War wohl nichts dachte ich und wollte schon aufgeben zumal ich heute am Nachmittag eine verdächtige Ruhe am Bienenstock feststellte. es summte nicht wie in den vergangenen Tagen sondern hatte eher etwas von einem gemütlichen Flugbetrieb.
Am späten Nachmittag als ich die Obstbäume mit Brennnesselsud gegen die Blattläuse spritze durchfuhr es mich wie ein Stromschlag von 1000 V. Ich blickte unter den Apfelbaum und konnte es im ersten Moment nicht fassen, das Glück das mir beschieden war. Der Schwarm auf den ich eine Woche mit bangen gewartet hatte, hang in "Abpflückhöhe" auf dem Baum.
Vor lauter Freude wusste ich im ersten Moment gar nicht was ich jetzt machen sollte. Erst einmal beruhigen, dann denken, dann handeln. Gut also weißer Overall, Imker Hut, Handschuhe, Gummistiefel, Feger, Wasser Sprüher, Bienenkasten, alles ohne Hektik und Hast herrichten damit auch ja nichts vergessen wird.
Der Bienenkasten wird auf ein Gestell direkt unter die Traube gestellt.
Mit dem Wasser Sprüher wird die Traube eingesprüht, damit die Bienen fluguntauglich werden.
Mit dem Feger wird die Traube in den Kasten gekehrt.
Deckel auf den Kasten, Flugloch offen für die Nachzügler und
hoffen, dass der Schwarm den Kasten auch annimmt.
Jetzt bleibt er über Nacht stehen und wenn Morgen der Schwarm noch drinnen ist kommt er an einen gut sichtbaren Ort, damit die Königin nach dem Hochzeitsflug wieder in den Kasten zurück findet.
Links der neue Schwarm und rechts der alte Bien von dem sie geschwärmt sind.


Kommentare (12)
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viele Grüße!
Melanie
Woran ich merke, dass die Königin wieder da ist. Tja wenn ich das wüsste.
Im Vorjahr habe ich diesbezüglich eigentlich gar nichts gemacht, also Schweingehabt :-) Und je mehr man liest umso mehr weiß man und umso weniger Ahnung hat man, so ist das.
Ja mit dem Honig ist das so eine Sache. Da ich erstens kein Imker bin und zweitens versuchen will die Bienen zu halten, vor allem gesund dürfen sie im Kasten wild bauen. Das hat mehrere Gründe. Sie bauen größere Gassen mit mehr Abstand als es die Rahmen vorgeben, sie bauen in ihre Richtung, das kann schräg im Kasten sein. Das Pech dabei ist man müsste die Waben aus dem Kasten schneiden um den Honig zu gewinnen, dadurch geraten sie aber unter Stress, das will ich vermeiden.
Jetzt habe ich versucht auf den alten Stock ein zweites Magazin zu stellen mit einem Absperrgitter damit die Königin dort nicht brüten kann, die Bienen aber den Honig einbringen können. Das zweite Magazin hat Rahmen. Nach der Akazienblüte in etwa 1-2 Wochen werde ich nachsehen ob es etwas für uns gibt.
Und sonst bin ich einfach nur Überglücklich, dass ich morgen hoffentlich 2 Bienenstöcke habe:-)
Schade, daß mein Partner undich beide mit Bienen-Allergie zu kämpfen haben / hatten.
Sonst würde mich das auch noch reizen.
und danke -dass wir fast "live" dabei sein dürfen :-)
sehr interressant!
Grüße an die "Chefin". .... und allen im "Hotel" (und drum herum) seien sonnigste Zeiten gewünscht!
Ja, der Bien als Organismus ist ein Sonnenwesen, das kann man sehr schön an der Form des Brutnestes erkennen, das sich Kreis und Kugelförmig in den Waben bildet. Der gesamte Aufbau wird lediglich durch den viereckigen Kasten gestört, der es eigentlich verhindert, dass die Waben bis zum Ende ihre Kugelform behalten.
Sehr viel habe ich in Fachbüchern und anderen Werken über Bienen und das Wesen des Biens gelesen und so empfinde ich die gestrige Aktion fast als eine heilige Handlung, angesichts der Tatsache des massiven Bienensterbens, das allerorten auftritt.
Vor etwas mehr als 90 Jahren wurde in einem schriftlich wiedergegebenen Vortrag über Bienen bereits die Problematik der Bienenhaltung angesprochen und mehr oder weniger vorhergesagt, das bei den damals üblichen Zuchtformen, der Bien in etwa 100 Jahren massiven Schaden erleiden würde.
Für mich ist es kein Zeichen meines Geschicks, dass es mir gelungen ist den Bienenschwarm zu halten, vielmehr bin ich dankbar dafür das es für mich möglich war die Umstände so zu gestalten , dass der Bien meine Bemühungen angenommen hat.
Ein Eingriff durch den Menschen in die natürlichen Abläufe in die Natur auch wenn es sich sowie bei der Honigbienen um eine Zuchtform handelt ist immer ein Eingriff, der nicht aus technisch, rationalen Gründen geschehen kann sondern vielmehr mit dem Verständnis, dass es sich hierbei um eine lebendigen Organismus handelt, der seine eigenen Gesetze hat. Diese verstehen zu wollen erfordert ein großes Maß an Einfühlungsvermögen wobei Wissen durchaus nützlich sein kann. Aber das beste Wissen bleibt im Kopf, wenn es nicht durch praktisches, erfahrungsgemäßes Handeln transformiert wird zum tieferen Verständnis der Vorgänge in der Natur.
Ein Satz einer alten Demeterbäurin, die kürzlich unseren Garten besichtigte geht mir dabei nicht aus dem Sinn als ich ihr erklärte was wir alles mit unserem Garten angestellt haben und das unsere Pflanzen so schön wachsen. Sie sagt, nicht weil du den Boden bearbeitet hast wachsen die Pflanzen sondern trotzdem du den Boden bearbeitet hast wachsen sie.
Schwer zu verstehen was damit gemeint ist. Aber nach langem Nachdenken kommt man drauf, das die heutige Gepflogenheit im Umgang mit der Natur eine sehr technisiert, rational ist ohne jedes Gefühl von verstehen wollen. Wir könne als Menschen nur in der Weise nachhaltig in die Natur eingreifen, wenn wir verstehen, dass unser Eingriff ein Angebot darstellt, dass sich aus dem einfühlsamen Verstehen der Vorgänge in der Natur ergibt, dann können wir die Natur, zur für den Menschen notwendigen Kultur erheben.
Denken wir dagegen, dass wir die Natur durch technischen und rationalen Eingriff zähmen könnten, ohne das Wesen zu verstehen, dann kommt die Natur früher oder später zum Erliegen.
Diese Denkweise ist heute Usus, was an der gesamten konventionellen Landwirtschaft mit all ihren Bereichen unschwer zu erkennen ist.