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Auf Utopia ist der Klimaskeptiker Klaus Ermecke aufgetaucht. Er behauptet, den Treibhauseffekt widerlegt zu haben und führt die globale Erwärmung auf eine Zunahme des "blauen Himmels" zurück, wobei er sich auf Daten der NASA beruft. Diese Theorie dürfte im deutschen Sprachraum noch relativ neu sein, da ich bei meinen Recherchen dazu fast nur auf englischen Websites fündig wurde.

Was ist von der Theorie zu halten?

Die Wolkenbedeckung der Erde wird seit den 1980er Jahren von Satelliten gemessen und scheint tatsächlich mit der globalen Temperatur zu korrelieren:

* Viel Wolken = kühler
* Wenig Wolken = wärmer

Das ist aber keine sensationelle Neuigkeit sondern lässt sich im Weltklimabericht nachlesen, wonach die Wolken im langjährigen Trend zu einer Abkühlung führten, die der globalen Erwärmung entgegenwirkte.

Die Zunahme der Bewölkung im Laufe der Jahrzehnte kann man mit der zunehmenden Luftverschmutzung erklären. Vereinfacht gesagt: mehr Schwebstoffe = mehr, aber kleinere Tropfen = hellere Wolken. Seit den 1990ern wird die Luft dank besserer Abgasfilter wieder sauberer und man beobachtet auch bei den Wolken keinen Abkühlungstrend mehr.

Die "Zunahme des blauen Himmels" ist also nicht die Ursache der globalen Erwärmung sondern nur die Rückkehr zum normalen Zustand, nachdem der Mensch zuvor eine zunehmende "globale Verdunkelung" verursachte.

Widersprüche

Was die Theorie des blauen Himmels nicht erklären kann:

* Das Muster der Erwärmung (besonders hoch in hohen Breiten und über Kontinenten) stimmt mit den Vorstellungen von Treibhauseffekt (und Eis-Albedo-Rückkopplung) überein.

* Die beobachtete Temperaturerhöhung erfolgte überwiegend im Winter und nachts - zu Zeiten, in denen der Treibhauseffekt in der Bilanz mit Sonneneinstrahlung besonders ins Gewicht fällt.

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2694.pdf

* Die Klimarekonstruktion der letzten 2000 Jahre zeigt keine so großen Schwankungen wie die gegenwärtige globale Erwärmung, und diese geringeren Schwankungen lassen sich auf die Sonne und Vulkane zurückführen. Für länger andauernde Veränderungstrends ohne äußerem Antrieb gibt es keinen Beleg.

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Book_chapters/Rahmstorf_Zedillo_2008.pdf (S. 14-15)

Mein Fazit

Von Klaus Ermeckes Entdeckungen und Widerlegungen ist genauso viel zu halten wie von Leuten, die eine unerschöpfliche Quelle von "freier Energie aus dem Hyperraum" entdeckt oder die Einsteinsche Relativitätstheorie widerlegt haben wollen. Meine Sammlung von Fakten über den Klimawandel muss ich nicht umschreiben.