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* Ökostromkaufen ist einfach: Vier unabhängige Anbieter, die von Umweltorganisationen empfohlen werden, stehen zur Auswahl.
* Ökostrom ist nur wenig teurer.
* Der Wechsel geht schnell und ist risikolos.
* Laut Umfragen gibt es zig Millionen Atomkraftwerksgegner in Deutschland.
* Doch nicht mal 1 Million Haushalte beziehen Ökostrom von einem der vier empfohlenen Anbieter, insgesamt sind es 2-3 Millionen.
Wie ist das zu verstehen?
Ein Artikel der TAZ führt als mögliche Gründe an:
1) Gerade weil der Kauf von Ökostrom ein politisches Signal ist, könnte das auf potenzielle Kunden abschreckend wirken. Sie verbinden mit solchen Botschaften kleine, unprofessionelle Organisationen.
2) Der altbekannte Unterschied zwischen Sagen und Tun (als Beispiel wird der Gewerkschafter, der beim Discounter einkauft, genannt)
3) Viele reden sich ein, dass ein Wechsel nichts bringt.
4) Bequemlichkeit
5) Sorgen vor technischen Problemen bei der Stromlieferung (völlig unbegründet, da jeder den gleichen Strom aus dem gleichen Netz bekommt)
Weitere Vermutungen aus einem etwas älteren TAZ-Artikel:
6) Lästig, weil man sich überlegen muss, ob es wirklich einen politischen Unterschied macht
7) Strom ist etwas Technisches, was traditionell in den Zuständigkeitsbereich der Männer fällt, während die meisten Atomkraftwerksgegner weiblich sind.
8) Viel technisches Infomaterial, aber wenig persönliche Beratung
Bemerkenswert ist, dass die überwältigende Mehrheit nicht einmal zu einem billigeren Stromanbieter wechselt. Ein Grund mag sein:
9) Strom ist ein langweiliges Produkt.
Wie können wir Atomstromgegner zu Ökostromkunden machen?
"Den letzten Kick zur Atomstromkündigung bekommen die meisten von sympathischen Konsumvorbildern aus dem Bekanntenkreis", heißt es im aktuellen TAZ-Artikel. Das erscheint mir plausibel. Vielleicht sollten auch die Ökostrom-Firmen mehr mit "sympathischen Konsumvorbildern" werben? Die Aussicht auf soziale Anerkennung und Bewunderung (= Eigennutz) könnte mehr Leute ansprechen als der Appell, für die Umwelt oder die Allgemeinheit einen Beitrag zu leisten. Marketing-Fachleute, was meint ihr?
Eine andere Möglichkeit - auf Utopia derzeit erstaunlich wenig beachtet - sind Wechselpartys. Vielleicht möchte einer der Utopisten welche veranstalten? Im Raum Wien würde ich mich als Experte für allfällige Fragen gerne zur Verfügung stellen. Wechselparty-Erfinderin Ulla Gahn war so erfolgreich, dass sie unter anderem mit dem Utopia-Award 2008 ausgezeichnet wurde.
Warum wechseln?
63% der Österreicher gaben bei einer Umfrage an, gegen Atomstromimporte zu sein. Dafür würden sie sogar einen höheren Strompreis bezahlen. Aber nur ca. 1% sind tatsächlich zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt.
Würden tatsächlich 63% der Haushalte Ökostrom kaufen, könnten die Politiker gegenüber großen Stromkonzernen, die Kohle- und Atomkraftwerke bauen wollen, argumentieren: Die Bevölkerung will etwas anderes!
So aber argumentieren Stromkonzerne: Die Bevölkerung will den billigen Strom!
Wenn du Atomkraftwerksgegner bist und dennoch keinen Ökostrom kaufst (obwohl es aufgrund deiner Wohnsituation möglich wäre), dann poste bitte deine Gründe als Kommentar!


Kommentare (40)
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berniewa
schrieb am 08.10.2010 um 21:29 ¶Allerdings darf auch nicht unterschätzt werden, wie viele Leute offenbar immer noch recht wenig über die (Hinter)Gründe der Sache wissen.
Und wenn dann noch in Nachrichten gemeldet wird, dass Vattenfall einen der weltgrößten Windparks baut, dann denken viele Leute vermutlich schnell, dass doch ein Wechsel gar nicht nötig sei, z.B. weil sie dann unter anderem die Tatsache vergessen, dass echte Ökostromanbieter deutlich .m e h r. Prozente ihres Umsatzes in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren (und bei mehr Kund_innen dies nicht ändern würden und daher noch viel mehr dafür tun könnten und tun würden, als die AKW & Kohlekraftwerksbetreiber, auch wenn sie mittlerweile selbst die Windbrance etc für sich entdecken (schon allein weil sie wissen, dass da die Zukunft liegt)
Ein wirklich gutes Rezept habe ich leider auch nicht. Die Aufklärungsarbeit sollte vielleicht noch offensiver, schlauer, witziger sein, aber ohne an Kompetenzeindruck zu verlieren; und beliebte 'prominente Persönlichkeiten' sollten dafür gewonnen werden, dabei mitzumachen
Bada
schrieb am 08.10.2010 um 22:10 ¶Das ist zum Verzweifeln! Ich habe einen Aufruf zum Wechseln (wirklich höflich) gestartet in dieser Gruppe, und bin ganz entgeistert angeschaut worden, auch von Mitgliedern der Grünen und der SPD.
Ein Lehrer, der auch mit seinen Schülern mit dabei sein will, gab mir zur Antwort:
Wechseln bringt doch nichts, dann bekommen die anderen, die keinen Ökostrom beziehen, noch viel mehr Atomstrom.
Hiiiiilfeeee - ich fasse es nicht. Hat jemand eine Idee für eine wirklich kurze einprägsame Antwort oder einen Vergleich.
atomstromfreie Grüße
inaktiver User 38734
schrieb am 08.10.2010 um 22:28 ¶http://umweltinstitut.org/radioaktivitat/allgemeines/atominfo_kampagne-768.html
An den Antworten die Du bekommst, kann man sehen das die Propagandalügen der Atomlobby doch leider sehr gut bei dem "dummen" Volk greifen !
Speziell auf das letzte Argument kannst Du erwidern, wenn alle Ökostrom abnehmen werden die großen 4 ihren Atomstrom nicht mehr los und müssen zwangsläufig abschalten.
Mario_Sedlak
schrieb am 09.10.2010 um 08:51 ¶Ich verweise als Hauptargument auf die "Volksabstimmung", an der man durch die Wahl seines Stromanbieters teilnimmt. Da macht es eben schon einen Unterschied, ob 1% oder 40% für eine Energiewende stimmen. Ökostrom ist eine Form des deutlich sichtbaren Protests.
Das Problem mit dem Argument "die anderen bekommen dann mehr Atomstrom" ist, dass es leider wirklich stimmt. Der Strommix wird durch die geförderten Einspeisetarife verändert, durch die Ökostrom-Anbieter vernachlässigbar wenig. Siehe meinen älteren Blogbeitrag http://www.utopia.de/blog/sedl/was-ist-guter-oekostrom und die Kommentare dort.
acte
schrieb am 08.10.2010 um 22:44 ¶berniewa
schrieb am 08.10.2010 um 23:33 ¶Manchmal hilft aber z.B. doch der Hinweis, dass echte Ökostromanbieter deutlich mehr Prozente ihres Umsatzes in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren - und insofern ein Wechsel die Energie'wende' insgesamt beschleunigt.
Daran scheinen viele Leute einfach oft nicht zu denken bzw es gar nicht zu wissen, und zumindest bringt es sie oft doch zum Nachdenken, wenn sie nicht ganz verbohrt sind. Wenn dann noch der eine oder andere zusätzliche Tropfen kommt, von anderswoher, am nächsten Tag vielleicht u.s.w. dann geht's vielleicht doch wie bei dem Satz "steter Tropfen höhlt den Stein."
charli4rb
schrieb am 09.10.2010 um 00:07 ¶Die Ökostromanbieter dürfen nicht teurer sein. Dann werden sich mehr für diese Anbieter interessieren.
Ich bin Postbankkunde und würde gern zu Lichtblick wechseln, Aber in den Vertragsbedingungen wird gefordert, das man der Einzugsermächtigung zustimmt. Das bringt mich aber mit einem sehr unregelmäßigen Einkommen immer wieder in die Lage, das ich mich darum sorgen muß..... Also keine Einzugsermächtigung und keinen Ökostrom.
Andere Lösung: Private dezentrale Energiequellen in mittlerer Größe ( 20 bis 100 kW/ Wasserkraft, Windkraft, Blockheizwerke, aber keine Photovoltaik!) die über diese Ökostromanbieter mehrere Stromkunden versorgen. Sinn der Aktion: Die Stromkunden errichten sich ihr Kraftwerk, zahlen über Lichtblick z.B. die Durchleitungsgebühr , aber mit der Energiemenge wird nicht gehandelt, sondern nur die "Erzeugung" vergütet.... Und wenn ich meinen Strom selbst verbrauche, bezahle ich auch nur die Durchleitung, da könnte schon ein ordentlicher Preis machbar sein.
berniewa
schrieb am 09.10.2010 um 01:11 ¶- Nachweislich wechseln viele Leute nicht einmal zu einem billigeren Anbieter. Allein daran kann's also nicht liegen.
- Außerdem ist bei einem so eminent wichtigen Thema die Frage, ob da zu sparen nicht an der falschen Stelle gespart ist. Umgerechnet wie viele Cent / Tag ist es denn wirklich, was ein echter Ökostromanbieter mehr kostet?
- Nicht zu vergessen: Ich kenne mehrere Leute, die sowohl ein unregelmäßiges, als auch ein niedriges Einkommen haben, die sich davon aber nicht abhalten lassen, Kundinnen/Kunden bei Ökostromanbietern zu sein, allerdings ist von ihnen keine/r bei Lichtblick sondern sie sind bei Naturstrom, EWS und Greenpeace Energy - natürlich nicht jede/r bei allen, sondern nur je eine/r bei einem der drei ;`)
Mario_Sedlak
schrieb am 09.10.2010 um 09:20 ¶Fragt sich nur, ob damit viel bewirkt wird. Wenn man keinen höheren Strompreis zahlt, kann man nicht erwarten, dass damit neue, teurere Ökostrom-Kraftwerke gebaut werden. Und Einspeisetarife sind wirkungsvoller als Subventionen für Ökostrom-Anbieter. Also ich sehe keinen Grund, Ökostrom künstlich zu verbilligen.
Und zu deiner anderen Lösung: Ich kann leider nicht nachvollziehen, wieso du glaubst, damit wärst du billiger dran. Kleine Kraftwerke sind teurer als große. Und es ist nicht sinnvoll, deine Blockheizkraftwerke laufen zu lassen, während der aktuelle Großhandels-Strompreis (der sich jede Stunde ändert) gerade im Keller ist. Deine Windräder müssten den Strom der Allgemeinheit verkaufen, sonst bekommst du keine Einspeisetarife und sie werden sich kaum rechnen. Was missfällt dir so am Energiehandel?
Pirat-der-Freiheit
schrieb am 09.10.2010 um 13:50 ¶Finanzierbar wäre es z.B. aus sehr hohen direkten Steuern, die auf Kohle- und Atomstrom erhoben werden könnten, zusätzlich evtl auch aus einer hohen Steuer auf Flugbenzin (die Idee habe ich schon anderswo mal gelesen und finde sie recht gut), denn leider sollen die ja noch mindestens 10 Jahre lang laufen.
Falls - was sehr unwahrscheinlich ist - schon in viel weniger als 10 Jahren alle Leute zu Ökostromanbietern gewechselt sein sollten, wären natürlich zu überlegen, was mit den AKW und Kohlekraftwerken geschehen soll - denn die Ökostromanbieter würden sie vermutlich nicht übernehmen ;o) Aber das ist leider so unwahrscheinlich, dass es sich nicht lohnt lange darüber nachzudenken. Daher also eine sehr hohe direkten Steuer auf Kohle- und AKW-Strom zur Subventionierung der EE,
und dies am besten gleich europaweit, oder zumindest in länderübergreifenden Kooperationen (auch im kleineren Maßstab, als z.B. bei Desertec / Trec, aber im Prinzip ähnlich, und nicht Desertec ausschließend, sondern als eine Kombination dieses Modells mit anderen, die stärker dezentral sind). Europaweit könnte auch eine sehr hohe Steuer auf die Verbrennung von Schweröl durch Schiffe erhoben werden, deren Erlös ebenfalls für die Subventionierung der Energierevolution verwendbar wäre
raumdaenserin
schrieb am 09.10.2010 um 10:06 ¶ich hielte mich zwar schon längst als nicht konform mit
so vielen dogmen' das ist so, das macht man eben so' !
... für das telefonieren war eben die telekom zuständig und der
strom kam eben schon seit jahrzehnten von der bewag.
Da ich schon seit jeher mit verträgen mein problem hatte ...
mißtrauen, ob ich das richtig verstehe, kleingedrucktes etc.
mußte ich mich ein wenig überwinden, war dann aber auch sehr stolz
auf den vollzogenen wechsel !!! ;-)
..und so ähnlch empfinde ich auch die bedenken bei anderen ...
heute noch...ein mißtrauen, ob die ökos das wirklich ehrlich meinen.
viele menschen wissen schon nicht mehr wem und
was sie glauben können. die infos sind so umfangreich ...
sicherlich macht sich da ein gewisses phlegma breit ... und
'schließlich ist der alltag schon anstrengend genug'.
allerdings gegen atom-kernspaltung auf die straße gehen und
aber atomstrom beziehen ... das finde ich schon ziemlich skuril :-))
charli4rb
schrieb am 09.10.2010 um 19:36 ¶..... der Handelspreis für die MWh wird an der Strombörse in Leipzig verhandelt und liegt so um 50 Eur, manchmal auch nur bei 35 Eur. Windkraft z.B. wird mit 92 Eur in den ersten fünf Jahren und dann mit 50 Eur vergütet - in Deutschland. Die "Gestehungskosten" liegen wohl bei 40 €. Die Quellen sind bekannt und auffindbar.
Noch immer gibt es Nachtspeicheranlagen. Der Bau wurde von den Energieversorgern gefördert und die Nachtstrom- kWh kostete 8 Pfennig. Heute werden dafür 14 ct, entspricht 28 pf oder 280 Eur/ MWh verlangt.
Der Preis hats sich fast vervierfacht! Ja jetzt heißt es, es ist unsinnig mit Strom zu heizen.
Wenn man diese Nachtspeicheröfen mit Windenergie aus dezentralen Anlagen betreiben kann wäre das doch sicher ein Schritt in die richtige Richtung.... Warum gibt es eigentlich keine Windkraftanlagen für den privaten Betreiber, die so groß sind, das sie den Energiebedarf eines Hauses decken könnten oder soviel Energie einspeisen können, das am Ende des Monats 1000 Eur gezahlt werden? Und es gäbe bestimmt Interessenten - sicher, wenn das Preisleistungsverhältnis stimmt. Die aktuellen Anlagen sind noch meilenweit dabvon entfernt.
Übrigens, die Förderung für die erneuerbaren Energien werden in der Stromrechnung gesondert ausgewiesen, und schlagen mit 30 % zu Buche. Wißt ihr wie das auf den Verbraucher wirkt? Das ist auf jeden Fall kein Argument, Ökostrom zu bevorzugen.
mela
schrieb am 09.10.2010 um 23:45 ¶mfazzi
schrieb am 09.10.2010 um 23:36 ¶"Sorgen vor technischen Problemen bei der Stromlieferung (völlig unbegründet, da jeder den gleichen Strom aus dem gleichen Netz bekommt)"
als einzigen diskutabel bei den Argumenten derer, die bei keinem Ökostromanbieter unterzeichnen.
Mit Diskutabel meine ich, dass ich verstehen würde, wenn viele wegen Punkt Fünf nicht umstellen.
Und im Grunde haben wir doch hier auch zugegebenermaßen das Delta, oder nicht?
Die Nachfrage nach Ökostrom ist vergleichsweise gering.
Das Angebot an konventionellem Strom ist groß, die Regierung blockt neue Technologien und zögert sie hinaus, d.h. der Anteil des grün erzeugten Stroms ist nicht "großgenug". Stand jetzt zu dieser Sekunde. Ja, er ist ausbaufähig, wird ausgebaut, aber dazu bedarf es ja mehr, mehr Investitionen, mehr Gelder weg vom schwarzen Strom, hin zu sauberem usw
Viele sehen sich doch damit dann in ihrer alltäglichen Nutzung bedroht. Kann ich waschen, Haare föhnen, kochen, surfen, telefonieren gleichzeitig? Liegen die energieintensiven Betriebe still? Kann weiteroperiert werden im OP, gehen die Geräte nicht und jemand hops? Werde alle Serverräume gekühlt, laufen alle Rechenzentren, reicht der Strom? Die Börsennotierungen sekunden-, taktgenau? Was ist mit allen Fließbändern dieser Welt, was ist mit just-in-time Produktionen, was ist mit Konventionalstrafen, wenn Lieferzeiten nicht eingehalten werden, weil Transportwege wegen Strom nicht zur Verfügung stehen? Was wenn....und dieses WAS WENN lähmt...logo. Es macht ja auch Angst!
Keine alte Sau kann doch in diesen Dimensionen denken (also ich geh jetzt mal von mir als "keiner alten Sau" aus)
Ich fand grünen Strom, seit ich davon gehört hab, super gut schon immer gut und nur gut - und hab sogar selber - ich schäme mich nicht mehr - es ist die Wahrheit, aus Bequemlichkeit - noch nicht mal aufgrund von Nr. 5 - nicht gewechselt, das muss mans ich mal geben. Ich küsse hiermit @urwalder elektronisch und atomstromfrei über die Leitung und danke ihm, dass er mir den Tritt in den A...verpasst hat ;-))
aber ich glaube eben, vielen geht es so wie es mir ging - und ggf. noch schlimmer.
Ich vergleich das von der EntscheidungsBEREITSCHAFT her mit der Bereitschaft, sich pro Organspende zu entscheiden (hier hast Du ja in Austria Glück, Mario). Jemand, der für Organspende ist, hat nicht zwangsläufig einen Ausweis, obwohl er Menschenleben retten könnte.
Jemand, der für Erneuerbare Energien ist, wechselt nciht automatisch auf Ökostrom.
so blöd wie das einem vorkommen mag, das sind nicht nur rationale, sondern ganz ureigene emotionale Entscheidungen, die da gefällt oder nicht gefällt werden, meine Meinung.
--> mein Fazit:
Marketing muss her.
Nachahmungseffekt, das wär die einzige Vorstellung die ic habe, wie mehr Leute zu höherer WEchselbereitschaft kommen.
Der Mensch ist doch im Grunde einfach g'strickt (viele, nicht alle, bitte sich jetzt keiner angesprochen fühlen oder diskriminiert). Viele wollen so sein wie ihre Idole, ihre Lieblinge...
Sollen doch die Fußballspieler, die werden doch weltweit angehimmelt oder irgendwelche Tennisprofis oder von mir aus der Jose Carreras, oder der Dieter Bohlen...sch...egal wer, es geht um die Masse -es geht nicht um Intellekt!! - Ökostrom sprechen. Wir müssen weg vom Analytischen!!
gruß Manu
mela
schrieb am 09.10.2010 um 23:49 ¶ich bin ja immernoch für Tshirts oder Aufkleber mit dem Aufdruck
"No Atomstrom in my Wohnhome"
Den sich dann auch "normale" Menschen an die Tür kleben,
Okay vielleicht gäbe es auch noch eine deutsche Variante?
mfazzi
schrieb am 09.10.2010 um 23:58 ¶Aber die "anderen" halten doch uns für Ökospinner oder meschugge. Das ist doch das Problem. Die haben ja nicht unsere Ahnung (hört sich jetzt so hochgestochen an), aber halt den Hintergrund oder das Interesse. Wo kein Interesse, da auch nicht viel Verständnis zu erwarten.
Heutzutage gehts doch viel nach "Quote" oder net?
Quote, Marktanteile, Publicity, Presse Stimmen, Lobbyarbeit, Kooperationen...blablabla
is scho wichtig - ohne des left nix
aceatack
schrieb am 10.10.2010 um 00:00 ¶Das es funktioniert sieht man doch jeden Tag im Supermarkt. Wenn ich mir anschaue was da für ein Scheiß gekauft wird, könnte ich mich kaputt lachen. Und obwohl ich selbst natürlich steif und fest daran glaube immun gegen Werbung jeglicher Art zu sein, weiß ich insgeheim doch das sie mich dran kriegen. Es ist nur eine Frage der Art und Weise. Warum also sollte es bei Ökostrom nicht auch funktionieren?
mfazzi
schrieb am 10.10.2010 um 00:44 ¶Da kann man hundertmal sagen, ein jeder "sollte es über seinen Intellekt regulieren"...Pustekuchen.
Da kuckt mal, die Amerikaner machens vor:
http://www.marketing-blog.biz/archives/3232-SolarWorld-stellt-Werbespot-mit-J.R.-Ewing-vor.html
und kuckt mal hier "Nach einer Untersuchung der Düsseldorfer Agentur Vierpartner erreichen die 30 Dax-Unternehmen zusammen inzwischen zehn Millionen Menschen in den sozialen Medien"
was sagt uns das?
http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/02/15/dax-konzerne-erreichen-zehn-millionen-menschen-in-sozialen-medien.aspx
interessant m.E. der letzte Absatz:
"Nach Ansicht von Homeyer bieten die sozialen Medien für große, international tätige Unternehmen erhebliches Geschäftspotential vor allem in den Bereichen Personal, Marketing, Unternehmenskommunikation und den Beziehungen zu Investoren und Anlegern. „Für klassisches Marketing im Sinne von Verkaufsförderung ist Social Media noch weitgehend ungeeignet. Man erreicht noch nicht die Reichweite, um einen direkten Return-on-Investment generieren zu können - es sei denn, man setzt Social Media ins Zentrum einer integrierten Kampagne. Social Media ist allerdings ein wirklich hervorragendes Medium, um „Fürsprecher" zu gewinnen Strategisch wichtig ist der Beziehungsaufbau zu Multiplikatoren und Meinungsführern. Das prädestiniert Social Media für die PR - allerdings in einem deutlich weiteren Verständnis als Pressearbeit", sagt Lange."
--> hierum gehts uns doch eigentlich, integrierte Kampagnen, "Fürsprecher" zu gewinnen!! also das wär schon ein Ansatz für die Ökostromanbieter, nicht wahr?
acte
schrieb am 10.10.2010 um 13:01 ¶mfazzi
schrieb am 11.10.2010 um 16:27 ¶Ich versteh ja wenn man aus Ethik- und Moralgründen sich gegen die ein oder andere Marketingaktion stellt, aber gerade der Ökostrom schreit doch danach, "angepriesen" zu werden, lautstark "kommuniziert" zu werden?! Also her mit dem Budget, her mit den Flocken...(von wem halt, wir reden ja eben gerade nicht von den Riesenkonzernen)
inaktiver User 41328
schrieb am 10.10.2010 um 00:17 ¶Kein Atomstrom in Deinem Heim, geh` nicht Atomis auf den Leim!
Seitdem ich Ökostrom nutze, läuft mein Rasierer viel leiser!
Hast Du Ökostrom in der Dose, bügelt ‛s besser Deine Hose.
Mit Ökostrom macht unser Fernseher ein viel besseres Bild.
Seit dem ich Ökostrom nutze, spricht auch meine/mein süße/r Nachbar/in mit mir!
Gut für die Umwelt, aber schlecht für Nachwuchs:
Mit Ökostrom haben wir überhaupt keine Stromausfälle mehr!
Die Frequenzen vom Ökostrom sind viel verträglicher für den Menschen.
Mit Ökostrom überleben 99 % der Stromschlagempfänger!
(Bevor ich Schläge erhalte: Ich bin Kunde bei EWS)
Grüßchen Wilhard
charli4rb
schrieb am 10.10.2010 um 07:22 ¶Könntest du mir bitte mal deine Quelle nennen für die Information, dass 30% der Stromrechnung in die Förderung erneuerbarerer Energien fließt?
Ja ich bin noch bei Vattenfall. Und in der Jahresabrechnung steht:
Ihr Rechnungsanteil für Strombeschaffung und Stromvertrieb inklusive Kosten aus dem ....... EUR (37,75 %)
Erneuerbare-Energien-Gesetz1
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz beinhaltet die Förderung von z. B. Wind- und Solarenergie.
Alle Netzbetreiber müssen die in diesen Anlagen erzeugte Energie zu einem Mindestpreis ab-
nehmen und verrechnen diesen weiter.
....jetzt muß ich nochmal rückwärts rechnen. Strombeschaffung wird mit o.g. 5ct. angesetzt, die Netzkosten sind nicht in dieser Position enthalten sondern an anderer Stelle mit 21 % ausgewiesen.
o.k. die Annahme war nicht richtig. Es bleiben aber immer noch 13% für das EEG,
inaktiver User 38734
schrieb am 11.10.2010 um 11:33 ¶Strombeschaffung,Vertrieb/Service 8,5 ct/kWh (37 %)
Abgaben ohne EEG-Umlage 7,7 ct/kWh (34 %)
Netzentgelte 5,5 ct/kWh (24 %)
EEG-Umlage 1,2 ct/kWh (5 %)
Die EEG Umlage wird sich folgendermaßen weiterentwickeln:
2010 2,05 ct/kWh
2011 2,7 – 3,2 ct/kWh
2018 2,9 – 3,9 ct/kWh
2030 0,1 – 0,6 ct/kWh
Das sollte uns eine für die Zukunft sichere und saubere Energieversorgung doch Wert sein, oder ?
Positiver Nebeneffekt des steigenden Strompreis, der Verbraucher wird dazu animiert möglichst Strom zu sparen !
Der volkswirtschaftliche Nutzen der EE wird hier dargestellt:
http://www.unendlich-viel-energie.de/uploads/media/Factsheet_Nutzen_EE.pdf
mela
schrieb am 11.10.2010 um 15:15 ¶das ist mal wieder klassisch Vattenfall. Es wird immer schön so getan als wäre das EEG ein riesen Kostenfaktor. Es wird nicht explizit hingeschrieben (das wäre ja falsch), sondern suggeriert.
Laut dem Dokument "Einfluss der Förderung erneuerbarer Energien auf den Haushaltsstrompreis im Jahr 2009 mit Ausblick auf das Jahr 2010" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden 5,2% der Stromkosten als EEG-Anteil angegeben, nämlich 3,5€/Monat bei 67,70€/Monat Stromkosten.
(für einen Referenzhaushalt mit 3500kWh für das Jahr 2009)
Viele Grüße,
Mela
aceatack
schrieb am 10.10.2010 um 11:01 ¶Zahlen für erneuerbare Energie muss somit eh jeder Verbraucher, wenn er sie denn aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen nicht nutzen möchte hat er eben Pech gehabt. Ich freu mich trotzdem das er wenigstens an den Kosten beteiligt ist. Ob er will oder nicht. Früher oder später wird Ihm nichts anderes mehr übrig bleiben, als auf erneuerbare um zu steigen. Je schneller das die Verbraucher einsehen desto besser.
Manch einer verbringt aber lieber noch ein paar Jahre mit Selbstgeißelung und Jammern wie ungerecht es doch ist. Ist ja jedem selbst überlassen. Ich denke mal man kann nur mit gutem Beispiel voran gehen und hoffen das es Schule macht. Sachliche Argumente bringen bei Verweigerern meiner Erfahrung nicht viel. Solange die Leute nicht aus Überzeugung handeln wird es auch nicht von Dauer sein.
@mfazzi: das trifft den Nagel auf den Kopf. Schön finde ich auch den folgenden Satz
-Strategisch wichtig ist der Beziehungsaufbau zu Multiplikatoren und Meinungsführern.-
Warum sollte man sich die Mühe machen jeden einzelnen zu manipulieren? Wenn ich die Köpfe einer Gruppe überzeuge, folgt mir die Gruppe ja eh. Wenn man sich mit Marketing beschäftigt, erfährt man glaube ich mehr über die Psyche des Menschen als in jedem Psychologie Studiengang. Interessant ist auch die Möglichkeit Botschaften am Bewusstsein vorbei im Gehirn zu verankern. Wenn man erfährt was Möglich ist und was bereits erfolgreich eingesetzt wird, braucht man sich nicht wundern warum die Leute so sind wie Sie sind. Und das schlimme ist, selbst wenn man die Hebel und Ansätze kennt, kann man sich nicht wirkungsvoll davor Schützen. Es sei denn man verzichtet vollkommen auf die Nutzung von Medien und meidet jeden Ort an dem direkt oder indirekt geworben wird. Und wenn man es 100% betreiben will muss ich sogar noch jeden Kontakt zu Mediennutzern abbrechen. Also am besten wie ein Eremit im Berg leben.
Gruß aceatack
mfazzi
schrieb am 11.10.2010 um 16:34 ¶und übrigens sind wir selber doch auch schon Multiplikatoren, wenn ich überlege, 2 Bekannte stelle ich quasi bereits um, einer schon unter Vertrag, einer demnächst dabei, 2011 weil er ne Vertragsbindung hat. Und ich denke, das war nur der Anfang, das waren diejenigen, die sich von selber an mich gewendet hatten - weil wir z.B. über Utopia usw. gesprochen haben.
Ich habe also noch gar nicht angefangen, großmächtig AKTIV herumzuquatschen und immer und immer wieder darüber zu reden....also ich sehe noch großes Potential.
Wenn jeder das so macht...und davon geh ich hier aus ....prima ;-)
mela
schrieb am 13.10.2010 um 18:05 ¶ja genau, ich versuche auch immer wieder, Bekannte "zu wechseln". Bei ein paar habe ich es auch schon geschafft (wobei ich nicht gezählt habe). Aber auch bei mir gibts noch massig Potential. Übrigens gestaltet es sich unter anderem deswegen schwierig, weil unsere Stadtwerke bereits "100% Naturstrom" anbieten. Es ist dann recht kompliziert, den Unterschied deutlich zu machen und viele wollen auch die Stadtwerke für den immerhin getätigten Schritt belohnen und deswegen bleiben.
mela
schrieb am 11.10.2010 um 15:30 ¶ein häufiger Grund, warum viele Utopia-Nutzer in meiner Umfrage noch nicht gewechselt sind, ist, dass sie die Stromanbieterwahl nicht alleine entscheiden. Kinder sagen, die Eltern wollen nicht, und Eltern sagen, die Kinder wollen nicht, die Frau sagt, der Mann will nicht und der Mann sagt, die Frau will nicht (alles schon da gewesen). Gründe der Gegenseite sind zB die angeblich oder tatsächlich höheren Kosten oder dass Atomenergie als positiv bewertet wird.
Bei wieder anderen ist der Vermieter (angeblich?) für den Stromanbieter zuständig und das gesamte Haus wird über einen fixen Anbieter versorgt.
Manche wohnen im Ausland, wo es mit den Ökostromanbietern noch nicht so weit her ist.
Manche sagen, sie erzeugen ihren Strom selbst (Photovoltaik etc) und tun so, als hätten sie garkeinen Stromanbieter mehr.
Und wieder andere wollen lieber ihre Stadtwerke unterstützen, weil sie dezentrale Strukturen für sehr wichtig halten.
Dann gibts auch noch Utopisten, denen Ökostrom selbst zu teuer ist ("kann ich mir nicht leisten").
Hm... weitere Gründe sind mir glaube ich noch nicht genannt worden. Bequemlichkeit kommt aber auch oft zwischen den Zeilen durch.
viele Grüße!
mela
acte
schrieb am 11.10.2010 um 16:17 ¶mfazzi
schrieb am 11.10.2010 um 16:30 ¶Konsense sind nicht immer machbar, Kompromisse aber schon, und überall muss man einfach knallhart sein, wenn einem was wichtig ist.
Kann mir nicht vorstellen, dass einer sagt, entweder der Ökostrom oder ich.
Man muss ja nicht streiten bis aufs Blut, aber einfach sachlich und plausibel erläutern was einem wichtig ist.
Vielleicht geht auch bissl Diskussionskultur in unserer heutigen schnellebigen Zeit?
Mario_Sedlak
schrieb am 13.10.2010 um 08:26 ¶Oder gibt's hier ein Marketing-Genie, das uns einen Tipp geben könnte? :-)
mela
schrieb am 13.10.2010 um 18:00 ¶Vielen ist es einfach zu kompliziert sich die ganzen Anbieter und Tarife durchzusehen und fühlen sich von den vielen unterschiedlichen Anbietern überfordert (bei verivox werden ja so viele "Ökostrom"-Anbieter angezeigt, man denkt schon ganz Deutschland ist grün geworden).
Auch deswegen widerhole ich ja quasi bei jeder Gelegenheit, mit welchen 3 Anbietern man nichts falsch machen kann.
raumdaenserin
schrieb am 15.10.2010 um 13:05 ¶inaktiver User 41328
schrieb am 13.10.2010 um 22:31 ¶Folgender Beitrag ist mir aufgefallen, verteilt von unseren ortsansässigen Stadtwerken, heute erschienen:
http://www.strom-magazin.de/strommarkt/stromkunden-sind-durch-zu-grosse-auswahl-ueberfordert_29185.html
Grüßchen! Wilhard
diedenker
schrieb am 18.10.2010 um 22:26 ¶Mela hat mich dich bezüglich Ökostrom empfohlen. Ich habe nämlich auch eben einen Hinweis auf die Möglichkeit von Ökostrom (speziell für ÖsterreicherInnen) veröffentlicht:
http://www.diedenker.org/inhalte/viewtopic.php?t=1068
Und zu deiner ganz oben gestellten Frage: mir persönlich wäre der Ausschluss von Atomstrom aus dem Haushalt auch ein Anliegen, allerdings war mir der Umweg über den Vermieter bislang zu kompliziert. Aber das ist natürlich eine äußerst schlechte Ausrede, weshalb ich das Projekt nochmals ernsthafter angehen möchte (vielleicht kann ich damit ja auch beim Vermieter einen Nachdenkprozess auslösen).
mela
schrieb am 20.01.2011 um 15:17 ¶http://www.sueddeutsche.de/geld/interview-mit-dem-oekonomen-arnold-picot-sie-haben-angst-dass-ploetzlich-das-haus-dunkel-ist-1.1045516
Mario_Sedlak
schrieb am 21.01.2011 um 16:24 ¶Fredegar
schrieb am 20.01.2011 um 15:41 ¶https://www.naturstrom.de/unser-strom/kunden-werben-kunden/
Ralf-WW
schrieb am 21.01.2011 um 16:30 ¶Mal schauen, ob es klappt
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