Also nichts mit Entsorgen, da ist schon besser restaurieren. Die gute Dame hatte schon einiges hinter sich, was unschwer an den unzähligen Lackschichten zu erkennen war, die das Holz bedeckten. Die Frage entstand, wie sollte ich das Ganze angehen. Mit dem Brenner den Lack abbrennen erschien mir doch etwas zu unökologisch aufgrund der dabei entstehenden Dämpfe´. Mit einer Beize wollte ich aus demselben Grund nicht ans Werk. Also blieb nur noch die Drahtbürste, da kann man den Lackstaub dann ordnungsgemäß entsorgen.
Nun lag das gute Stück, seiner Lackbekleidung entraubt vor mir und eine neue Frage stellte sich mir. Sollte ich jetzt das schöne Holz mit Spachtel und Lack wieder zudecken, oder war mir die Holzstruktur lieber. Das zweite war der Fall, also nahm ich den Bunsenbrenner und flämmte das Werkstück ab um es dann mit Öl einzulassen.
Bei meiner Arbeit fiel mir die wunderbare Arbeit des Tischlers ins Auge, der die Verbindungen mit Holznägeln gemacht hatte, zudem waren keine metallischen Befestigungsmittel zu erkennen.
Welche Garderobe hat heute noch Regenschirmhalter?
Sehr aufwendig war das polieren der Messingteile, die mit einer dicken klebrigen Patina überzogen waren.
Die beiden fehlenden Füllungen ersetzte ich durch einen grünen Samtstoff, und so sieht das Ganze fertig aus.
Alle fachkundigen Restaurateure mögen mir aufgrund meiner etwas rustikalen Methode verzeihen:-)


Kommentare (3)
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So alte Gegenstände haben einen ganz besonderen Charme.