Wie alt mögen diese Ziegel wohl sein, die ich im Winter von einem Abbruchhaus im Dorf geholt habe um sie mit Lehm zu vermauern um ihnen neues Leben zu schenken. Feldbrandziegel heißen diese Steine, die noch von Hand geformt sind und dann gebrannt wurden, ähnlich einem Köhler beim Holzkohle machen. Oft findet man halbgebrannte oder auch Grünlinge. Zu schade um sie zu Schreddern. Jeder dieser Ziegel könnte eine Geschichte erzählen und ich kann über jeden ebenfalls eine Geschichte erzählen, hatte ich doch jeden einzelnen mehrmals in meinen Händen. Nun stehen sie da und halten das Dach und warten geduldig, bis sie vor Wetter und Wind durch eine geeignete Fassade geschützt werden. So können sie noch vielen Menschen einen guten Dienst erweisen.

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Das Mauern mit diesen alten Ziegeln ist eine spannende Geschichte. Die Maße sind völlig verschieden und so bestaune ich jedes Mal solche alten Mauern, die so hübsch gerade und eben sind. Meine Maurerkünste lassen noch etwas zu wünschen übrig, dafür haben meine Gebilde ein starkes Eigenleben. Die Hauptsache ist, die Mauer trägt das was darüber ist und soweit habe ich das Mauern schon gelernt.

Es wäre eigentlich schade um die schönen alten Baumateriealien, die vielen Menschen Energie und Fleiß bei deren Herstellung abverlangt haben, sowie es auch um viele alte Dinge schade ist, die einer kleinen Reparatur bedürften um sie wieder nutzbar zu machen. Wie viel Energie wird da vergeudet um immer neue und neuere Sachen herzustellen und wie viel Energie geht verloren in dem man sie dann einfach entsorgt.

Ich muss ja gestehen, es ist wie eine Sucht. Wenn man sich einmal mit alten von Menschenhand gemachten Sachen auseinandersetzt, dann will man mehr und mehr. Der Verzicht auf Neugekauftes fällt dann nicht allzu schwer. Man entdeckt da die Liebe mit der sie oft gemacht wurden und wundert sich über die scheinbar unendliche Zeit, die Menschen dafür aufgewendet haben. Heute muss alles schnell gehen und am besten gestern schon fertig sein.

Ganz in unserer Nähe wurde ein Fertigteilhaus gebaut. In nicht einmal 2 Tagen stand die Hütte. Ja da kann man sich schon fragen "mache ich was falsch" Bei mir dauert alles fast eine Ewigkeit. Man kann sich auch fragen "welchen Bezug hat der neue Besitzer zu seinem neuen Haus". Am ehesten wird er es an seinem Kontostand spüren.

Für mich ist jeder gesetzte Ziegel, jedes genagelte Brett ein Gewinn und mit unendlich viel Freude verbunden. Denn jeder kommt ans Ziel, der eine rennt den Berg in der geraden Linie hoch, der andere geht in Spirallinien um den Berg. Der eine ist außer Atem, der andere genießt die Aussicht.