingehen möchte.
(Die machen bekanntlich auch den moralisch motiviertesten und verantwortungsvollsten Unternehmer nicht satt ;-)
Man sollte als Unternehmer einfach wagen, das Pferde andersrum aufzuzäumen.
Nicht, was will die Mehrheit?
Sondern: welche Überzeugung habe ich und wie will ich die praktisch in meinem Unternehmen leben?
Es finden sich dann auch die Auftraggeber, die eine ähnliche Überzeugung haben und das mit tragen.
Wenn ein Unternehmer anfängt zu jammern, ich würde ja gerne...aber dafür gibts keinen Mehrheitsbeschluss...dann ist die Überzeugung einfach nicht fest genug und dazu darf er -wegen mir- auch gerne stehen und andere Werte hochhalten (Arbeitsplätze schaffen).
Kein Unternehmer braucht die Mehrheit hinter sich, sondern nur eine passende Zielgruppe.
Nicht mehrheitsfähige -aber innovative- Geschäftsideen haben dabei oft die besten Chancen.
Klar, daß das nicht immer so gut funktioniert, wie ich es hier schreibe.
Aber die Zielsetzung sollte es doch sein, daß ich mich an meinen eigenen Werten orientiere und nicht an der Mehrheitsfähigkeit, wenn ich als Unternehmer Verantwortung tragen möchte.
Dabei ist zu unterscheiden: Wir sind hier beim Thema Unternehmensführung und nicht in der Politik mit demokratischen Mitteln.
In der Politik betrachte ich -wenn auch zähneknirschend- demokratische Mehrheitsbeschlüsse für bindend.
berniewa
schrieb am 06.10.2010 um 13:41 ¶Mario_Sedlak
schrieb am 08.10.2010 um 14:41 ¶@Maria_L: Ja, ein Unternehmer braucht keine absolute Mehrheit sondern eine passende Zielgruppe, also eine hinreichend große Zahl von "Stimmen". Ein Automechaniker, der aus Gewissensgründen nur rein elektrische Autos reparieren will, kann (heute) genauso wenig existieren wie ein Installateur, der nur bestgedämmte Häuser mit reiner Solarheizung (mit 10 000 l Wasserspeicher) anbieten will - und er würde mit seinem Verhalten wahrscheinlich auch nicht viel bewirken. Der Konsument kann mit Kaufboykott i. A. mehr bewirken als ein Unternehmer mit Lieferboykott. Das ist meine Kernthese.
Noch ein Beispiel zur Verdeutlichung: Wenn ich Bio-Karotten haben will, muss ich auch ihren höheren Preis akzeptieren. Der Landwirt wird kaum Bio-Karotten anbauen, wenn er sie nur zum Preis von konventionellen Karotten verkaufen kann. Es wäre meines Erachtens unethisch, hier dem Bauern die Verantwortung unterzuschieben.
roy.ly
schrieb am 09.04.2012 um 14:18 ¶fordert Dr. Dr.-Ing. habil. Gerhard Saeltzer
im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin Anlgela Merkel
> https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SiteGlobals/Forms/Vorschlaege/vorschlag_abstimmung_captcha-formular.html
Bitte voten und mit weiteren Beispielen ergänzen!!!
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